Moritz Jäger arbeitet als Redakteur fest im Team von TechStage. Themen sind unter anderem Netzwerk, PC-Zubehör, Gaming und TV.
Philipp hat seinen beruflichen Werdegang als Praktikant in einer Werbeagentur begonnen und ist mit verantwortlich für das Design von Bierdeckeln, Werbetafeln und einem Fan-Bus eines großen Fußballvereins. Danach folgte der erste Schritt zum Journalismus: Ein Volontariat bei PC-Zeitschriften, die heute kaum noch jemand kennt - PC Direkt und PC Professionell. Dann folgte ein mehrjähriger Ausflug in die Welt des Marketings, PR-Arbeit und Qualitätsmanagement in einem mittelständischen Handelsunternehmen.
Seit 2015 ist Philipp bei Heise im Team von Bestenlisten aktiv. Hier bringt er auch seine privaten Interessen ein und deshalb für Drohnen, Laser, Balkonkraftwerke, Powerstations und zahlreiche China-Gadgets wie Handwärmer, USB-Lötkolben oder Mini-Taschenlampen zuständig.
Im Garten benötigt man häufig Strom. TechStage zeigt, wie man vernünftige Verlängerungskabel und Gartensteckdosen findet und welche Stromgeneratoren infrage kommen.
Die Outdoor-Leuchten am Beet (Ratgeber), die Basisstation zum Rasenmähroboter (Themenwelt), Kameras und Lampen für draußen, der Hochdruckreiniger (Ratgeber) oder einfach nur fürs Werkzeug zum Pflegen von Rasen und Hecke – Strom kann man überall brauchen. Sicher, die eleganteste Option ist ein Erdkabel samt Verteilerkasten, dann muss man aber einen Graben ausheben und ist auf bestimmte Punkte festgelegt (die man vorab definieren sollte).
Wer sich draußen dauerhaft Steckdosen setzen lassen möchte, der sollte sich dazu einen Elektriker kommen lassen. Strom ist kein Spaß, draußen erst recht nicht. Eine Außensteckdose oder Feuchtraumsteckdose muss andere Anforderungen an den Schutz gegen Wasser und Staub erfüllen.
Einfacher, günstiger und flexibler sind Verlängerungskabel, Kabeltrommel oder Gartensteckdosen, die oberirdisch verlegt sind. Wir zeigen, worauf man beim Kauf achten sollte und wie man mit Solar Orte mit Strom versorgt, die fernab des Stromnetzes liegen.
Elektrische Heckenschere, Vertikutierer oder Rasenmäher, viele Geräte zur Gartenpflege laufen mit Strom. Das macht sie leiser als Benzinprodukte und wer sie mit dem Stromnetz verbinden kann, der zahlt beim Kauf weniger, als wenn er ein Akku-Modell verwendet. Diese Geräteklasse zeichnet aus, dass man sie nicht ständig nutzt, sondern alle paar Wochen oder Monate hervorholt, um damit spezielle Aufgaben zu erledigen.
Da man meist an einem trockenen Tag mit ihnen arbeitet, kann man beim notwendigen Verlängerungskabel etwas großzügiger sein. Ja, es sollte stabil und extra gegen Feuchtigkeit geschützt sein, etwa durch Verschlusskappen, aber es muss im Normalfall keinen Dauerregen aushalten. Wer eine Verlängerung für draußen sucht, der sollte auf eine IP44-Zertifizierung achten. Diese schützt vor Dreck "mit einer Größe von über 1 mm" und vor "allseitigem Spritzwasser". Bei der Länge sollte man ruhig etwas großzügiger sein, lieber hat man fünf Meter zu viel als fünf Meter zu wenig.
Aus leidvoller Erfahrung empfehlen wir für den Außenbereich Kabel in möglichst auffälliger Farbe. Ein schwarzes Kabel, welches am Boden liegt, wird deutlich schneller übersehen als eines in weiß, rot oder orange. Im Eifer des Gefechtes stellt es nicht nur eine Stolpergefahr dar, es ist auch schnell mit Rasentrimmer oder Mäher durchtrennt.
Eine Kabeltrommel steht eine Stufe über dem einfachen Verlängerungskabel. Sie liefert Strom über weite Strecken und besitzt normalerweise mehrere Verteilerdosen, an denen man Verbraucher anschließen kann – etwa die Heckenschere und einen Häcksler (Ratgeber). Neben den klassischen 230-V-Schukosteckern gibt es die Trommeln auch mit CEE-Stecker, wahlweise am Kabel oder an der Trommel. Das macht die Trommeln etwa auf der Baustelle oder beim Camping interessant.
Für den Einsatz im Außenbereich sollte die Kabeltrommel nach IP44 gegen Schmutz und Wasser geschützt sein, die Steckdosen selbst sollten über selbstschließende Deckel verfügen. Bei Kabeltrommeln sollte man auf die Maximalangaben für Watt und Volt achten. Diese unterscheiden sich stark, je nachdem, ob die Trommel aufgewickelt oder komplett abgewickelt ist.
Denn die eng gewickelten Kabel können sonst die entstehende Wärme beim Stromdurchfluss nur schlecht abgeben, im schlimmsten Fall drohen Überhitzung oder gar Brand. Hochwertige Kabeltrommeln haben zwar einen Überhitzungsschutz, der im Notfall die Stromzufuhr unterbricht, soweit sollte man es aber nicht kommen lassen. Es schadet nicht, die Trommel im Zweifel immer komplett abzuwickeln.
Die meisten Kabeltrommeln für die Baustelle haben für den Garten allerdings ein Problem: Es geht zwar ein langes Kabel bis zur Kabeltrommel, danach muss man aber ein Verlängerungskabel verwenden oder die Trommel umständlich mitschleppen. Hier helfen spezielle Gartenkabeltrommeln. Diese sind mehr oder weniger ein Verlängerungskabel, das um eine Kabeltrommel gewickelt ist. Sie eignen sich primär dann, wenn nur ein Gerät betrieben werden soll, etwa der Rasenmäher.
Auch für lange Kabel von der Trommel gilt: Lieber eine auffällige Farbe wählen! So wird die Verlängerung nicht zur Stolperfalle und auch die Gefahr für Beschädigungen mit etwa Gartenwerkzeug sinkt.
Verlängerungskabel und Kabeltrommel eignen sich allerdings nur für die temporäre Nutzung. Mit den Gartensteckdosen schafft man flexible Steckdosen im Garten, die Wind und Wetter trotzen. Damit kann man etwa die Weihnachtsbeleuchtung betreiben, schafft Außensteckdosen im Gartenhäuschen oder versorgt die Basisstation des Rasenmähroboters (Themenwelt) samt einem Outdoor Access Points fürs WLAN (Ratgeber) mit Strom.
Die Geräte sind einfach aufgebaut. Sie unterscheiden sich vom Verlängerungskabel durch ein meist deutlich dickeres, da stärker geschütztes Kabel sowie eine oder mehrere Schuko-Steckdosen. Hier ist ebenfalls IP44 der mindestens notwendige Schutz, oft sind die Steckdosen zusätzlich gesichert. Bekannt sind etwa die Erdspieße von Brennenstuhl, die in den Boden getrieben werden. Alternativ gibt es schön anzusehende Säulen oder Verteilerkästen in Stein-Optik.
Praktisch ist, dass viele der Geräte mehr können, als nur den Strom zu verteilen. Gartensteckdosen von REV oder die Kopp Energiestation besitzen etwa eine Zeitschaltuhr, mit der man eine oder mehrere Steckdosen automatisch ein- oder ausschalten kann. Das ist ideal für Anwendungen, die nicht dauerhaft Strom benötigen, etwa die abendliche Beleuchtung oder einen Brunnen im Garten. Andere Produkte, etwa die Royal Gardineer Gartensteckdose, bringen eine Leuchte mit. Wieder andere Geräte, etwa von Brennenstuhl oder Meross, sind per WLAN mit dem heimischen Netzwerk verbunden und können über Sprachassistenten wie Alexa geschaltet werden.
Wer sich so einen Stromverteiler zulegt, der sollte erneut auf die Kabellänge achten. Lieber etwas mehr, damit man das Kabel sauber verlegen kann, damit niemand darüber stolpert. Idealerweise sollte man den Stecker außerdem geschützt aufstellen, selbst wenn eine IP44-Zertifizierung vorhanden ist. Je weniger die Elemente direkt auf das Gerät einstürmen können, desto besser ist es.
Wer weder Kabel verlegen noch vergraben will, da etwa die Distanzen zu groß sind, der kann seine Verbraucher auch fernab des Stromnetzes mithilfe von Stromgeneratoren versorgen. Neben klassischen mit Benzin oder Gas betriebenen Invertern kommen hier seit etwa zwei Jahren auch mobile Solargeneratoren, die sogenannten Powerstations in Frage.
Vorteil der Stromgeneratoren mit Verbrennungsmotoren ist deren hohe Leistung, die über lange Zeiträume abrufbar ist. Letztlich arbeiten die Geräte, solange ausreichend Brennstoff vorhanden ist. Die Nachteile der Variante sind das hohe Gewicht sowie Lärm und Abgase.
Solar-Generatoren, mobile Stromspeicher mit integrierter 230-Volt-Steckdose, sind hingegen leise, stinken nicht und können per Photovoltaik geladen werden. Damit eignen sie sich auch für Gärten, die komplett ohne Anschluss ans öffentliche Stromnetz sind, unter anderem die Hütte auf dem Land oder der Schrebergarten. Auch fürs Wohnmobil, auf dem Festival oder beim Camping sind die mobilen Steckdosen ein praktischer Stromlieferant. Alternativ können die Geräte auch an der Steckdose oder im Kfz geladen werden.
Die sogenannten Powerstations (Themenwelt) sind in verschiedensten Leistungsklassen verfügbar. Neben kompakten Modellen mit überschaubarer Kapazität von einigen hundert Wh bis hin zur XL-Powerstation Oukitel Abearl P5000 mit 5 kWh (Testbericht) ist hier für jede Anwendung ein geeignetes Modell zu finden. Bei der Leistung sieht es ähnlich aus. Während kleine Powerstations wie die für den Rucksacktransport geeignete Flashfish P66 (Testbericht) gerade einmal 200 Watt leisten, bringen es starke Modell wie die Ecoflow Delta Pro (Testbericht) auf bis zu 3600 Watt, was dann selbst für sehr starke Gartenwerkzeuge ausreichend ist.
Der große Nachteil der Geräte war der bisher sehr hohe Preis. Seit letztem Jahr sind die Powerstations aber deutlich günstiger geworden und so gibt es hier gut ausgestattete Geräte wie die Oukitel P2001 (Testbericht) mit 2000 Watt Leistung und einer Kapazität von knapp 2 kWh ab etwa 1000 Euro. Modelle mit geringerer Kapazität, wie die Ecoflow Delta 2 (Testbericht) mit 1024 Wh und maximal 1800 Watt, gibt es schon ab 850 Euro – kurzfristig gab es das Gerät sogar schon ab 650 Euro. Ab 350 Euro gibt es dann kompakte Modelle wie die EBL MP500 (Testbericht) mit 500 Watt und knapp 500 Wh. Das reicht zwar locker für Bohrschrauber und Kühlbox, für die starke Werkzeuge, braucht es aber mehr Power.
Obwohl diese Lösung noch immer deutlich teuerer ist als etwa das einfache Verlängerungskabel, kann sich die Investition lohnen. Wir benutzen unsere Powerstation privat sowohl in der Freizeit als auch bei allen Arbeiten rund ums Haus. Teures Akkuwerkzeug können wir uns so sparen und auch Kühlbox oder elektrische Luftpumpe fernab des Stromnetzes einsetzen. Zusätzlich hat man so immer eine Mini-Notstromversorgung für den Fall eines Stromausfalls.
Wer mehr zu den Unterschieden der verschiedenen Arten von Stromgeneratoren wissen will, findet im Ratgeber Stromgeneratoren mit Benzin, Gas oder Photovoltaik: Autark ab 185 Euro weitere Informationen. Die besten Solargeneratoren aus mittlerweile über 40 Einzeltests zeigen wir in unserer Top 10 Powerstations: Die besten Stromspeicher für Photovoltaik im Test ab 235 €.
Was, wenn man partout keinen Strom legen kann oder möchte? Dann können Kameras oder Leuchten mit Solar in die Bresche springen. Bei einfachen Wegleuchten etwa gibt es zahlreiche Optionen, die man einfach in den Boden steckt und vergisst. Gleiches gilt auch für LED-Fackeln (Ratgeber), Wandleuchten mit Solar oder für Hausnummern mit Solarbeleuchtung. Bei den Hausnummern mit Photovoltaik sollte man aus eigener Erfahrung lieber etwas mehr Geld investieren, da billige Modelle oftmals nur kurz halten und nicht besonders hell sind. Eine Empfehlung aus wären hier etwa die Hausnummern von Paulmann, welche ein Kollege im Einsatz hat und sehr zufrieden ist.
Diese bringen meist Dämmerungssensoren mit, tagsüber sind die Lampen deaktiviert und laden die Batterie auf. Dazu kommt eine Bewegungserkennung, sodass die Lampe nur dann angeht, wenn sich konkret etwas im Sensorbereich der Lampe tut. Das spart Strom. Dennoch sollte die Lampe so aufgestellt oder befestigt sein, dass sie tagsüber genügend Sonnenstunden abbekommt, um den Akku zu laden. Mehr dazu im Artikel Günstig, hell und autark: Solarlampen & Solarleuchten für außen ab 10 Euro.
Ebenfalls völlig autark vom Stromnetz arbeiten IP-Kameras mit Solarpaneelen, etwa die Ring Spotlight (Testbericht) oder die Reolink Argus 2 (Testbericht). Damit kann man Bereiche im Garten im Blick behalten, die normalerweise nicht einsehbar sind – zumindest, solange es dort WLAN gibt. Wichtig ist dabei allerdings, dass die Solarpaneele nicht direkt an der Kamera sitzen, sondern diese idealerweise über ein Kabel mit Strom versorgen. Dann ist man deutlich flexibler, wenn es um die Positionierung von Kamera und Solar-Panel geht.
Wer die Kameras komplett autark einsetzen möchte, etwa um das Schrebergartenhaus ohne WLAN zu überwachen, der findet auch Solar-taugliche Kameras mit LTE-Modul. Diese bieten Platz für eine LTE-SIM und können Bilder, Videos und Sound übers Mobilfunknetz übertragen. Dazu ist allerdings ein separater Vertrag notwendig, passende Optionen zeigen wir im Ratgeber LTE-Router: Die besten und günstigsten Tarife für mobiles Surfen.
Einfacher und günstiger sind sogenannte Wildkameras. Diese gibt es zwar ebenfalls mit Solar und LTE-Modul, aber häufig reichen schon günstige Modelle ohne Livebild und mit Batteriebetrieb. Mehr dazu im Ratgeber Zeitraffer, Videoüberwachung, Foto-Falle: Das können Wildkameras ab 30 Euro.
Strom im Garten ist essenziell, sei es zum Spaß oder zur Gartenarbeit (was sich nicht ausschließen muss). Wer nur ab und an mäht, der ist mit einer Verlängerung oder einer Gartenkabeltrommel gut beraten. Bei größeren Gärten oder wenn das kleine Grillhäuschen im Garten länger mit Strom versorgt werden soll, lohnt sich eine Outdoor-Kabeltrommel. Für die Leuchten oder um eine feste Anlaufstelle für Strom im Garten zu haben, ist eine Gartensteckdose eine sinnvolle Erweiterung.
Wo immer möglich sollte man Stromkreise nutzen, die durch eigene FI-Schalter von den anderen Kreisläufen im Haus oder Wohnung getrennt sind. Das sorgt für zusätzlichen Schutz, falls die integrierten Sicherheitsfunktionen versagen. Und, wie erwähnt, Außensteckdosen sollte in jedem Fall der Fachmann setzen.
Führt keine Leitung zum Haus oder Camper, dann sind Solar-Generatorten mit passenden Photovolatik-Modulen die richtige Wahl. Sie sind leise und lassen sich problemlos betreiben. Nach der ersten Investition in Powerstation und Solarpaneel fallen sie nicht mehr ins Budget und können so "kostenlos" Strom liefern. Wer auch spontan und über lange Zeit hohe Leistung benötigt, ist allerdings mit einem Benzin-Inverter besser beraten. Weitere Informationen zeigt der Ratgeber Stromgeneratoren mit Benzin, Gas oder Photovoltaik: Autark ab 185 Euro.
Der Artikel ist Teil unserer Themenwelt rund um den Garten. Dort sind noch weitere Artikel erschienen, etwa unser Autark in Gartenhaus oder Schrebergarten, unser Testbericht zu günstigen Häckslern, unsere Topliste zu smarten Bewässerungsanlagen sowie der große Pool-Ratgeber.
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