Die 1More Fit SE überraschen als kompakte Open-Ear-Kopfhörer mit gutem Klang und langer Akkulaufzeit. Kleine Abstriche sind jedoch zu machen.
Der überwiegende Großteil von Kopfhörern, die es heutzutage so zu kaufen gibt, orientiert sich an einem der drei üblichen Formate: Over-Ear, On-Ear und In-Ear. Selten kommt es vor, dass uns Mischungen oder ganz neue Formate über den Schreibtisch zum Testen wandern. Beim 1More Fit SE ist das mal wieder der Fall. Die Kopfhörer begeistern mit einer relativ selten gesehenen, aber nicht weniger sinnvollen Art des Musikgenusses über zwei kleine Lautsprecher, die ohne jegliche Silikonaufsätze ganz locker auf dem Ohr aufliegen. Diese junge Kategorie nennt man auch Open-Ear-Kopfhörer.
Die 1More Fit SE eignen sich bestens für den Sport im Freien. Welche Vor- und Nachteile diese Art der Kopfhörer noch haben kann, was die Fit SE richtig machen und was nicht – haben wir in unserem Testbericht zusammengefasst.
Die Kopfhörer kommen in einer Ladebox daher – das kennen wir auch von anderen Modellen, das ist das übliche Vorgehen bei solchen Geräten. Üblich ist es auch, die Kopfhörer in eine möglichst kompakte Ladebox zu verstauen, damit sie problemlos in die Hosentasche passen, wenn man sie mitnehmen möchte. An diese Regel hat sich der Hersteller bei den 1More Fit SE leider nicht gehalten – das pillenförmige Ladecase aus Kunststoff ist in unseren Augen etwas groß geraten, und nicht alles davon kann man auf die Größe der Earbuds selbst schieben.
Das war es aber auch bei den Designentscheidungen, die wir beanstanden können – denn alles andere funktioniert ohne Probleme. Die Kopfhörer sind in schlichtem Schwarz gehalten, die flachen Seiten bieten Touch-Flächen. Die Ohrbügel selbst sind aus relativ weichem Gummikunststoff gefertigt und ausreichend flexibel. Insgesamt ist die Verarbeitung top, dank der Status-LED auf der Vorderseite des Cases wissen wir immer, wie voll der Akku des Kopfhörers aktuell ist. Der Sound wird durch je einen kleinen Lautsprecher pro Seite ins Ohr befördert, die Hörmuschel dient hierbei auch als Schallkörper.
Zum Tragekomfort gibt es einiges zu sagen. Denn wir haben gemerkt: Es hängt sehr vom persönlichen Empfinden und der Toleranz gegenüber Objekten am eigenen Ohr ab, wie angenehm und komfortabel man die Kopfhörer findet. Wir haben die Earbuds mehreren Personen zum Probetragen in die Hände gedrückt. Der Großteil der Tester hatte kein Problem mit dem offenen Design – das gesamte Gewicht der Ohrstücke, die jeweils rund 10 Gramm wiegen, wird hier zwar von den Ohren getragen, aber dank der Bügel gut verteilt. Es gab jedoch ein paar Personen, die das Format des Kopfhörers aufgrund des nicht zu ignorierenden Drucks der Bügel auf das Hinterohr etwas gestört haben. Hier empfehlen wir, am besten die Kopfhörer selbst auszuprobieren und für ein paar Stunden zu tragen.
Die Bedienung der Soundwiedergabe erfolgt relativ schmerzfrei über die insgesamt zwei Touchflächen an den Seiten der Kopfhörer. Standardmäßig startet oder stoppt das Doppeltippen auf einer der beiden Seiten die Wiedergabe, mit dreifachem Tippen löst man den Sprachassistenten aus. Leider gibt es keine Geste für Tippen und längeres Drücken des Kopfhörers, sodass die Steuerungsoptionen relativ eingeschränkt sind. In der 1More-App ermöglicht es, die Steuerungsgesten neu zu belegen, einen Equalizer einzurichten und White Noise zur Entspannung abzuspielen. Die App ist ordentlich aufgebaut und funktioniert relativ tadellos.
Es ist schwer zu verorten, wonach sich Open-Ear-Kopfhörer wie die 1More Fit SE eher anhören – In-Ear oder Over-Ear-Kopfhörern. Es handelt sich schließlich um kleine Lautsprecher vor dem Ohr, wie es bei In-Ears der Fall ist – sie werden aber nicht in den Gehörgang gesteckt. Im Vergleich zu einem Over-Ear-Kopfhörer sind die verbauten 14,2-Millimeter-Treiber winzig. Das hält sie aber nicht davon ab, überraschend gut zu klingen: Wer Angst hat, dass die Kopfhörer etwa zu wenig Bass draufhaben oder sich blechern anhören, kann beruhigt sein. Der Klang ist zwar nicht ganz ausgewogen, aber das ist hier nicht der Anspruch – er ist angenehm, recht voll, warm und absolut massentauglich.
Natürlich vermissen wir Details, etwa in den Höhen – auch die Mitten sind vergleichsweise etwas zurückhaltend. Aber alles in allem geben die Fit SE ein echt solides Sound-Gesamtpaket ab und können unter diesem Gesichtspunkt problemlos mit In-Ear-Kopfhörern der gleichen Preisklasse mithalten.
Nicht überraschen dürfte, dass die 1More Fit SE als Open-Ear-Kopfhörer keine aktive Geräuschunterdrückung bieten (und übrigens auch keine passive – alle Geräusche von der Außenwelt werden ungehindert durchgelassen). Die Wiedergabe wird auch nicht automatisch pausiert, wenn man einen oder beide Kopfhörer vom Ohr nimmt. Verbaut ist Bluetooth 5.3, jedoch nur mit dem minderwertigeren AAC-Codec. Wer nach aptX oder LDAC sucht, wird hier nicht fündig.
Die Akkulaufzeit der 1More Fit SE ist solide: Die jeweils 80 Milliamperestunden (mAh) großen Akkuzellen in den Earbuds reichen problemlos für 9 bis 10 Stunden Musikhören am Stück. Mit dem Case verlängert sich diese Laufzeit auf bis zu 30 Stunden. Das Wiederaufladen der einzelnen Ohrhörer dauert rund 90 Minuten, das Case selbst kann man mittels USB-C in rund zwei Stunden wieder aufladen.
Die 1More Fit SE kosten normalerweise rund 80 Euro bei Amazon. Derzeit bekommt man die Open-Ear-Kopfhörer schon für 42 Euro (Coupon im Wert von 18 Euro anwählen), angesichts der adäquaten Leistung ist das ein wirklich fairer Preis. Als Farben stehen Schwarz und Weiß zur Auswahl.
Es gibt weniges, worüber wir uns bei den 1More Fit SE beschweren können. Wir hätten uns ein etwas kleineres Case, bessere Audiocodecs wie aptX oder LDAC oder eine etwas umfangreichere Einstellungsmöglichkeit für die Touch-Steuerung gewünscht. Diese kleinen Mankos gleichen die Open-Ear-Kopfhörer mit ihrem tollen Klang, großartiger Akkulaufzeit und schlichtem Design sowie spitzenmäßigem Preis-Leistungs-Verhältnis allerdings problemlos wieder aus. Die Kopfhörer eignen sich dank ihrer Bauweise für so einiges – Sport oder Fahrradfahren (aufgrund der Notwendigkeit eines Hörsinns im Straßenverkehr) zählen dazu.
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