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Hirntraining im Lockdown: Smarte Zauberwürfel für Einsteiger ab 15 Euro

Smarte Zauberwürfel erleichtern das Erlernen des Würfels

Den Zauberwürfel zu meistern ist einfacher, als man zunächst denkt. Bereits ab 15 Euro führen smarte Zauberwürfel App-gesteuert Schritt für Schritt zur Lösung. Wir haben sie getestet.

Der verdrehte Zauberwürfel hat über 43 Trillionen Varianten. Als Erno Rubik ihn 1974 erfand, benötigte über einen Monat, bevor er ihn das erste Mal löste. Tatsächlich scheint es ohne Anleitung für viele schier unmöglich, alle Farben an die richtige Stelle zu schieben. Dabei benötigen Profis für eine Lösung maximal 20 Züge. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 3,47 Sekunden. Ein Roboter löste ihn gar in 0,38 Sekunden.

Man muss kein Genie sein, den Zauberwürfel, auch Rubik’s Cube genannt, ohne fremde Hilfe in unter zwei Minuten zu lösen. Nach dem Verinnerlichen einiger Standardzüge, „Cuber“ nennen sie Algorithmen, ist es gar recht simpel. Schicht für Schicht nähert sich der angehende Cuber der Lösung an. Zunächst will das weiße Kreuz gefunden werden, dann setzt man die Kantensteine ein, kümmert sich um die mittlere Ebene, um schließlich die obere Ebene in etwa drei Schritten zu finalisieren. Dafür gibt es im Web unzählige Anleitungen und Videos. Wir finden etwa das Game One Cube-Tutorial mit Ian hilfreich.

„Das muss noch einfacher gehen!“, dachten wir uns und besorgten uns drei smarte 3x3-Zauberwürfel zwischen 15 und 80 Euro. Diese verbinden sich via Bluetooth mit Smartphone oder Tablet und zeigen unter anderen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Lösen des Würfels. Tatsächlich benötigten wir im Selbstversuch ein Wochenende, um die Grundmechanik des Cubens zu lernen und den Würfel immer in unter zwei Minuten zu Lösen. Nicht ganz ohne Stolz zählen wir uns nun zu den etwa sechs Prozent der Menschheit, die dazu in der Lage ist.

Hier stellen wir die drei Würfel Xiaomi Magic Cube, Giiker i3s und GoCube Edge vor. Wer dem Nachwuchs smart neue Inhalte nahebringen will, dem empfehlen wir unseren Ratgeber: Lernspielzeug für Kinder und Jugendliche.

Xiaomi Smart Magic Cube

Der Xiaomi Smart Magic Cube ist offiziell nicht in Deutschland erhältlich, kann aber ab 15 Euro plus Versand bei Aliexpress (Kauflink) oder bestellt werden. Banggood (Kauflink) verlangt mit Gutscheincode BGMagic211 24 Euro. Bezüglich seiner Verarbeitung macht er einen hervorragenden Eindruck. Er liegt sehr gut in der Hand und bietet ein guten Corner-Cutting. Das bedeutet, dass er sich auch drehen lässt, wenn eine querstehende Ebene nicht perfekt aufliegt. Das passiert jedoch ohnehin recht selten, da er wie alle von uns getesteten smarten Würfel mit 48 Magneten kommt, die ihn zuverlässig in die gewünschte Position schieben. Nicht ohne Grund haben sich Würfel mit Magneten bei den meisten Profi-Cubern durchgesetzt. Bemängeln könnten einige das hochfrequente Klackgeräusch beim Drehen des Würfels.

Etwas weniger gut gefallen uns die pastelligen Farben. Gerade Rot, Orange und Gelb unterscheiden sich nicht stark genug, Neon-Farben wären für eine bessere Unterscheidbarkeit auch in schummrigen Lichtverhältnissen die bessere Wahl gewesen. Entsprechende Aufkleber kann man auf Wunsch etwa bei Aliexpress (Kauflink) für wenige Cent gleich dazu bestellen. Eventuell müssen sie noch etwas zugeschnitten werden.

Die Anleitung des Xiaomi Smart Magic Cube ist komplett auf Chinesisch. Deutsch oder Englisch? Fehlanzeige. Die korrespondierende Android-App ist nicht über den Playstore erhältlich. Hier muss der Käufer zunächst einen Account in der Xiaomi-Home-App erstellen und die Region auf China stellen. Dann erscheint unter „Neues Gerät hinzufügen“ der Magic Cube. Anschließend kann man die Region wieder zurücksetzen. Für iOS-Nutzer wird es noch komplizierter, sie müssen die Region des Apple Stores auf China stellen, dann soll die App verfügbar sein. Hier gehts zur Lösung, ausprobiert haben wir das nicht. Die App selbst erwartet die Eingabe des Xiaomi-Accounts. Neben Chinesisch gibt es auch eine englische Übersetzung.

Der Xiaomi Smart Magic Cube ist trotz seines günstigen Preises sehr gut verarbeitet.

In der App gibt es zum einen den Löser, der jeder wilde Verdrehung in etwa 20 Zügen löst. Außerdem einen Timer. Für diesen muss man den Würfel zunächst „scrambeln“, also verdrehen. Wer das richtig machen will, sollte 20-mal zufälligen Seite einfach oder doppelt drehen. Danach startet der Timer mit dem Drehen des Würfels und stoppt mit der Lösung.

Wer seine Zeiten verbessern will, kann sich anschließend weitere Details der Lösung anschauen. Dort steht nicht nur die Anzahl der Züge und die durchschnittlichen Drehungen pro Sekunde. Hier findet der Cuber außerdem Zeiten, Drehungen pro Sekunde und Anzahl der Züge für jeden einzelnen Schritt. Das ist besonders praktisch, wenn man einzelne Elemente der Lösung verbessern will, um schnellere Zeiten zu erreichen.

Für Anfänger gibt es eine Tutorial-Option, die in acht Schritten zur Lösung des Würfels führt. Dabei gibt es jeweils einen nett animierten Theorieteil, der mit einer praktischen Übung bestätigt werden will. Die hier vermittelte Methode ist vergleichsweise langsam, dafür in sich logisch. Wer sie verinnerlicht, schafft es, jede Verdrehung immer in unter zwei Minuten zu lösen. Das Tutorial ist eine einfache und interaktive Methode, das Lösen des Rubik’s Cube zu lernen. Die App bietet jedoch keine Möglichkeit, seine Cubing-Skills mit anderen Spielern zu messen.

Energie holt sich der Xiaomi Smart Magic Cube aus einer Knopfzelle in seinem Inneren. Um sie zu wechseln, muss man zunächst ein Kantenstück etwa mit einem Löffel aufhebeln.

Zwischenfazit

Grundsätzlich gefällt uns der Xiaomi Smart Magic Cube sehr gut. Gerade für seinen günstigen Preis bietet er eine außergewöhnlich hohe Verarbeitungsqualität. Selbst bei 15-Euro-Würfeln ohne Bluetooth sind Magnete keine Selbstverständlichkeit. Auch das Tutorial für das Erlernen des Würfels ist hilfreich, insofern man der englischen Sprache mächtig ist. Allerdings wird die App-Installation viele vor Probleme stellen.

Giiker i3s

Der Giiker i3s ähnelt dem Xiaomi Smart Magic Cube. Das ist wenig verwunderlich, gehört Giiker doch in Teilen zu Xiaomi. Er kostet bei Banggood (Kauflink) 45 Euro und bei Aliexpress (Kauflink) gut 24 Euro plus Versand. Wer will, kann ihn auch bei deutschen Händlern wie Amazon für knapp 40 Euro bestellen. In der Version i3se kommt er zusätzlich mit einem Würfelhalter, in dem auch das Smartphone hochkant steht. Nett: Der Würfelhalter mit Würfel und Ladeadapter gleicht einem sitzenden Männchen mit Würfelkopf und Kopfhörern.

Der Giiker i3s kommt mit Magneten und bietet gutes Corner Cutting. Insgesamt fühlt er sich traumhaft an, klackert beim Drehen jedoch etwas laut. Seine auffälligen Neonfarben sind gut gewählt und auf einen Blick zu unterscheiden.

Der Ladeadapter des Giiker i3s gleicht einem Kopfhörer.

Die App aus dem Google Playstore und Apple App Store verlangt für den Online-Modus eine Registrierung mit Mail-Adresse und Passwort. Wir testen einen Giiker i3s direkt aus China, dennoch funktioniert die App (wenn auch weder perfekt noch komplett übersetzt) auf Deutsch. Das hilft vor allem beim Tutorial, welches, wie der Rest der App, stark dem Tutorial des Xiaomi Smart Magic Cubes ähnelt. Allerdings gibt es hier neben dem Löser noch einige weitere Optionen, die der Xiaomi-App fehlen. Dazu gehören zum einen Spiele, die wir jedoch als wenig gelungen empfinden. Vor allem aber bietet der Giiker i3s einen Online-Modus, in dem man sich mit anderen Cubern aus aller Welt messen kann. Dabei wählt die App anhand der eigenen Bestzeit Kontrahenten, die sich auf einem ähnlichen Niveau befinden. So ist der Versus-Modus selten frustrierend. Allerdings scheinen die Server nicht immer mitzuspielen. Etwa jedes zehnte Mal wirft uns das Spiel raus und zählt das Spiel als verloren. Das nervt. Damit man den exakt gleich verdrehten Würfel löst, fordert die App den Spieler vor jedem Match auf, 20 vorgegebene Verdrehungen nachzumachen.

Zwischenfazit

Der Giiker i3s ist ein Zauberwürfel mit sehr guten mechanischen Eigenschaften. Seine App ist problemlos installierbar, das Verbinden mit dem Würfel funktioniert auf Anhieb und die Smart-Features sind sinnvoll. Nicht nur Anfänger werden das Tutorial zu schätzen wissen, auch fortgeschrittene Spieler und Profis kommen dank des Versus-Modus auf ihre Kosten. Alleine schon wegen letztem empfehlen wir allen interessierten, 10 Euro mehr in die Hand zu nehmen und statt des Xiaomi Smart Magic Cube eher zum Giiker i3s zu greifen.

GoCube Edge

Der GoCube Edge ist die Luxusvariante unter den smarten Rubik’s Cubes. Dabei geht er bezüglich seines Designs einen eigenen Weg. Denn auch wenn er etwa genauso groß ist wie normale Zauberwürfel, wirkt er wegen seiner abgerundeten Kanten und Ecken kleiner und liegt anders in der Hand. Wer eher kleine Hände hat, wird das zu schätzen wissen. Auf der anderen Seite könnten Spieler mit großen Händen die griffigeren Kanten anderer Würfel vermissen. Auch fühlt er sich insgesamt etwas zu glatt an, weswegen er uns während des Würfels gerade mit trockenen Händen ab und an aus der Hand rutscht. Die runden Kanten haben den Vorteil, dass der Spieler die seitlichen Farben besser und schneller erkennt, was zu schnelleren Geschwindigkeiten führen kann.

Hier sieht man die sehr guten Magnete des GoCube Edge.

Die mechanischen Eigenschaften des GoCube Edge sind hervorragend. Seine Magnete scheinen einen Hauch besser zu greifen als die Magnete des Xiaomi Smart Magic Cube und des Giiker i3s. Auch das Corner Cutting funktioniert hier etwas großzügiger. Einstellbar ist beides jedoch nicht.

Was den GoCube aber wirklich außergewöhnlich macht, ist sein App. Sie ist bunt, liebevoll und voller Funktionen. Zum einen sticht das sehr gute Tutorial zum Erlernen des Würfels positiv hervor. Vor jedem Schritt läuft ein kurzes und sehr informatives Video. Dieses ist auf Englisch mit deutschem Untertitel. Hilfreich ist auch, dass der GoCube im Gegensatz zu den anderen Würfeln seine Position im Raum erkennt. Diese kommt zwar häufig durcheinander, kann aber mit einem Klick wieder kalibriert werden.

Der Menüpunkt „Solo“ nimmt die Zeit beim Lösen des Würfels. Zuvor muss er der Vorgabe entsprechend verdreht werden. Hier gibt es aber nicht wie bei Xiaomi- und beim Giiker-Würfel eine grafische Anzeige, sondern lediglich eine Notation in Form von Buchstaben. L steht für Links, R für Rechts, und so weiter. Mit ein wenig Übung geht das zwar auch flott von der Hand. Dennoch bevorzugen wir die optische Variante. Nach dem Lösen zeigt die GoCube-App eine sehr ausführliche Auswertung. Jeder Schritt kann detailliert betrachtet und ausgewertet werden. Besonders aufschlussreich sind die Statistiken. Hier zeigt die App in einem Diagramm, wie sich Zeiten, Umdrehungsanzahl, Umdrehungen pro Sekunden und der Leerlauf seit dem Lösen des ersten Würfels verbessert haben. Gerade für Anfänger ist es sehr motivierend zu sehen, wie sich alle Zahlen mit der Zeit deutlich verbessern.

Daneben bietet die App eine Reihe an Spielen, die etwa verlangen, ein bestimmtes Muster zu erzeugen oder den Würfel zum Takt einer Melodie zu drehen. Zusätzlich kann der Cuber gegen andere zum Speed Cubing antreten. Dabei ist es auch möglich, einen Freund zu wählen.

Zwischenfazit

Insgesamt ist der GoCube Edge ein sehr guter smarter Zauberwürfel, der vor allem mit einer durchdachten App mit vielen Funktionen und Statistiken glänzt. Allerdings hat er zwei Haken. Zum einen könnte er für große Hände zu rund und zu glatt sein. Zum anderen ist er mit über 70 Euro sehr teuer.

Alternativen

Der klassische Zauberwürfel hat auf jeder Seite 3x3 Flächen. aber es geht auch anders. So gibt es etwa einen Rubic's Cube mit 3x1 Seiten. Er wirkt ulkig, wie ein abgeschnittener 3x3-Würfel. Seine Lösung ist simpel. Jeder sollte alleine durch wildes hin- und herdrehen irgendwann auf die richtige Lösung stolpern. Auch wenn die Herausforderung gering ist, kann der 3x1-Zauberwürfel helfen, Ängste vor dem bunten Drehstein abzubauen.

Eine Stufe komplizierter, dennoch deutlich einfacher als der klassische Zauberwürfel, ist ein Würfel mit 2x2 Steinen. Für seine Lösung muss man sich auch ein paar Algorithmen merken. Allerdings reichen hier etwa drei. Den 2x2-Würfel gibt es auch mit App-Anbindung für gut 25 Euro plus Versand bei Aliexpress (Kauflink).

Einen völlig anderen Weg geht der Rubik's Orbit. Er ist eine futuristisch anmutende Variation des klassischen Zauberwürfels, in dem verschiedene Ringe gedreht und farblich zueinander positioniert werden müssen. Der Schwierigkeitsgrad ist moderat Hat man Würfelerfahrung erschließt sich einem irgendwann die Logik.

Der Rubiks Twist hat außer seinen Farben im Grunde nicht viel mit dem Zauberwürfel gemein. Er besteht aus vielen einzelnen Elementen, die mit kleinen Drehscharnieren miteinander verbunden sind. Zusammengefaltet sollen sie eine Kugel ergeben. Auseinandergeklappt ergibt sich ein Stab. Auch hier ist der Schwierigkeitsgrad moderat.

Wem das alles zu simpel ist, der sollte sich mit dem 4x4 Zauberwürfel beschäftigen. Bei ihm gibt es keine fix zueinander stehende Seitenflächen, alle Farben können verdreht werden. Ihn zu lösen stellt auch Profis vor Herausforderungen.

Fazit

Den Zauberwürfel immer ohne Hilfe lösen zu können, ist dank vieler logischer Schritte einfacher, als man denkt. Im Grunde benötigt man dafür nicht mehr als ein Wochenende. Um jedoch schnell zu werden, braucht es viel Übung. Smarte Würfel erleichtern sowohl das Erlernen der Lösungsschritte als auch dank vieler Statistiken das Verbessern der Zeiten. Wer sich dafür interessiert, dem empfehlen wir den Giiker i3s. Diesen gibt es zum Beispiel bei Aliexpress (Kauflink) bereits für 24 Euro plus Versand. Dabei ist der Giiker nicht nur smart, er verfügt auch noch über gute mechanische Eigenschaften.

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