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Mini-Beamer-Vergleich: Was kann ein 50-Euro-Projektor?

Budget-Beamer-Vergleich: Was kann ein 50-Euro-Projektor?

Wie viel muss man ausgeben, um einen brauchbaren Projektor zu erhalten? Wir haben uns fünf kleine Beamer mit und ohne Akku zwischen 50 und 500 Euro angeschaut.

Mittlerweile sind zwar auch schon einge richtig große Fernseher bezahlbar. Wenn es jedoch rein um die Bildgröße geht, sind Projektoren ungeschlagen. Mit ihnen sind auch Bildgrößen jenseits der 100 Zoll kein Problem. Dabei kosten die günstigsten Beamer unter 50 Euro. Wer einen richtig guten 4k-Beamer will, kann dafür auch problemlos 5000 Euro ausgeben.

Wer schon mit wenigen Zentimetern Entfernung zur Wand/Leinwand ein richtig fettes Bild will, sollte sich die Kategorie der Kurzdistanz-Beamer anschauen. Der Vergleichstest: Vier Kurzdistanz-Beamer auf dem Prüfstand zeigt Geräte zwischen 700 und 1500 Euro. Die Beamer sind fantastisch, allerdings für viele schlicht zu teuer.

Eine Kategorie darunter befinden sich stationäre Projektoren mit Full-HD und einer konventionellen Linsenoptik. Für die braucht man für ein 100-Zoll-Bild einen Abstand von mehreren Metern zur Projektionsfläche. Einen kleinen Überblick geben wir hier: Vier Full-HD-Beamer im Vergleichstest . Sie kosten allesamt zwischen 450 und 550 Euro und machen einen guten Job.

Aber was ist mit den ganz günstigen Vertretern, die gleichzeitig noch eine hohe Mobilität versprechen? Wir haben die folgenden Modelle ausprobiert und zeigen, für wen welcher Projektor der Richtige ist.

  • 30 - 50 Euro: Mini-Beamer YG300
  • 75 - 100 Euro: Scenelight LB-8300
  • 110 - 130 Euro: Scenelight LB-9100
  • 350 - 370 Euro: Benq GV1 Mini Beamer
  • 400 - 500 Euro: Nebula Capsule Max

Mini-Beamer YG300

Billig, billiger, YG300. So könnte das Motto des U50-Euro-Mini-Beamers lauten. Auf den ersten Blick wirkt er mit seiner im goldenen Schnitt gehalten gelb/weißen Optik richtig schick. Der erste Eindruck hält genau so lange an, bis man den YG300 in die Hand nimmt. Denn der handgroße Projektor wiegt mit seinen 246 g weniger als ein Paket Butter aus dem Supermarkt. Viel Technik kann bei dem geringen Gewicht nicht drin sein.

Entsprechend bietet er eine magere Auflösung von 320 × 240 Pixel und projiziert im 4:3-Verhältnis das Bild auf die Wand. Er bietet einen HDMI-, einen 3,5-mm-AV-, einen USB-A-Port und einen Micro-SD-Kartensteckplatz. Außerdem können Nutzer Audio über 3,5-mm-Klinkenstecker abgreifen. Eine gute Idee, denn der Klang des YG300 ist schlechter als der Sound vieler Smartphones, zum Beispiel des Einsteiger-Phones Xiaomi Redmi Note 8T (Testbericht) für gerade einmal 150 Euro.

Sechs Knöpfe auf der Oberseite erlauben umfängliche Bedienung desn YG300 und sind eine Alternative zur ganz guten, beiliegenden Fernbedienung. An der Seite befindet sich ein manuelles Fokusrad, welches angenehm groß ausfällt. Allerdings braucht es mindestens einen Abstand von knapp einem Meter zur Projektionsfläche, bevor das Bild scharf wird.

Die Helligkeit des Beamers ist katastrophal gering. Nutzbar ist er nur in absoluter Dunkelheit. Unsere Messung ergab, dass er nur 5 Prozent der Helligkeit eines Benq GV1 oder Nebula Capsule Max bietet. Das heißt, dass die besseren Modelle hier im Vergleich die 20-fache Lichtleistung bieten. Damit befindet sich der YG300 in der Kategorie Spielzeug . Um damit unter der Decke, im Zelt oder an der Kinderzimmerdecke Trickfilme anzuschauen oder Retro-Games (Bestenlisten: Die besten Retro-Konsolen ) zu zocken, reichts gerade. Sehr viel mehr ist nicht drin. Übrigens akzeptiert der YG300 als Stromzufuhr nicht nur das mitgelieferte Netzteil, sondern über den Micro-USB-Port auch Akkupacks. Dann ist die maximale Helligkeit allerdings noch niedriger. Sogar so niedrig, dass man sein Auge auf die Linse setzen kann und im Beamer das spiegelverkehrte Bild sieht. Neben der geringen Helligkeit nervt auch die niedrige 240p-Auflösung, die selbst für Youtube-Filmchen meist zu wenig ist. Gefühlt besteht das Bild aus fingernagelgroßen Pixeln.

Dafür ist er billig. Regulär kostet er etwa 50 Euro, hat dann ab und an auch einen Akku, den es in unserer Ausführung nicht gibt. Wer etwas sucht, bekommt ihn auch für deutlich weniger Geld.

Scenelights LB-8300

Pearl hat unter der Eigenmarke Scenelights jede Menge Projektoren im Angebot. Der Scenelights LB-8300 kostet etwa 100 Euro und ist einer der günstigsten Beamer des Händlers. Er bietet eine Auflösung von 800 × 480 Pixel. Das ist nicht viel, allerdings reicht es durchaus, um sich das ein oder andere Bewegtbild anzuschauen. Schrift ist mit dieser geringen Auflösung jedoch verwaschen.

Bezüglich der Helligkeit haben wir immerhin eine dreifache Lichtausbeute im Vergleich zum YG300. Damit ist er in absoluter Dunkelheit gut nutzbar, auch ein Bild mit einer Diagonalen von zwei Metern ist dann drin. Allerdings ist die Mitte des Bildes deutlich heller als der Rand. Die 2-Watt-Stereo-Lautsprecher sind recht laut, aber bassarm.

Quizfrage: Welche Fernbedienung passt nicht zu den anderen?

An Schnittstellen bietet der Scenelights LB-8300 HDMI-Eingang, zweimal USB, AV-Eingang, Slot für Micro-SD-Karte, 3,5-mm-Klinkenstecker und IR-Empfänger. Der Lüfter surrt recht hochfrequent vor sich hin, hält sich aber bezüglich seines Nervfaktors vornehm zurück. Eine Eigenheit des Beamers betrifft seine Fernbedienung. Diese funktioniert ausreichend gut und bietet 22 einzelne Knöpfe - so weit, so gewöhnlich. Aus der Reihe fällt ihre Optik: Sie wirkt wie ein Relikt aus den 80ern.

Neben dem Fokussrad kann der Nutzer eine einfache optische Trapezkorrektur vornehmen. Die Schärfeverteilung ist durchwachsen: Ist die Mitte knackscharf, verwischen die Ränder und umgekehrt. Das fällt bei Videos jedoch kaum auf. Insgesamt ist der Scenelights LB-8300 gut nutzbar.

Scenelights LB-9100

Eine ganze Ecke potenter, aber nicht mal wirklich viel teurer als der 100-Euro-Scenelights-LB-8300, ist der Scenelights LB-9100 für aktuell 130 Euro. Er löst das Bild nativ mit 1280 × 720 Pixeln auf, was für eine recht scharfe Darstellung von Filmen durchaus reicht. Auch Untertitel sind damit gut lesbar.

Einen richtig großen Sprung macht der LB-9100 aber bezüglich der Helligkeit. Er ist etwa fünfmal heller als der LB-8300 und nur minimal dunkler als die viel teureren Benq GV1 und Nebula Capsule Max. Sein Bild ist damit auch bei gedimmter Zimmerbeleuchtung beziehungsweise Bilddiagonalen von knapp drei Metern noch okay. Weniger toll ist die Helligkeitsverteilung im Bild. So belichtet er die Bildmitte mehr als doppelt so hell wie seine Ränder.

Das Mehr an Helligkeit produziert auch mehr Abwärme. Der kleine Lüfter hat hier ordentlich zu rödeln und nervt schnell, besonders wenn man in der Nähe des Beamers sitzt. Dafür sind die zwei integrierten Lautsprecher mit je 3 Watt RMS in Ordnung und übertönen im Zweifelsfall den Lüfter.

An Schnittstellen bietet er zwei HDMI, VGA sowie 3,5-mm-AV-in und 3,5-mm-Audio-out. Die zum Billig-Beamer YG300 quasi baugleiche Fernbedienung funktioniert anstandslos. Schärfe und optische Trapezkorrektur kann man über große Ringe fein justieren. Allerdings ist ein deutliches Schärfegefälle sichtbar. Dieses lässt sich minimieren, wenn man auf die optische Trapezkorrektur verzichtet.

Der Scenelights LB-9100 kann sich ins WLAN einklinken und spiegelt Inhalte von Geräten via Miracast und Airplay. Und er kennt Apps, zumindest zwei. So sind Youtube und Koala TV vorinstalliert, weitere kann man nicht hinzufügen. Bei Koala TV handelt es sich übrigens nicht wie wir zunächst vermuteten um eine Webcam aus dem australischen Dschungel, sondern um einen weniger bekannten Streaming-Anbieter.

Insgesamt bietet der Scenelight LB-9100 ein stimmiges Gesamtpaket bei dem eigentlich nur der laute Lüfter nervt. Ansonsten ist er ausreichend hell, löst in Anbetracht des niedrigen Preises mit 720p vernünftig auf, klingt gut und bietet neben vielen Ports auch Miracast/Airplay. Der LB-9100 ist unser Preis-Leistungs-Tipp.

Benq GV1

Der Benq macht bezüglich Verarbeitung und Optik alles richtig. Er besteht zu großen Teilen aus Metall, dadurch fühlt er sich schwer und wertig an. Optisch auffällig ist sein Kopf, in dessen Mitte die Linse wie das Auge eines Zyklopen sitzt. Diesen Kopf kann man bis etwa 20 Grad neigen, um das Projektionsbild in der Höhe zu justieren. Geneigt zeigt der Benq GV1 seinen gelben Hals.

An seiner Oberseite befinden sich ein physischer Ein-/Austaster sowie drei berührungsempfindliche Knöpfe für die Lautstärkeregelung und zum Verbinden mit einer Bluetooth-Quelle. Der Benq GV1 kann nämlich auch als 5-Watt-BT-Box genutzt werden. Trotzdem schade, dass es nicht mehr Knöpfe gibt. So ist man für die Nutzung immer auf die Fernbedienung angewiesen. Wer die mal nicht findet, hat ein Problem.

Die Bildqualität des 854×480-Beamers ist gut, die maximale Helligkeit hoch und die Helligkeitsverteilung gleichmäßig. Ein Problem haben wir mit dem zu klein geratenen Fokusrad an der Seite des Kopfes. Es ist nicht nur zu feinfühlig, sondern hat auch noch Spiel. Fokussieren wird so zur Geduldsprobe. Auch hätte die Auflösung gerne etwas höher sein dürfen, Untertitel sehen trotz perfektem Fokus stets etwas verwaschen aus. Der Lüfter des Beamers stört nicht.

Der Benq GV1 ist ein Anschlussminimalist. Neben einem schmalen Rundhohlsteckereingang für die Stromversorgung, findet man am Projektor lediglich einen USB-C-Port. Mit den passenden Kabeln und Adaptern kann man darüber problemlos Smartphone oder Rechner anstecken. Wer jedoch zum Beispiel kein USB-C auf HDMI-Kabel hat und wessen Notebook das Videosignal nicht via USB-C ausgibt, schaut zunächst in die Röhre. Immerhin versteht der Beamer Miracast und Airplay.

Das Highlight des Benq GV1 ist sein integrierter Akku, mit dem der Beamer knapp drei Stunden netzunabhängig durchhält. Leider reduziert sich so die maximal Helligkeit um etwa ein Drittel. Dies lässt sich auch nicht umgehen.

Insgesamt ist der Benq GV1 ein guter Beamer, allerdings finden wir ihn etwas zu teuer. Für seinen Preis hätten wir uns eine höhere Auflösung, mehr Anschlüsse und einen eigenen App-Store gewünscht.

Nebula Capsule Max

Der Nebula Capsule Max ist der König unter den mobilen Beamern mit Akku. Das hat jedoch auch seinen Preis. Er kostet regulär 500 Euro, ist aktuell für etwa 400 erhältlich. Optisch erinnert seine Form an eine zu dicke 500-ml-Cola-Dose, die komplett von schwarzem Mesh-Gitter ummantelt ist. Auf der Rückseite befindet sich der Ein-/Austaster und die Bluetooth-Taste. Wie der Benq GV1 kann man den Capsule Max als Bluetooth-Box nutzen. Der Klang ist fantastisch und kann mit vielen Bluetooth-Boxen, die sonst um die 100 Euro kosten, mithalten.

Auf der Oberseite des Capsule Max befinden sich acht kapazitive Bedienelemente, mit denen sich der Beamer vollumfänglich bedienen lässt und die die Fernbedienung auf Wunsch komplett ersetzen. Dafür bietet Nebula auch eine Smartphone-App an. Dann nutzt man das Smartphone als Mauspad und steuert einen kleinen Mauszeiger. Dank Android 8.1 lassen sich zu Steuerung aber auch Maus und Tastatur über den USB-A-Port anschließen. Weiter bietet der Capsule Max einen HDMI-Port und einen 3,5-mm-Klinkenstecker für Audio-Out. Über den Rundhohlstecker bezieht das Gerät seinen Strom.

Das auf dem Capsule Max installierte Android ist stark eingeschränkt. Es gibt zwar eine Art App-Store, dort befinden sich aber bei weitem nicht alle Apps, die man zum Beispiel vom Android-Smartphone kennt. Wir vermissten víele Angebote für den deutschen Markt, unter anderem Dazn, Waipu, Magine, die Mediatheken der Öffentlich-Rechtlichen und Sky. Netflix, Amazon Video und Hulu sind dabei. Wer sich an den Support wendet kann sich als Beta-Tester registrieren lassen. Dann sind die Google Services freigeschaltet und der Google Playstore stellt so gut wie jede App zur Installation bereit. Allerdings lassen sich die meisten dann heruntergeladenen Apps nicht mehr mit der Fernbedienung steuern, wir empfehlen dafür eine externe Lösung wie eine Funktastatur mit integriertem Mauspad.

Der Support schaltet die Google-Dienste auf dem Nebula Capsule Max frei.

Die Bildqualität ist prima und die beste des Testfelds. Das Bild ist hell, bietet gute Kontraste, eine gleichmäßige Licht- sowie Schärfeverteilung und mit einer Auflösung von 1280 × 720 Pixeln auch eine gute Auflösung. Der Lüfter ist zunächst sehr leise, fast unhörbar. Erhitzt sich das Gerät jedoch, dreht der Lüfter richtig auf. Zwar nicht so krass wie der Scenelights LB-9100, aber deutlich hörbar. Als extrem cooles Feature gerade für einen mobilen Beamer empfinden wir die automatische Fokussierung, die in 95 Prozent der Fälle perfekt funktioniert. Allerdings haben wir festgestellt, dass der Capsule Max nach dem ersten Fokussieren den optimalen Fokuspunkt nach wenigen Minuten verliert und man erneut automatisch fokussieren muss. Das passiert jedoch nur ein einziges Mal, nachdem der Beamer nach einer längeren Ruhephase neu gestartet wurde.

Der integrierte Akku schaffte bei reduzierter Helligkeit knapp drei Stunden. Netterweise kann man den Capsule One auch zwingen, trotz Akkubetrieb die volle Helligkeit zu fahren. Dann hält der Akku gut eine Stunde durch.

Der Nebula Capsule One macht so gut wie alles richtig: Hohe Bildqualität mit Autofokus, prima Tonqualität, Akku, gute Verarbeitung und viele Anschlussmöglichkeiten. Wer jedoch nicht weiß, dass er Beta-Tester werden kann oder einfach kein Beta-Tester sein will, um den Playstore freizuschalten, der muss wahrscheinlich auf ein paar Streaming-Dienste verzichten, die er sonst über den Google Playstore installiert hätte. Sonst haben wir nicht viel auszusetzen. Außer seinem recht hohen Preis.

Fazit

Der 50-Euro-Beamer YG300 hat eine sehr geringe Auflösung und eine unterirdische maximale Helligkeit. Er ist damit mehr Spielzeug und kaum ernsthaft zum Video-Konsum geeignet. Wirklich nutzbar ist dagegen der 130 Euro teure Scenelights LB-9100. Die Auflösung ist gut, die Helligkeit auch und der Sound kann was. Jedoch kennt er nur zwei Streaming-Apps und der Lüfter ist richtig laut. Der Benq GV1 bietet für seinen doch recht hohen Preis von 370 Euro eine zu geringe Auflösung und insgesamt zu wenige Anschlüsse. Richtig gut ist der Nebula Capsule Max. Er hat ein tolles Bild, hohe Helligkeit, automatische Fokussierung und prima Klang. Zugriff auf alle Apps gibt es jedoch nur über einen Umweg. Auch ist er recht teuer.

Wer ohnehin bereit ist, derart viel in einen Beamer zu investieren und nicht zwingend einen integrierten Akku braucht, der kann sich auch gleich der Kategorie der bezahlbaren Full-HD-Projektoren zuwenden. Wir empfehlen dafür unseren Beitrag: Vier Full-HD-Beamer im Vergleichstest . Deutlich teurer, aber auch besser ist der Kurzdistanzdrucker Xiaomi Laser Projector (Testbericht) mit 4K-Upscaling. Mehr dazu im Vergleichstest: Vier Kurzdistanz-Beamer auf dem Prüfstand .