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Komfortabel kühlen ohne Strom: Wasserzerstäuber für Terrasse & Garten im Test

Ratgeber: Terrasse und Balkon günstig per Sprühnebler kühlen

Wie lassen sich Balkone und Terrassen im Sommer effektiv kühlen? Wir stellen günstige Sprühnebler-Systeme vor, die mit feinem Wassernebel für Abkühlung sorgen oder Pflanzen mit geringem Wasserbedarf wässern.

Der aktuelle Sommer ist zwar unbeständig, wenn sich die Sonne blicken läßt, übersteigen die Temperaturen aber schnell die 30-Grad-Marke. Besitzer von Terrassen, Balkonen oder auch sonnigen Gärten suchen nach Lösungen, wie man den Aufenthalt im Freien angenehmer gestalten kann. Das funktioniert etwa mit Ventilatoren, die allerdings Strom verbrauchen.

Eine weitere Möglichkeit sind Sprühnebler, die feine Wassertropfen verteilen und so für Abkühlung sorgen. Bei uns weitgehend unbekannt, sind diese Systeme in südlichen Ländern schon seit Jahren im Einsatz. Neben Angeboten für Gastronomie oder Unternehmen gibt es inzwischen auch zahlreiche günstige Systeme für Privatnutzer. Wir haben Wassernebler von Gardena und günstige Alternativen ausprobiert und zeigen, wo die Regenmacher sinnvoll sind.

Wie kühlen Sprühnebler Balkon oder Terrasse?

Das Konzept der Wasserzerstäuber ist einfach: Wasser wird mit hohem Druck durch Düsen gepresst, dabei entsteht ein sehr feiner Wassernebel. Idealerweise sollten die Tropfen so fein sein, dass sie gar nicht erst den Boden erreichen, sondern bereits vorher von der Sonne in Dampf umgewandelt werden. Durch diese Umwandlung wird der Umgebung Energie in Form von Wärme entzogen.

Die kalte Luft „fällt“ nach unten und tauscht sich mit der wärmeren Luft am Boden aus, sodass die Temperaturen im Bodenbereich sinken. Dabei sind keine massiven Schwankungen zu erwarten; ein paar Grad sind aber durchaus drin. Dazu kommt der kühlende Effekt von feinem Nebel oder Wasserfilm auf der Haut.

Der Sprühnebler soll Wasser so fein verteilen, dass es schnell verdunstet und der Umgebung Energie in Form von Wärme entzieht.

Die Feinheit der Wassertropfen hängt neben den Düsen vom Wasserdruck ab. Je höher der Druck, desto feiner lässt sich das Wasser verteilen. Im normalen Haushalt liegt der Druck im einstelligen Bereich, in München etwa schwankt er zwischen 3 bar und 7 bar, wobei es eher Richtung 3 bar geht. Kommerzielle Systeme, etwa für die Gastronomie oder Indoor-Befeuchtung, nutzen separate Pumpen, um den Druck auf 40 bar oder mehr zu erhöhen.

Neben dem Druck ist die Umgebungstemperatur wichtig. Je heißer es ist, desto besser verdampft der Nebel und desto besser fühlt es sich an. Im Praxistest schnitten die Systeme deutlich besser ab, sobald die Temperaturen über 30 Grad kletterten.



Die Sprünebler eignen sich gut fürs Bewässern der Pflanzen.

Wie viel Wasser benötigen die Sprühnebler?

Dank der schmalen Düsen liegt der Verbrauch der Systeme deutlich unter dem, was etwa ein Rasensprenger raushaut. Gardena gibt bei seinem Sprühnebler einen Durchfluss von 13 Liter pro Stunde an. Unsere anderen ausprobierten Kits dürften sich in einer ähnlichen Kategorie befinden.

Zum Vergleich: Ein klassischer Rasensprenger genehmigt sich zwischen 600 und 800 Liter pro Stunde, abhängig vom Wasserdruck. Das macht die Sprühnebler nicht nur zu einer guten Alternative für die Kühlung der Terrasse, sondern lohnt sich auch bei der punktuellen Bewässerung von Gartenpflanzen – wobei es hier alternativ auch Bewässerungsschläuche mit Löchern oder dedizierte Micro-Drip-Systeme gibt. Mehr dazu zeigen wir im Ratgeber "Automatische Bewässerung für Wohnzimmer, Balkon & Terrasse".

Das Regelventil für den Gartenschlauch ermöglicht einen individuellen Wasserdruck.

Wer sich einen weniger dichten Wassernebel wünscht, kann einfach den Wasserdruck reduzieren und so zusätzlich Wasser sparen. So ein Schlauchanschluss mit integriertem Regler gibt es ab etwa 10 Euro bei etwa Amazon. Das Gardena-Regulierventil zum Zwischenstecken kostet rund 14 Euro.

Günstige Sprühnebel-Kits von Ebay und Amazon im Test

Der erste Nebler im Test ist ein knapp 16 Euro teures Angebot von Ebay. Dort gibt es diese Systeme unter den verschiedensten Namen zwischen 15 Euro und 39 Euro. Der Aufbau ist aber allen ungefähr gleich: Mehrere Nebeldüsen sind an einem Standard-PU-Schlauch angeschlossen, an dessen Ende sitzt ein Schraubanschluss für den Wasserhahn. Die genutzten 6 × 4 mm PU-Schläuche sind günstig zu bekommen, damit kann man die Reichweite einfach verlängern.

Die günstigen Nebler in Aktion.

Der Aufbau ist sehr einfach: Mit den mitgelieferten Kabelbindern werden die Düsen an Balken oder eine Leine gehängt, anschließend wird der Anschluss am Wasserhahn festgezogen. Wasser aufdrehen und die Nebler legen los. In der Praxis gibt es ein paar Probleme: Die Dichtung am Wasserhahn war bei unserem Testkit unterirdisch schlecht, dort spritze mehr Wasser heraus als aus den Düsen. Mit zwei oder drei zusätzlichen Dichtungsringen kann man das einfach beheben.

Problem Nummer 2 ist die Ausrichtung der Düsen. Idealerweise sollten sie in 2 m bis 2,5 m Höhe nach oben spritzen, um eine möglichst hohe Verdunstung zu gewährleisten. Da man sie aber nach dem Festzurren mit den Kabelbindern nicht mehr ausrichten kann, muss man hier von Beginn an sauber arbeiten. Wer keine geeigneten Stellen zum Festzurren hat, muss hier sehr sorgfältig arbeiten. Klebehalterungen lösen sich sonst etwa bei hohen Temperaturen oder Feuchtigkeit.

Das dritte und größte Problem sind die billigen Düsen selbst: Nach wenigen Tagen Betrieb waren die ersten davon verstopft. Auch wenn der Austausch einfach ist, wegen der Kabelbinder hat man mehr Aufwand.

Zudem empfehlen wir in jedem Fall einen regulierbaren 2- oder 4-Wege-Verteiler für den Wasseranschluss. Die Nebler müssen so eng angezogen werden, dass ein schneller Wechsel zwischen Gartenschlauch und Wasserhahn nicht möglich und schon gar nicht komfortabel ist.

Gut zu sehen: Die Düse ist bereits leicht verstopft, es bilden sich große Tropfen.

Testfazit: Die Nebler sind eine schnelle und günstige Lösung, wenn man ein wenig basteln möchte. Kabelbinder sind als Aufhängesystem so lange komfortabel, bis man die Düse austauschen muss.

Der Wassernebel ist aber nicht so fein, dass man darunter mit einem elektronischen Gerät arbeiten möchte, fühlt sich aber gerade bei heißem Wetter sehr gut an. Wer die Düsen in einigen Metern Abstand anbringt, bleibt bei Windstille trocken – die Temperatur im Inneren der Wassernebelwand sinkt trotzdem.

Ein hervorragender alternativer Einsatzort ist die direkte Berieselung von Balkon- oder Gemüsepflanzen in Töpfen oder dem Hochbeet. Das System lässt sich dank der Standardkomponenten einfach ausbauen.

Gardena Sprühnebler im Test

Versuchsobjekt Nummer 2 ist das city gardening Outdoor Sprühnebel Automatic Set von Gardena. Für fast 60 Euro bekommt man sieben Düsen, einen 10 m langen Schlauch, zehn Aufhängeschlaufen für Stoff oder Holz sowie eine manuelle Bewässerungssteuerung. Alternativ gibt es ein Set ohne Bewässerungssteuerung, das dann deutlich günstiger ist.

Wer bereits einen Gardena-tauglichen Anschluss hat, der steckt das Neblersystem einfach ein und kann loslegen. Alle anderen brauchen einen entsprechenden Hahnverbinder. Eine Düse ist vorinstalliert, die anderen kann man anschließen, indem man den Schlauch durchschneidet, auf die Düsen steckt und den Sicherungsring festzieht.

Das Gardena System in Aktion.

Neben der feinen Wasserverteilung haben uns zwei Dinge gut gefallen: Das Aufhängesystem für den Schlauch ist eine simple Schlaufe mit einer Klemme. Damit lässt sich der Wassernebler einfach an Schirmen oder oben an einem Trampolin anbringen. Zudem kann man die Position der Düsen nach dem Aufhängen ändern und perfekt ausrichten.

Die Düsen liefern einen sehr feinen Nebel, der aber wahrscheinlich aufgrund des Leitungsdrucks immer noch als Wasser am Boden ankommt. Teilweise bilden sich zudem größere Tropfen – auch das dürfte am zu geringem Leitungsdruck liegen.

Testfazit: Gardena liefert mit seinem Sprühnebelset eine einfach zu nutzende Komplettlösung, deren Aufhängesystem und Sprühnebler erfreulich durchdacht sind. Im Test verstopften die Düsen nicht, der Wassernebel ist aber auch nicht fein genug, um darunter mit einem Laptop zu arbeiten. Wer nicht lange basteln will und sowieso schon einen Gardena-kompatiblen Wasseranschluss hat, kann bedenkenlos zugreifen. Sehr gut gefallen hat uns im Test, dass sich das System einfach umbauen lässt.

Preis und Verfügbarkeit

Viele der Anbieter wechseln auf Ebay durch und sind nur selten dauerhaft in unserem Preisvergleich. Sollten die Angebote entsprechend verschwunden sein, muss man selbst auf Ebay suchen. Ein guter Startpunkt ist der Suchbegriff Sprühnebel. Im Test hatten wir dieses namenlose Produkt, ebenfalls vielversprechend sieht das System von UPP aus. Wer weitere Düsen braucht, der sucht am besten nach Nebeldüse.

Seit der letzten Version dieses Beitrags hat sich die Verfügbarkeit bei Amazon deutlich verbessert. Die Suche nach Wassernebler zeigt zahlreiche Ergebnisse, die unseren Testkits ähneln. Ab unter 20 Euro bekommt man komplette Kits, die man direkt an Standard-Wasseranschlüsse schraubt. Die Sets von Gardena sind deutlich teurer.

Schläuche, Kabelbinder und Ersatzdüsen sind in vielen Sets ebenfalls bereits enthalten, wir empfehlen aber den Kauf eines zusätzlichen 2- oder 4-Wege-Verteilers für den komfortablen Wechsel zwischen Vernebler und Gartenschlauch.

Wassernebel für automatische Pflanzenbewässerung nutzen

Dank des geringen Wasserverbrauchs eignen sich die Nebler wunderbar für eine gezielte Bewässerung von Balkon- oder Topfpflanzen. Dafür kann man die günstigen Sprühnebler verwenden, da die Tropfengröße aber egal ist. Dazu ist es einfach, die Wassernebler in Blumenkästen passend auszurichten und die Pflanzen gezielt zu bewässern.

Eine sinnvolle Ergänzung ist ein Bewässerungscomputer. Diese gibt es in Analog oder Smart. Letztere stellen wir in der Top 5: Die besten smarten Bewässerungssysteme im Vergleich genauer vor.

Einmal eingestellt, kümmern sich diese Computer um die Bewässerung. Für den Test haben wir die beim Gardena-Set mitgelieferte analoge Wasseruhr mit den Düsen aus dem Ebay-Set verbunden.

Die Idee: Das System sollte alle paar Stunden die Blumenkästen jeweils fünf Minuten bewässern, auch wenn man nicht da ist. Im Grunde hat das super funktioniert. Einmal programmiert springt das System zuverlässig an, öffnet die Ventile und lässt die Düsen das Wasser verteilen. Damit kann man etwa Pflanzentröge zuverlässig mit Wasser versorgen. Wer ein smartes System hat, der kann hier sogar noch einen Schritt weitergehen und die Beregnungszeiten abhängig von der Temperatur automatisch steuern. Mehr dazu in unserem Artikel Dumm vs. smart: Wer braucht welche Bewässerungsanlage?

Wir würden aber davon abraten, die Computer zur automatischen Kühlung zu verwenden. Wie oben erwähnt, sind die Tropen nicht so fein, dass sie komplett verdunsten, bevor sie den Boden berühren. Sprich, wer mit dem Laptop oder einem Buch unter dem Nebel sitzt, der bekommt mehr Feuchtigkeit ab, als ihm lieb ist. Hier empfehlen wir, die Wassernebler manuell einzuschalten und vorher den Bereich von Produkten freizuräumen, die kein Wasser vertragen.

Natürlich spricht nichts dagegen, einen smarten Bewässerungscomputer zu nutzen, den man per Smartphone-App oder Alexa-Zuruf aktiviert. Wie gut sich die Produkte schlagen, zeigen wir im Artikel Eve, Gardena & Co.: Vergleich smarter Bewässerungssysteme.

Fazit

Mit einem vergleichsweise geringem Geldeinsatz kann im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse ein vernünftiges Sprühnebler-System aufbauen. Das hält zwar nicht mit den Lösungen in der Gastronomie mit, sorgt aber für ein deutlich angenehmeres Klima und erfrischt allein schon durch den feinen Wassernebel. Egal, ob Gardena oder No-Name-Alternative, beide liefern für ihren Preis einen brauchbaren Nebel, abhängig vom Leitungsdruck.

Der akzeptable Wasserbrauch macht die Wassernebler nicht nur für die Kühlung der Sonnenbadenden interessant. Die Systeme sind so flexibel, dass man damit vergleichsweise einfach eine gezielte Bewässerung von Pflanzen in Töpfen oder Blumenkästen realisieren kann.

Gekoppelt mit einer (smarten) automatischen Bewässerung lassen sich die eigenen Blumen und Kräuter damit deutlich effektiver gießen, als wenn man einmal am Tag mit der Kanne darüber geht.