Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Für eine automatische Beschattung muss man nicht unbedingt smarte Rollos, Gardinen oder Jalousien einbauen. Es gibt auch die Möglichkeit, bestehende Lösungen mit einer smarten Steuerung nachzurüsten. Das muss nicht einmal teuer sein.
Im Winter benötigt man sie zur Verdunklung gegen ungewollte Blicke, im Sommer sollen sie die Sonne aussperren: Die Rede ist von Gardine, Jalousie, Rollladen oder Rollo. Wenn schon Licht wie LED-Streifen (Ratgeber), Stehlampen (Bestenliste) oder Deckenleuchten (Ratgeber) und vielleicht sogar andere Komponenten wie smarte Türschlösser (Ratgeber) im Haus smart sind und automatisch mit einer Smart-Home-Zentrale (Bestenliste) oder per Stimme gesteuert werden, dann sollte das auch bei Fenstern so sein. Denn Rollläden halten nicht nur ungewollte Blicke fern, sondern bieten zusätzlichen Einbruchschutz und helfen, Energie zu sparen. Auch Gardinen und Jalousien sowie Rollos beschränken sich nicht nur auf Sichtschutz. Je nach Ausführung halten sie zusätzlich warme Sonnenstrahlen ab, entsprechend heizen sich Räume im Hochsommer weit weniger auf. Wer allerdings das Zuziehen morgens vergisst, kommt abends trotzdem in eine brütend heiße Wohnung. Wir zeigen verschiedene Lösungen, die das verhindern.
Je nach Bundesland, Ausstattungslevel und Lage hat längst nicht jede Wohnung Rollläden. Mieter und Eigenheimbewohner können dann nur auf Gardinen und Rollos zurückgreifen. Denn die nachträgliche Installation von Rollläden ist teuer und aufwendig – mehr dazu im entsprechenden Abschnitt dieses Artikels.
Natürlich bieten Sonnenschutzgardinen- und Rollos auch manuell betrieben Schutz gegen heiße Sonneneinstrahlung und Helligkeit, zuverlässiger und einfacher geht das aber mit automatischen und smarten Komponenten. Wer keine Stromkabel verlegen will, greift zu akkubetriebenen Produkten, die je nach Hersteller und Nutzungshäufigkeit meist ein halbes bis ganzes Jahr ohne Nachladen auskommen sollen.
Bei Rollos stolpern Interessenten vermutlich zuerst über Ikea-Produkte: Fyrtur, Praktlysing und Tredansen. Hinter den Ikea-typisch etwas skurrilen Namen verstecken sich Akku-betriebene Rollos, die automatisch hoch- und runterfahren und per App oder Sprache gesteuert werden. Dank Zigbee-Funkstandard lassen sie sich nicht nur in das Tradfri-Universum, also das Smart-Home-System von Ikea (Testbericht), einbinden, sondern auch mit anderen Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Home Assistant (Testbericht) und Homey Pro (Testbericht) mit entsprechenden Hilfsmitteln wie anderen passenden Bridges auch universell per automatischer Regeln steuern. Der Unterschied zwischen den Varianten, die es in Breiten von 60 bis 140 Zentimeter gibt: Praktlysing und Tredansen sind blick-, aber nicht lichtundurchlässig, Fyrtur bietet beides. Die Ikea-Rollos kosten zwischen 125 und 149 Euro.
Auch von anderen Anbietern gibt es smarte Rollos, etwa von Erfal. Der Hersteller verkauft unter dem Label „Powered by Homematic IP“ Rollos und Doppelrollos, die mit dem Smart-Home-System von ELV kompatibel sind. Homematic IP haben wir hier (Testbericht) ausführlich getestet. Unter Doppelrollos versteht der Hersteller hintereinander verlaufende Stoffbahnen mit abwechselnd blickdichten und blicklichten horizontalen Streifen. Sie können nicht nur in der Länge wie bei herkömmlichen Rollos verstellt werden, sondern reichen durch gegeneinander Verschieben der beiden Stoffbahnen auch von blickdicht bis blickdurchlässig.
Und auch Lidl bietet inzwischen smarte Jalousien. Das blickdichte Livarno-Verdunklungsrollo funkt mit Zigbee, ist 120 cm breit und 195 cm hoch und kostet 149 Euro.
Relativ neu sind die Jalousien aus der Eve Blinds Collection. Sie gibt es mit verschiedenen Stoffen, die entweder lichtfilternd, verdunkelnd oder verdunkelnd und dämmend sind und sich in der Fensteröffnung oder vor dem Fenster installieren lassen. Die Breite können Anwender bei den Modellen lichtfilternd und verdunkelnd zwischen 71,5 und 250 cm und die Höhe zwischen 30 und knapp 326 cm definieren. Bei der verdunkelnd und dämmenden Variante ist die Breite auf 190 cm und die Höhe auf knapp 300 cm limitiert.
Zur Auswahl stehen zwei Systeme: mit einfacher Halterung, bei der die aufgewickelte Jalousie zu sehen ist, und mit einer Kassettenhalterung, bei der die Jalousie darin verschwindet. Eve Blinds funken mit Thread und sind kompatibel zu Matter. Damit können Anwender sie einfach in entsprechende Smart-Home-Zentralen wie Apple Home, Samsung Smartthings oder Home Assistant einbinden und nicht nur manuell steuern, sondern auch für Automatisierungen oder Szenen verwenden. So kann etwa ein Lichtsensor, wie er in vielen Präsenz- und Bewegungsmeldern (Bestenliste) enthalten ist, als Auslöser für eine bestimmte Rollo-Position dienen (siehe auch Bildergalerie).
Wer die Eve-App verwendet, erhält mit integrierten Zeitplänen und adaptiver Beschattung weitere Funktionen. Damit steuern Zeitpläne je nach Sonnenstand die Rollos. Diese speichert die Eve-App direkt im Motor der Rollos, sodass sie anschließend unabhängig von iOS-Gerät oder einer Internetverbindung funktionieren.
Eve Blinds Collection sind tadellos verarbeitet und der Stoff hinterlässt einen wertigen Eindruck. Bei ausgefahrenem Rollo mit entsprechender Größe könnte man die Innenseite von Eve Blinds Collection auch locker als Projektionsfläche für einen Beamer (Bestenliste) verwenden. Bei unserem Testmodell besteht die Rückseite aus einer silbernen Dämmbeschichtung, die Sonnenstrahlen reflektiert und somit an heißen Sommertagen ein angenehmes Raumklima unterstützt. Ob dies in der Praxis auch relevant ist, konnten wir mangels sommerlicher Temperaturen nicht überprüfen. Bei anderen Rollos war das aber in der Vergangenheit so. Die Verdunkelungsleistung der von uns getesteten 190 cm breiten Variante geht jedenfalls in Ordnung. Die neue Variante aus der Eve Blinds Collection können Interessierte ab etwa 270 Euro direkt bei Eve bestellen. Das Vorgänger-Modell Eve Motion Blinds gibt es zum Beispiel bei Tink.
Wer schon Rollo oder Jalousie besitzt und das smart machen möchte, kann Motoren nachrüsten. Die werden oft wie bei einem Rollladen in die Welle des Rollos eingeschoben. Einfacher und universeller klappt das mit Motoren, die an der Fensterlaibung platziert werden und den seitlichen Kettenzug als Steuerungsoption nutzen. Ersteres wird überwiegend von Markenherstellern wie Somfy oder Velux angeboten, letzteres ist meist günstiger und kommt oft von asiatischen, hierzulande unbekannten Anbietern wie Jinqii. Inzwischen etablierter sind die Produkte von Aqara, in diesem Fall der Rollladenmotor E1, der nur wenig mehr als 50 Euro (Preisvergleich) kostet. Aqara bietet gleich ein ganzes Smart-Home-System (Testbericht) mit diversen Sensoren und Aktuatoren, die auch zu Apple-Homekit kompatibel sind. Generell setzen die Produkte auf Zigbee statt WLAN. Solche Antriebe verfügen normalerweise über App-Steuerung und lassen sich per Sprache bedienen.
Empfehlenswert ist auch die smarte Steuerung Switchbot Blind Tilt für knapp 70 Euro (Preisvergleich). Sie ist kompatibel zu Jalousien, die per Stab geöffnet oder geschlossen werden. Switchbot bietet wie Aqara zahlreiche smarte Geräte von Vorhangsteuerungen, Temperatursensoren (Ratgeber) über smarte Schlösser wie Switchbot Lock (Testbericht), Überwachungskameras (Testbericht), Saugroboter (Testbericht) bis hin zur Matter-kompatiblen Smart-Home-Zentrale Switchbot Hub 2 (Testbericht). Produkte des Herstellers gelten als hochwertig und preiswert und lassen sich in Home Assistant integrieren. Switchbot Blind Tilt wird über einen integrierten und 2.000 mAh starken Akku betrieben, den Anwender manuell per USB-C oder automatisch über das mitgelieferte Solarpanel laden können. Mit dem integrierten Lichtsensor fahren die Jalousien bei Bedarf automatisch in eine je nach Lichtintensität gewünschte Position.
Wer Plissee-Stoff schöner findet, wird ebenfalls fündig. Sobald es um motorgesteuerte Plisses geht, lassen sie sich allerdings nur noch wie ein Rollo bedienen und nicht mehr oben und unten getrennt in der Höhe verstellen – es geht dann lediglich um die Stoffart, also glatt gegen gefaltet. Entsprechende Anbieter wie Yoolax findet man bei Amazon, ein Anbieter von maßgenauen, smarten Plisses ist etwa Sonevo.
Auch bei Gardinen gibt es Stoffe, die Licht durchlassen und solche, die Helligkeit komplett blocken – letztere sind als Sonnenschutz besonders geeignet. Wer die bequem und von unterwegs bedienen können will, hat wenig Auswahl. Aber es gibt Lösungen, einige davon sind sogar überraschend günstig.
Der Switchbot Curtain 3 ist im Prinzip ein kleiner Motor in einem etwa Smartphone-großen (aber dickeren) Gehäuse, der in den Vorhang auf die Vorhangschiene eingehängt wird. Alternativ gibt es auch Ausführungen mit U- und I-Schiene. Per App wird die Laufzeit von komplett geöffnet bis ganz geschlossen eingerichtet, die Kommunikation zwischen Smartphone und Switchbot Curtain erfolgt per Bluetooth. Dank Unterstützung für Sprachassistenten (Vergleichstest) darf das Telefon zur späteren Bedienung allerdings in der Hosentasche bleiben und kann über die Apps der Assistenten auch von unterwegs bedient oder in Automatismen eingebunden werden. Switchbot Curtain kann allein seinen Vorhang von einer Seite auf- und zuziehen, er arbeitet aber auch im Verbund, wenn ein größerer Vorhang zur Mitte hin geschlossen werden soll. Werden die Gardinen mit der Hand betätigt, erkennt der Switchbot Curtain dies und führt die Öffnungs- oder Schließbewegung fort.
Der Akku soll rund ein dreiviertel Jahr halten, geladen wird anschließend über USB-C. Verlängern lässt sich die Laufzeit mittels Solar-Panels, die theoretisch Nachladen ganz erübrigen. Nach Angaben des Herstellers kann jeder Switchbot Curtain Vorhänge mit bis zu 15 Kilogramm bewegen und ist damit auch für schwere Verdunklungsvorhänge geeignet. Das Vorgänger-Modell Switchbot Curtain 2 schaffte hingegen nur Vorhänge mit einem Gewicht von 8 kg. Außerdem bietet die im Herbst 2023 erschienene Variante einen besonders leisen Modus mit nur 25 dB. Das neue Solarpanel unterstützt auch das Aufladen bei schwachem Licht. Zusammen mit dem Hub 2 ist Switchbot Curtain 3 zudem kompatibel zum Matter-Standard und lässt sich damit in entsprechende Smart-Home-Zentralen wie Apple Home, Samsung Smartthings, Home Assistant oder Homey Pro integrieren und für Automatisierungen in Kombination mit Smart-Home-Geräten verwenden. Wer möchte, kann die Steuerung auch mithilfe von NFC-Tags automatisieren.
Auch der Aqara Gardinen Motor E1 mit Zigbee hat im Kurztest einen guten Eindruck hinterlassen. Die Variante gibt es als Schienen- (Preisvergleich) oder Stangen-Ausführung (Preisvergleich) ab etwa 90 Euro. Der starke Motor bewegt Gardinen mit bis zu 12 kg und wird von einem 6400 mAh starken Akku angetrieben, der eine Ausdauer von bis zu neun Monaten bieten soll. Das zu Homekit und Matter kompatible Gerät bietet außerdem einen Lichtsensor, den man für Automatisierungen nutzen kann, sodass die Gardinen bei Bedarf helligkeitsgesteuert in eine bestimmte Position gebracht wird. Dank Matter-Unterstützung
Alternativ gibt es komplette, automatisierte Schienensysteme für Vorhänge. Bei Pearl etwa bekommen Käufer die motorisch betriebene Gardinenstange Carlo Milano für Gardinen bis etwa 2,8 Meter, die den installierten Stoff mittig schließt und per Fernbedienung oder kostenloser App betätigt werden kann. Über die App lassen sich dann wie gewohnt Sprachassistenten einbinden und Automatisierungen erstellen. Auch andere Hersteller (Abalon, HC) mischen bei solchen Systemen mit, die dann teilweise sogar um Ecken herum funktionieren. Teilweise sind entsprechende Vorhangschienen bis zu einer Gesamtlänge von sogar 8 Metern möglich. Auch hier gibt es meist Apps-Steuerung und die Integration von Sprachassistenten ist möglich.
Kommen wir zu Rollläden. Wer bereits welche besitzt, sollte im ersten Schritt darüber nachdenken, manuelle Rollläden zu automatisieren. Das ist heute mit motorgesteuerten Gurtwicklern ohne großen Aufwand möglich. Sie setzen weiterhin auf den typischen Rollladengurt, anstatt selbst Hand anlegen zu müssen, die bisweilen anstrengende Arbeit übernimmt allerdings ein Motor. Der elektrische Gurtwickler wird anstelle des mechanischen eingesetzt, unter Umständen kann dazu eine Erweiterung des bereits vorhandenen Schachts in der Wand nötig sein. Alternativ gibt es auch Aufputz-Modelle, etwa von Schellenberg und Rademacher. Das eigentliche Einbauen ist hingegen für halbwegs handwerklich begabte Nutzer kein Problem.
Größtes Hindernis ist hier womöglich der Strombedarf, zur Nutzung muss ein 230V-Anschluss vorhanden sein. Wer ein entsprechendes Kabel nicht offen zur nächsten Steckdose führen will, kann sich mittels Kabelkanälen behelfen oder muss die Wand aufstemmen. Dafür wird mit vergleichsweise wenig Aufwand jeder Rollladen mindestens „dumm“ automatisiert, da selbst einfache Modelle Programmierung von Zeitplänen und teilweise sogar automatische Steuerung des Lichtschutzes nach Sonnenauf- und Untergang ermöglichen. Noch komfortabler wird es mit smarten Gurtwicklern, die wie zuvor beschriebene Produkte über eine App verfügen und Sprachsteuerung erlauben.
Wer bereits über elektrische Rollläden verfügt, deren Motor nicht in einem offen sichtbaren Gurtwickler steckt, sondern in der Rollladenwelle im Rollladenkasten, kann diese aufrüsten. Dazu gibt es drei Wege: Den Wechsel der Motoren auf Varianten mit Funk, das Hinzufügen von smarten Unterputz-Aktoren und den Tausch der herkömmlichen Schaltwippen gegen smarte.
Entsprechende Austausch-Rohrmotoren lohnen sich in erster Linie dann, wenn die Rollladenkästen gerade eh offen sind (etwa bei der Renovierung) oder wenn die eingebauten Motoren Ermüdungserscheinungen zeigen. Entsprechende smarte Motoren werden in erster Linie von Markenherstellern wie Somfy oder Schellenberg angeboten und gehören zu den teuersten Lösungen, wenn es um das "Smart-Machen" der Rollläden geht.
Günstiger wird es mit Unterputzaktoren von Drittanbietern ab etwa 20 Euro wie Aqara (Preisvergelich), Fibaro (Preisvergleich), Shelly (Preisvergleich) oder Homematic IP (Preisvergleich), auch herkömmliche Hersteller aus dem Rollladenbau wie Rademacher (Preisvergleich) mischen mit. Mit etwas Glück passen die hinter die alten Schaltwippen zur Rollladensteuerung und erlauben dann die Integration ins Smart Home. Für den Anschluss von Schaltaktoren wie den Shelly Plus 2PM (Preisvergleich) sind unter Umständen Wago-Klemmen und ein paar Drähte nötig. Sollte der Platz hinter der Schaltwippe dafür nicht ausreichen, gibt es von Shelly Wandschalter, deren Rückseite eine platzsparende Halterung für den Schaltaktor bietet. Entsprechende Rahmen hat Shelly dafür ebenfalls im Programm.
Wenn das nicht passt, müssen hingegen zusätzliche Leerdosen eingeplant werden – im normalen Wohnbetrieb ist diese staubige Angelegenheit nicht einfach so nebenher zu erledigen. Hier kommen Schaltaktoren ins Spiel, die anstelle des alten Schalters eingebaut und dann über die alte Schaltwippe und eine App gesteuert werden. Das klappt aber meist nur, sofern es sich bei der ursprünglich eingebauten Schalterserie um Markenschalter wie von Gira oder Busch Jaeger handelt. Bei „Baumarktschaltern“ passen solche Modelle normalerweise nicht.
Auch hierfür gibt es allerdings eine Lösung: Einfach den ganzen Schalter samt Wippe austauschen. Günstige Modelle wie der zur Tuya-Plattform (Testbericht) kompatible Luminea NX-4667-675 sehen dank Glasscheibe, Touch-Steuerung und beleuchteten Tasten für Auf, Ab und Stopp modern aus und wirken trotz niedrigem zweistelligem Eurobereich überraschend hochwertig. Sie verfügen wie andere Geräte zuvor über App-Steuerung und lassen sich anschließend per Sprache bedienen.
Das Problem dabei: Der genannte Schalter ist schick, aber zu groß für herkömmliche Schalter-Rahmen, er ersetzt beides. Das funktioniert bei einzeln positionierten Schaltern gut, nicht aber bei Schaltern, die neben- oder untereinander in einem Mehrfachrahmen installiert sind. Auch hier gibt es etliche Alternativen, die dann auch nicht nur per WLAN, sondern auch mit anderen Smart-Home-Technologien funken.
Für Apple-Home-Anwender ist etwa der knapp 100 Euro (Preisvergleich) teure Eve Shutter Switch empfehlenswert. Der smarte Schalter für die Steuerung von Rollläden funkt mit Bluetooth und Thread. Ein kommendes Firmware-Update soll ihn außerdem kompatibel zu Matter machen. Wie die Eve Blind Collection unterstützt der Schalter eine adaptive Beschattung, die sich nach dem Stand der Sonne richtet. Doch wie beim Luminea-Schalter ist der Einsatz von Eve Shutter Switch abhängig von dem verwendeten Schalterprogramm.
Für aktuell etwa 39 Euro gibt es gleich zwei WLAN-Rolladenschalter mit Glas-Touch-Oberfläche von Refoss. Den gleichen Schalter gibt es auch von Meross – beide Marken gehören zum selben Unternehmen. Mit aktuell 44 Euro sind die zwei Meross-WLAN-Rolladenschalter allerdings etwas teurer. Die Modelle bieten LED-beleuchtete Soft-Touch-Bedienelemente und unterstützen ebenfalls Apple Homekit. Auch hier ist der Einsatz abhängig von der Passgenauigkeit des verwendeten Schalterprogramms (siehe auch Bildergalerie).
Wer noch gar keine Rollläden hat, kann das ebenfalls nachträglich ändern. Zwar ist die Installation „normaler“ Rollläden aufwendig, teuer und unter Umständen mit viel Staub und Schmutz verbunden, aber es gibt eine Lösung: Vorbau- oder Aufsatz-Rollläden. Sie werden nachträglich mit wenig Eingriff in die eigentliche Bausubstanz vor oder in die Fensterlaibungen installiert. Geschickte Handwerker schaffen das selbst, besonders im Erdgeschoss. Nachteil: Der Rollladenpanzer wird nicht wie normalerweise in einen Kasten in der Wand eingerollt. Stattdessen verschwinden sie in einem von außen sichtbaren Kasten, der bei Vorbau-Rollladen oberhalb des Fensters leicht von der Wand vorsteht und bei Aufsatzrollladen den obersten (sehr kleinen) Teil des Fensters verdeckt. Das gefällt optisch nicht jedem und muss in Mehrfamilienhäusern von den anderen Eigentumsparteien abgenickt werden, da sie das Aussehen des Hauses verändern.
Dafür ist nicht nur die Installation vergleichsweise einfach, sondern sie kommt auf Wunsch ohne das Verlegen zusätzlicher Stromkabel aus. Denn Aufsatz-Rollladen gibt es auch mit Akku und kleinem Solarpanel. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass damit selbst im Winter genug Strom produziert wird, um so einen Rollladen mehrfach täglich hoch- und runterzufahren. Entsprechende Beschattungsmöglichkeiten bietet etwa Velux auch für seine Dachfenster an – auf Wunsch ebenfalls mit Solarantrieb. Die Auswahl umfasst hier vom manuellen Insekten- und Lichtschutz bis zum elektrisch betriebenen Fensteröffner oder Rollladen.
Gardinen, Jalousien und Rollläden sind wichtiger Bestandteil des eigenen Heims, entsprechend lohnt sich eine „Versmartung“ auch hier absolut. Denn das erlaubt eine Steuerung von unterwegs, wenn man mal wieder im Hochsommer vergessen hat, den Lichtschutz herunterzulassen und erhöht zudem die Sicherheit. Außerdem spart ein geschlossener Rollladen im Winter Heizkosten.
Im Vordergrund dürfte aber für die Meisten der Komfortgewinn stehen – und der ist mit vergleichsweise wenig Geld einfach zu erhalten und je nach Wohnungs- oder Hausgröße beträchtlich. Wichtig ist es, wie immer beim Thema Smart Home, auf die Kompatibilität der Komponenten zu achten.
Mehr Informationen zu einer intelligenten Haussteuerung bietet unser Themenschwerpunkt Smart Home. Für Einsteiger ins Thema empfehlen wir unseren Ratgeber Smart Home: Auch mit wenig Geld zum Erfolg. Auch interessant: Elesion als günstige Smart-Home-Alternative von Pearl. Wer smart heizen will, sollte sich den Ratgeber Smarte Thermostate für Fußbodenheizungen durchlesen und die Bestenliste Top 10: Die besten smarten Heizkörperthermostate ansehen. Und wie man den Stromverbrauch von Geräten unter Kontrolle halten kann, erklärt der Beitrag Die besten smarten Zwischenstecker und Energiemessgeräte. Und im Beitrag Bessere Luft: Smarte Raumluft-Sensoren für CO₂, Radon, Ozon, Feinstaub & Co erklären wir, wie man auf Basis smarter Sensoren das Raumklima verbessern kann. TechStage hat bislang folgende Smart-Home-Zentralen getestet:
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