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Fernglas im 007-Style: Laser-Entfernungsmesser und Nachtsichtgeräte ab 60 Euro

007 Gadgets

Moderne Ferngläser vergrößern längst nicht mehr nur – sie ermöglichen die Sicht in totaler Finsternis oder zeigen die exakte Distanz zum anvisierten Objekt. TechStage hat sich Range-Finder mit On-Screen-Display und Nachtsichtgeräte mit Aufnahmefunktion angesehen und zeigt, was die günstigen Modelle leisten.

Laser-Entfernungsmesser dienen nicht nur als praktisches Tool auf der Baustelle, auch beim Sport und der Freizeit kann das exakte Ermitteln einer Entfernung hilfreich sein. Die kleinen Geräte helfen bei der Orientierung auf der Wanderung, bei der Auswahl des passenden Golfschlägers oder etwa beim Bogenschießen. Ähnlich sieht es mit Nachtsichtgeräten aus, welche längst nicht mehr nur Jägern, Spezialeinheiten oder Militärs vorbehalten sind. Hightech-Gadgets im 007-Style, die noch vor wenigen Jahren unbezahlbar waren, sind mittlerweile zu Budget-Preisen erhältlich.

In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf Range Finder, Ferngläser mit integriertem Entfernungsmesser und einer Anzeige im Sichtfeld. Neben Distanz und Winkel zeigen einige Geräte auch Geschwindigkeiten oder Höhe von Objekten an. Zusätzlich sehen wir uns IR-Nachtsichtgeräte im unteren Preissegment an. Diese versprechen klare Sicht und Foto- sowie Videoaufnahmen auch bei völliger Dunkelheit.

Dieser Ratgeber gehört zu unserer Themenwelt Outdoor. Hier haben wir uns kürzlich erst Hightech-Gadgets zum Wandern oder helle und trotzdem günstige Leuchten für Schulweg, Sport und Spaziergang angesehen.

Entfernungsmesser

Letztlich sind alle Ferngläser mit Entfernungsmesser, die sogenannten Range-Finder, ähnlich aufgebaut. Die flachen Ferngläser mit einem Okular verfügen über ein Objektiv und einen nicht sichtbaren Laser zum Ermitteln der Distanz. Mithilfe von auf der Oberseite angebrachten Tastern wird das Gerät bedient. Nach dem Anvisieren eines Objektes mit dem im Fernglas eingeblendeten Fadenkreuz wird die Messung gestartet und das Ergebnis erscheint im Sichtfeld. Bei Nichtbenutzung schalten die meisten Range-Finder automatisch ab. Für einen kratzerfreien Transport ist in der Regel ein Stoffbeutel im Lieferumfang enthalten.

Unterschiede gibt es aber sehr wohl. Neben der Verarbeitung oder der Anordnung der Funktionstasten unterscheiden sich auch die genutzten Objektive und damit die Vergrößerung des Fernglases. Üblich sind Vergrößerungsfaktoren um das Sechsfache. Auch bei der maximalen Messdistanz sollte man genau hinsehen. Während einige Modelle lediglich bis 400 Meter messen, liegt die Reichweite bei anderen Modellen bei 1500 Metern und mehr. Messtoleranzen sind bei allen Geräten vorhanden, allerdings sind diese laut Herstellerangaben mit wenigen Prozent Abweichung überschaubar. Manche Produkte zeigen auf einen Meter gerundete Ergebnisse, andere zeigen die Messung auf eine Kommastelle genau an.

Rangefinder

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Stromversorgung. Während einige Geräte mit Batterien arbeiten, kommt selbst in vielen Budget-Modellen ein Akku zu Einsatz. Beide Ansätze haben Vor- und Nachteile. So ist die Batterie-Variante immer sofort einsatzbereit – vorausgesetzt, man hat eine passende Batterie vorrätig. Der Akku hingegen kann jederzeit nachgeladen werden und so fallen auf Dauer keine laufenden Kosten außer Strom an. Ist der Akku allerdings leer, muss das Gadget erst mal zeitaufwändig aufladen. Zumindest, wenn man die Entfernungsmessung und die bei einigen Modellen verfügbare Geschwindigkeitsmessung nutzen will. Die Vergrößerung des Fernglases funktioniert auch ohne Strom. Während viele Geräte lediglich Entfernung und Höhe messen, zeigen andere zusätzlich die Geschwindigkeit und Höhe. Auch kontinuierliche Messungen statt nur Punktmessungen sind bei einigen Geräten möglich.

Für praktische Tests haben wir uns den RangeFinder 1000WH von Braun und das günstige Gerät Atuman Duka DKW-S angesehen. Beide Modelle verfügen über eine sechsfache Vergrößerung und spezielle Modi für Golfspieler und schlechte Sichtverhältnisse bei Nebel.

Der Braun RangeFinder 1000WH bietet laut Datenblatt ein Sichtfeld von 7,2 Grad, eine Messreichweite von 1000 Metern und eine Genauigkeit von plus/minus einen Meter. Die Entfernung wird in ganzen Metern dargestellt. Neben der Entfernung misst das kompakte Fernglas auch Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h und Winkel. Die Stromversorgung übernimmt eine CR2 Lithium Batterie mit 3V, welche hinter einer kleinen gesicherten Klappe sitzt. Das schwarze Gehäuse liegt dank abgerundeter Kanten und gummierter Oberfläche ausgezeichnet in der Hand. An der Vorderseite sitzen insgesamt drei verspiegelte Linsen für Vergrößerung und Messtechnik. Das Einstellen der Schärfe geschieht anhand des ebenfalls gummierten Augenrings. Um ihn zu drehen, benötigt man einen gewissen Kraftaufwand. Versehentliches Verstellen der Schärfe ist so ausgeschlossen. Zur Bedienung dienen zwei abgerundete Tasten auf der Oberseite, welche in der Praxis zuverlässig reagieren. Nach unserem Geschmack dürfte der Druckpunkt aber gerne klarer erkennbar sein. Neben dem RangeFinder 1000WH gehören Anleitung, Batterie, Handschlaufe, Reinigungstuch und eine Gürteltasche zum Lieferumfang. Das spritzwassergeschützte Gerät hinterlässt einen sehr hochwertigen Eindruck und ist dank der kompakten Größe auch für kleine Hände geeignet. Laut Preisvergleich liegt der Preis bei aktuell 170 Euro.

Rangefinder: Auf den ersten Blick ist vom Preisunterschied wenig zu sehen.

Das zweite Modell ist in der Variante bis 1200 Meter bei Banggood derzeit für 60 Euro erhältlich. In der Regel liegen die Kosten bei etwa 100 Euro. Die Version bis 800 Meter kostet regulär etwa 83 Euro und das Top-Modell bis 1500 Meter 113 Euro. Dieser Entfernungsmesser hat ein Sichtfeld von 6,5 Grad und laut Datenblatt eine Messgenauigkeit von plus/minus einen halben Meter. Die Anzeige der Entfernung zeigt auf eine Kommastelle genau an. Neben Entfernung, Geschwindigkeit und Winkel, ist hier auch die Messung von Objekthöhen möglich. Modell DKW-S nutzt einen fest eingebauten Akku mit 1000 mAh zur Stromversorgung. Dieser wird per Micro-USB-geladen. Leider ist der Anschluss offen und weder durch Klappe noch Gummistopfen gesichert. An der Vorderseite sitzen hier lediglich zwei Linsen, hinter denen sich Messtechnik und optische Vergrößerung verbergen. Das Verstellen der Schärfe funktioniert auch hier per Rotation des Augenrings, allerdings ist dieser deutlich leichtgängiger. Die beiden Funktionstasten auf der Oberseite haben einen deutlich spür- und hörbaren Druckpunkt. Das gibt zwar eine bessere Rückmeldung als beim Braun-Modell, wirkt allerdings billig. Ein praktisches Extra ist das Standard-Stativgewinde auf der Unterseite. Für exakte Messungen ist dieses sehr hilfreich, sofern man ein Stativ dabeihat.

Außer dem Fernglas gehören Anleitung, Micro-USB-Ladekabel, Handschlaufe, Reinigungstuch und Gürteltasche zum Lieferumfang. Das insgesamt etwas größere Gehäuse ist weniger handlich, lässt sich mit mittelgroßen Händen aber gut bedienen. Die gummierten Flächen auf Ober- und Unterseite sorgen für ausreichend Halt. Die Verarbeitung ist zwar ordentlich, im direkten Vergleich wirkt das China-Modell trotzdem weniger wertig.

Rangefinder

Entfernungsmesser Praxiserfahrung

Die Bedienung beider Geräte funktioniert annähernd gleich. Ein langer Druck auf Action- oder Power-Schalter startet die Messtechnik und das On-Screen-Display in schwarzer Schrift erscheint. Ein kurzer Druck startet die Messung, die Mode-Taste wechselt den Messmodus. Nach dem Einschalten ist bei beiden Ferngläsern die Entfernungsmessung aktiv. Hier ist die Bedienung intuitiv. Per Sucher wird ein Objekt angepeilt, das funktioniert mithilfe eines mittig eingeblendeten Fadenkreuzes. Bei Nichtbenutzung gehen die getesteten Entfernungsmesser nach 30 bis 60 Sekunden automatisch aus.

Nach dem Auslösen einer Messung werden im Standardmodus die Entfernung und der Winkel zwischen Objekt und Fernglas im Sichtfeld eingeblendet. In Bezug auf die Entfernungsmessung machen hier beide Geräte einen exzellenten Job und zeigen bis auf eine maximale Differenz von plus/minus einen Meter dasselbe Ergebnis. GPS-Messungen der Entfernung bestätigen die Messwerte zumindest annähernd. Ganz exakt können wir die Ergebnisse zwar nicht überprüfen, aber sie scheinen bis auf minimale Abweichungen zu stimmen. Probleme gibt es bei beiden Geräten, wenn wir etwa gewinkelte Dächer anvisieren. Insgesamt stellt sich das Messen kleiner Objekte in großer Entfernung trotz sechsfacher Vergrößerung als kniffelig heraus. Ohne Stativ und optische Stabilisierung ist jede kleine Handbewegung sofort sichtbar und erschwert so das Anpeilen. Größere Objekte lassen sich hingegen problemlos anvisieren. Diese sollten allerdings über einigermaßen gerade Oberfläche verfügen. Wer etwa einen Baum anpeilt, muss sonst immer mit leicht abweichenden Messergebnissen rechnen.

Anders sieht es bei der Winkelmessung aus. Diese gibt zwar beim Markengerät von Braun glaubwürdige und überprüfbare Ergebnisse aus, beim Billig-Modell scheint aber etwas nicht zu stimmen. Auch das mehrmalige Kalibrieren bringt hier keine Abhilfe. Selbst wenn wir das Fernglas nach dem Kalibrieren an Ort und Stelle belassen, zeigen die nächsten Messungen unterschiedliche Winkel zwischen -25 und +19 Grad an. Winkelveränderungen werden zwar irgendwie doch registriert, allerdings läuft trotzdem etwas schief. Entsprechend seltsam fallen auch die Messergebnisse aus. Während wir einige Messungen bestätigen können, gibt es bei einigen Messungen erhebliche Abweichungen und so ist bei China-Modell auch diese zusätzliche Funktion wenig verlässlich, sondern gibt maximal einen groben Anhaltspunkt.

Rangefinder: Die Geschwindigkeitsmessung funktioniert.

Bei den Geschwindigkeitsmessungen zeigen wieder beide Geräte fast identische Werte an. Allerdings ist das Anvisieren und im Fadenkreuz behalten bewegter Objekte noch deutlich schwieriger und so ist es gar nicht so einfach, die Messungen ordentlich zu beenden. Mal verwackelt man die Messung, mal schiebt sich ein Objekt zwischen Ziel und Fernglas. Die erfolgreichen Messungen würden wir aber ebenfalls nur als Anhaltspunkte nehmen, statt uns auf ein exaktes Ergebnis zu verlassen. Hier ist man im Zweifel gut mit einem Stativ beraten, welches so allerdings nur zum China-Modell kompatibel ist. Noch besser sind Geräte mit Stabilisierung geeignet. Profi-Modelle wie das Nikon Pro Stabilized kosten dann allerdings schnell mal über 450 Euro.

Insgesamt empfinden wir das Markenmodell als einfacher bedienbar, da hier auch der aktuelle Modus eingeblendet wird und insgesamt weniger Modi verfügbar sind. Letztlich funktioniert die Bedienung bei beiden Geräten. Um alle Modi richtig zu bedienen und etwa das Speichern von Messungen zu verstehen, muss man aber die Anleitung gelesen haben. Die ist beim teuren Range Finder nicht nur ausführlicher und verständlicher, sondern auch in deutscher Sprache verfügbar.

Nachtsichtgeräte

Bei den Nachtsichtgeräten im unteren Preissegment handelt es sich um kompakte digitale Infrarot-Kameras mit hoher Brennweite (enges Sichtfeld) und zusätzlicher, unsichtbarer, IR-Beleuchtung. Anders als bei Range-Findern ist hier auch eine Aufnahmefunktion mit an Bord. Neben Fotos stehen je nach Modell Videos in bis zu 4K zur Wahl. Wärmebildkameras, wie in den Outdoor-Smartphones AGM Glory G1S (Testbericht) und Cat S62 Pro (Testbericht) oder der Video-Drohne Parrot Anafi Thermal (Testbericht), findet man bei diesen Nachtsichtgeräten nicht. Neben dem digitalen Fernglas gehören in der Regel Anleitung, Transportbeutel, Ladekabel und Speicherkarte zum Lieferumfang. Ein Netzteil ist nicht beigepackt. Gesteuert wird mit auf der Oberseite angebrachten Tasten. Auf der Unterseite ist üblicherweise eine Stativgewinde zu finden.

Hier kommt ein moderner USB-C-Port zum Einsatz.

Die günstigen Nachtsichtgeräte versprechen klare Aufnahmen und gute Sicht auch bei völliger Dunkelheit – und das bis zu einer Reichweite von zwischen 175 und 400 Metern. Das klappt freilich nur mit einer hohen Brennweite – ganz anders als etwa Actioncams, bei denen primär Weitwinkelaufnahmen gefragt sind. Während viele No-Name-Modelle wie unser 130-Euro-Testgerät von Amazon nur eine feste Brennweite mit zusätzlicher digitaler Vergrößerung haben, verfügen teure Markengeräte häufig über einen optischen Zoom. Meist kommt im unteren Preissegment eine Kombination aus optischer Vergrößerung und digitalem Zoom zum Einsatz. Bei digitaler Vergrößerung gibt es immer Qualitätsverluste.

Das Modell Bresser Digital NightVison 3,5x für 99 Euro bietet etwa eine dreieinhalb bis siebenfache Vergrößerung. Das Modell Dörr ZB-60 hat hingegen einen fixen zweifachen Zoom, das Modell von Amazon einen dreifachen und das Technaxx-Nachtsichtgerät für 85 Euro einen vierfachen Zoom an Bord. Das im Preisvergleich gelistete Modell Levenhuk Halo für 119 Euro verspricht sogar eine dreizehn-fache Vergrößerung.

Doch welche Vergrößerung braucht man? Zum Herumlaufen eignen sich die Geräte mit Vergrößerung schon mal nicht, da man schlicht keine Übersicht hat. Der Blick nach unten zeigt dann etwa die Zehenspitzen, nicht aber den vor uns liegenden Weg. Wer viel Übersicht will, benötigt ein breites Sichtfeld, also Weitwinkel. Je niedriger die Vergrößerung, desto größer ist der dargestellte Bereich. Zum Spazierengehen ist somit selbst die dreifache Vergrößerung zu viel. Auf zusätzliche digitale Vergrößerung verzichten wir generell gerne – diese ist immer mit Qualitätsverlusten verbunden.

Was genau schon ein dreifacher Zoom bewirkt, zeigt folgende Aufnahme.

Die dreifache Vergrößerung ist nicht zu unterschätzen.

Am flexibelsten sind Geräte mit verstellbarer Vergrößerung, wie das Bresser Digital NightVison 3,5x. Privat würden wir uns deshalb auf jeden Fall für eine flexible Brennweite entscheiden. Je höher der Zoom ist, desto wichtiger wird dann auch die Nutzung eines Stativs. Ohne entsprechende Bildstabilisierung landen selbst mit dreifacher Vergrößerung fast nur unscharfe Fotos und verwackelte Videos auf der Speicherkarte.

Wer mehr investiert, bekommt in der Regel noch einige Extras. So kann man etwa mit dem 380 Euro teuren Modell Bestguarder HD neben Fotos und Videos (mit maximal 2592 x 1944 Pixeln) auch Zeitrafferaufnahmen machen und diese etwa mit Ortsangaben des integrierten GPS-Empfängers ergänzen. Das Nachtsichtgerät von Dsoon für 266 Euro kommt stattdessen mit einer Kopfhalterung.

Nachtsichtgeräte Praxiserfahrung

Die Bedienung des Nachtsichtgerätes von Amazon gestaltet sich auch ohne Vorkenntnisse einfach und unkompliziert. Nach dem Einschalten zeigt der 2,4-Zoll-Monitor, was sich vor der Linse abspielt. Das funktioniert auch tagsüber und so ist die IR-Beleuchtung zunächst deaktiviert. Per Tastendruck schaltet das Gerät auf IR-Sicht um und der IR-Strahler beginnt unsichtbar zu arbeiten. Wie stark die Umgebung ausgestrahlt wird, ist in sieben Stufen einstellbar. In der Praxis sind bis zu einer Entfernung unter 100 m die Leuchtstufen eins bis vier ausreichend. Bei höheren Distanzen darf es dann auch mehr sein. Per Mode-Taster wird zwischen Video.-, Fotofunktion umgeschaltet. Ein dritter Tastendruck auf Mode führt zu Aufnahmen auf der Speicherkarte.

Im Keller entstehen dank Stativ gestochen scharfe Aufnahmen - trotz völliger Dunkelheit.

Nach dem Aufladen des Akkus wollen wir zunächst wissen, wie sich das Gerät bei völliger Dunkelheit schlägt – und das noch lange vor Sonnenuntergang. Unser nächster Weg führt deshalb direkt in den Keller, wo wir dir Nachtsichtfunktion ohne störendes Restlicht testen können. Das Ergebnis überrascht uns positiv. Selbst in absoluter Finsternis ist die Umgebung im hell erleuchteten Display klar zu erkennen. Zwar müssen wir die Bildschärfe per Hand nachregulieren, aber die Qualität ist deutlich besser als erhofft. Schade nur, dass man die Bildschirmhelligkeit bei unserem Modell nicht herunterregulieren kann, um die Augen zu entlasten. So ist der Blick in den hellen Screen nach einiger Zeit äußerst unangenehm. Mit dem Auge ist vom Infrarot-Leuchtstrahl übrigens nichts zu sehen.

Ohne Stativ verwackeln die Aufnahmen und werden entsprechend unscharf. Hier mit aktivem Grünfilter.

Da die Kellerräume nur begrenzt Platz bieten, können wir hier aber keine vernünftigen Reichenweitentests machen und so heißt es warten. Bei unserem nächtlichen Test im Freien schneidet das Gerät dann ebenfalls überraschend gut ab, auch wenn wir die Reichweite von 300 m nicht ganz bestätigen können. Der Waldrand in 200 bis 250 Metern Entfernung ist zwar noch ausgeleuchtet und schemenhaft zu erkennen, feine Details gehen wegen des fehlenden Kontrasts aber unter. Bei näheren Objekten bis etwa 150 Meter ist die Bildqualität deutlich besser. Im Zweifel sollte man hier die Farbfilter ausprobieren, diese können Kontrast und Darstellung verbessern.

Der entfernte Waldrand ist immerhin schemenhaft zu erkennen. Leider blendet der helle Monitor.

Zwar funktioniert die Nutzung der Nachtsichtgeräte prima aus der Hand, für die Aufnahme von Fotos und Videos empfehlen wir allerdings den Einsatz eines Stativs. Ohne Bildstabilisierung landen sonst ausnahmslos verwackelte Videos und unscharfe Fotos auf der Speicherkarte. Ein entsprechendes Gewinde ist auf der Unterseite unseres Nachtsichtgerätes vorhanden.

Zwar sind im Preisvergleich eine ganze Reihe an Modellen zu finden, die Auswahl an Nachtsichtgeräten bei Amazon und Ebay ist allerdings ungemein größer.

Fazit

Ferngläser mit Entfernungsmesser und digitale Nachtsichtgeräte sind das, was man sich als Kind immer gewünscht hat: ein großartiges Gadget im James-Bond-Style. Die Grundfunktion, das Messen von Entfernungen und das Erzeugen eines IR-Bildes bei Dunkelheit, beherrschen selbst günstige Modelle ab 60 Euro sehr ordentlich. Auch die Geschwindigkeitsmessungen haben funktioniert, allerdings klappt diese Funktion in der Praxis erst ab einer gewissen Objektgröße vernünftig, da das Anvisieren schwierig ist. Für Aufnahmen mit Nachtsichtgeräten sollte man immer ein Stativ verwenden. Bilder und Videos sind sonst verwackelt und unansehnlich. Um flexibler zu sein, empfehlen wir einen optischen Zoom.

In Sachen Bedienung sind Markengeräte von etwa Bresser den günstigeren China-Alternative überlegen – allerdings nur minimal. Neben einer ausführlicheren Anleitung ist hier etwa auch eine deutsche Menüführung zu finden. Ob nun Akkus oder Batterien besser sind, ist Geschmackssache. Schön wäre es aber, wenn man den Akku wechseln könnte, da die Geräte sonst letztlich ein Wegwerfprodukt sind.

Wer sich einen Range Finder als praktisches Gadget für die gelegentliche Messung von Entfernungen zulegt, der kann auch guten Gewissens zu einem günstigen Modell von etwa Banggood greifen. Wer das Gerät professionell für Sport oder gar Beruf nutzen will, sollte allerdings zu einem Markengerät greifen. Hier sind nicht nur Verarbeitung und Haptik besser, auch die Bedienung und die Zuverlässigkeit der Messwerte sind insgesamt höher. Gleiches gilt für Nachtsichtgeräte. Für Freizeit und Hobby sind die günstigen Modelle locker ausreichend. Für Jäger oder Sicherheitsbehörden braucht es allerdings mehr Einstellungsmöglichkeiten und ein flexibel einstellbares Sichtfeld, welches im Idealfall weitwinklig ist.

Dieser Ratgeber gehört zu unserer Themenwelt Outdoor. Hier haben wir uns kürzlich erst Hightech-Gadgets zum Wandern oder helle und trotzdem günstige Leuchten für Schulweg, Sport und Spaziergang angesehen.