Sie gleiten mühelos und leise über Stadt und Land, sind flott, praktisch und bezahlbar: E-Bikes und E-Scooter. Aber welches eignet sich für wen besser? Wir machen den Vergleich.
2019 war das Jahr der E-Scooter. Gefühlt standen die elektrischen Tretroller in Großstädten plötzlich über Nacht an jeder Ecke. Außerdem verkauften sie sich sehr gut. Wir haben zahlreiche Modelle getestet und zeigen in unserer Bestenliste Top 10: Die besten E-Scooter von Segway bis Xiaomi im Test, welcher sich am meisten lohnt. Auch 2023 sind E-Scooter ein großes Thema, was an ihrer mittlerweile richtig großen Auswahl und den fallenden Preisen liegt. Selbst günstige Modelle sind überraschend gut, wie unsere Top 5: Die besten E-Scooter bis 500 Euro mit Straßenzulassung zeigt.
Die Elektrifizierung macht auch vor E-Bikes nicht Halt, hier haben Käufer eine immer größere Auswahl. Dank chinesischer Marken wie Fiido, Ado und Eleglide, die zunehmend auf dem deutschen Markt Fuß fassen, sind ihre Preise stark gefallen, einige Modelle wie das E-MTB Eleglide M1 Plus (Testbericht) kosten nur 750 Euro oder weniger. Auch richtig gute City-E-Bikes sind für unter 800 Euro schon erhältlich. Eine gute Übersicht bieten die Top 10: Die besten E-Bikes für die Stadt und Top 10: E-Mountainbike.
Praktisch sind auch E-Klappräder, können sie doch ähnlich wie E-Scooter platzsparend verstaut oder transportiert werden. Das ist insbesondere praktisch in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch bei der Fahrt in den Urlaub oder auf dem Campingplatz. Mehr dazu erklären wir in unserer Top 10: Die besten E-Bikes zum Klappen.
In dieser Kaufberatung zeigen wir die wichtigsten Unterschiede und klären auf, für wen sich welche E-Mobility-Lösung am besten eignet.
Das mag nur unsere etwas spöttische Meinung sein: Wir finden, teilweise wirken Erwachsene auf E-Scootern wie kleine Jungs auf Holzrollern. Vielleicht haben wir uns noch immer nicht an den Anblick gewöhnt.
Auch erwachsene Fahrer auf E-Klapprädern wirken mitunter unproportioniert, ganz besonders, wenn die Radler groß und die E-Klappräder klein sind wie das Himo Z20 Max (Testbericht). Argwöhnische oder despektierliche Blicke treffen den Fahrer jedoch selten.
Fährt man ein klappbares E-Fatbike wie das extravagante Mate X (Testbericht), zieht man dagegen neugierige Blicke geradezu an. Das dürfte vielen Käufern, die mit dem fetten Bike auffallen wollen, aber gerade recht sein. Das trifft auch definitiv auf das Himiway Escape Pro (Testbericht) zu, das wie eine Reinkarnation eines klassischen Mofas aussieht.
Geradezu normal ist die Nutzung eines E-Bikes mit Rädern ab 26 Zoll – egal ob E-MTB, E-Citybike oder E-Gravelbike. Trotzdem sollte dringend darauf geachtet werden, dass der Rahmen zur eigenen Körpergröße passt. Gerade chinesischer E-Bikes tendieren dazu, etwas zu klein zu sein. Der Punkt Optik geht an E-Bikes & E-Klappräder.
Je nach Preiskategorie findet man bei E-Bikes genauso wie bei E-Scootern Modelle mit besserer oder schlechterer Verarbeitung. Dennoch gibt es einen entscheidenden Unterschied. Fahrräder sind seit vielen Dekaden auf dem Markt. Die meisten Komponenten, die so auch in E-Bikes vorkommen, sind technisch ausgereift. So bieten selbst preiswerte E-Bikes überwiegend mechanische Scheibenbremsen, Luftreifen und Gangschaltungen, die bei einem etwaigen Defekt selbst justiert und repariert, oder bei der Fahrradwerkstatt um die Ecke abgegeben werden können.
E-Scooter dagegen sind erst wenige Jahre am Markt und entwickeln sich stetig weiter. Dabei offenbaren vor allem die frühen Modelle Mängel bezüglich ihrer Konstruktion. So hat es sich gezeigt, dass man besser auf einen E-Scooter mit Luftreifen setzen sollte. Hartgummireifen geben die Vibrationen der Straße direkt an den Fahrer, vor allem aber an den E-Tretroller weiter, dessen Bauteile dadurch belastet werden. Außerdem ist es für den Fahrer unkomfortabel. Hier kann eine Federung etwas helfen. Luftreifen haben dagegen den Nachteil, nicht pannensicher zu sein. Sollte der Schlauch mal kaputtgehen, gestaltet sich der Wechsel schwierig. In einigen Fällen ist Spezialwerkzeug nötig.
Auch zeigen sich in einigen Fällen Mängel am Klappmechanismus oder an den Bremsen. Wenn bei einem E-Scooter ein Bauteil defekt ist, muss man sich stets direkt beim Hersteller melden. Eine Fahrradwerkstatt kann nur selten weiterhelfen. Immerhin gibt es mittlerweile Unternehmen, die sich auf die Reparatur von E-Scootern spezialisiert haben.
Klappen können sowohl E-Scooter als auch E-Klappräder. Die Unterschiede bei den Faltmaßen sind jedoch deutlich. So falten die E-Scooter eher lang und schmal, die E-Klappräder sind kürzer, dafür höher und nehmen insgesamt mehr Platz ein. Selbst in kleine Kofferräume passen sie jedoch meistens beide.
Zu beachten gilt: Wer die elektrischen Gefährten zusammengefaltet tragen will, hat es in der Regel beim E-Scooter leichter. Sie wiegen überwiegend 13 bis 17 Kilogramm weniger als E-Klappräder, die gerne trotz kompakter Ausmaße auf über 20 Kilogramm kommen können. Zudem trägt sich ein E-Scooter an der heruntergeklappten Lenkstange recht bequem, E-Klappräder sind unhandlicher und halten meistens nicht so gut zusammen.
Eine Ausnahme bildet hier das sehr gute Blaupunkt Fiene 500 (Testbericht). Vorteil bei beiden Lösungen: Bei der Deutschen Bahn und den allermeisten weiteren öffentlichen Verkehrsmitteln wie S-Bahn, U-Bahn, Tram und Bus gelten sie geklappt als Gepäckstück und kostet im Gegensatz zum klassischen Fahrrad oder E-Bike nicht extra. Zu Stoßzeiten kann jedoch der Transport untersagt sein.
Die Frage nach dem Fahrkomfort beantwortet sich fast von selbst. Denn während man auf einem E-Scooter immer steht, reist man auf dem E-Bike sitzend. Das ist gerade auf längeren Strecken bequemer. Zusätzlich zur sitzenden Position tragen die größeren Luftreifen bei E-Klapprädern zu einer deutlich ruhigeren und entspannteren Fahrt bei.
Zudem muss bei E-Scooter zum Fahren der Gasgriff mit dem Daumen heruntergedrückt werden, auch das ermüdet nach einigen Kilometern. Besser macht das der The Urban #HMBRG (Testbericht), er hat einen Zeigefingerzug. Der Motor von legalen E-Bikes unterstützt den Fahrer nur, wenn er in die Pedale tritt.
Viele Import-E-Bikes erfüllen mittlerweile die Voraussetzungen, um in Deutschland legal als Pedelec über die Straßen rollen zu dürfen. Trotzdem sollte man beim Kauf dringend darauf achten, dass nicht etwas der Motor zu stark ist oder ein Gashebel am Fahrrad montiert wurde. Beschleunigt der Gashebel am E-Bike jedoch nur bis 6 Kilometer pro Stunde wie beim Himiway Cruiser Step-Thru (Testbericht), ist sogar das erlaubt. Mehr dazu in unserem Ratgeber E-Bike-Grundlagen: Antrieb, Akku, Schaltung & Co.
Ein wichtiger Faktor ist die Geschwindigkeit. Denn während E-Scooter auf gemächliche 20 Kilometer pro Stunde beschränkt sind, fahren als Pedelec klassifizierte E-Bikes – ob faltbar oder nicht – bis 25 Kilometer pro Stunde mit Motorunterstützung. Dabei machen 5 Stundenkilometer einen deutlich spürbaren Unterschied aus.
Bremsen funktioniert bei E-Klapprädern in der Regel besser. Mittlerweile bieten selbst preiswerte Modelle mechanische Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrad, teilweise kosten selbst Modelle mich hydraulischen Scheibenbremsen wie das hervorragende Eleglide M2 (Testbericht) nur rund 900 Euro. Bei E-Scooter gibt es nur die Vorgabe, zwei unabhängig voneinander funktionierende Bremssysteme einzubauen. Aber auch hier zeigt sich in den vergangenen Monaten, dass selbst günstige E-Scooter mittlerweile ein brauchbares Bremsverhalten haben.
Auch hier muss sich die Riege der E-Scooter den E-Bikes geschlagen geben. Denn während die E-Scooter mit einer Akkuladung meist zwischen 15 und 35 Kilometer weit kommen, liegt die Reichweite bei E-Bikes eher bei 30 Kilometer aufwärts. Auch Ausnahmen wie der E-Scooter Segway G30D II (Testbericht) mit 40 Kilometern oder das E-Bike Himiway City Pedelec (Testbericht) mit einer Reichweite von bis zu 100 Kilometern zeigen, dass es hier einen signifikanten Unterschied zwischen den Geräteklassen gibt.
Hinzu kommt: Wer unterwegs mit leerem Akku dasteht, muss sich beim E-Scooter umständlich mit dem Fuß vom Boden abstoßen. Beim E-Klapprad fährt man gemütlich über den klassischen Pedalantrieb. Einziger Nachteil im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad: Ein E-Bike ist normalerweise schwerer, was manuelle Fortbewegung ohne Motor anstrengender macht. Hier zeigen wir die E-Scooter mit der höchsten Reichweite.
E-Scooter dürfen unter gewissen Auflagen auf deutschen Straßen fahren, mehr dazu im Ratgeber E-Scooter-Grundlagen. Dafür benötigen sie zusätzlich eine Versicherungsplakette, die jährlich erneuert werden muss. Bei Pedelecs ist keine Plakette nötig. Trotzdem müssen sie gewissen Vorgaben entsprechen.
Aber Achtung: Genauso wie es auf dem Markt viele E-Scooter ohne Straßenzulassung gibt, gilt das Gleiche für E-Bikes. Auch wenn es in den vergangenen Monaten und weniger geworden sind, gibt es noch immer E-Bikes, die so in Deutschland nicht erlaubt sind. Fahren sollte man sie nur auf Privatgelände.
Die günstigsten legalen E-Scooter fangen bei 350 Euro an. Dazu gehört der Doc Green Explorer ESA 1919 (Testbericht), der unter anderem gerne bei Lidl verkauft wird. Auch der Isinwheel E9 (Testbericht) kostet nur 350 Euro und ist sogar noch etwas besser. Ab einer Investition von 500 Euro gibt es den hervorragenden Xiaomi Mi Scooter Pro 2 (Testbericht). Mit aktuell 666 Euro ist der Segway Ninebot G30D II Max (Testbericht) etwas teurer. Trotzdem ist das der E-Scooter mit dem vielleicht besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die günstigsten legalen E-Bikes fangen bei etwa 600 Euro an. Kaum teurer ist das Eleglide M1 Plus (Testbericht). Die gut ausgestatteten E-Citybikes Telefunken Multitalent RC822 (Testbericht) und Eleglide T1 Step-Thru (Testbericht) kostet jeweils etwa 900 Euro. Mit knapp 1600 Euro ist das Fiido C21 (Testbericht) kein Schnäppchen mehr, aber dennoch eine Preis-Leistungs-Empfehlung. Denn das Fiido C21 ist das beste E-Bike aus China, welches wir bisher getestet haben.
Das Ergebnis könnte eindeutiger kaum sein: Wer sich überlegt, eine elektrische Mobilitätslösung zu kaufen, sollte zum E-Bike statt zum E-Scooter greifen. Diese sind haltbarer, schneller, sicherer, lässiger, bequemer und sie fahren mit einer Akkuladung deutlich weiter als E-Scooter. Allerdings muss man für ein E-Bike etwas mehr Geld auf den Tisch legen. Ferner lassen sich E-Scooter auch in der Wohnung oder im Auto platzsparender verstauen und schneller zu besteigen. Wer viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, für den könnte ein E-Scooter mehr Sinn ergeben – oder ein E-Klapprad (Bestenliste) als Alternative.
E-Scooter-affinen Sparfüchsen empfehlen wir den Isinwheel E9 (Testbericht) für unter 350 Euro. Der beste E-Scooter aus unserer Bestenliste hingegen ist der Segway Ninebot G30D II Max (Testbericht), er kostet aktuell 666 Euro.
Ein gutes und dennoch günstiges E-Bike ist das Eleglide M1 Plus (Testbericht) für 750 Euro. Hochwertig und mit 2600 Euro deutlich teurer ist das Urtopia Carbon One (Testbericht). Dafür kommt es mit GPS, eSIM, Karbon-Rahmen und vielem mehr. Empfehlenswerte City-E-Bikes zeigt unsere Top 10: Die besten E-Bikes für die Stadt – Pedelecs ab 700 Euro im Test. Robuste Alternativen fürs Gelände finden sich in der Top 10: E-Mountainbike – das beste E-MTB aus unseren Tests.
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