Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Dreame baut nicht nur Saugwischer, Mähroboter und Saugroboter, sondern auch Akku-Sauger. Neu im Sortiment ist das Premium-Modell Z30, das wir uns im Test ganz genau angeschaut haben.
Dreame hat mit dem Z30 einen neuen Premium-Handstaubsauger auf den Markt gebracht, der sich durch seine beeindruckende Saugleistung und ein umfangreiches Zubehörpaket auszeichnet. Zudem zählt er aufgesaugte Partikel unterschiedlicher Größe und punktet zudem mit einem Wechselakku. Kann der Z30 wirklich mit Top-Konkurrenten wie Dyson mithalten?
Der Dreame Z30 wird mit einem beeindruckenden Zubehörpaket geliefert, das kaum Wünsche offenlässt. Neben dem Hauptgerät sind je ein motorisierter Bürstenkopf mit Licht für Teppich und Hartböden, motorisierte Mini-Bürste, eine Bürste zum Kämmen von Haustieren und diverse weitere Bürsten und Aufsätze enthalten. Auch ein flexibler Adapter und ein Verlängerungsschlauch gehören zum Lieferumfang. Der Staubsauger selbst präsentiert sich in einem modernen Design mit einem klaren LCD-Display, das wichtige Informationen wie den Verschmutzungsgrad und die Akkulaufzeit anzeigt. Zudem sieht der Nutzer dort die Zahl unterschiedlich großer, aufgesaugter Schmutzpartikel – ganz wie beim Dyson V15 Detect.
Die Verarbeitung des Dreame Z30 ist hochwertig. Der Staubsauger besteht aus robustem Kunststoff und Aluminium, was ihm eine solide Haptik verleiht. Alle Zubehörteile lassen sich einfach wechseln und rasten sicher ein. Die Bedienung erfolgt über zwei Tasten am Handstück, die gut mit dem Daumen erreichbar sind. Der Power-Button ersetzt den früheren Abzug, sodass der Sauger auch ohne Fingerkrampf weiterläuft. Die verschiedenen Saugmodi – Eco, Auto und Boost – können einfach per Knopfdruck gewechselt werden. Der Automatikmodus reagiert aber schnell und macht seine Arbeit gut.
Am Design gibt es nichts zu meckern, echte Neuerungen gibt es hier aber nicht. Die Mischung aus Leichtmetall und Kunststoff lässt den Z30 ausreichend hochwertig erscheinen, zumal das Gerät insgesamt stabil und robust wirkt. Dabei verzichtet der Hersteller auf bunte Farben wie beim Marktführer, sondern setzt auf Grau- und Schwarztöne. Auffällig ist der große, flache Akku, der unter dem Pistolen-Handgriff befestigt ist und abgenommen werden kann. Das ermöglicht problemlosen Ersatz oder den Zukauf eines Ersatzakkus, wenn die Arbeitsdauer nicht reichen sollte.
Etwas unpassend für ein Premium-Modell finden wir den Ladeständer. Er ist nicht nur recht wackelig, sondern erlaubt zudem nur die Aufbewahrung von drei weiteren Bürstenaufsätzen – es gibt aber insgesamt acht Zubehörteile zusätzlich zum Hauptbüstenkopf. Zudem wird der Sauger nicht automatisch geladen, sobald er dort abgestellt wird, sondern das Ladekabel muss jedes Mal händisch angesteckt werden. Zudem bleibt die Ladeanzeige nicht an, sodass man nur durch das Blinken einer breiten LED am Akku sieht, dass er noch lädt – aber nicht, wie voll er ist. Und zu guter Letzt dreht sich der Display-Inhalt beim Laden nicht, sodass der Inhalt beim Laden "auf dem Kopf" steht.
Der Dreame Z30 überzeugt mit einer beeindruckenden Saugleistung von 310 Airwatts und gehört damit zu den kräftigsten Akku-Staubsaugern am Markt. Auf Hartböden zeigt er sich besonders stark und nimmt selbst feinen Staub zuverlässig auf. Auf Wunsch kann der Ansaugdruck der Hauptbüste durch Verstellen der Frontlippe noch erhöht werden. In den meisten Fällen dürfte das aber überflüssig sein. Während die Hauptbüste, die für Hartboden und Teppich gedacht ist, zwei nach vorn gerichtete, bläuliche LEDs aufweist, kommt bei der Hartbodenbürste eine bläuliche LED zum Einsatz, die ähnlich wie bei Dyson von der Seite den Bereich vor dem Bürstenkopf illuminiert. Bei Dyson gefällt uns der Grünton allerdings besser, er ist intensiver und hebt Schmutzpartikel besser hervor.
Der Z30 erweist sich im Alltag als sehr handlich, und die Lautstärke ist die meiste Zeit über recht moderat. Aushalten kann man aber auch die höhere Saugstufe, die im schnell reagierenden Automatikmodus immer mal wieder kurz eingeschaltet wird. Abhängig ist das von der Menge an Schmutzpartikeln, die gerade aufgesaugt werden. Steigt sie, erhöht die Automatik die Leistung. Dank des umfangreichen Lieferumfangs kommt man mit dem Z30 in nahezu jede Ecke, auch wenn uns nicht jeder Saugaufsatz sinnvoll erscheint. So gibt es etwa eine „rotierende Staubbürste“, die wie ein Rasierpinsel aussieht und mit ihrem Kugelgelenk und den weichen Borsten sehr schonend für empfindliche Oberflächen sein dürfte, bei uns aber mangels Anwendungsfall nicht zum Einsatz kam. Die Tierhaar-Bürste, mit der man seine Haustiere direkt absaugen soll und dann anschließend mit einem Knopfdruck die ausgekämmten Tierhaare aufsaugt, traf bei den Katzen des Testers auf wenig Gegenliebe und kam entsprechend auch nicht weiter zur Anwendung.
Auch auf Teppichen liefert der Z30 ordentliche Ergebnisse, und die Motorbürste hat auf längerem Floor hörbar mehr zu tun, fuhr sich im Test aber nicht fest. Da die mitgelieferte Teppichbürste unserer Meinung nach zu weiche Borstenreihen aufweist, wird Schmutz, der leicht in die Fasern getreten ist, auch nicht so schnell wie bei manch teurerem Konkurrenten aufgenommen. Stattdessen müssen Nutzer gut aufpassen und gelegentlich ein zweites Mal über die gleiche Stelle gehen. Alternativ hilft auch der manuelle Wechsel in den Turbomodus, in dem der Akkusauger seine ganze Saugkraft ausspielt. Die Reinigungsleistung ist also insgesamt gut, kommt aber nicht ganz an Topmodelle von Samsung oder Dyson heran.
Der Dreame Z30 ist mit einem effizienten HEPA-Filtersystem ausgestattet, das bis zu 99,9 % aller Partikel aus der Luft filtert. Der Staubbehälter fasst 600 Milliliter und lässt sich einfach entleeren. Die abwaschbaren Komponenten erleichtern die Reinigung und tragen zur Langlebigkeit des Staubsaugers bei.
Mit einer Akkulaufzeit von bis zu 90 Minuten im Eco-Modus bietet der Dreame Z30 genügend Power für große Reinigungsflächen. Im Auto-Modus hält der Akku je nach Beschaffenheit der Untergründe und dem Verschmutzungsgrad etwa 40 Minuten, während im Boost-Modus nach unter 15 Minuten Schluss ist. Die Ladezeit beträgt rund vier Stunden. Währenddessen zieht der Sauger knapp 40 Watt, also etwa 0,15 kWh. Der Akku ist austauschbar, was die Lebensdauer des Geräts verlängert.
Mit seinem bisherigen Preis von rund 600 Euro bewegte sich der Dreame Z30 zuletzt eher im oberen Mittelfeld der Akkustaubsauger. Inzwischen ist der Preis aber deutlich gefallen und man bekommt ihn bereits für 301 Euro auf Ebay (Code TECHNIK26). Das macht ihn deutlich attraktiver, auch gegenüber der Konkurrenz.
Der Dreame Z30 ist ein leistungsstarker Akkustaubsauger, der mit seiner hohen Saugkraft und dem umfangreichen Zubehör überzeugt. Die Verarbeitung ist hochwertig und die Bedienung gestaltet sich einfach und benutzerfreundlich. Überzeugend ist auch die lange Akkulaufzeit, die den Z30 auch für größere Reinigungsaufgaben prädestiniert. Insgesamt bietet der Dreame Z30 ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, aber es gibt auch kleinere Kritikpunkte.
In erster Linie ist da der etwas unpassende, weil wackelige Aufbewahrungsständer zu nennen, der zudem zu wenig Aufbewahrungsmöglichkeiten bietet. Außerdem dreht sich der Display-Inhalt beim Laden nicht. Hinzu kommt die Reinigungsleistung auf Teppich, die ruhig noch etwas besser sein dürfte. Unterm Strich ist der vielseitige Akkustaubsauger Dreame Z30 aber definitiv keinen Fehlkauf.
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