Elegoo hat es übertrieben und bietet den neuen High-End-SLA-Drucker für einen unverschämt günstigen Preis an. Der Großraum-Drucker mit 12k-Auflösung kostet gerade einmal 478 Euro.
Der Saturn 3 Ultra 12k ist der neueste und bestausgestattete SLA-Drucker von Elegoo. In ihm vereint der chinesische Hersteller hohe 12k-Auflösung, großen Druckraum und bietet zu dem deutlich schnellere Druckzeiten. Die Größe des Druckraums hat Elegoo der Konkurrenz angeglichen und so bietet auch der Ultra nun eine Druckhöhe von 260 Millimetern. Insgesamt kommt der Ultra so auf 218 × 122 × 260 mm Druckvolumen. Außerdem ist er mit einer integralen COB-Lichtquelle, Kugelumlaufspindel, Linux-Mainboard, Luftreinigung und WLAN-Anbindung ausgestattet. Noch dazu verschenkt der Hersteller eine lebenslange Lizenz für deren hauseigenen Slicer Voxeldance Tango.
Auf den ersten Blick wirkt das ziemlich imposant, was Elegoo uns für gerade einmal 478 Euro verspricht. Im Test zeigen wir, ob der Saturn 3 Ultra 12k auch auf den zweiten Blick das alles hält und die hohe Druckqualität bei geringer Fehlerquote anständig umsetzt.
Das Testgerät hat uns Hersteller Elegoo zur Verfügung gestellt.
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Das große Highlight, um das sich beim Elegoo Saturn 3 Ultra alles dreht, ist das hochauflösende Monodisplay mit einer satten 12K-Auflösung. Außerdem weiß die hohe Druckgeschwindigkeit von bis zu 150 Millimetern pro Stunde uns zu beeindrucken. Auch begrüßen wir den Einsatz einer ACF-Folie, was neben Displayauflösung und COB-Lichtquelle die Druckqualität erhöht und Druckfehler nahezu eliminiert.
Von Vorteil sind weiterhin der große Druckraum und der Einsatz eines Linux-Systems, das intuitiv aufgebaut ist. Praktisch ist auch die flotte Inbetriebnahme, denn SLA-Drucker kommen komplett vormontiert beim Kunden an. Eine einmalige Ausrichtung der Druckplatte ist das Einzige, was dem Nutzer noch überlassen wird. Auffällig war hingegen die etwas hohe Betriebslautstärke, das Fehlen einer automatischen Nivellierung ist ebenfalls schade.
Bei der Software hat sich einiges getan. Elegoo setzt seit dem Ultra auf ein neues Mainboard mit 4 GByte RAM und einem leistungsstarken Linux-System. Das stellt eine stabile Dateiübertragung und schnellere Datenverarbeitung sicher. Dank dem hochauflösenden IPS-Touchscreen mit 4 Zoll ist das intuitive Menü leicht zu bedienen, womit die Steuerung bequem und einfach ist. Für die Datenübertragung bietet Elegoo neben dem üblichen USB-Slot beim Ultra auch drahtlose Datenübertragung an. Dank der zusätzlichen externen WLAN-Antenne kommt der Ultra auf eine ausreichend flotte Datenübertragung.
Das Herzstück des Saturn 3 Ultra 12K ist ein 10 Zoll großer Monoscreen mit einer beeindruckenden Auflösung von 11520 × 5120 und einer XY-Auflösung von 19 × 24 µm. Eine solch hohe Auflösung kann kleinste Details und scharfe Kanten problemlos umsetzen.
Oft unterschätzt und doch maßgeblich mitverantwortlich für den Detailreichtum und/oder präzise Umsetzung ist auch die Art der Lichtquelle. Während der große Konkurrent Anycubic bei dessen neuen Modell Photon M5s (Testbericht) wieder auf Matrixlichtquellen setzt, hält Elegoo weiterhin an seiner COB-Lichtquelle fest.
Bei einer Lichtquellenmatrix wird das Licht der ultravioletten LEDs durch eine Matrix an Vergrößerungsperlen gebrochen. Diese Perlen erzeugen eine gleichmäßige und ausgeglichene Verteilung des Lichts. Die Nachteile sind marginal und fallen nur bei bestimmten Druckmodellen auf. Gravierende Fehler können Lichtkegel oder Rasterabdrücke im Druckbild sein. Da aber Matrixlichtquellen mit Vergrößerungslinsen arbeiten, trifft das UV – Licht nicht 100 % geradlinig auf den Monoscreen. Zudem beanspruchen Matrixlichtquellen den Monoscreen intensiver, was zu dem gefürchteten Heat-Creep führen kann. Hier nimmt der Monoscreen durch das intensive Licht und Hitze schaden.
Dagegen arbeitet Elegoo’s COB-Lichtquelle mit stärkeren UV-Dioden, die über ein Spiegelsystem auf dem Monoscreen gelenkt werden. Diese integralen Lichtquellen haben einen präzise berechneten Streuwinkel, der so geradliniger auf den Monoscreen trifft. Neben der schonenden Belichtung kommt das Licht fast mit 90 % Winkel auf die gesamte Fläche des Bildschirmes. Dadurch können scharfe Details und kontrastreiche Reliefs besser und schärfer umgesetzt werden.
In Kombination mit der COB-Lichtquelle, Elegoo’s Rapid-Druckharz, ASC-Film und dem präzisen Hubmechanismus ist der Ultra in der Lage anstatt 60 mm/h bis zu 150 mm/h Druckgeschwindigkeit zu erreichen.
Neben den Standard-Trapezgewindestangen kommt mittlerweile eine neuere Version zum Heben und Senken der Plattform zum Einsatz. Die sogenannte Kugelumlaufspindel ist dicker, die Kraftübertragung zwischen der Druckarmhalterung und der Gewindestange gleichmäßiger. In Kombination mit der doppelten Linearführung wird der gefürchtete Z-Versatz (horizontale Rillen im Druckbild) fast gänzlich eliminiert.
Nach FEP-Film folgte PFA-Film und jetzt in dritter Generation der brandneue ACF-Resinwannenfilm. Dieser verspricht wieder eine geringere Ablösekraft, was ganz klar bessere Ergebnisse bedeutet.
Auch der Arbeitsschutz wird mittlerweile größer geschrieben. Der Ultra bietet zwei USB-Slots im Inneren für die weißen Luftreinigerstutzen. Wir konnten bei einem Konkurrenzmodell, dem Anycubic Photon M3 Premium (Testbericht) feststellen, dass zwei Luftfilter die stinkende Abluft fast gänzlich eliminieren. Alternativ bietet Elegoo auch den Elegoo Mars-Mate-Luftreiniger an, bei Amazon kostet er 140 Euro. Dieser externe Filter reinigt die Druckumgebung mit einer VOC-Reinigungseffizienz von 95 Prozent – ein sinnvolles Extra.
Auffällig und etwas störend ist die mit bis zu 45 Dezibel hohe Betriebslautstärke. Zudem vermissen wir beim Saturn 3 Ultra insgesamt eine automatische Nivellierung sowie ein Tool als Resin-Exposure-Finder.
In den vergangenen Jahren gab es in dem SLA-Druckerbereich einen starken Trend in Richtung höherer Druckauflösung. So feierten immer hochauflösender SLA-Drucker ihren Siegeszug von 2k über 4k hinzu 8k. Hier erzielten Nutzer immer bessere Ergebnisse. Während der Sprung von 4k auf 8k-Auflösung noch deutliche Verbesserungen im Umsetzen von filigranen Details mit sich bringt, ist das bei der Steigerung von 8k auf 12k deutlich weniger spektakulär. Dennoch bringt sie merkbare Verfeinerungen, wie verringerte Druckfehler und eine etwas kontrastreichere Umsetzung der Drucke.
Der Elegoo Saturn 3 Ultra mit 12K-Auflösung kostet bei 3Djake aktuell rund 478 Euro. Die Standardversion – der Saturn 3 12K – mit einer PFA-Folie und geringerer Druckgeschwindigkeit kostet hingegen nur 368 Euro.
Das wohl attraktivste Pferdchen der Konkurrenz ist der Anycubic Photon M5S (Testbericht). Mit dem Saturn 3 Ultra 12K hat er die extrem hohe Displayauflösung gemein und punktet daneben mit stufenloser Druckplattenausrichtung und Cloud-Anbindung. Der Preis liegt etwas unter dem des Elegoo-Krachers bei 439 Euro im Preisvergleich oder 449 Euro direkt beim Hersteller. Ob es Elegoo oder Anycubic wird, ist oftmals Geschmacksache. Während Anycubic sehr fortschrittlich in ihrem SLA-Druckersektor ist, ist Elegoo technisch zuverlässiger aufgestellt. Das kann daher kommen, dass das Unternehmen von einem Techniker gegründet und geführt wird.
Weitere Alternativen und Zubehör zeigen wir nachfolgend über unseren Preisvergleich:
In den vergangenen Monaten hatte Techstage wahre Schwergewichte auf der Testbank. Neben einigen interessanten 8K-3D-Druckern, wie dem Halot Mage Pro und dem Vorgänger Saturn 2 8k, sticht vorwiegend der Anycubic Photon M5s heraus.
Hier muss sich Elegoo’s Saturn 3 Ultra 12k wahrlich nicht verstecken, denn er ist ein beeindruckender Großraum-SLA-Drucker. Unseren positiven Eindruck verstärkt der attraktive Preis von 478 Euro nur noch mehr. Denn dafür bekommt man einen großen Druckraum, eine präzisere Z-Führung und COB-Lichtquelle. Elegoo vereint in dem neuen Ultra einige Innovationen der letzten Jahre, was zwar nicht sonderlich ausgefallen oder besonders ist, doch grundsolide – und preislich auf den Punkt. Insgesamt überzeugt uns der Elegoo Saturn 3 Ultra 12K an verschiedenen Stellen und bekommt so im Test viereinhalb von fünf Sternen sowie eine glasklare Kaufempfehlung. In kleinen Details hat Anycubic aber noch die Nase vorn.
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