Thomas Joos ist Autor von mehr als 100 Fachbüchern und tausenden Texten. Er ist erfolgreicher Autor zahlreicher IT-Bücher für Microsoft Press, Addison Wesley, Markt und Technik, Data Becker, Springer-Vieweg und außerdem freiberuflicher Journalist für die Deutsche Presseagentur (dpa) sowie zahlreiche Zeitschriften und Portale. Thomas ist zudem Online-Trainer bei LinkedIn Learning. Mehr Informationen finden sich auf seinem Blog unter thomas-joos.com
Der Acemagic S1 bietet für wenig Geld genug Leistung für Homeoffice & Büro und sogar ein integriertes Display. Was der Mini-PC noch kann, zeigen wir im Testbericht.
Ein Mini-PC ist ein kleiner Computer, meist in Würfelform, der auf Laptop-Prozessoren setzt und dadurch besonders sparsam ist. Der niedrige Verbrauch sorgt außerdem für eine geringere Wärmeentwicklung, was das Aufheizen der Wohnräume verringert. Das ist gerade im Vergleich zu klassischen Gaming-PCs (Ratgeber) ein Vorteil, die zudem auch noch deutlich mehr Platz einnehmen. Mini-PCs hingegen lassen sich dank Vesa-Halterung und geringer Größe leicht hinter Monitoren verstecken.
Ein Mini-PC, dessen Name auch die Linienbezeichnung einer S-Bahn sein könnte, ist der Acemagic S1. Derzeit kostet der Mini-PC 189 Euro bei Amazon. Dafür bietet er eine solide Office-Ausstattung. Dazu gehören ein Intel-N95-Prozessor, 16 GB an Arbeitsspeicher (RAM) und eine 512 GB große SSD. Daneben bietet er aber einige i-Tüpfelchen, wie ein im Gehäuse integriertes LC-Display, über welches man diverse Betriebsdaten, wie Temperatur oder Verbrauch, anzeigen kann. Wie der außergewöhnliche Mini-PC in der Praxis abschneidet, finden wir in diesem Testbericht heraus.
Ausgestattet ist der Acemagic S1 mit einer Intel-CPU der 12. Generation, einem Alder Lake N95. Dieser bietet vier Kerne, vier Threads und eine maximale Taktung von 3,4 GHz. Das ist nicht spektakulär, reicht aber für Arbeiten im Homeoffice in jeder Hinsicht aus. Als Grafikeinheit kommt ein Onboard-Intel-Chip mit UHD-Grafik zum Einsatz. Dazu kommen 16 GB Arbeitsspeicher (S0-DIMM DDR4 mit 2666 MHz) und einer SSD (Dual Channel M.2 NVMe) mit 512 GB oder 1 TByte. Daher eignet sich der Mini-PC auch als kleiner Dateiserver für kleine Unternehmen eignen. Beim Einsatz von zwei SSD ist immerhin ein Software-RAID drin, das sich zum Beispiel mit Windows Server 2022 nutzen lässt (nicht im Lieferumfang enthalten).
Der Mini-PC lässt sich über die magnetische Wartungsklappe zudem noch erweitern. Ein interner Datenträger kann mit M.2-NVMe-SSD (Ratgeber) per PCI-Express, ein Zweiter mit SATA angeschlossen werden. Insgesamt unterstützt der Mini-PC eine Speicherkapazität von bis zu 4 TByte. Der Stromverbrauch des Gerätes liegt bei maximal 15 bis 20 Watt und der Lüfter ist recht leise.
Die zwei Gigabit-LAN-Schnittstellen sind selten bei Mini-PCs, womit der Acemagic S1 ideal für den Einsatz für Firewalls, wie OPNsense oder Pfsense ist. Das Gerät kann über OpenWrt auch als Router konfiguriert werden. In Verbindung mit dem LCD ist auch dieses Einsatzgebiet interessant.
Für den Anschluss von Monitoren (Ratgeber), Beamern (Bestenliste) oder Fernsehern (Ratgeber) liegt ein passendes HDMI-Kabel im Lieferumfang bei. Insgesamt ist die Menge an Anschlüssen überschaubar. Interessant wird es noch bei den Drahtlosschnittstellen, wo Acemagic dem S1 mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 recht aktuelle Übertragungsstandards spendiert. Das ist besser, als beim teureren Nipogi AM07 (Testbericht), der noch auf die älteren Standards Wi-Fi 5 und Bluetooth 4.2 setzt.
Am Ende hätten wir uns noch USB-C gewünscht, da dieser Standard viele Funktionen in sich vereint und man dadurch Kabel sparen könnte.
Nach dem Start beginnt die Einrichtung von Windows 11 Pro. Alle Treiber sind bereits vorinstalliert, es ist aber kein Datenträger dabei, mit dem sich Windows neu installieren oder einrichten lässt. Der Lizenzschlüssel ist zwar auf dem Mainboard hinterlegt, wer ihn aber erfahren möchte, muss ein Tool, wie den Magical Jelly Bean Keyfinder nutzen, da auf dem Gehäuse kein Sticker mit dem Key angebracht ist.
Die Treiber und das Steuer-Programm für das LC-Display stehen auf der Downloadseite des Herstellers zur Verfügung. Vorinstalliert ist Google Chrome sowie das Steuerungsprogramm für das LCD. Auch dieses sollte gesichert werden, damit es bei einer Neuinstallation wieder zur Verfügung steht.
Der Acemagic S1 hat seine Schwerpunkte in einfachen Aufgaben. Er ist zudem im laufenden Betrieb sehr viel leiser als viele Geekom-Mini-PCs. Im Benchmark PCmark 10 kommt der Mini-PC auf einen Wert von 3024 Punkten. Damit schneidet er ein gutes Stück besser ab, als günstigere Modelle, wie der Nipogi AK1 Pro (Testbericht) oder der Blackview MP60 (Testbericht), die bei 2500 oder 2300 Punkten landen. Dennoch reißt der Acemagic S1 keine Bäume aus, zu viel sollte man nicht erwarten.
Für gewöhnliche Office-Arbeiten, Streaming und ist die Leistung aber mehr als ausreichend. Spielen geht auch, aber der S1 ist beim besten Willen kein Gaming-PC (Ratgeber).
Ein Leser hatte uns beichtet, dass er verdächtige Software auf dem Gerät entdeckt hat. Beim Test konnten wir selbst nichts dergleichen feststellen. Wir werden den Fall aber prüfen.
Der Mini-PC S1 von Acemagic sticht durch sein Äußeres hervor. Das Design ist unter den Mini-PCs sicherlich einzigartig. Der PC verfügt über ein modernes Kunststoffgehäuse mit magnetischer Wartungsklappe, verschiedenen Farbakzenten und ausgefallenen Zierelementen. Die Form erinnert an DVD-Spieler. Integriert ist zudem ein 1,9 Zoll großes LCD (170 × 320 Pixel), über das sich verschiedene Betriebsdaten des PCs ausgeben lassen. Dazu gehören neben dem Stromverbrauch die Auslastung oder Temperatur der CPU, die Lüftergeschwindigkeit oder ganz banal das Datum. Der S1 kann vertikal oder horizontal aufgestellt werden.
Die Anzeige kann man auf die jeweilige Ausrichtung anpassen, automatisch erfolgt das aber leider nicht. Beim vertikalen Aufstellen lässt sich der mitgelieferte, magnetische Standfuß nutzen. Es fehlt aber ein VESA-Anschluss oder -Schrauben, mit dem sich der PC hinter einen Monitor schrauben lässt. Das ist bei diesem PC aufgrund seines Designs nicht vorgesehen. Der Mini-PC wiegt nur 380 Gramm und hat die Größe von 124 × 128 × 41 mm.
Im unteren Bereich des Gehäuses kommt ein LED-Streifen dazu, dessen Aussehen Nutzer über eine App in Windows 11 einstellen. Die Abdeckung zum Inneren des PC ist magnetisch angebracht, sodass sich diese leicht öffnen lässt, um etwa Speicher oder RAM zu erweitern.
Aktuell bekommt man den Acemagic S1 mit 16 GB RAM und 512 GB SSD für 189 Euro bei Amazon. Normalerweise kostet der Mini-PC ohne Coupon-Aktion rund 339 Euro, zum Testzeitpunkt am 15.11.2023 lag der Preis mit Rabatt bei 229 Euro.
Der Hersteller bietet eine Garantie von 3 Jahren und erlaubt das Zurücksenden des Gerätes innerhalb von 30 Tagen.
Der Mini-PC S1 von Acemagic kommt zwar mit einem etwas außergewöhnlichen Aussehen und kuriosen Extras, hat aber dennoch einen richtig attraktiven Preis. Zwar setzt er auf keine allzu leistungsstarke CPU, reicht aber für die meisten Ansprüche vollkommen aus. Im Homeoffice ist der S1 dank üppigen 16 GB RAM für die nächsten Jahre gut gerüstet.
Insgesamt reicht die Leistung des PCs zum Surfen im Web, Schreiben von E-Mails, für Arbeiten an Dokumenten mit Office-Programmen und zum Streamen von Videos. Spielen geht grundsätzlich, aber nicht mit grafikintensiven oder CPU-hungrigen Spielen. Viel mehr sprechen wir hier von Casual Games oder älteren Titeln, wie Siedler oder Portal 2.
Am Ende ist der Mini-PC etwas für alle, die möglichst viel Leistung haben wollen, aber nicht mehr als 200 Euro ausgeben wollen. Das Gesamtpaket können wir dank des guten Preis-Leistungs-Verhältnisses absolut empfehlen. Allerdings sei beachtet, dass es deutlich mehr Leistung für einen Aufpreis von rund 60 Euro gibt.
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