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Ratgeber Fotodrucker: Zuhause sensationelle Fotos drucken

Fotodrucker Teaser 1232

Beim Fotodrucker spielt die Anzahl der Tinten die entscheidende Rolle. Dazu kommen Talente wie das Bedrucken von Bannern und CDs. TechStage vereinfacht die Suche nach dem idealen Fotospezialisten.

Wer Fotos schießt, der möchte sie auch in super Qualität ausdrucken. Und wenn mobile Drucker fürs Handy (Bestenliste) zu klein sind, dann muss ein richtiger Drucker her. Moderne Drucker oder Multifunktionsgeräte können gleichzeitig auch kleinere Formate randlos drucken. Alle Hersteller werben damit, dass ihre Drucker Fotos in „Fotoqualität“ aufs Papier bringen können. Im Prinzip stimmt das auch, aber nicht ganz.

So fällt ein Farblaserdrucker für den wahren Fotodruck aus. Die Technik ist auf den flexiblen Umgang mit Normalpapier ausgelegt und erreicht hier auch ein hohes Niveau. Was ihr fehlt: Sie kann keine randlosen Fotos produzieren. Das ließe sich eventuell noch verschmerzen, aber es kommt noch ein Faktor hinzu: Denn ein Laserdrucker ist auch im Medien-Management begrenzt. Da Toner auf der Oberfläche mit Hitze fixiert wird, lassen sich echte Fotopapiere nicht einsetzen. Sie sind aber die Voraussetzung dafür, dass wahres Foto-Feeling aufkommt.

Mit diesen dicken Fotomedien, die aus vielen Schichten bestehen, kann nur ein Drucker mit Tintenstrahltechnik umgehen – jedenfalls, wenn er zu Hause oder im kleinen Büro zum Einsatz kommen soll. Für die Highend-Profibereiche gibt es noch Alternativen. Doch sie sind sehr teuer und bleiben deshalb hier außen vor.

Fotodrucker-Einstieg: vier Farben und Foto-Schwarz

Drucker verwenden den CMYK-Farbraum (Cyan, Magenta, Yellow, Key = Schwarzanteil). Dieser ist allerdings kleiner als die Farbdarstellung nach RGB (Rot, Grün, Blau), auf der die digitalen Aufnahmen und Anzeigegeräte wie Monitore basieren. Damit ist ein Verlust an Farbnuancen beim Drucken unvermeidlich. Fotodrucker versuchen, das Defizit mit mehr Tintenfarben abzumildern, ganz ausgleichen lässt es sich nicht.

Einen Kompromiss stellen daher Printer mit fünf Tinten dar: Hier gesellt sich zu den Farben Blau (Cyan), Rot (Magenta) und Gelb (Yellow) ein Foto-Schwarz. Das meist dazu noch vorhandene Text-Schwarz besteht aus Pigmenttinte und kommt im Fotodruck nicht zum Einsatz. Die extra Foto-Schwarztinte erhöht den Kontrast. So erhalten die Bildinhalte mehr Tiefe und Lebendigkeit.

In der Praxis funktioniert diese Methode gut und eignet sich für Anwender, die einen Printer für alle Einsatzszenarien suchen – wie etwa den Canon Pixma TS705 für rund 90 Euro, der nur drucken kann. Oder das entsprechende Multifunktionsgerät - Canon Pixma TS6350 -, das dazu auch scannt und kopiert, aber auch etwa 80 Euro mehr kostet. Dass das Multifunktionsgerät signifikant teurer ist, liegt nicht zuletzt auch an den derzeit herrschenden Lieferengpässen, die gerade diese Allround-Multifunktionsgeräte stark verteuern, weil die verfügbaren Stückzahlen eingebrochen sind.

Je mehr Tinten, desto mehr Farbnuancen auf dem Papier

Inzwischen selten, aber früher sehr verbreitet, sind Fotodrucker mit zusätzlichen hellen Tinten für Rot und Blau – Light Magenta und Light Cyan genannt. Sie puffern Farbunterschiede in Bereichen ab, die dem Betrachter stark ins Auge fallen – etwa überzeichnete Hauttöne oder Himmelsflächen. Während Vierfarbdrucker hier oft einfach Flecken produzieren, können entsprechende Sechsfarbdrucker mehr Nuancen und sanfte Übergänge aufs Papier bringen. Hersteller Epson hat weiterhin Modelle mit hellen Zusatzfarben im Angebot – etwa den Single-Function-Drucker Epson Expression Photo XP-55 für rund 155 Euro oder das vergleichbare Multifunktionsgerät Epson Expression Photo XP-8700, das sich in einem ähnlichen Preisbereich bewegt.

Canon setzt dagegen auf unterschiedliche Lösungen für den heimischen Fotodruck: Beim Multifunktionsgerät Canon Pixma TS8350 ab 180 Euro sorgt neben den CMYK-Tinten und Foto-Schwarz ein zusätzliches Foto-Blau für eine detailliertere Farbdarstellung. Das Modell mit eingebauten Tintentanks, Canon Pixma G650, das bei rund 300 Euro startet, nutzt als extra Tintenfarben Grau und Rot. Dank der Grautinte erhalten Drucke in Graustufen feinere Abstufungen. Gleichzeitig sorgt die graue Tinte dafür, dass Farbstiche in den Graustufen vermieden werden. Sie entstehen leicht beim Zusammenmischen von CMY, da eine Farbe – oft Rot – zu stark vertreten ist.

Ausstattungsmerkmale: Fotopapierfach, CD-Druck, Display

Neben dem Druckwerk und den eingesetzten Tintenfarben gehören auch bestimmte Ausstattungsmerkmale zu einem guten Fotodrucker. So wollen Fotofans nicht ständig zwischen normalen und speziellen Papieren hin- und herwechseln. Deshalb sollte ein guter Fotodrucker entweder ein separates Fach für Fotomedien mitbringen oder einen hinteren Einzug haben, der sich dank seines geraden Papierlaufs besonders gut für schwere Fotomedien eignet. Beim bereits genannten Canon Pixma TS8350 gibt es den hinteren Einzug, beim Epson Expression XP-8700 ein extra Fotofach. Zu beachten ist, dass die meisten Fotofächer eine Größengrenze haben, die unter dem maximalen Druckformat des Printers liegt. Beim Epson-Modell passen nur Papiere bis 13 x 18 Zentimeter ins Fach. Dafür bringt es aber noch ein Einzelblatt-Einzugsfach für besonders starke Medien mit.

Bequem sind auch Touch-Bedienpanels, um den Fotodrucker ohne den PC zu bedienen. Bei Geräten, die nur drucken können, finden sich statt eines echten Panels oft nur Tasten am Gerät. Multifunktionsgeräte sind in diesem Punkt meist besser ausgestattet. Allerdings ist das auch hier kein Automatismus. Abhilfe schafft nur ein genauer Blick aufs Wunschgerät.

Wahre Fotospezialisten können nicht nur mit Papier, sondern auch mit CDs und DVDs umgehen. Dazu sind entsprechende Medien nötig, die eine bedruckbare Beschichtung mitbringen. Diese Funktion war zwar früher wichtiger als heute, trotzdem wird der eine oder andere Anwender genau deshalb einen Fotodrucker suchen. Ein Beispiel ist der schon genannte Epson Expression Photo XP-8700. Epson bietet im Expression Premium XP-7100 ab 100 Euro auch ein günstigeres Multifunktionsgerät an, das jedoch für den Fotodruck nur Foto-Schwarz als zusätzliche Tinte vorsieht.

Die Vielfalt an einsetzbaren Druckmedien spricht zudem für den Einsatz eines Fotodruckers. Neben unterschiedlichen Fotomedien überraschen hier einige Druckermodelle mit Tintentanks, denn sie können auch Banner bedrucken. Beim schon genannten Canon Pixma G650 gelingt das in einer Länge von bis zu 1,2 Metern übers hintere Papierfach. Beim Epson Ecotank ET-8500, der preislich bei satten 600 Euro startet, gibt es sogar eine extra Zufuhr, über die sich Bannerlängen von bis zu zwei Metern verarbeiten lassen. Bannerpapier ist kein klassisches Fotopapier, bietet jedoch eine glatte Oberfläche und hohe Papierstärke. Deshalb kommen auch hier die Farben schön zur Geltung.

Je mehr Tinten im Fotodrucker sitzen, desto mehr Farbtöne bringt er aufs Papier. Wichtig sind auch Grautinten für möglichst genaue Graustufen ohne störende Farbstiche.

Druckgeschwindigkeit niedrig, Seitenpreise hoch

Fotodrucker sind langsam, anders kann man es kaum sagen. Denn die Kombination aus hoher Auflösung und Fotopapier geht zwangsläufig zulasten des Arbeitstempos. Ein A4-Ausdruck kann je nach Druckermodell fünf und mehr Minuten dauern. Wenn keine Angaben zum Fotodrucktempo in den technischen Daten zum Wunschdrucker zu finden sind, dann geben die allgemeinen Druckgeschwindigkeitsdaten Aufschluss. Ein gemächlich arbeitender Drucker wird im Fotodruck noch langsamer vorankommen.

Wichtiger als das Drucktempo sind die Kosten für den Fotodruck. Sie sind und bleiben hoch. Ein A4-Ausdruck kann in der Summe aus Tinte und Papier mehrere Euro kosten. Das gilt selbst dann, wenn Patronen mit hoher Reichweite zum Einsatz kommen. Deshalb sind Einzelpatronen beim Fotodrucker ein Muss. Hier tauschen Sie nur die leer gedruckte Farbe aus, während bei Kombikartuschen die gesamte Einheit ausfällt, auch wenn nur eine Farbkammer leer ist – ein Unding bei Fotos. Und auch der Grund dafür, dass im Beitrag keine Geräte von HP zu finden sind. Der Hersteller setzt derzeit gerade bei Printern mit dem Bezeichnungszusatz „Photo“ auf den Einsatz von Kombipatronen mit drei Farben und integriertem Druckkopf – wie etwa beim HP Envy Photo 6230, der ab 100 Euro zu haben ist.

Signifikant drücken lassen sich die Kosten nur mit einem Tintentank-Drucker, da hier die Tinte aus Flaschen kommt, die im Nachkauf vergleichsweise günstig sind. Auch wenn die Verbrauchsangaben zum Fotodruck bei den Hersteller meist vage bleiben, geben sie einen Hinweis auf die Folgekosten: So spricht Canon beim Sechsfarbdrucker Pixma G650 von einer Reichweite von 3800 Fotos im Format von 10 x 15 Zentimetern. Auf Grundlage der UVPs für die Nachkaufflaschen ergibt das einen Tintenpreis pro Foto von rund 2,4 Cent. Das ist gigantisch niedrig, auch wenn der Hersteller sich nicht genau zum verwendeten Testverfahren äußert. Meist beziehen sich die Hersteller auf hauseigene Routinen. Klar ist aber: Ein Patronen-Fotodrucker schafft einen derartig niedrigen Tintenpreis nicht.

Größer: Fotodrucker fürs A3-Format

Wenn DIN A4 als maximal mögliches Druckformat nicht ausreicht, dann stehen eine Reihe von A3-Fotodruckern zur Auswahl. Sie decken in der Regel auch das Überformat A3+ ab und können so auch mit Druckpapier umgehen, das etwas größer als A3 (297 x 420 Millimeter) ist, um Ausdrucke mit Beschnittmarken zu erstellen.

Die Auswahlkriterien, die für den A4-Bereich gelten, lassen sich genauso auf die A3-Pendands anwenden. Hier liegt der Einstieg bei rund 300 Euro, wie beispielsweise das Multifunktionsgerät Epson Expression Photo XP-970 zeigt, dessen Sechsfarbdruckwerk neben CMYK auf die hellen Varianten von Rot (LM) und Blau (LC) vertraut. Die Allrounder-Variante, die für den Fotodruck die Zusatztinte Foto-Schwarz einsetzt, findet sich etwa im Canon Pixma TS9550, der preislich bei 270 Euro startet.

Die Gruppe der A3-Fotodrucker ist nicht nur für heimische Foto-Enthusiasten gedacht, sondern umfasst viele Modelle für berufliche Nutzer wie Grafiker, Fotografen und Künstler. Sie wollen neben Fotomedien auch Fine-Art-Papiere einsetzen. Diese haben zwar eine raue Oberfläche, sind jedoch mit gut 300 Gramm pro Quadratmeter besonders schwer. Dadurch kann Tinte in unterschiedliche Schichten einsinken, was einen dreidimensionalen Effekt beim Ausdruck bewirkt. Das klappt nur bei einem möglichst geraden Papierweg, den diese Fotodrucker über eine hintere Zufuhr bereitstellen. Preislich liegen die Printer bei deutlich über 300 Euro – wie etwa der Epson Expression Photo HD XP-15000 zeigt, für den gut 360 Euro fällig werden. Ein weiteres Beispiel ist der Canon Pixma Pro 200 für gut 500 Euro.

Auch Tankdrucker-Liebhaber werden im A3-Bereich fündig. Hier sind die Gerätepreise jedoch selbst für die Modelle hoch, die für die Fotoausgabe auf ein zusätzliches Foto-Schwarz bauen, wie etwa der Epson Ecotank ET-7750, für den die Händler momentan rund 880 Euro aufrufen. Da es sich hier um ein Multifunktionsgerät handelt, ist zu beachten, dass der eingebaute Scanner nicht etwa A3-Vorlagen akzeptiert, sondern vielmehr auf DIN A4 beschränkt ist.

Fazit

Wer sich für einen Fotodrucker interessiert, ist momentan mehr oder weniger auf die Hersteller Canon und Epson beschränkt. Die beiden Hersteller haben jedoch so viele Modelle im Programm, dass sich nahezu jeder Druckerwunsch erfüllen lässt. Brother und HP dagegen konzentrieren sich auf Druckermodelle mit vier Tinten. Grundsätzlich gilt: Soll der Fotodrucker Allround-Charakter haben, kommen Geräte mit Fünffarbdruckwerk in Frage. Wahre Fotodruckspezialisten arbeiten mit sechs und mehr Tinten.

In jedem Fall sind Fotodrucker eine kostspielige Angelegenheit: Gerätepreise starten bei gut 100 Euro, sind jedoch nur die Anschaffungsseite. Da für den Fotodruck stets hohe Auflösungen nötig sind, damit ein Raster auf dem Ausdruck nicht zu sehen ist, landet viel Tinte auf dem Papier. Dazu kommen die speziellen Fotomedien, die erst den klassischen Fotoeindruck erzeugen. So kommen pro Ausdruck schnell mehrere Euro zusammen.

Wer sich von den Kosten nicht abschrecken lässt, wird von der Druckqualität nicht enttäuscht. Denn die Foto-Ausgabegeräte liefern qualitativ hochwertige Ergebnisse. Sollten sich die Farben des Prints besonders stark von denen am Bildschirm unterscheiden, schafft ein kalibrierter Monitor Abhilfe. Die Farbjustage lässt sich per Colorimeter entweder selbst vornehmen oder über den Zukauf eines vorkalibrierten Displays erledigen.

Mehr zum Thema zeigen wir in der Themenwelt Drucker. Dort haben wir etwa unsere Bestenliste zu zehn kleinen, mobilen Fotodruckern veröffentlicht und erklären, wie man den idealen Drucker fürs Homeschooling findet oder welches Multifunktionsgerät richtig ist.