Michael, in der Szene als „Schmitti“ bekannt, arbeitet in einem Redaktionsbüro im beschaulichen bayerischen Oberland. Seine über Jahrzehnte gesammelte Expertise erstreckt sich von Grafik & Design über PC-Hardware & Multimedia bis hin zu Gaming & Entertainment auf Computer und Konsole. Er hat mehr als 100 Bücher geschrieben/übersetzt und zahllose Beiträge in führenden deutschen Print- und Online-Medien verfasst.
Der Anstieg von Strom- und Heizkosten scheint keine Grenzen zu kennen – da sind kluge Lösungen zum Energiesparen gefragt. Mit Amazon Alexa und smarten Routinen kann man Kosten reduzieren und im Griff halten.
Wenn sich die Kilowattstunde Strom für Neukunden auf 40 bis 50 Cent zubewegt, das Gas über 20 Cent/kWh erreicht und der Liter Heizöl nicht unter 1,60 Euro zu haben ist, spült jede noch so kleine Sparmaßnahme bares Geld in die Haushaltskasse. Und besonders angenehm wird das Energiesparen, wenn sich die gesamte Smart-Home-Infrastruktur bequem per Sprache steuern lässt. Die Echo-Geräte von Amazon (Ratgeber) – aufgrund ihres Rufnamens meist „Alexa“ genannt – lassen sich mit einer Vielzahl von Geräten koppeln, die anschließend per Sprachbefehl oder über durchdachte Routinen gesteuert werden können.
Wir zeigen wie man mit der Amazon-Echo-Reihe in Verbindung mit Smart-Home-Komponenten wie schaltbaren Steckdosen, intelligenten Heizungsthermostaten, praktischen Rollladenschaltern und vernetzten LED-Leuchten in Kombination mit schlauen Routinen Energie und Kosten spart.
Schon der Austausch herkömmlicher Leuchtmittel mit Glühfaden oder Halogentechnik spart jede Menge Energie – so reduziert sich der Verbrauch beim Tausch einer 60-Watt-Glühlampe gegen ein LED-Modell mit 10 Watt um über 80 Prozent. Noch mehr lässt sich sparen, wenn dimmbare Leuchtmittel eingesetzt werden, die sich über Alexa per Zuruf steuern lassen. Führend in diesem Bereich ist Philips mit seiner Hue-Serie (Testbericht), die sich nahtlos in die Alexa-Infrastruktur einbinden lässt. Weitere Anbieter Alexa-kompatibler Leuchtmittel sind AVM mit den Fritzdect-500-Lampen, TP-Link mit der Tapo-Reihe oder das schwedische Einrichtungshauses IKEA mit seinen sehr günstigen LEDs aus der Tradfri-Serie (Testbericht).
Am Beispiel von Philips Hue lässt sich anschaulich erklären, wie leicht sich Leuchtmittel und andere Smart-Home-Komponenten in die Alexa-Infrastruktur einbinden lassen:
Durch die Bildung von Gruppen innerhalb der Alexa-App lassen sich mehrere Lampen zusammenfassen, sodass beispielsweise das gesamte Wohn- oder Esszimmerbeleuchtung mit nur einem Sprachkommando ein- und ausgeschaltet werden kann. Einfach im Bereich „Gruppen“ ganz nach unten wischen und die Kachel „Eine Gruppe erstellen“ auswählen, gefolgt von „Raum oder Gerätegruppe erstellen“. Nachdem der Gruppenname ausgewählt oder eingegeben wurde – beispielsweise „Esszimmer“ – lassen sich beliebig viele Lampen wie beispielsweise „Hue Color Lamp“ hinzufügen und fortan gemeinsam steuern. So schaltet das Sprachkommando „Alexa, schalte Esszimmer aus“ alle Lampen im betreffenden Raum aus. Dimmbare Leuchtmittel sorgen dabei nicht nur für eine kuschlige Lichtstimmung, sondern sparen auch Energie. Mit Sprachbefehlen wie „Alexa, dimme Esszimmer auf 50 Prozent“ oder „Alexa, Esszimmer auf 30 Prozent“ lassen sich ganze Lampengruppen gemeinsam herunterregeln. Tipp: Nach der Installation des Hue-Skills findet sich in der Geräteübersicht auch eine vordefinierte Gruppe namens „Alle Hue Leuchten“, mit der sich sämtliche Lampen im ganzen Haus mit nur einem Sprachkommando ein- oder ausschalten sowie dimmen lassen.
Smarte Heizkörperthermostate (Themenwelt) sparen nach Herstellerangaben bis zu 30 Prozent Energie, wobei das tatsächliche Sparpotenzial je nach räumlichen Gegebenheiten meist eher zwischen 10 bis 20 Prozent liegt – angesichts astronomisch hoher Öl- und Gaspreise immer noch eine beträchtliche Ersparnis. Systeme wie AVM FRITZ!DECT 301 (Testbericht), Tado V3+ (Testbericht) oder Homematic IP (Testbericht) bringen meist eigene Betriebs- und Energiesparpläne mit, doch in Kombination mit Alexa kommen die komfortable Sprachsteuerung sowie die Einbindung in schlaue Routinen hinzu.
Nach der Kontoverknüpfung (siehe vorangegangener Abschnitt) finden sich in der Geräteübersicht der Alexa-App nicht nur die Thermostate selbst, sondern in den meisten Fällen auch vordefinierte Szenarien wie die Absenkung der Temperatur um einen bestimmten Wert oder ein Energiesparmodus, der die Temperatur nachts oder bei Abwesenheit auf 15 bis 17° C reduziert. Diese Szenen können zu eigenen Gruppen wie beispielsweise „Bin dann mal weg“ hinzugefügt werden, sodass der Sprachbefehl „Alexa, bin dann mal weg“ das Energiesparprotokoll triggert und einzelne oder alle Heizkörper im ganzen Haus auf die gewünschte Abwesenheitstemperatur absenkt.
Natürlich ist auch die gezielte Steuerung einzelner Heizkörper oder bestimmter Räume mit mehreren Heizkörpern möglich. Dazu werden einfach im Gruppenbereich der Alexa-App neue Gruppen mit eingängigen Namen wie „Heizung Wohnzimmer“ oder „Heizkörper Sofa“ angelegt und mit dem oder den gewünschten Thermostaten aus der Liste gefüllt. So kann beispielsweise der Thermostat in der Küche mit einer kryptischen Herstellerbezeichnung ganz einfach in die Gruppe „Küchenheizung“ gepackt werden, sodass der Befehl „Alexa, stelle Küchenheizung auf 19°“ die gewünschte Temperatureinstellung vornimmt, während die drei Heizkörper im Wohnzimmer mit dem Kommando „Alexa, stelle Wohnzimmer auf 19°“ in einem Rutsch reguliert werden können.
„Dumme“ Elektrogeräte und Leuchtmittel ohne WLAN-Anbindung lassen sich über smarte Steckdosen (Ratgeber) ins Smart Home integrieren. Auf diese Weise wird nicht nur die Sprachsteuerung von Tischlampen, Deckenflutern oder Ventilatoren möglich, sondern auch das Aufspüren von versteckten Energiefressern. Denn die meisten smarten Steckdosen wie AVM FRITZ!DECT 210 (Testbericht), Homematic IP (Testbericht) oder besonders preisgünstige Modelle von chinesischen Herstellern wie Meross (Link zum Anbieter) sind mit integrierten Verbrauchsmessern ausgestattet, die den Verbrauch der angeschlossenen Geräte messen und protokollieren, sodass sie mit der dazugehörigen Software auf dem PC-Monitor oder Smartphone-Display ausgewertet werden können. So kann beispielsweise der Standby-Verbrauch eines TV-Systems mit externem Receiver durchaus für eine Überraschung sorgen, denn die Empfänger von Telekom Magenta TV oder Vodafone GigaTV verbrauchen auch im vermeintlich ausgeschalteten Zustand zwischen 5 und 10 W, was sich nur durch den Wechsel auf den Deep-Standby-Modus oder das Kappen der Stromversorgung verhindern lässt.
Um per Zuruf Strom zu sparen, kann eine Alexa-kompatible Steckdose beispielsweise vor die Steckerleiste der Unterhaltungselektronik im Wohnzimmer geschaltet werden, in der Fernseher, Receiver, Soundbar, Spielkonsole und ähnliches eingesteckt sind. Die Steckdose wird in der Gruppenübersicht der Alexa-App die eine Gruppe namens „Heimkino“ gepackt, sodass der Befehl „Alexa, Heimkino aus“ die Stromzufuhr für alle angeschlossenen Geräte kappt, wodurch in der Folge keinerlei Standby-Energie mehr verschwendet wird. Nur die Steckdose selbst braucht noch etwa 0,3 bis 0,5 W.
Energie sparen lässt sich auch mit Rollladentastern (Ratgeber), die sich ins Smart Home integrieren und über Alexa steuern lassen. So ist nicht nur das zeitgesteuerte Öffnen und Schließen der Rollläden oder die direkte Steuerung über ein Kommando wie „Alexa, Rollladen runter“ möglich, sondern auch abhängig von Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. So lässt sich über eine Alexa-Routine ganz einfach die Jalousie eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang automatisch schließen, bevor die Kälte im Winter so richtig anzieht:
Dank der Funktion „Routinen“, die sich in der Alexa-App hinter dem Symbol „Mehr“ verbirgt, lassen sich komplexe Befehlsabfolgen mit nur einem einzigen Sprachbefehl steuern, was das Aus- und Herunterschalten aller im Smart Home eingebundenen Geräte erleichtert. So freuen sich Bewohner von Häusern oder großen Wohnungen über eine All-in-One-Lösung, die beim Aussprechen des Kommandos „Alexa, gute Nacht“ sämtliche Lampen und Steckdosen ausschaltet und alle Heizkörper auf die vorgegebene Nachttemperatur absenkt. Somit wird sichergestellt, dass kein Thermostat und keine Lampe vor dem Zubettgehen vergessen wird und unnötig Energie verbraucht.
Ein wichtiger Aspekt beim Energiesparen im Smart Home ist der Standby-Verbrauch der verwendeten Komponenten und der Alexa-Geräte. Nachfolgend typische Verbrauchswerte bei einer Bereitschaft von 24 Stunden pro Tag an sieben Tagen die Woche über ein ganzes Jahr hinweg bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent pro Kilowattstunde:
Mit Sprachsteuerung und Routinen im Smart Home lässt sich viel Energie sparen. Eine Komplettabschaltung aller Geräte in Haus oder Wohnung ist mühsam und zeitaufwendig und oft wird das eine oder andere Gerät oder Thermostat vergessen. Auch der Bequemlichkeitsfaktor spielt eine große Rolle – die Wohnzimmerbeleuchtung oder die Raumtemperatur lässt sich komfortabel per Sprachbefehl aus dem Sessel heraus regeln, ohne sich erheben zu müssen. Besonders die Komplettabschaltung von Standby-Geräten über ein gesprochenes Kommando an Alexa und eine smarte Steckdose birgt ein großes Sparpotenzial: addiert man den Standby-Strom von TV-Gerät, Soundbar (jeweils 0,3 W) und TV-Receiver (5 W) über eine inaktive Zeit von 20 Stunden pro Tag bei einem Kilowattstunden-Preis von 35 Cent, ergibt sich eine Ersparnis von über 14 Euro pro Jahr. Selbst nach Abzug der Betriebskosten für Echo Dot und Steckdose (siehe Kasten) bleibt immer noch eine Ersparnis von 7 Euro im Jahr, die sich durch die Einbeziehung weiterer Gerätegruppen überproportional erhöht, da die rund 5 Euro/Jahr für das Echo-Gerät nur einmal anfallen. Noch stärker schlagen die gesparten Heizkosten zu Buche: legt man statt der herstellerseitig angepriesenen 30 Prozent lediglich 10 Prozent zu Grunde, spart ein Zweipersonen-Haushalt bei einem Gaspreis von 21,5 Cent/kWh und einem Jahresverbrauch von 10.000 kWh über 200 Euro pro Jahr.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.