Das Alldocube iPlay 50 Mini überzeugt überraschend als preiswertes 8-Zoll-Tablet im Test. Ganz ohne Abstriche kommt das günstige Gerät nicht davon – welche Nachteile es gibt, zeigt der Test.
Es ist immer spannend, verschiedene Versionen eines Geräts testen zu dürfen und zu sehen, welche Veränderungen der Hersteller vorgenommen hat. Viele treffen kuriose Entscheidungen – zuletzt haben wir das bei Apple gesehen. Dort werden Besitzer der neuen iPads, die einen Apple Pencil nutzen möchten, dazu gezwungen, die ältere 1. Generation zu kaufen und sie über einen eigenartigen Adapter aufzuladen.
Heute liegt das Alldocube iPlay 50 Mini vor uns. Dabei handelt es sich um den kleinen Bruder des bereits von uns getesteten Alldocube iPlay 50 (Testbericht), das insbesondere mit der adäquaten Leistung, dem starken Display und dem verhältnismäßig hochwertigen Design punkten konnte. Das Mini-Tablet konnte einige dieser Vorteile erben: Das in dieser Preisklasse seltene Design findet sich auch beim Alldocube iPlay 50 Mini, ebenso wie die Leistung, die im Test hervorstach. Aber nicht alles ist bei diesem Gerät perfekt – im Test zeigten sich einige Mankos.
Das Tablet kostet bei Banggood nur 106 Euro. Der kostenlose Versand erfolgt aus Tschechien.
Das Tablet begrüßt uns nach dem Auspacken aus seiner unscheinbaren, kleinen, weißen Box. Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Gerät selbst ein USB-A-Netzteil mit einer Ladeleistung von mickrigen 10 Watt, ein Kabel für USB-A auf USB-C, eine Nadel zum Öffnen des SIM-Kartenfachs und eine Bedienungsanleitung.
Die Rückseite des Geräts zeugt direkt vom hochwertigen Design und der soliden Verarbeitung – sie besteht aus grauem, mattem Aluminium, das lediglich oben und unten durch Kunststoffelemente ersetzt wird, um die Antennenfunktion zu gewährleisten. Das Alldocube-Logo auf der Rückseite sowie die ungewöhnlich lange Modellnummer werden durch einen QC-Sticker ergänzt, der zwar unnötig ist, sich aber relativ rückstandslos entfernen lässt. Die Rückkamera besteht aus einem Sensor, der in einer kleinen Hervorhebung oben links platziert ist.
Auf der Vorderseite des Alldocube iPlay 50 Minis befindet sich das 8,4 Zoll große Display, das dank der abgerundeten Ecken und der dünnen Displayränder perfekt ins insgesamt hochwertige Erscheinungsbild des Tablets passt. Hält man das Gerät hochkant so, dass sich die Frontkamera oben befindet, liegen die ebenfalls aus Aluminium bestehenden Lautstärke- und Power-Tasten auf der rechten oberen Seite. Diese Platzierung sorgt in Verbindung mit der geringen Größe des Geräts dafür, dass bei einer horizontalen Ausrichtung die Finger der linken Hand die Tasten leicht versehentlich betätigen können. Das hätte Alldocube verhindern können, wenn die Tasten zwei bis drei Zentimeter weiter unten platziert worden wären.
Der USB-C-Ladeport befindet sich auf der Oberseite (also da, wo die Frontkamera ist) und ist damit ebenfalls ungewöhnlich platziert. Der Monolautsprecher befindet sich auf der Unterseite links und – das ist noch nerviger – wird damit von der rechten Hand verdeckt, wenn das Tablet horizontal gehalten wird. Eine der wenigen schlechten Design-Entscheidungen von Alldocube.
Das Gerät wiegt rund 292 Gramm, ist damit ein Leichtgewicht und mit seinen Maßen von 202,7 × 126 × 7,5 Millimetern handlich genug, um auch mit einer Hand gehalten und mit der anderen bedient zu werden. Das Tippen auf einer Bildschirmtastatur ist hochkant übrigens problemlos möglich. Alles in allem ist es abgesehen von kleinen Ausnahmen ein gut designtes und verarbeitetes Gerät.
Beim Alldocube iPlay 50 Mini kommt ein 8,4 Zoll großes IPS-Panel mit einer Auflösung von 1920 × 1200 Pixel zum Einsatz. Das ergibt eine Pixeldichte von rund 270 Pixel pro Zoll (PPI) – für den Preis eine außerordentlich hohe Full-HD-Auflösung, die definitiv positiv hervorgehoben werden muss. Die Farbdarstellung des Displays ist angemessen – blass ist hier nichts, die Farben sind aber auch nicht außerordentlich kräftig. Die Schatten an den Displaykanten, die man von anderen IPS-Panels kennt, sind nur geringfügig vorhanden.
Bemängeln müssen wir am Display des Alldocube iPlay 50 Mini lediglich die Helligkeit – sie beträgt rund 350 cd/m² und ist damit für Innenräume angemessen. Nutzt man das Tablet jedoch bei direkter Sonneneinstrahlung, lässt sich das Display kaum noch ablesen. Für den Preis von rund 100 Euro ist das Meckern auf hohem Niveau. Ein Helligkeitssensor ist nicht verbaut.
Ein großer Vorteil des Displays vom Alldocube iPlay 50 Mini ist die Unterstützung für Widevine Level 1. Dadurch können Nutzer Inhalte bei bekannten Streaming-Anbietern wie Netflix und Disney+ in HD-Qualität ansehen. Geräte, die Widevine Level 1 nicht unterstützen, können Inhalte nur in SD-Qualität, also mit 480p streamen. Beim teureren, größeren Modell ist diese Funktionalität nicht gegeben. In diesem Fall spricht das jedoch klar für das Gerät. Insgesamt handelt es sich also um ein großartiges Display – lediglich die Helligkeit könnte höher ausfallen.
Im Alldocube iPlay 50 Mini sind insgesamt zwei Kameras verbaut – eine Frontkamera auf der Vorderseite sowie die Hauptkamera auf der Rückseite. Die Hauptkamera löst mit wenig beeindruckenden 5 Megapixeln auf. Das sorgt nicht gerade für scharfe oder sonst sonderlich brauchbare Aufnahmen, die Farben nicht allzu akkurat.
Videoaufnahmen sind mit der Hauptkamera mit Full-HD bei 30 Bildern pro Sekunde möglich. Mangels Bildstabilisierung ist die Kamera für Videos wenig brauchbar. Die Frontkamera löst ebenfalls mit 5 Megapixeln auf und ermöglicht Videoaufnahmen in 720p bei 30 Bildern pro Sekunde. Videotelefonie ist also drin, mehr aber auch nicht.
Herz und Hirn des Alldocube iPlay 50 Mini ist der Unisoc T606, ein achtkerniger ARM-Chip aus dem Jahr 2019. Es handelt sich um einen Prozessor der unteren Mittelklasse, vorzufinden ist er meistens aber eher in Geräten, die mehr als 100 Euro kosten. Der Prozessor ist insgesamt recht flott und kommt gut mit allen Alltagsaufgaben sowie mit dem Betriebssystem zurecht. In der regulären Nutzung kamen Ruckler oder kurze Denkpausen erstaunlich selten vor, einfaches Arbeiten (Word und Excel) war mit dem Gerät problemlos möglich.
Bei komplizierteren Workloads tut sich das Gerät zwar schwer, dafür ist es aber auch nicht gemacht. Was man wissen muss: Der Chip läuft gut genug, um alle Aufgaben zu erledigen, die mit so einem Tablet normalerweise erledigt werden, und darüber hinaus ist er auch für weniger anspruchsvolle Spiele problemlos zu haben. Für den Preisbereich, in dem sich das Alldocube iPlay 50 Mini bewegt, ist das überdurchschnittlich.
Begleitet wird der Unisoc T606 von vier Gigabyte Arbeitsspeicher. Das ist für den Preis angemessen, aber nicht außerordentlich viel. Der Hersteller wirbt damit, dass der Arbeitsspeicher virtuell um zusätzliche 4 GByte ergänzt werden kann. Diese werden aus dem verbauten internen UFS 2.1-Speicher „blockiert“ und für das Verwalten von Hintergrundaufgaben verwendet. Das mag sich auf den ersten Blick fortschrittlich und sinnvoll anhören, ist es aber nicht wirklich. Schließlich ist dieses Feature mehr ein Werbeslogan als eine wirklich sinnvolle Sache, da der interne Speicher wesentlich langsamer als der Arbeitsspeicher ist und die Wirkung somit geringfügig ausfällt.
Wenn wir schon beim internen Speicher sind: Dieser ist 64 GByte groß und mit einer Speicherkarte erweiterbar. Zu den anderen Technologien, die dieses Tablet unterstützt, gehören Wi-Fi 5 (IEEE 802.11ac), Bluetooth 5.0 und SIM-Karten für LTE (4G). Beim USB-C-Anschluss handelt es sich leider nur um einen USB-2.0-Port, wodurch die Bandbreite stark beschränkt bleibt. Für diese Preisklasse ist das allerdings nichts Ungewöhnliches. Der verbaute Monolautsprecher ist ganz okay, aber nichts Besonderes. Die Sprachqualität ist bei Telefonaten angemessen.
Zu unserer Überraschung konnten wir schon beim Einrichten des Alldocube iPlay 50 Mini feststellen, dass die auf dem Tablet installierte Software nicht genau dieselbe ist, die wir beim größeren Bruder kritisieren mussten. Es läuft bereits Android 13. Das Betriebssystem des Mini-Tablets gleicht dafür weniger dem reinen Android-Betriebssystem als beim großen Bruder. Die Icons auf dem Startbildschirm sind durch buntere Alternativen ersetzt und auch die Einstellungs-App erhielt ein Redesign. Optisch erinnert es etwas an die Xiaomi-Benutzeroberfläche MIUI.
Interessant: Das Schnelleinstellungen-Menü ist nicht verändert worden. Insgesamt ist das Betriebssystem an sich kein Nachteil des Geräts, da es größtenteils frei von Bugs ist und keine Probleme bei der Benutzung verursacht. Verwundert waren wir erneut von der fehlenden Möglichkeit, von Hand nach einem Software-Update zu suchen. Wobei ein paar Tage nach Inbetriebnahme die Möglichkeit zum Updaten des Betriebssystems dann angeboten wurde.
Der aktuellste Sicherheitspatch ist vom Mai 2023 und damit ausreichend aktuell. Leider ist es schwer zu sagen, wie sich die Update-Situation in der Zukunft gestalten wird. Feste Versprechen bezüglich Sicherheitsupdates macht Alldocube nicht, mehr als zwei Jahre Support – wenn überhaupt – sind nicht zu erwarten.
Eine letzte kleine Enttäuschung liefert Alldocube beim iPlay 50 Mini mit dem Akku. Dieser hat nur eine mickrige Kapazität von 4000 Milliamperestunden. Viele moderne Smartphones (die mit einem viel kleineren, also stromsparenden Display daherkommen) können hier eine größere Kennzahl vorweisen.
Das spiegelt sich in der Akkulaufzeit wider: Diese betrug bei einer durchschnittlichen Nutzung zwischen drei und dreieinhalb Stunden. Das ist ziemlich kurz und sehr schade. Beim Abspielen von einem zweistündigen Youtube-Video bei 60 Prozent Helligkeit kostete uns 48 Prozent der Akkukapazität. Insgesamt ist die Akkulaufzeit also nicht gut und wohl der größte Nachteil des Tablets. Das Aufladen ist mit 10 Watt zudem langsam und nimmt weit über zwei Stunden in Anspruch.
Das Alldocube iPlay 50 Mini ist ab rund 106 Euro beim chinesischen Online-Händler Banggood erhältlich, das ist ein fairer Preis. Der Versand erfolgt aus Tschechien. Die einzige erhältliche Speichervariante hat 4/64 GByte, als Farbe steht ausschließlich Grau zur Auswahl.
Alles in allem ist das Alldocube iPlay 50 Mini eines der preiswertesten Tablets, das uns bisher über den Schreibtisch gewandert ist. Ein tolles, wenn auch dunkles Display, eine solide Leistung, gute Ausstattung und ein äußerst hochwertiges Design sorgen dafür, dass man kaum ein Mini-Tablet auf dem Markt mit einem vergleichbaren Preis-Leistung-Verhältnis findet. Es gehört damit definitiv zu den besten Android-Tablets bis 9 Zoll aus unseren Tests.
Lediglich ist die ernüchternde Akkulaufzeit uns ein Dorn im Auge. Die denkbaren Einsatzzwecke sind vielfältig – ob als Zweit-Tablet, als Entertainment-Maschine oder E-Book-Reader, mit dem Alldocube iPlay 50 Mini macht man nicht viel falsch.
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