Die autarke Outdoor-Überwachungskamera von Switchbot kann Menschen und Haustiere erkennen. Sie lässt sich außerdem für Automatisierungen im Smart Home verwenden.
Switchbot bietet zahlreiche Smart-Home-Produkte (Test), die unterschiedlichste Szenarien abdecken. Dabei sind die Lösungen der Firma aus dem chinesischen Silicon Valley Shenzhen bekannt für ihr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Und auch die Produktpflege mit regelmäßigen Aktualisierungen gehört bei Switchbot zum normalen Tagesgeschäft. Erst kürzlich hat das Unternehmen für das hauseigene Smart Lock (Testbericht) ein Update ausgeliefert, das es kompatibel zum neuen Smart-Home-Standard Matter macht. Und der Switchbot Hub 2 (Test) ist eine der wenigen Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) abseits von Angeboten der IT-Schwergewichte Apple, Amazon und Samsung, die Matter bereits unterstützen.
Zum Produktportfolio zählen auch Überwachungskameras (Themenwelt), die sich nahtlos in das Smart-Home-System des Herstellers integrieren und für Automatisierungen in Kombination mit anderen Produkten nutzen lassen. Damit können Anwender etwa ein leistungsfähiges Sicherheitssystem (Ratgeber) realisieren. Neben Modellen für den Innenbereich wie der PTZ-Überwachungskamera (Bestenliste) Switchbot 2K (Testbericht), bietet Switchbot mit der Outdoor Spotlight Cam auch eine Lösung für den Außenbereich. Sie kann dank integriertem Akku und WLAN-Unterstützung relativ frei positioniert werden. Mithilfe eines Solarpanels, das einzeln und in Kombination mit der Überwachungskamera erhältlich ist, muss man sie nicht einmal mehr manuell aufladen – zumindest nicht während der Sommermonate. Doch selbst wenn bei wenig Sonnenschein im Winter der Akku nicht geladen wird, soll die 10.000 mAh starke Batterie einen Betrieb von bis zu 90 Tagen gewährleisten.
Die Switchbot Outdoor Spotlight Cam bietet eine Auflösung von 1920 × 1080 (Full HD) und zeichnet Videos mit dem besonders datensparsamen Codec H.265 alias HEVC auf. Ihr Sichtfeld beträgt 110° horizontal, 53° vertikal und 126° diagonal. Für eine klare Nachtsicht in Schwarzweiß sorgen Infrarot-LEDs und für eine farbige Nachtsicht bietet die Kamera zwei LEDs, die man bei Bedarf oder automatisch aktivieren kann.
Die Bewegungserkennung differenziert zwischen Personen, Haustieren und anderen Bewegungen. Somit sollten in der Praxis kaum Fehlalarme auftreten.
Videos zeichnet die Akku-betriebene Überwachungskamera nur nach einer Bewegungserkennung auf. Eine kontinuierliche Aufnahme unterstützt das Outdoor-Modell anders als die PTZ-Innenkamera (Testbericht) nicht. Für die lokale Speicherung bietet die Kamera einen microSD-Card-Slot. Ein Speichermedium zählt allerdings nicht zum Lieferumfang. Optional bietet Switchbot auch verschiedene Cloud-Abos an. Der Standard-Plan kostet pro Monat 5 Euro und pro Jahr 50 Euro. Er umfasst die Speicherung von Videos von einer Kamera für bis zu 30 Tage. Für zwei Überwachungskameras kostet das Abo 8 Euro pro Monat und 80 Euro pro Jahr. Sollen Videos von drei Kameras in der Cloud gespeichert werden, kostet das Abo 10 Euro monatlich oder 100 Euro jährlich. Die Videos werden in einem europäischen Rechenzentrum verschlüsselt unter Einhaltung der DSGVO gespeichert.
Wie gut die Überwachungskamera für außen und Automatisierungen mit anderen Smart-Home-Komponenten der Switchbot-Plattform funktioniert, zeigt unser Testbericht zur Switchbot Outdoor Spotlight Cam.
Die 320 Gramm schwere Switchbot Outdoor Spotlight kommt in einem runden Gehäuse mit einem Durchmesser von 86 mm. Das hebt sie von den typischen Kameras in Bullet-Form ab und macht sie nahezu einzigartig. An der Vorderseite ist die „Kugel“ abgeflacht und anstelle des weißen Plastikgehäuses tritt eine schwarze Abdeckung, in die Objektiv, Kameralinse, PIR-Bewegungssensor, Infrarot- und LED-Lichter, Lichtsensor und Mikrofon eingelassen sind. Letzteres sorgt in Verbindung mit dem an der Unterseite positionierten Lautsprecher, über den eine bis zu 100 dB laute Sirene ertönen kann, die Zwei-Wege-Audiofunktion. Damit kann man Gespräche mit Personen vor der Kamera führen. Die Audioqualität geht dabei in Ordnung und reicht völlig für den kommunikativen Austausch mit zum Beispiel einem Paketboten aus.
Auf der Rückseite findet man hinter einer weichen Silikonabdeckung den microSD-Card-Slot, links daneben den Ein-/Ausschalter, darüber eine Reset-Taste und den USB-C-Anschluss zum Laden der Batterie. Daran kann man auch das passende 3-Watt-Solarpanel anschließen. Zum Testzeitpunkt im Juli reicht dieses aus, um die Batterie aufzuladen respektive die Kapazität bei 100 Prozent zu halten. Mit anderen Überwachungskameras haben wir allerdings die Erfahrung gemacht, dass während der Wintermonate die Sonne häufig nicht zu sehen ist und somit das Solarpanel die Batterie nicht mit Energie versorgen kann. Der integrierte 10.000 mAh starke Akku soll aber bis zu 90 Tage halten. Auch wenn dieser Wert sicher nicht im Winter erreicht wird, dürfte die Kapazität ausreichen, bis bei der nächsten Schönwetterperiode das Solarpanel den Akku laden kann.
Der Lieferumfang enthält neben der Kamera eine verschraubbare Halterung inklusive Schrauben und Dübel sowie eine Bohrschablone und ein englischsprachiges Benutzerhandbuch. Ein deutsches Handbuch haben wir nicht gefunden, auch nicht im Support-Bereich des Herstellers. Immerhin existiert eine deutsche Q&A. Mitgeliefert wird außerdem ein Klebepad mit Schraubfassung, mit der man die Kamera sehr leicht an glatten Oberflächen montieren kann (siehe auch Bildergalerie).
Als optimale Montagehöhe empfiehlt Switchbot mindestens 2,5 Meter. Die Kamera ist nach IP55 wetterfest, doch einer direkten Sonneneinstrahlung sollte man sie laut Handbuch nicht aussetzen. Das schränke den Montageort etwas ein. Die meisten Anwender dürften die Kamera auf einem Regal positionieren. Die an der Unterseite angebrachten Gummifüße bieten auch auf glatten Oberflächen einen stabilen Halt, sodass man die Halterung nicht unbedingt benötigt. Alternativ ist auch eine Montage an der Decke möglich, wobei allerdings das mitgelieferte USB-Kabel in den meisten Fällen zu kurz sein dürfte.
Die Inbetriebnahme der Überwachungskamera erfolgt mit der Switchbot-App, für die eine Registrierung nötig ist. Zuvor legt man allerdings noch eine microSD-Karte in den dafür vorgesehenen Slot und schaltet die Kamera ein.
Die App ist übersichtlich gestaltet und bietet am unteren Bildschirmrand die Optionen Home, Szenen, Shop und Profil. Unter Home werden die installierten Geräte angezeigt, die einzelnen Zimmern zugeordnet werden können. Da die Kamera auch über Bluetooth verfügt, wird sie ganz oben mit „Outdoor Spotlight Kam“ angezeigt. Ein Installationsassistent führt durch das Setup und zeigt anhand von animierten Grafiken und Beschreibungen die einzelnen Schritte der Inbetriebnahme. Sollte sich die Kamera nicht im Kopplungsmodus befinden, drückt man die Reset-Taste an der Rückseite so lange, bis ein Signalton aus der Kamera zu hören ist. Jetzt wartet man einen Moment, bis die Status-LED an der Vorderseite über dem Objektiv in Rot blinkt. Anschließend tippt man auf die Schaltfläche „Rot blinkt“ und gibt auf der nächsten Seite das WLAN-Passwort ein, wobei die Kamera nur 2,4-GHz-Netze unterstützt. Nun erzeugt die App einen QR-Code, den man im Abstand von 10 bis 20 Zentimeter vor das Objektiv hält. Das erfolgreiche Einlesen des QR-Codes signalisiert die Kamera mit einem Signalton. Danach verbindet sich die Kamera mit dem WLAN und steht anschließend in der App bereit.
Die Kamera wird unter Home mit einer Kachel angezeigt (siehe auch Bildergalerie). Außerdem zeigt die Kamera-Kachel noch die letzte registrierte Bewegung an. Tippt man auf die Kachel, öffnet sich Bedienoberfläche der Kamera. Im oberen Bereich erscheint der Livestream mit Angabe der WLAN-Empfangsqualität inklusive der aktuellen Datenrate, der Auflösung (HD oder SD), dem Status der Tonausgabe sowie ganz rechts ein Symbol zur gleichzeitigen Darstellung von vier Kamera-Streams. Hat man mehrerer Switchbot-Kameras installiert, signalisiert das die App am unteren Rand des Livestreams mit etwa 4/4. Mit einer Wischgeste können Anwender zwischen den Livestreams der einzelnen Kameras hin- und herwechseln. Die Darstellung der Livestreams erfolgt zügig. Über das Telefonhörer-Symbol kann man die Gegensprechfunktion der Kamera aktivieren und über das Kamera-Symbol eine Aufnahme starten. Wer nur einen Screenshot der aktuellen Ansicht anfertigen möchte, tippt auf das Scheren-Symbol. Und zur Vollbildansicht gelangt man über das Viereck-Symbol rechts unterhalb des Livestreams.
In der Menüleiste am unteren Bildschirmrand gelangen Anwender zu Ereignissen, zu weiteren Funktionen sowie zum Wiedergabemenü. Leider führt ein Klick auf ein bestimmtes Ereignis nur zu einem Screenshot, nicht aber zur Aufnahme. Das haben andere Hersteller, etwa Eufy (Themenwelt), besser gelöst und spielen das fragliche Video gleich ab. Im Abschnitt Funktionen können Anwender Features wie Privatsphäre-Modus, Ton-Alarm, Nachtsichtmodus, Bewegungserkennung und das Spotlight aktivieren. Die Übersetzungen der einzelnen Funktion deuten manchmal nicht unbedingt auf die eigentliche Funktion hin. „Privatsphäre-Modus“ schaltet die Kamera aus. „Kamera deaktivieren“ wäre an dieser Stelle hilfreicher. Und „Ton-Alarm“ wäre mit „Sirene“ besser übersetzt. Ist letztere aktiv, ertönt zusätzlich zu einer Benachrichtigung ein Ton bei einer erkannten Bewegung. Unter Einstellungen, die man über das Symbol rechts oben erreicht, können Anwender im Abschnitt Bewegungserkennung zwischen drei Alarmtönen, Lautstärke und Dauer die Sirene konfigurieren. Außerdem können sie dort die Empfindlichkeit der Erkennung zwischen „Niedrig“, „Mittel“ und „Hoch“ einstellen. Die einzelnen Stufen erläutert die App dabei (siehe auch Bildergalerie).
Smart ist auch die Möglichkeit, über NFC-Tags bestimmte Funktionen zu aktivieren. So kann man damit die Live-Ansicht oder eine Videoaufnahme starten oder die Kamera ein- oder ausschalten.
Dank der Differenzierung bei der Bewegungserkennung zwischen Personen, Haustieren und allen anderen sich bewegenden Objekte treten während des Tests keine Fehlalarme auf. Benachrichtigungen von erkannten Bewegungen erhalten Anwender standardmäßig über Pushnachrichten am Telefon. Zusätzlich kann man noch bis zu zehn E-Mail-Adressen festlegen, an die Benachrichtigungen geschickt werden sollen.
In der Praxis funktioniert das Zusammenspiel zwischen Sensoren, NFC-Tags und anderen mit einem Switchbot-Hub verbundenen Komponenten einwandfrei. Neben den bereits erläuterten Möglichkeiten mit NFC-Tags eröffnet ein Switchbot Hub 2 (Testbericht) mit daran angeschlossenen Geräten weitere interessante Automatisierungen, die in der App mit Szenen bezeichnet sind. So ist es etwa möglich, bei einer von der Kamera erfassten Bewegung den Fernseher und der Auswahl eines bestimmten Senders einzuschalten. Leider unterstützt die Kamera anders als die Aqara G3 (Testbericht) keine Gesichtserkennung, sodass man Automatisierungen nicht personalisieren kann.
Die Videoaufnahmen sind kontraststark und detailreich. Die Full-HD-Auflösung bietet aber für eine vergrößerte Ansicht nur wenig Reserven. Auch die Nachtaufnahmen überzeugen. Videos zeichnet die Kamera mit voller Auflösung im platzsparenden H.265-Format bei 15 fps auf. Bei der zur Auswahl stehenden SD-Option sinkt die Auflösung auf 640 × 360 Pixel und das Format wechselt auf H.264.
Ansonsten reagiert die Switchbot Outdoor Spotlight Cam zügig auf Nutzereingaben und stellt den Livestream nahezu verzögerungsfrei dar. Auch Benachrichtigungen über erkannte Bewegungen werden zeitnah zugestellt. Zudem ist die Integration in Alexa gut gelungen. Neben der Ausgabe des Livestreams auf einem Amazon Echo Show können Anwender per Sprache an die Kamera gekoppelte Automatisierungen über den Amazon-Sprachdienst aktivieren.
Die Switchbot Outdoor Spotlight Cam kostet einzeln 100 Euro, im Bundle mit einem Solarpanel sind knapp 130 Euro fällig. Beides zusammen ist aktuell im Webshop des Herstellers mit dem Code „15COMBO“ für 114,74 Euro erhältlich.
Als reine Überwachungskamera reizt die Switchbot Outdoor Spotlight Cam mit Full-HD-Auflösung nicht unbedingt zum Kauf. Hier gibt es Alternativen, die entweder wie die Ezviz BC2 (Testbericht) günstiger sind oder wie die Reolink Argus 3 (Testbericht) eine höhere Auflösung bieten. Dennoch ist sie attraktiv – und zwar wegen der Integrationsmöglichkeit in die Smart-Home-Plattform des Herstellers (Testbericht). Damit können Anwender mit wenig Aufwand und zu fairen Preisen rund um die Überwachungskamera ein leistungsfähiges Alarmsystem aufbauen oder sie für Automatisierungen verwenden. Positiv ist auch, dass sich die Switchbot-Plattform zudem in andere leistungsfähige Smart-Home-Zentralen wie Homey Pro (Testbericht) einbinden lässt. So fristet sie nicht das Dasein einer Insellösung, sondern wird Teil einer umfassenden Smart-Home-Steuerung. Sollte Switchbot die Kamera – wie bereits beim hauseigenen Smart Lock geschehen – zudem mit einem Update Matter-kompatibel machen, lässt sie sich auch unter Homekit einbinden.
Mehr Informationen zu einer intelligenten Haussteuerung bietet unser Themenschwerpunkt Smart Home. Für Einsteiger ins Thema empfehlen wir unseren Ratgeber Smart Home: Auch mit wenig Geld zum Erfolg. Auch interessant: Elesion als günstige Smart-Home-Alternative von Pearl. Wer smart heizen will, sollte sich den Ratgeber Smarte Thermostate für Fußbodenheizungen durchlesen und die Bestenliste Top 10: Die besten smarten Heizkörperthermostate ansehen. Und wie man den Standby-Verbrauch von Geräten reduzieren kann, erklären wir im Beitrag Die besten smarten Zwischenstecker mit Verbrauchsmessung. Last but not least liefert der Beitrag Bessere Luft: Smarte Raumluft-Sensoren für CO₂, Radon, Ozon, Feinstaub & Co nützliche Informationen zur Steuerung des Raumklimas mit smarten Sensoren.
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