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Vier Überwachungskamera-Sets im Vergleich

Vier Überwachungskamera-Sets im Vergleich

Arlo, Abus, Blink und Inkovideo bieten unterschiedliche Ansätze für ihre Überwachungskameras. Wir testen die Kamerasets und vergleichen ihre Praxistauglichkeit.

Wer sich eine Überwachungskamera zulegen möchte, hat als Kunde sprichwörtlich die Qual der Wahl. Es gibt nicht nur eine Vielzahl von Herstellern jeder Couleur, sondern auch ganz unterschiedliche Konzepte auf dem Markt. Wir haben in den vergangenen Wochen Kamerasets von Abus, Blink, Arlo und Inkovideo in ausführlichen Einzeltests untersucht. In diesem Artikel werden wir die dahinterstehenden Konzepte miteinander vergleichen.

Das gesamte Testfeld im Überblick: Abus (hinten links), Inkovideo (hinten und vorne rechts), Arlo (vorne links) und Blink XT (vorne mittig).

Für Kaufinteressenten muss das Kamerakonzept zum eigenen Anwendungszweck passen. Das ist im Zweifel wichtiger als die Entscheidung für eine bestimmte Marke. Mit der Ausnahme von Amazon, welches mit dem Blink-System nur eine einzige Kamerafamilie im Angebot hat, haben alle anderen Hersteller eine breitgefächerte Produktpalette. In diesem Artikel werden wir daher die generellen Unterschiede zwischen den von uns getesteten Lösungen von Abus (Einzeltest), Amazon Blink (Einzeltest), Arlo Pro 2 (Einzeltest) und Inkovideo (Einzeltest) herausarbeiten.

Kurzüberblick: Abus, Arlo, Blink und Inkovideo

Die funktionalen Unterschiede zwischen den Kamerasets der einzelnen Anbietern sind erheblich. Zur Orientierung vorab daher eine Kurzübersicht mit den wesentlichen Merkmalen der getesteten Kamerasets.

Das Kamerasystem von Abus besteht aus IP-Rekorder und zwei Domekameras (WLAN & LAN). Durch den modularen Aufbau ist das System auch durch andere als die mitgelieferten Kameras vielfältig erweiterbar.

Abus Security Center TVVR36320D (Kaufpreis ~400 Euro)

Das Set von Abus besteht aus einem IP-Rekorder und zwei Kameras. Die Kameras bindet man entweder über das WLAN oder per LAN-Kabel an, sie benötigen Strom aus dem Netz oder per PoE. An den IP-Rekorder kann man einen Monitor und eine Maus anschließen. Alternativ ist der Zugriff via PC per Webbrowser oder über die App möglich. Der optionale Zugriff über das Internet erfolgt via DynDNS auf die einzelnen Geräte im lokalen Netzwerk. Abus stellt ein Webportal für die Einrichtung von DynDNS bereit, es gibt aber keine echte Cloud-Lösung, um beispielsweise Videos in der Cloud zu speichern. Zum Testbericht des Abus Security Centers.



Arlo Pro 2 (Kaufpreis ~500 Euro)

Das Set von Arlo besteht aus einer Basisstation und zwei WLAN-Kameras. Die Kameras sind für Akkubetrieb optimiert, eine Stromversorgung per Kabel ist ebenfalls möglich. Auf die WLAN-Kameras und gespeicherte Videos greift man entweder per mobiler App oder über das Arlo-Webportal zu. Die Arlo-Cloud ist ein integraler Bestandteil des Systems, der kostenlose Basistarif ist im Kaufpreis schon enthalten. Erst mit einem zusätzlichen Abonnement für einen kostenpflichtigen Tarif kann der Kunde allerdings den vollen Funktionsumfang des Arlo-Systems nutzen. Zum Testbericht der Arlo Pro 2 .

Das Kameraset von Blink _XT besteht aus dem Sync-Modul und zwei Kameras. Eine Erweiterung ist nur durch kompatible Blink Kameras möglich.

Blink XT System (Kaufpreis ~320 Euro)

Das Set der Amazon-Tochter besteht aus zwei WLAN-Kameras und einem Sync-Modul. Die Kameras sind für Batteriebetrieb optimiert, eine Stromversorgung per Kabel ist auch möglich. Auf die WLAN-Kameras und gespeicherte Videos greift man ausschließlich per App zu. Die Amazon-Cloud ist ein integraler Bestandteil des Blink-Systems und im Kaufpreis schon enthalten. Kostenpflichtige Tarife für Blink gibt es nicht. Zum Testbericht des Blink XT.

Das Kamerasystem von Inkovideo besteht aus dem IP-Rekorder mit integriertem Monitor und zwei Kameras. Mit anderen Kameras aus dem Inkovideo-Sortiment ist dieser Rekorder nicht kompatibel was die Erweiterungsmöglichkeiten einschränkt.

Inkovideo INKO-WM-132 (Kaufpreis ~220 Euro)

Das Set von Inkovideo besteht aus einem IP-Rekorder mit integriertem Monitor und zwei Kameras. Die Kameras bindet man entweder über das WLAN oder über LAN-Kabel an, sie benötigen Netzstrom. Der IP-Rekorder kann lokal mit der Maus bedient werden. Ein Zugriff per App oder via Browser ist ebenfalls möglich. Für den Remotezugriff über das Internet stellt Inkovideo ähnlich wie Abus ein entsprechendes Webportal bereit welches die P2P-Funktionen des IP-Rekorders nutzt. Eine echte Cloud-Lösung gibt es bei Inkovideo ebenso wenig wie bei Abus. Zum Testbericht des Inkovideo-Sets.

Im folgenden Text werden wir uns einigen Punkten, die für die Kaufentscheidung wesentlich sind, im Detail widmen.

Erweiterbarkeit des Systems

Alle getesteten Kamerasets sind als Einsteigersets mit zwei mitgelieferten Kameras konzipiert und lassen sich auf mindestens vier Kameras erweitern. Inkovideo und Abus zeigen hier was minimal und maximal möglich ist: Inkovideo ist auf maximal vier Kameras beschränkt, bei Abus kann man ein mächtiges System aus 256 IP-Rekordern mit insgesamt 1024 Videokanälen aufbauen.

Bei Arlo und Blink ist der Kauf weiterer Kameras einfach, weil es in beiden System vergleichsweise wenig Auswahl gibt. Man kauft einfach noch weitere Kameras des gleichen Typs dazu und fertig. Bei Inkovideo muss man allerdings aufpassen: Das von uns getestete Set INKO-WM-132 braucht spezielle Kameras, die nur auf Nachfrage beim Hersteller erhältlich sind. Wer das System voll ausnutzen möchte, sollte also direkt beim Kauf das Set mit vier Kameras wählen.

Nur bei Abus lässt sich der IP-Rekorder mit einer Vielzahl verschiedener Kameras aus dem hauseigenen Sortiment kombinieren. Man kann hier beispielsweise eine Kamera mit PTZ-Funktion nachrüsten. PTZ-Kameras sind im Gegensatz zu den mitgelieferten Kameras schwenkbar.

Inkovideo hat ähnliche modulare Kombinationen im Angebot, allerdings sollte man dann einen IP-Rekorder wie den NVR-4004HD (~280 Euro) mit entsprechenden Kameras statt des von uns getesteten Komplettsets INKO-WM-132 kaufen.

Alle hier besprochenen Systeme sollten für den Bedarf eines normalen Privatanwenders ausreichen. Wer allerdings jede einzelne Komponente seines Systems individuell abstimmen möchte, fährt mit einem modularen System wie von Abus am besten.

Die richtige Kamera wählen

Die Frage nach der richtigen Kamera stellt sich bei den von uns getesteten System nicht direkt, weil sie ohnehin als Komplettlösungen mit Kameras für den Indoor- und Outdoorbereich verkauft werden. Bevor man voreilig zum Komplettset greift, sollte man sich aber gut überlegen, ob die im Paket enthaltenen Kameras wirklich den eigenen Ansprüchen genügen.

Spürbare Unterschiede gibt es im Bildwinkel, den die Kameras mit ihren Objektiven abdecken. Den kleinsten Bildwinkel hat Inkovideo mit 94 Grad, während es bei Arlo Pro 2 satte 130 Grad sind. Es hängt entscheidend von der Kameraplatzierung ab, mit welchem Bildwinkel man am besten fährt. Im Außenbereich empfiehlt sich generell eher ein gemäßigter Winkel, während in beengten Innenräumen ein möglichst großer Bildwinkel von Vorteil ist. Allein deswegen sind die beigelegten Kameras, welche für beide Bereiche gedacht sind immer ein Kompromiss. Unter den Testgeräten erlaubt nur Abus den Einsatz verschiedener Kameras. Bei Blink XT, Arlo 2 und Inkovideo ist man auf einen Kameratyp und damit ein Objektiv festgelegt. Die gute Nachricht: IR-LEDs für Nachtaufnahmen sind inzwischen fast überall Standard.

Wer optimale Bildergebnisse haben möchte, sollte die Platzierung der Kameras schon vor dem Kauf genau planen und dann eine zum eigenen Bedarf passende Kamera auswählen. Wer gute Bilder haben möchte, sollte bei eine möglichst hochwertige und möglichst hochauflösende Kamera wählen. Die Auflösung sollte mindestens Full-HD betragen, das ist inzwischen Standard. Für den lokalen Betrieb gibt es auch 4K-Modelle, die aber wesentlich höhere Anforderungen an Bandbreite und Speicherkapazität stellen.

Dauerüberwachung

Wer eine 24/7-Dauerüberwachung mit entsprechender Videoaufzeichnung benötigt, braucht eine Kamera die lokal Videos auf Festplatte aufzeichnet. Inkovideo und Abus bieten entsprechende Lösungen. Selbst stark komprimierte Videos fressen ordentlich Bandbreite während der Übertragung und sie belegen erheblichen Speicherplatz. An diesen beiden Faktoren scheitert zumindest bisher noch die Cloud. Eine lückenlose Videoaufzeichnung in der Cloud bieten daher weder Arlo noch Blink. 24/7-Dauerüberwachung gibt es bis auf Weiteres nur bei lokaler Speicherung auf Festplatte.

Für diesen Anwendungszweck empfiehlt sich auch lokaler Monitor. Bei Inkovideo ist der Monitor in den IP-Rekorder fest integriert, bei Abus kann man ihn per HDMI anschließen. Vorteil Abus: Man kann sich den passenden Monitor selbst aussuchen. Das würde man sich bei Inkovideo ebenfalls wünschen, das verbaute Display konnte im Test wenig überzeugen. Davon abgesehen gefällt das kompakte Design bei Inkovideo. Der komplette IP-Rekorder inklusive Festplatte findet nämlich in der Monitorrückwand Platz.

Für eine dauerhafte Überwachung ist der Fernzugriff, egal ob per App oder per Browser, unseres Erachtens nicht die erste Wahl. Apps sind funktional limitiert und der Webzugriff war zumindest bei den von uns getesteten Geräte nicht so stabil, dass wir hier zu einem Dauereinsatz raten würden. Der lokale Zugriff am IP-Rekorder ist immer noch die stabilste Lösung.

Vor- und Nachteile der Cloud

Die Cloud-Lösungen von Arlo und Blink setzen auf eine anlassbezogene Videoüberwachung. Die Kameras werden nur bei bestimmten Anlässen aktiviert, beispielsweise, wenn die eingebauten Bewegungsmelder eine Bewegung erkennen. Das ist für stark frequentierte Umgebungen, etwa Ladengeschäfte, nicht geeignet, wohl aber schwach frequentierte Umgebungen wie die eigene Wohnung. Diese möchte man in der Regel nicht rund um die Uhr überwachen, es reicht, wenn man in Abwesenheit einen Alarm bekommt, weil beispielsweise ein Einbruch erkannt wird und die Kamera dann aufzeichnet. Die Aufnahmedauer der Kamera ist durch die Cloud naturgemäß begrenzt.

Dafür sind die Aufnahmen in der Cloud besser vor Einbrechern geschützt als im IP-Rekorder in der Wohnung. Den können die Diebe nämlich einfach mitgehen lassen und dann sind alle Videoaufnahmen futsch. Bei Abus kann man aber jede Kamera einzeln mit einer Speicherkarte für ein lokales Backup ausstatten.

Für eine anlassbezogene Videoüberwachung reicht eine Cloud-Lösung vollkommen aus. Durch den Einsatz der Cloud braucht man am Einsatzort keine leistungsfähige Hardware. Die Kameras müssen nur ihre Daten in die Cloud senden, die restliche Verarbeitung wird auf den Servern vom Hersteller erledigt.

Apropos Daten senden: Unser Eindruck war, dass Arlo und Blink die Videodaten für den Upload in die Cloud übermäßig komprimieren, um Bandbreite zu schonen. Den Eindruck vermitteln insbesondere die Screenshots. Die beste Bildqualität im Test hatte Abus und dieser Anbieter setzte auf lokale Datenspeicherung.

Im Gesamtpaket waren die waren die Cloud-Lösungen von Arlo und Blink im Test benutzerfreundlicher als die Kamerasets von Abus und Inkovideo welche auf die Cloud verzichten.

Ein genereller Nachteil aller Cloud-Lösungen besteht darin, dass man seine Videos immer mit dem Anbieter teilt. Ob und was er damit auf seinen Servern macht, entzieht sich weitestgehend der eigenen Kontrolle. Als Anwender ist man überdies komplett abhängig vom Anbieter. Wenn der Anbieter die Server abschaltet oder technische Probleme hat, ist die Kamera beim Anwender komplett nutzlos.

Die Nachteile der Cloud zeigten sich schon im praktischen Einsatz während des vergleichsweise kurzen Testzeitraums. An einem Tag waren beispielsweise im Arlo-Webportal die gespeicherten Videos nicht mehr aufgelistet. Die komplette Bibliothek schien komplett leer zu sein. Auch über die App war kein Zugriff auf die Videos möglich. Erst am nächsten Tag waren die Videos dann wieder in der Bibliothek zu sehen.

Es gab bei Arlo aber auch einen schweren grundsätzlichen Mangel. Der zeigte sich, als wir nach dem Test die Benutzerkonten und die damit verbundenen Videobibliotheken bei Blink und Arlo auflösen wollten. Bei Blink war das eine unkomplizierte Sache und mit wenigen Klicks erledigt. Aus Sicherheitsgründen kann man dann mit der gleichen Mailadresse bei Blink kein neues Benutzerkonto anlegen. Das ist aber auch die einzige und durchaus akzeptable Einschränkung. Bei Arlo hingegen kann der Benutzer sein Konto gar nicht selbst auflösen! Stattdessen muss man den Support hierfür um Unterstützung bitten und hoffen, dass der dann auch tätig wird. Dies wird in entsprechenden Foren als sehr mühselig beschrieben und das können wir bestätigen. Auf unsere Löschanfrage an den Arlo-Support haben wir nie eine Antwort erhalten. Datensouveränität gesteht zumindest Arlo seinen Anwendern ganz offensichtlich nicht zu.

Flexibilität vs. Zuverlässigkeit

Bei der Auswahl eines Kamerasets muss man sich zwischen Flexibilität und Zuverlässigkeit entscheiden. Besonders flexibel einsetzbar sind die batterie- bzw. akkubetriebenen WLAN-Kameras von Arlo und Blink. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch muss man hier nur selten Batterien wechseln oder Akkus laden. Um eine Kamera mit permanenter Stromversorgung braucht man sich nach der Installation aber gar nicht mehr zu kümmern, was vergleichsweise angenehmer ist.

Als Backup für Katastrophen taugen die batteriebetriebenen Kameras ohnehin nicht. Auch Arlo und Blink brauchen Strom für ihre Basisstationen und die Internetverbindung. Eine funktionierende Stromversorgung ist somit für alle getesteten Kameras unverzichtbar.

Ähnliches gilt für die Wahl zwischen WLAN und LAN. Beides funktioniert, aber wir würden im Zweifel immer einer LAN-Verbindung den Vorzug geben. Unter normalen Umständen ist ein Netzwerkkabel weniger anfällig gegen Störungen als eine WLAN-Verbindungen, außerdem lassen sich hierüber höhere Datentransferraten realisieren. WLAN würde wir dann einsetzen, wenn eine LAN-Verbindung aus baulichen Gründen nicht praktikabel ist.

Die unkomplizierte Montage bei Arlo und Blink hat leider den entscheidenden Nachteil, dass man die Kamera mit einem Handgriff abpflücken kann. Somit eignen sie sich nicht für Einsatzgebiete, die öffentlich zugänglich sind. Zum Vergleich: Um eine Abus-Kamera zu entwenden müsste man erst einmal den Kameradeckel mit drei Torx-Schrauben lösen und dann das Unterteil mit drei weiteren Schrauben von der Wand lösen.

Kurz gesagt: Flexibilität ist immer dann toll, wenn man sie tatsächlich braucht. Für einen möglichst störungsfreien und wartungsarmen Dauerbetrieb würden wir die altmodische Festmontage mit Verkabelung bevorzugen.

Bedienung: App, Webportal, PC Client

Das Kameraset von Blink XT ist das einzige, welches man ausschließlich per mobiler App bedienen kann. Der Vorteil dieser schlanken Lösung: Hier findet man auch alle Funktionen zentral an einem Ort.

Arlo bietet zusätzlich ein gut gemachtes Webportal, welches zur App weitgehend aber nicht komplett funktionsidentisch ist. Das Arlo Webportal ist eine echte Cloudlösung und wird von Arlo gehostet.

Noch mehr Vielfalt aber eben auch Anwenderverwirrung gibt es bei Inkovideo und Abus. Hier kann sich der Anwender zwischen dem lokalen Zugriff auf den IP-Rekorder, einer Mobil-App oder dem Remotezugriff auf den IP-Rekorder per Browser entscheiden. Der IP-Rekorder stellt hierfür lokal eine Weboberfläche bereit. Der Remotezugriff kann per DynDNS über das Internet erfolgen. Funktional identisch sind die unterschiedlichen Zugriffsmethoden in keinem Fall. Als Anwender muss man sich zudem mit einer jeweils anderen GUI vertraut machen. Hinzu kommt, dass sowohl Inkovideo als auch Abus beim Browserzugriff auf veraltete Techniken wie statische Webseiten, Internet Explorer und ActiveX setzen. Eine vollwertige Clientsoftware gibt es bei keinem Hersteller. Abus liefert als einziger Anbieter überhaupt einen PC Client, der kann aber wenig mehr als die Weboberfläche der Geräte starten.

Aus Anwendersicht ist diese Vielfalt an Zugriffsmethoden unseres Erachtens eher verwirrend. Zumal der Nutzen von mehreren oft gleichermaßen halbherzig gewarteten Zugriffsmethoden fraglich ist. Es wäre besser, konsequent auf eine einheitliche responsive Weboberfläche mit voller Funktionalität zu setzen. Diese könnte man mit jedem halbwegs modernen Gerät bedienen. Bisher ist aber noch keiner der getesteten Anbieter in der Lage etwas Entsprechendes zu liefern.

Ein durchgehend anwenderfreundliches Setup und eine entsprechende Bedienung bieten im Testfeld nur Blink XT und Arlo. Inkovideo und Abus richten sich insoweit eher an technikaffine Nutzer.

Fazit

Privatanwender die unkompliziert in die Materie hineinschnuppern wollen, fahren unseres Erachtens mit Arlo 2 und Blink XT am besten. Das Setup und Montage sind in beiden Fällen sehr anwenderfreundlich gelöst. Weil in beiden Fällen die Kameras ohne Netzstrom funktionieren, ist die Kameraplatzierung auch sehr flexibel. Für Mietwohnungen oder wechselnde Einsatzorte ist das ideal. Wer nicht ständig Batterien wechseln und Akkus laden möchte, sollte sich aber auf wenig frequentierte Einsatzorte beschränken und die Kameras nur bei Bedarf aktivieren. Funktional ist Arlo gegenüber Blink in allen Belangen besser aufgestellt. Allerdings kann man vieles bei Arlo nur nutzen, wenn man einen kostenpflichtigen Tarif mit entsprechenden Folgekosten abonniert.

Das Set von Inkovideo ist eine gute Lösung für die Dauerüberwachung eines kleinen Geschäfts, wie beispielsweise eines Kiosks. Der IP-Rekorder mit integriertem Monitor ist so kompakt, dass man ihn problemlos neben die Kasse stellen kann. In Verbindung mit den wenig eleganten aber gut sichtbaren Kameras hat das schon eine Abschreckungswirkung. Qualitativ muss man natürlich auf allen Ebenen Abstriche machen, dass ist bei dem niedrigen Preis aber auch nicht anders zu erwarten.

Das Kameraset von Abus richtet sich an Hausbesitzer oder etwas größere Geschäfte, wenn eine 24/7-Überwachung gewünscht ist. Abus braucht etwas mehr Stellfläche für den IP-Rekorder und den Monitor, dafür bekommt man hier eine vielfältig erweiterbare modulare Lösung. Die Einrichtung des Systems ist bei Abus zwar nicht unbedingt selbsterklärend, aber das macht man – beziehungsweise der damit beauftragte Dienstleister – ja auch nur einmal.

Kurz gesagt: Wir können alle getesteten Kamerasets empfehlen, aber jeweils für unterschiedliche Einsatzzwecke.