Großes Display mit 90 Hertz, Schutz gegen Wasser und Staub und einen großen Speicher mit 256 GB: Auf dem Papier bietet das AGM Pad P2 so viel wie nur wenige Mittelklasse-Tablets – vor allem, wenn man sich den Preis von 182 Euro ansieht. Im Test zeigt sich, ob es dabei einen Haken gibt.
Die chinesische Firma AGM taucht auf unserer Website immer wieder auf. Insbesondere unsere Erfahrungen mit ihren Outdoor-Smartphones wie dem AGM G2 (Testbericht) haben in der Vergangenheit gezeigt, dass das Unternehmen von wilden Designs und unkonventioneller Ausstattung nicht abgeneigt ist. Die Offenheit für Abwechslung im Vergleich zu den Konkurrenzgeräten zeigt sich aber nicht bei allen Modellen von AGM – das beste Beispiel dafür ist das AGM Pad P2.
Das günstige Tablet ist äußerlich kaum von vielen anderen Modellen in der Preisklasse zu unterscheiden. Der Blick auf technische Daten und Preis verrät aber: Das muss nichts Schlechtes bedeuten, der Fokus liegt hier klar auf dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Für den aktuellen Preis von 177 Euro bei Amazon stehen die Zeichen richtig gut. Im Test zeigt sich, wo der Hersteller punktet und wo noch Probleme auftreten.
Das Design des AGM Pad P2 könnte wohl kaum noch konventioneller sein. Das Tablet besteht ausschließlich aus Glas und Metall, auf der mattgrauen Rückseite finden sich nur die Kamera, der LED-Flash und einige Antennenstreifen aus Kunststoff. Die Displayränder auf der Vorderseite sind zwar gleichmäßig, könnten aber gerne noch einige Millimeter dünner sein. Es gibt einen Kopfhöreranschluss, der ungewöhnlicherweise im 45°-Winkel in die rechte untere Ecke des Geräts eingebaut ist. Die Frontkamera befindet sich auf der linken Seite. Das Design ist in sich schlüssig und erscheint hochwertig.
Einige Probleme haben wir lediglich bei der Verarbeitung festgestellt: Drückt man an bestimmten Stellen auf das Display, knackt es manchmal unüberhörbar. Außerdem sind die Antennenstreifen stellenweise nicht eben in das restliche Gehäuse eingelassen. Möglicherweise haben wir aber auch nur ein Montagsmodell erwischt. Dank seines geringen Gewichts von nur 470 Gramm liegt das Tablet gut in der Hand und fühlt sich schlank an. Wirklich bemerkenswert, insbesondere im Preisbereich unter 300 Euro, ist die IP68-Zertifizierung – das günstige Tablet ist also sogar gegen Staub und Wasser geschützt.
Das Display-Panel des AGM Pad P2 ist 11 Zoll groß und löst mit 1920 × 1200 Pixel auf. Das entspricht 2K, die Pixeldichte von 213 ppi ist damit nicht herausragend, aber ansehnlich. Um die Sichtbarkeit von Pixeln muss man sich keine Sorgen machen, ebenso wenig um die Farbwiedergabe und Blickwinkel, die angenehm und ordentlich sind. Auch die Bildwiederholrate von 90 Hertz stellt Bildschirminhalte flüssiger dar. Die Bildschirmhelligkeit ist mit knapp unter 500 cd/m² nicht besonders hoch. Das ist allerdings ein Phänomen, das bei Tablets in dieser Preisklasse weitverbreitet ist. Insgesamt ein gutes Display gerade für den Preis, allerdings mit kleineren Kritikpunkten.
Im AGM Pad P2 kommen zwei Kameras zum Einsatz: eine Hauptkamera mit 50 Megapixeln und eine Frontkamera, die mit 8 Megapixeln auflöst. Bei der Hauptkamera handelt es sich um einen S5KJN1-Sensor von Samsung, die Frontkamera stammt ebenso von dem koreanischen Hersteller. Auf den ersten Blick mag das so klingen, als stünde der Name hier für gute Qualität und die Hauptkamera mit 50 Megapixel muss dann ja erst recht gut sein. Ein Trugschluss.
Denn leider sind die Aufnahmen mit der Hauptkamera ziemlich verwaschen und unscharf, die Farben sehen ausgeblichen und unnatürlich aus. Details sind beim näheren Blick und Heranzoomen kaum vorhanden. Instagram-fähig sind die Fotos in jedem Fall nicht, für das Scannen von Dokumenten und Ähnliches sollte die Qualität aber ausreichen. Ist etwas weniger Tageslicht vorhanden, kommt es schnell zu Bildrauschen. Bei der Frontkamera verhält es sich ähnlich, wobei dort die generellen Ansprüche etwas geringer sind. Für Videotelefonate, bei denen eine hohe Kameraqualität nicht allzu wichtig ist, sollte sie ausreichend sein. Videoaufnahmen sind mit maximal 1080p bei 30fps möglich.
Im AGM Pad P2 arbeitet ein alter Bekannter als Recheneinheit: Den verbauten Prozessor Helio G99 von MediaTek kennen wir schon von zahlreichen anderen Mittelklasse-Tablets und Outdoor-Smartphones wie dem Doogee S110 (Testbericht). Die Mittelklasse-CPU mit acht Kernen (maximal 2,2 GHz) schlägt sich auch in diesem Tablet recht gut. Im Benchmark PCmark Work 3.0 erreicht das Gerät rund 9600 Punkte. Das ist ordentlich und entspricht den Werten, die andere Geräte mit diesem Prozessor im selben Benchmark erreichen konnten. In 3Dmark Wild Life gibt es 1250 Punkte. In der Realität bedeutet das: Apps und Menüs öffnen sich ziemlich schnell und flüssig, Ruckler konnten wir beim Test nur vereinzelt feststellen. Spiele sind bei der Performance auch drin, allerdings nur einfache Titel wie Candy Crush oder Angry Birds. Sobald es herausfordernder und Ressourcen-lastiger wird, fällt die Bildrate und somit der Spielgenuss.
8 GB Arbeitsspeicher und 256 GB interner Speicher sorgen dafür, dass Multitasking bis zu einem gewissen Grad möglich bleibt und Käufer viele Apps und Medien speichern können. Der Speicher kann mit einer microSD-Karte um bis zu zwei Terabyte erweitert werden. Das Tablet unterstützt darüber hinaus Wi-Fi 5 (IEEE 802.11ac) sowie Bluetooth 5.2 und GPS mit GLONASS und 4G-Mobilfunk. Der verbaute USB-C-Port unterstützt eine maximale Datenbandbreite von 480 Mbit/s (USB-C 2.0). Im Gerät verbaut sind außerdem vier Lautsprecher, die zwar richtig laut werden können, sich ansonsten aber relativ blechern und dünn anhören.
Obendrein gibt es Widevine L1, wodurch Inhalte bei Streaming-Diensten auch mit Full-HD abgespielt werden können – das sieht man bei China-Tablets nicht so oft. Auf unserem Testgerät ist Android 14 mit Sicherheitspatch vom Februar 2024 installiert. Das installierte Betriebssystem scheint zwar ziemlich nah an Stock-Android zu sein, aber bei genauerem Hinsehen gab es einige Änderungen, die das System teilweise unsauber und unfertig aussehen lassen (wie der Transparenzeffekt bei der Benachrichtigungsleiste oder die quadratischen, aber farblich nicht angepassten Icons).
Kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte bei Tablets: der Akkulaufzeit. Im AGM Pad 2 ist ein 7850 Milliamperestunden großer Lithium-Ionen-Akku verbaut, mit dem das Gerät im PCmark Battery Test einen Wert von knapp unter 13 Stunden erreicht. Das ist ein guter Wert, der aber nicht besonders beeindruckt. Übersetzt auf die Nutzungszeit dürfte das rund acht bis neun Stunden Bildschirmzeit bedeuten – also rund eineinhalb bis zwei Tage normaler bis stärkerer Nutzung.
Das Gerät ist bei intensiver Nutzung aber auf jeden Fall innerhalb eines Tages leer zu bekommen. Aufgeladen wird mit 18 Watt, was nicht mehr zeitgemäß, aber bei einem günstigen Tablet verkraftbar ist. Angesichts der Akkugröße dauern Ladevorgänge einige Zeit – ein wenig schneller dürfte es gerne sein. Selbst Google ist mit seinem mehr als doppelt so teurem Google Pixel Tablet (Testbericht) aber nur bei 15 Watt.
Das AGM Pad P2 ist in Europa mit 8/256 GB für einen Einstiegspreis von 269 Euro in der Farbe Grau erhältlich. Bei Amazon gibt es das Tablet momentan für 208 Euro.
Auf der Suche nach einem günstigen, aber guten Mittelklasse-Tablet stößt man auf allerlei seltsame Modelle von dubiosen Marken bis zu bekannteren Namen wie Xiaomi. Und man trifft eben auf das AGM Pad P2, wo die Suche für viele enden dürfte: Das Tablet ist ein tolles Gesamtpaket aus einem großen, schnellen Bildschirm, ausreichend Performance, viel Speicherplatz, IP68-Schutz und Unterstützung für LTE-Mobilfunk, all das verpackt in einem schicken, schlanken Design bei einem geringen Gerätegewicht für nur rund 200 Euro. Schade ist, dass es keine gute Aussicht auf einen langen Software-Support gibt. Dennoch lohnt sich das Tablet für alle, die ein gutes Mediengerät für wenig Geld suchen.
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