Die 7Links IPC-740 bietet 2K-Auflösung, Personenerkennung, eine Gegensprechfunktion und Onvif-Kompatibilität. Wie gut die Überwachungskamera in der Praxis funktioniert, zeigt unser Test.
Die nach IP65 wetterfeste PTZ-Überwachungskamera (Bestenliste) 7Links IPC-740 (ZX -5346) von Pearl bietet dank zuschaltbarer LED-Beleuchtung (Ratgeber) auch nachts Videoaufnahmen in Farbe. Mit der sogenannten farbigen Nachtsicht identifiziert man ungebetene Gäste besser als auf Schwarz-Weiß-Aufnahmen. So lässt sich dadurch etwa die Farbe der Kleidung besser differenzieren. Die Überwachungskamera ist kompatibel zur Tuya-Plattform (Testbericht) und kann somit mit kompatiblen Smart-Home-Komponenten für Automatisierungen genutzt werden. Zudem integriert sie eine bis zu 95 dB laute Sirene und eine Gegensprechfunktion.
Videos nimmt sie kontinuierlich oder ereignisbasiert auf und speichert sie lokal auf einer bis zu 128 GByte großen microSD-Karte (nicht im Lieferumfang enthalten). Dank Onvif-Kompatibilität (Ratgeber) können Anwender die 7Links IPC-740 (ZX-5346) auch mit Dritthersteller-Software wie Synology Surveillance Station (Ratgeber) steuern und Videos auf einem NAS (Ratgeber) abspeichern. Die Kamera ist schwenk- und neigbar und bietet ein maximales Sichtfeld von 360°. Durch die Bewegungsverfolgung behält sie erkannte Objekte dabei länger im „Auge“ als Überwachungskameras mit einem starren Objektiv. Wie gut die nur rund 60 Euro teure PTZ-Überwachungskamera in der Praxis funktioniert, zeigt unser Testbericht.
Ein weißes Ei mit zwei langen Ohren. So könnte man die äußere Form der 7Links IPC-740 (ZX -5346) beschreiben. In der Mitte verläuft eine schwarze Trennlinie, die den beweglichen Teil der Kamera vom oberen Gehäuse trennt. Darüber steht auf der Vorderseite der Herstellername 7Links. Die „langen Ohren“ sind in der Realität zwei WLAN-Antennen, die im hinteren Teil des Gehäuses verschraubt sind. Damit nimmt die Kamera Kontakt zum heimischen WLAN auf. Allerdings funkt sie nur im 2,4-GHz-Band, was eine bessere Reichweite als 5-GHz-Netze bietet, dafür aber weniger Bandbreite zur Verfügung stellt.
Das Objektiv bietet eine Brennweite von 3,6 Millimeter mit einer f/1,8-Blende. Standardmäßig bietet es ein Sichtfeld von 110° vertikal. Dank Schwenk- und Neigetechnik erweitert sich das Sichtfeld auf 355° horizontal und 120° vertikal. Damit bietet sie den typischen Rundumblick von PTZ-Überwachungskameras. Links und rechts neben dem Objektiv befindet sich LED- und PIR-Leuchten, die für eine farbige respektive schwarzweiße Nachtsicht sorgen. Mit einem Mikrofon neben dem Objektiv und einem Lautsprecher an der Unterseite realisiert die Kamera auch eine Gegensprechfunktion. Der Lautsprecher dient gleichzeitig als Sirene.
Mit Strom wird die PTZ-Überwachungskamera über ein drei Meter langes USB-Kabel und einem Netzteil versorgt, das aber nicht zum Lieferumfang gehört. Wer eine Steckdose mit USB-Ports verwendet, entweder in Form eines Zwischensteckers (Ratgeber) oder als klassische Unterputz-Steckdose (Ratgeber), kann die Kamera auch daran anschließen.
Zur Befestigung der 520 Gramm schweren Kamera an einer Wand sind im Lieferumfang eine Bohrschablone sowie Schrauben und Dübeln enthalten. Die Kamera sowie die damit verbundene Halterung besteht aus Plastik. Rein haptisch macht sie aber einen stabilen Eindruck und bietet einen Wetterschutz nach IP65.
Bevor man mit einer der Tuya-kompatiblen Apps Elesion, Smartlife oder Tuya Smart die Kamera mit dem heimischen WLAN koppelt, legt man vorher noch eine microSD-Karte in den dafür vorgesehenen Slot, der sich unterhalb des Objektivs hinter einer Gummiabdeckung befindet. Dort ist auch der Reset-Knopf zum Zurücksetzen der Kamera untergebracht.
Nach dem Anschluss an die Stromversorgung startet die Kamera im Kopplungsmodus, was durch eine blinkende Statusleuchte neben dem Objektiv signalisiert wird. Jetzt ruft man eine der Tuya-Apps auf und beginnt mit dem Hinzufügen der Kamera über das Plus-Zeichen rechts oben und wählt Sicherheitskamera (Wi-Fi). Anschließend wählt man das betreffende WLAN aus und gibt das Passwort ein. Dann generiert die App einen QR-Code, den man im Abstand von 10 bis 15 Zentimeter vor die Linse hält. Sobald die Kamera den QR-Code erkannt hat, ertönt ein Signal und die Verbindungsaufnahme zum WLAN erfolgt. Die Kamera wird in der Folge als ZX-5346 in der App angezeigt (siehe auch Bildergalerie).
Das Erste, was man bei der Kamera aktivieren sollte, ist die Personenerkennung respektive Körpererkennung, wie die Funktion in der App genannt wird. Tut man das nicht, erhält man auch bei niedrigster Empfindlichkeit der Bewegungserkennung (Einstellung des Erkennungsalarm) häufig Fehlalarme. Das passiert beispielsweise bei vom Wind bewegten Ästen oder Pflanzen. Erst mit der Aktivierung der Körpererkennung werden diese erheblich reduziert. Doch auch dann kommt es noch vereinzelt zu Fehlalarmen. Im Test schlug die Kamera unter anderem Alarm, wenn sie frühmorgens bei Sonnenaufgang von schwarzweißer Infrarot-unterstützter Nachtsicht auf normale Ansicht umschaltet. Den Überwachungsbereich können Anwender mit der Option Aktivitätsbereich eingrenzen. Eine Option Datenschutzzone, bei der der vom Anwender festgelegte Bereich geschwärzt wird, bietet die Kamera allerdings nicht. Ist eine Bewegungsverfolgung gewünscht, aktiviert man in den Einstellungen des Erkennungsalarms die gleichnamige Option.
Im Test reagiert die Kamera auf Nutzereingaben nicht immer sofort. Vor allem bei der PTZ-Steuerung muss man etwas Geduld mitbringen. Das Livebild hat die App in den meisten Fällen verzögerungsfrei angezeigt. Sollte es einmal zu Verzögerungen kommen, hilft ein Neustart der App.
Mit aktivierter Körpererkennung warnt die 7Links IPC-740 (ZX -5346) von Pearl nahezu zuverlässig vor ungebetenen Gästen. Allerdings zeigt die Benachrichtigung nur ein Bild der letzten Aufnahme und führt nicht zum entsprechenden Video. Hier muss man manuell auf Wiedergabe gehen und den entsprechenden Zeitpunkt anwählen. Das könnte intuitiver sein.
Die Bewegungsverfolgung funktioniert im Test einwandfrei. Ist diese Option aktiv, nutzt die Kamera die PTZ-Funktion für die automatische Überwachung des gesamten Sichtfelds. Bei ausgeschalteter Bewegungsverfolgung verändert sie die Blickrichtung hingegen nicht.
Dank Onvif-Support können Anwender die Kamera auch mit Dritthersteller-Apps wie Tiny Cam oder Synology Surveillance Station nutzen. Allerdings nennt das Handbuch dazu keine Zugangsdaten. Nach einer kurzen Recherche im Internet ist klar: Konto und Passwort lauten „admin“. Jetzt kann man in der App das Passwort ändern. Die IP-Adresse, über die man per Dritthersteller-Software auf die 7Links IPC-740 (ZX-5346) zugreifen kann, steht in der App im Abschnitt Onvif. Im Test konnten wir mit Tiny Cam und auch mit der Synology Surveillance Station die 7Links damit steuern (siehe Bildergalerie). In Verbindung mit der Surveillance Station konnten aufgenommene Videos direkt in der NAS speichern. Mehr Informationen dazu bietet unser Ratgeber Synology Surveillance Station: NAS als Zentrale für Überwachungskameras im Test.
Die Videoqualität geht tagsüber in puncto Farbdarstellung und Kontrast in Ordnung. Mit starkem Gegenlicht kommt sie allerdings nicht so gut klar. Dann werden bestimmte Teile des Bild entweder über- oder unterbelichtet. Dank zuschaltbaren LEDs sind Aufnahmen nachts auch in Farbe möglich. Die Bildqualität mit dieser Einstellung ist ebenfalls zufriedenstellend. Doch mit der von Infrarot-LEDs unterstützten schwarzweißen Ansicht sind Gesichter nachts nur schwer zu erkennen. Zudem geraten manche Aufnahmen auch nicht so scharf wie bei Tag.
Dank Onvif-Support kann man die 7Links IPC-740 (ZX-5346) auch in entsprechend kompatible Smart-Home-Zentralen wie Homey Pro (Testbericht) oder Home Assistant einbinden. Eine Steuerung per Sprache über Amazon Alexa oder Google Assistant ist hingegen nicht möglich. Auch zu Homekit ist die PTZ-Überwachungskamera inkompatibel.
Die Pearl-Überwachungskamera 7Links IPC-740 kostet mit Lieferung etwa 63 Euro. Damit zählt sie zu einer der günstigsten PTZ-Überwachungskameras. Eine Auswahl weiterer Kameras dieser Art zeigt unser Preisvergleich:
Die PTZ-Überwachungskamera 7Links IPC-740 hat für knapp über 60 Euro viel zu bieten. Sie integriert etwa eine Personenerkennung, wodurch Fehlalarme praktisch ausgeschlossen sind. Videos speichert sie ohne kostenpflichtiges Cloud-Abo lokal auf einer microSD-Karte oder mit Onvif-Anbindung auch auf einem NAS wie Synology Surveillance Station. Alarmierungen erfolgen zeitnah und zuverlässig. Als Teil der Tuya-Plattform kann sie für Automatisierungen mit anderen Smart-Home-Komponenten verwendet werden. Die Bildqualität von Videos geht tagsüber in Ordnung und dank einer hohen Auflösung erkennt man auch beim Zoomen noch sehr viele Details.
Es gibt aber auch weniger gutes zu berichten. So ist der Audio-Alarm in der Praxis unbrauchbar, da selbst bei niedrigster Empfindlichkeit schon das kleinste Geräusch, etwa das Gezwitscher eines Vogels, einen Alarm auslöst. Und die Bildqualität bei Dunkelheit ist bei Schwarz-Weiß-Aufnahmen allenfalls befriedigend. Gesichter erscheinen stark aufgehellt und sind teilweise unscharf.
Wer mit diesen Einschränkungen klarkommt, erhält mit der 7Links IPC-740 (ZX-5346) eine günstige PTZ-Überwachungskamera, die dank WLAN-Verbindung und Onvif-Kompatibilität flexibel einsetzbar ist.
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