Sönke hat in München Kommunikationswissenschaften studiert und begeistert sich seit den frühen 90ern für Computer- und Videospiele sowie jede Art von Gaming-Controllern. Sein Einstieg als Journalist gelang 1998 beim Fachmagazin Video Games, heute arbeitet er als freier Autor für eine Vielzahl…
Zur Xbox One gibt es zahlreiches Zubehör. Wir geben Tipps, welche Controller, Kopfhörer und andere Produkte sich wirklich lohnen.
Die Xbox One (Testbericht) macht sowohl als Spielkonsole, als auch als Multimediazentrale eine gute Figur. Doch gerade wer ernsthaft online spielt oder gar unter die Streamer und Let’s Player gehen möchte, der sucht bald nach zusätzlichem Zubehör. Wir stellen Controller, Headsets und andere clevere Erweiterungen vor, mit der man noch mehr aus der Microsoft-Konsole herausholen kann.
Wie der Name schon andeutet, richtet sich der Elite-Controller an Xbox-One-Spieler mit gehobenen Ansprüchen. Um denen gerecht zu werden, entwarf Microsoft ein Pad mit vielen spannenden Zusatzfunktionen und Individualisierungsoptionen. Den Anfang machen sechs austauschbare Analogstick-Aufsätze. Wer beispielsweise mehr Präzision beim Zielen in Ego-Shootern wünscht, tauscht die Sticks gegen eine leicht erhöhte Variante aus. Clever: Magnetisierte Stifte stellen sicher, dass die Aufsätze in die richtige Position rutschen und Halt finden.
Eine weitere durchdachte Ergänzung sind vier wechselbare Pedalschalter auf der Rückseite des Pads. Mit Hilfe der Xbox-Zubehör-App weist man ihnen beliebige andere Tasten zu. Spieler müssen häufig den Daumen dadurch nicht mehr vom rechten Analogstick entfernen, das spart potenziell spielentscheidende Millisekunden.
Gleiches gilt für die leichtgängigen Trigger-Feststelltasten an der Front des Pads. Sie halbieren die Abzugsweg der unteren RT- und LT-Schultertasten, beschleunigen also unter anderem das Abfeuern einer Waffe in einem Ego-Shooter. Klingt überzeugend? Fast, denn einige Kritikpunkte verbleiben, etwa das relativ hohe Gewicht von 349 Gramm, die fehlende farbliche Unterscheidung der Aktionstasten sowie die Tatsache, dass nur zwei AA-Batterien, aber kein Akku-Pack beiliegt. Einige Langzeitspieler berichten zudem, dass sich die Anti-Rutsch-Gummierung der Griffhörnchen nach etwa sechs bis zwölf Monate aufwellt. Unser Testgerät blieb von diesem Mangel bisher allerdings verschont.
| Pro | Contra |
|---|---|
| Vielseitig programmierbar, vier zusätzliche Pedaltasten | Mit 349 Gramm relativ schwer |
| Analogsticks und D-Pad austauschbar | Aktionstasten nicht farblich voneinander unterscheidbar |
| Praktische Trigger-Lock-Schalter, Windows-10-kompatibel | Statt eines Akku-Packs liegen nur AA-Batterien bei |
| Robuste Aufbewahrungstasche mit Sortierfach liegt bei | |
| Note | gut |
Eine interessante Alternative zum Elite-Controller kommt von Razer und trägt den Namen Wolverine („Vielfraß“). Nicht von ungefähr soll wohl Assoziationen zum schwer besiegbaren Marvel-Superheld wecken. Doch was heißt das jetzt im Praxisbetrieb? Nun, zum einen bringt das Gamepad mehr Flexibilität. Genau wie beim Xbox Elite Wireless Controller darf der Benutzer alle Tasten des Pads mit Hilfe der Xbox-One-App individuell belegen. Neben den klassischen Knöpfen sind sechs gut erreichbare Zusatztasten (vier unten, zwei hinten) verbaut. Und wie beim Microsoft-Pendant besteht außerdem die Möglichkeit, den Abzugsweg der Trigger-Tasten zu verkürzen sowie die Analogsticks auszutauschen.
Dass Razer die magnetischen Aufsätze nicht paarweise beilegt, sorgt für Kopfschütteln. Ebenfalls störend: Der Wolverine nimmt lediglich über das drei Meter lange USB-Kabel (inklusive Stolperschutz) Kontakt mit der Konsole auf – der Funkbetrieb ist nicht möglich. Das ist Razer zufolge so gewählt, um Eingabe-Verzögerungen komplett zu eliminieren. Profi-Gamer werden dem zustimmen, Kabelsalat-Gegner weniger. Gut gefallen die beiden leicht zugänglichen Audioregler an der rechten Unterseite. Das gut ausbalancierte Gewicht, die gummierten Griffhörnchen sowie die hippen Beleuchtungsmodi sind weitere Pluspunkte.
| Pro | Contra |
|---|---|
| Angenehm leicht, gute Ergonomie | Kein Funkbetrieb |
| Sechs Zusatztasten, komplett programmierbar | Analogstick-Aufsätze liegen einzeln bei |
| Drei Meter langes Kabel, inklusive Tragetasche | |
| Maßgeschneiderte Xbox-One-App, zwei D-Pad-Varianten | |
| Note | gut |
Das Headset hatten wir bereits beim PS4-Zubehör vorgestellt, es passt aber auch wunderbar zur Xbox One. Ja, es ist mit einem UVP von 249,99 Euro teuer. Für den Preis bekommt man aber 7.1 Lautsprecher mit einem erstklassigen Sound. Das Kopfband ist verstellbar, das Mikrofon lässt sich abnehmen. Brillenträger können das Headset problemlos tragen, die Ohrkissen stören nicht. Gut gefällt uns, dass die optischen Spielereien wie die austauschbaren Magnet-Dekoplatten gut aufeinander abgestimmt sind.
Ein Highlight ist der mitgelieferte Audio-Controller Elite Superamp. Per Bluetooth verbindet sich dieser mit einer App auf dem Smartphone und erlaubt eine ganze Reihe von Einstellungsmöglichkeiten. Dazu gehören Dinge wie ein „Superhuman Hearing“, mit dem man Gegner besser orten können solle. Gerade in Shootern wie Battlefield oder PUBG kann das für zusätzliche Abschüsse sorgen.
| Pro: | Contra: |
|---|---|
| Erstklassiger Surround-Sound, gute Mikrofon-Qualität | schwer |
| Viele Funktionen komfortabel per App steuerbar | Mute-Taste am Kabel ist nicht optimal platziert |
| Sitzt wie angegossen, auch bei Brillenträgern | |
| Schickes Design, praktisches Amp-Modul | |
| Note | sehr gut |
Die Tournament Edition ist eine Neuauflage des seit Herbst 2016 erhältlichen Kraken V2 und ein richtig gutes Allround-Gaming-Headset von Razer. Es sitzt dank seiner weichen, zwei Zentimeter dicke Leder-Plüschpolster selbst bei längeren Spielesitzungen bequem auf den Ohren. Die 50-mm-Treiber sorgen für einen guten Sound mit satten Bässen und ausgewogenen Höhen.
Das integrierte Mikrofon filtert Umgebungsgeräusche effektiv heraus, im Spiel sind wir für unsere Gegner und Team-Mitglieder gut zu verstehen. Wird es nicht gebraucht, lässt sich das Mikro im dem dafür vorgesehen Schacht schieben. Die Tournament Edition bringt ein USB-Zwischenstück für den Anschluss an einen PC mit „THX Spatial Audio“-Zertifizierung und sorgt so für grandiosen Surround-Sound. Schade nur, dass immer noch keine Tragetasche beiliegt und die Kühlgel-Schicht der Ohrpolster im Test kaum Wirkung zeigte.
| Pro: | Contra: |
|---|---|
| Hoher Tragekomfort, flexibles und robustes Kopfband | Tasche nicht mitgeliefert |
| Überzeugendes, ein- und ausziehbares Mikrofon | Kühlgel-gefülltes Ohrpolster brachte im Test keinen Nutzen |
| Am PC sogar „THX Spatial Audio“-fähig | PC-Treiber erfordert Registrierung bei Razer |
| In Kabel und USB-Adapter integrierte Lautstärke-Regler | |
| Note | gut |
Rennspiele wie Dirt Rally, F1 2018, Forza Motorsport 7 oder Project Cars 2 lassen sich zwar mit dem Gamepad steuern, für den wirklichen Fahrspaß braucht es aber ein ordentliches Force-Feedback-Lenkrad samt dazu passender Pedal-Einheit. Genau hier kommt das G920 Driving Force von Logitech ins Spiel. Der Aufbau ist recht einfach, sieht man von den zahlreichen zu verlegenden Kabel ab. Das Lenkrad selbst wird mit zwei Schraubzwingen an einer Tischplatte fixiert. Für Stabilität am Boden sorgt derweil die 3,1 kg schwere Pedal-Einheit sowie eine „Teppichkralle“.
Einmal eingerichtet, geht es ohne Umwege ans Eingemachte. Das G920 begeistert mit wuchtigen Force-Feedback-Effekten, hoher Griffigkeit, leichtgängigen Schaltwippen und gut erreichbaren Menü-Tasten. Leider fehlt die Sechs-Gang-Schaltung, die separate erworben werden muss. Gegenüber der PS-4-Variante gibt es zudem keine LED-Anzeige.
| Pro: | Contra: |
|---|---|
| Wuchtige Force-Feedback-Effekte | Sechs-Gang-Schalthebel kostet extra |
| Griffiges Lenkrad mit einem 900-Grad-Lenkbereich | Bremse könnte etwas leichtgängiger sein |
| Wertige Verarbeitung, gut zu befestigen | Im Gegensatz zur PS4-Fassung ohne LED-Anzeige |
| Note | gut |
Bildschirmtastaturen sind ein notwendiges Übel, die Eingabe per Gamepad ist oft zeitraubend. Chat-Freunden und Vielschreibern hilft Microsoft hier mit dem Chatpad. Das wird unterhalb des Original-Controllers andockt und funktioniert dort wie eine Mini-Tastatur. Optimiert ist das Chatpad dabei für die Bedienung mit beiden Daumen. Der Spieler muss den Controller also – anderes als etwa bei der Texteingabe mittels USB-Tastatur – zu keiner Zeit aus der Hand legen.
Die Eingabe wichtiger Sonderzeichen erfolgt mit Hilfe einer grünen und einer orangenen Umschalttaste unten links auf dem Chatpad. Darüber hinaus sind sämtliche Tasten leicht nach oben gewölbt und von hinten beleuchtet, was die Bedienung im Dunkeln spürbar vereinfacht. Zwei programmierbare Sondertasten, ein beiliegendes Headset sowie die Möglichkeit, Chat- und Game-Lautstärke direkt am Chatpad regulieren zu können, runden das Gesamtpaket ab.
| Pro: | Contra: |
|---|---|
| Beschleunigt Chats und Texteingaben ungemein | Manchmal etwas schwierig zu entfernen |
| Leicht zugängliche Tasten mit gutem Druckpunkt | |
| Zwei programmierbare Tasten | |
| Headset liegt bei, Windows-10-kompatibel | |
| Note | sehr gut |
Die Xbox One bringt eine integrierte Funktion für Screenshots und zur Aufnahme von Videos mit. Damit lassen sich gut Schnappschüsse erstellen, wer sich als Let’s Player versuchen möchte, hat mit dieser Lösung jedoch auf Dauer nur bedingt Freude. Die Zeitbegrenzung, die Aktivierung im Spiel und der Export per Onedrive nerven schnell.
Hier hilft eine extern zwischengeschaltete Capture-Karte wie die Game Capture 60 HD S von Elgato. Das Gerät wiegt gerade einmal 18,1 Gramm, hat in etwa die Maße einer kleinen Geldbörse, ist im Handumdrehen mit der Konsole verbunden und zeichnet Gameplay in 1080p bei 60 Bildern pro Sekunde auf – oder streamt es direkt zu Youtube, Twitch, Facebook und Co. Ein großer Vorteil ist, dass die Aufnahme und Verarbeitung extern erfolgt, also keine Ressourcen der Konsole verbraucht.
Die Aufnahmen und Übertragungen lassen sich einfach starten und stoppen, die Konfiguration erfolgt über eine übersichtlich gehaltene Software. Diese erlaubt es auch, Overlay-Informationen in den Game-Stream einzubauen. Das können Grafiken oder die Einblendung einer Webcam sein. Im Gegensatz zu vielen anderen Geräten dieser Art kann man mit der 60 HD S sogar nahezu latenzfrei am Bildschirm des gerade angeschlossenen PCs oder Macs spielen. Das Gerät selbst verarbeitet nur HDMI-Daten.
| Pro: | Contra: |
|---|---|
| Kompakter Formfaktor | Fast so teuer wie drei Spiele-Vollversionen |
| Schnell eingerichtet, effiziente Videokompression | |
| Spielen innerhalb der Software kein Problem | |
| Live-Streaming wird zum Kinderspiel | |
| Note | sehr gut |
Die meisten aktuellen Spiele-Blockbuster sind echte Speicherfresser. Microsofts Science-Fiction-Shooter Gears of War 4 etwa belegt nach erfolgreicher Installation 114,7 GByte auf der Festplatte der Xbox One X. Forza Motorsport 7 schlägt mit 98,1 GByte zu Buche, auch Star Wars Battlefront 2 ist mit 68,4 GByte nicht gerade genügsam. Wer mehrere Spiele installiert, führt die interne Platte schnell an ihre Grenzen.
Hilfe kommt in Form von externen Festplatten. Optisch besonders passend ist das im Xbox-One-Design gehaltene Game Drive von Seagate. Die externe Festplatte ist USB-3.0-zertifiziert, kompatibel mit allen Xbox-One-Modellen, in zwei verschiedenen Größen erhältlich (zwei oder vier TByte), minimal schneller als die interne Festplatte der Xbox One sowie problemlos eingerichtet. Dazu einfach das mitgelieferte USB-3.0-Kabel in den USB-Anschluss der Konsole stöpseln, kurz einige leichte Installationsschritte durchführen und schon kann es losgehen. Tipp für Sparfüchse: Das baugleiche Modell mit der Bezeichnung STEA2000400 (zwei TByte) respektive STEA4000400 (vier TByte) kaufen. Das verzichtet zwar auf den schicken Xbox-One-Look, kostet dafür aber auch im Schnitt acht bis 15 Euro weniger.
| Pro | Contra: |
|---|---|
| Guter Formfaktor, schicke Optik | Anfälliger für Sturzschäden als eine interne Festplatte |
| Gehöriger Kapazitäts-Boost | |
| Simple Installation | |
| Note | gut |
Wer das Hobby Gaming ernst nimmt, der kann mit zusätzlichen Produkten noch etwas mehr herausholen. Gerade mit den alternativen Eingabegeräten wie dem Xbox Elite Wireless Controller oder dem Razer Wolverine Ultimate verschaffen sich ehrgeizige Xbox-One-Spieler in Online-Gefechten einen womöglich entscheidenden Vorteil. Aber auch angehende Let’s Player, Rennspieler und Vielzocker gestalten ihr Gaming-Erlebnis mit dem richtigen Zubehör intensiver und komfortabler.
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