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Vier Full-HD-Monitore ab 100 € für Spieler im Vergleichstest

Vier Full-HD-Monitore ab 100 € für Spieler im Vergleichstest

Wer mit einem Gaming-Monitor liebäugelt, verliert schnell den Überblick. Unser Vergleich zeigt: Nutzer müssen wissen, was sie wollen.

Die Hersteller für PC-Hardware bieten diverse Gaming-Monitore unterschiedlicher Preisklassen und Qualität an. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Modelle nicht nur beim Display-Typ, sondern auch und vor allem bei der Bildqualität sowie in Hinblick auf die Ausstattung.

Dementsprechend kann die Entscheidung für ein bestimmtes Gerät ganz schön schwerfallen: Teurer ist nicht unbedingt besser, aber Qualität hat trotzdem ihren Preis. Weil sie den Fokus auf Merkmale wie Freesync und Geschwindigkeit bei der Bildrate legen, lohnt sich für die meisten Gamer der Kauf eines dedizierten Monitors aber durchaus.

Um die Kaufentscheidung für einen möglichst optimalen Bildschirm zu erleichtern, gehen wir in unserem Vergleichstest auf die wichtigsten Auswahlkriterien für Gaming-Monitore ein und fassen die Ergebnisse der Einzeltests folgender vier Geräte zusammen:

Freesync -Support

Alle Geräte in unserem Test unterstützen AMDs Freesync-Technologie. Der Strix X248Q von Asus besitzt außerdem eine G-Sync-Zertifizierung. Die einzelnen Geräte unterscheiden sich in Bezug auf Freesync vor allem auf die unterstützte Bildrate, von der die Technologie abhängt.

Weil Freesync zur Verringerung von Tearing (Artefakten im Bild) die Bildfrequenz der Grafikkarte mit derjenigen des Monitors abstimmt, bestimmt die Frequenz des Monitors, über welche Bandbreite Freesync funktioniert. Je größer das Frequenzspektrum des Monitors ausfällt, desto besser.

Das Modell 24MK430H-B von LG weist in dieser Hinsicht die niedrigsten Werte auf: Die Bildfrequenz liegt hier zwischen 48 und 75 Hertz. Fällt die Bildrate der Grafikkarte unter 48 Hertz, funktioniert auch Freesync nicht mehr. Wegen der geringen Bandbreite der Bildfrequenz unterstützt dieser Monitor auch nicht AMDs „Low Framerate Compensation“, mithilfe derer Freesync auch noch in geringeren Bildfrequenzen aktiv bleibt.

Auch Samsungs C24FG73 bietet keine Low Framerate Compensation, trotz besserer Bildrate von 70 bis 144 Hertz. Dieser Monitor verfügt über zwei unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten bei der Bildfrequenz, die sogenannte Standard-Engine mit 90 bis 144 Hz und die Ultimate Engine mit 70 bis 144 Hz. Das Hauptproblem der Ultimate Engine: Hier kommt es möglicherweise zu einem verstärkten Bildflackern. Damit eignet sich der Monitor von Samsung nur in Paarung mit einer leistungsfähigen Grafikkarte, die hohe Bildraten bewerkstelligen kann.

Im Gegensatz zu den beiden Geräten von Samsung und LG unterstützt der C24G1 von AOC die Low Framerate Compensation von AMD und bietet mit 48 bis 144 Hz die zweitbeste Bildfrequenz in unserem Vergleichstest. Der Vorteil: Selbst wenn die Bildrate der Grafikkarte unter 48 Hz sinkt, funktioniert Freesync trotzdem. Demgegenüber eignet sich dieser Monitor mit 144 Hz auch für schnellere PC-Spiele.

Noch besser geht es nur bei Asus' Strix X248Q: Das Modell unterstützt neben G-Sync auch Freesync und bietet eine Bildfrequenz von 48 bis 240 Hz. Dank dieser großen Bandbreite bei der Bildrate greift auch hier AMDs Low Framerate Compensation, sodass dieser Monitor maximal unabhängig von Spielen und der genutzten Grafikkarte funktioniert.

Reaktionsrate und Bildqualität

Die Reaktionszeit stellt für viele Gamer eines der entscheidenden Kriterien bei der Auswahl eines Monitors dar – und hier kommen erstmals die unterschiedlichen Display-Typen unserer Testgeräte zum Einsatz. Denn die Geräte von Samsung und AOC besitzen ein VA-Panel, während das Modell von Asus mit einem TN-Panel und das von LG mit einem IPS-Panel daherkommen.

Im direkten Vergleich zieht LGs 24MK430H-B gegenüber den anderen Modellen deutlich den Kürzeren. Mit fünf Millisekunden besitzt dieses Modell die längste Reaktionszeit, was sich bereits bei niedrigen Wiederholungsraten optisch bemerkbar machte: Sichtbares Ghosting trat hier bereits ab 400 Pixeln pro Sekunde auf. Besonders ärgerlich: Sogar beim Scrollen auf Webseiten wie etwa AMDs Freesync-Promo-Seite flimmerte das Bild.

Die Geräte von Samsung und AOC schnitten diesbezüglich besser ab: Beide Modelle verfügen über eine native Reaktionszeit von vier Millisekunden, die sie aber mithilfe der MPRT-Technologie (Moving Picture Response Time) auf eine Millisekunde reduzieren sollen. Zusammen mit MBR (Motion Blur Reduction) verringern sich Ghosting- und Bewegungsunschärfe-Effekte, versprechen die Hersteller.

In der Praxis zeigt sich allerdings, dass die Hersteller dieses Versprechen nur bedingt einlösen können und eine Millisekunde Reaktionszeit mit MPRT eben nicht einer echten Reaktionszeit von einer Millisekunde gleichkommt. Denn bei beiden Geräten sind ab Werten von etwa 1200 Pixeln pro Sekunde Ghosting-Effekte sichtbar.

Darüber hinaus wirkt sich MPRT deutlich wahrnehmbar auf die Helligkeit des Displays aus, und zwar besonders bei AOCs C24G1. Auf der höchsten MPRT-Einstellung reduziert sich die Helligkeit des Geräts, nämlich von 221,5 cd/m² auf 58,8 cd/m². Bei derart niedrigen Werten zeigt der Bildschirm Weiß dann als Grau an.

Die Auswirkungen von MPRT auf die Helligkeit des Displays fallen bei Samsungs C24FG73 nicht ganz so extrem wie bei AOC, aber trotzdem spürbar aus: Ohne MPRT liegt der Helligkeitswert bei 274,56 cd/m², mit vollem MPRT sinkt er auf 183,56 cd/m². Hier bleibt Weiß aber tatsächlich noch Weiß.

Der letzte Monitor in unserem Vergleichstest, der Asus Strix X248Q, besitzt als einziges Gerät ein TN-Panel und damit eine native Reaktionsrate von einer Millisekunde. Das kommt dem Bildschirm insbesondere bei schnellen Spielen wie Ego-Shootern zugute, wo der Strix als einziges Display im Test vollumfänglich überzeugen konnte.

Während der Strix X248Q von Asus im Vergleich mit den drei übrigen Geräten unseres Tests bei der Reaktionszeit und der Freesync-Unterstützung am besten abschneidet, machen sich in Bezug auf Kontrast und Farben die Nachteile des TN-Panels gegenüber den VA-Displays bemerkbar. Zwar überzeugte der Strix X248Q im Gamma-Test bei den dunkleren Farben – die ganz hohen RGB-Bereiche stellte das Gerät aber nicht mehr korrekt dar.

Allerdings trumpfte der Strix im Test mit den besten Helligkeitswerten auf, die sich dank der ASCR-Technologie (Asus Smart Contrast Ratio) auf 377,67 cd/m² steigern ließen. Beim Kontrast erreichte dieses Gerät einen Maximalwert von 1119,8:1 – damit bewegt sich der Strix im unteren Bereich vor LGs 24MK430H-B mit 1000:1 und hinter Samsungs C24FG73 mit 1723:1 sowie AOCs C24G1 mit 2938,9:1 (bei maximalem MPRT).

Die beiden Monitore von Samsung und AOC liegen im Vergleich der Farb- und Kontrastwerte etwa gleich auf. Sowohl der C24FG73 als auch der C24G1 überzeugen im Gammatest und zeigen fast alle Farbbereiche korrekt an. Samsungs Bildschirm schwächelt leicht im oberen Helligkeitsbereich, während sich bei AOCs Gerät lediglich hohe MPRT-Werte negativ auf die Farbdarstellung auswirkten.

Der LG 24MK430H-B liefert demgegenüber beim Gamma-Test das schwächste Ergebnis. Insbesondere dunkle Farben beschränkten sich auf mittlere RGB-Bereiche, besonders helle und dunkle Segmente konnte der Monitor hingegen nicht mehr darstellen.

Verarbeitung und Bedienung

Bildqualität und Reaktionsrate gehören zwar zu den primären Auswahlkriterien, wenn es um Gaming-Monitore geht. Allerdings spielen für die Kaufentscheidung unter Umständen auch Verarbeitung und Bedienbarkeit eine Rolle – und die fallen bei allen Geräten unterschiedlich aus.

Das Gerät von LG verfügt über die unspektakulärste Ausstattung. Der 24MK430H-B ist solide verarbeitet, bietet aber kaum Möglichkeiten zur ergonomischen Anpassung. Zwar lässt sich der Neigungswinkel des Displays verändern, allerdings existiert keine Option zur Verstellbarkeit der Höhe. Immerhin überzeugt LGs Gerät mit einer intuitiven Bedienung sowie einem geringen Strombedarf von 23,6 Watt.

Samsungs C24FG73 erlaubt hingegen die stufenlose Verstellung der Höhe und lässt sich außerdem um 90 Grad drehen sowie nach allen Seiten kippen. Die Bedienung funktioniert ähnlich übersichtlich wie bei LG. Allerdings fiel uns der aus Plastik gefertigte und etwas billig wirkende Standfuß negativ auf. Der Strombedarf des Geräts liegt mit 34,4 Watt deutlich über dem LG-Monitor, bewegt sich aber noch im akzeptablen Rahmen.

Der AOC C24G1 hat uns im Test in Bezug auf Verarbeitung und Bedienung am besten gefallen. Zwar nimmt der Monitor mit seinem ausladenden Standfuß recht viel Platz ein, dafür hat der Hersteller sich aber für ein Gehäuse aus Metall entschieden, in dem auch der Standfuß verarbeitet ist. Darüber hinaus lässt sich der Bildschirm umfangreich in Neigung und Höhe verstellen und bietet eine besonders schmale Display-Umrandung, die die Positionierung mehrerer Displays nebeneinander ermöglicht. Der Strombedarf des Geräts lag im Normalbetrieb bei 22,5 Watt – der niedrigste Wert aller Testgeräte.

Obwohl der Asus ROG Strix X248Q als teuerstes Gerät ins Rennen geht, verzichtet der Hersteller enttäuschenderweise ähnlich wie LG auf eine Höhenverstellbarkeit. Asus setzt bei der Verarbeitung auf eine Kombination aus Plastikgehäuse und Metallstandfuß. Die filigrane Plastikabdeckung an der Rückseite des Geräts fiel uns hier negativ auf. Als besondere Dreingabe verfügt der Asus-Monitor als einziges Gerät im Test über eine RGB-Beleuchtung im Standfuß – die erachten wir aber allenfalls als nettes Gimmick, das die Kaufentscheidung nicht beeinflussen sollte, zumal sie auch den Strombedarf des Geräts nach oben treibt. Der lag nämlich auf maximaler Helligkeit bei 34,8 Watt und mit aktivierter Beleuchtung bei 35,5 Watt.

Fazit

Bei der Wahl eines Gaming-Monitors müssen Spieler im Vorfeld ihrer Kaufentscheidung diverse Fragen klären, darunter:

  • Wie groß ist das vorhandene Budget?
  • Wofür will ich den Bildschirm nutzen? Hauptsächlich für schnelle Gaming-Titel? Oder vielleicht auch zur Bildbearbeitung oder zum Videostreaming?
  • Welche Zusatzausstattung muss das Gerät auf jeden Fall mitbringen? Wie viel Wert lege ich auf verstellbare Höhe und ergonomische Anpassungsmöglichkeiten?

Von allen vier Geräten unseres Vergleichstests ist der 24MK430H-B von LG das günstigste Modell – und das merkt man deutlich. Zwar kostet der Bildschirm gerade einmal rund einhundert Euro, allerdings müssen Käufer bei der Bildqualität ordentlich Abstriche machen. Trotz Freesync-Support eignet sich der Monitor wegen der mageren Bildwiederholungsfrequenz und der hohen Reaktionszeit nur bedingt zum Spielen und ist daher nur als absolutes Einsteigergerät für Gamer mit beschränktem Budget zu empfehlen.

Die beiden Monitore von AOC und Samsung liegen im Test etwa gleichauf und kombinieren verschiedene Vorteile zu einem runden Gesamtpaket. Sowohl der C24G1 von AOC als auch der CF24FG73 eignen sich für Gamer, die ihren Monitor nicht ausschließlich zum Zocken, sondern auch anderweitig nutzen möchten. Die Entscheidungsgründe für beziehungsweise gegen eines der beiden Modelle liegt im Detail: Samsungs Monitor bietet insgesamt die höheren Helligkeitswerte, während AOCs Monitor in Sachen Verarbeitung, Bedienbarkeit und Strombedarf vorne liegt. Für uns sichert sich das Gerät von AOC deshalb den Titel des Preis-Leistungs-Siegers.

Der ROG Strix X248Q von Asus stellt das kompromissloseste Gerät in unserem Vergleichstest dar: Geschwindigkeit liegt bei diesem Monitor im Fokus, alles andere spielt eine untergeordnete Rolle. Der Asus-Bildschirm verfügt als einziges Testgerät über eine native Reaktionsrate von einer Millisekunde und punktet auch ansonsten mit hoher Spieletauglichkeit. Allerdings kostet das Gerät mitsamt einer überflüssigen RGB-Beleuchtung auch mit Abstand am meisten von allen Monitoren unseres Vergleichstests.