Der Roku Streaming Stick 4K bietet eine große Auswahl an Streaming-Diensten und eine übersichtliche Bedienoberfläche. Wie sich der Streaming-Stick in der Praxis schlägt, zeigt der Testbericht.
Update: Aktuell hat der Stick mit einem Preis von 22 Euro einen neuen Tiefstand erreicht. Zuschlagen lohnt sich, denn so günstig wurde dieses Produkt bisher noch nie angeboten. Regulär wird der Roku Streaming Stick 4K meistens für etwa 30 Euro angeboten. Getestet haben wir das Produkt im März 2022.
Wie bereits der Name suggeriert, zeigt der Roku Inhalte mit maximal 4K an und unterstützt den Kopierschutzstandard HDCP 2.2. Ferner bietet der Roku Support für Dolby Vision und HDR10+ und sorgt somit für eine ausgezeichnete Bildqualität, sofern das Anzeigegerät diese Techniken unterstützt.
Weitere Produkte dieser Art zeigen wir in der Top 5: Die besten 4K-Streaming-Sticks- und Boxen ab 40 Euro.
Streaming-Sticks verwandeln Fernseher ohne Internetverbindung in einen Smart-TV. Damit können Nutzer entsprechender Geräte Streaming-Angebote zahlreicher Anbieter nutzen. Da allerdings in Deutschland der Anteil von Smart-TVs, die bereits zahlreiche Streaming-Anbieter enthalten, inzwischen bei 94 Prozent liegt, scheint der Einsatz von Streaming-Sticks auf den ersten Blick nur einen begrenzten Nutzen zu bieten.
Dennoch kann die Anschaffung eines 4K-Streaming-Sticks auch für Besitzer von Smart-TVs sinnvoll sein. Etwa dann, wenn das Gerät schon etwas älter ist und ein neuer Streaming-Anbieter vom TV-Hersteller nicht integriert wird. Zum Beispiel unterstützt der 2016 erschienene Samsung-TV UE55KS9090 zwar Disney+ und Dazn, aber auf Apple TV+ muss man verzichten. Auch wünschen sich manche Nutzer eines alten Smart-TVs eine schnellere Bedienung. Beide Probleme können Anwender mit einem aktuellen Streaming Stick lösen.
Mit Netflix, Prime Video, Disney+ und Apple TV+ unterstützt der Roku Streaming Stick 4K die größten Streaming-Anbieter. Auch TV-Apps von ARD, ZDF, Pro7, RTL, SAT.1, sowie Dazn und Sky Ticket sind verfügbar. Allerdings fehlen auch wichtige Streaming-Dienste wie MagentaTV, Waipu TV, Joyn und TV-Mediatheken wie Arte, Welt.TV und n-tv. Dafür ist Bild.TV mit an Bord.
Für Musikliebhaber integriert Roku von den größeren Musik-Anbietern nur Spotify. Apple Music, Amazon Music fehlen genauso wie Youtube Music und Anbieter von Highres-Audio wie Qobuz und Tidal.
Mehr Informationen über unterstützte Streaming- und TV-Anbieter, die im Roku-Kosmos „Channel“ genannt werden, bietet der Hersteller auf seiner Webseite.
Die Inbetriebnahme des Roku Streaming Stick 4K ist prinzipiell sehr einfach: Stick in eine freie HDMI-Buchse des Fernsehers stecken, Stromversorgung anschließen – erfolgt entweder über eine im TV integrierten USB-Buchse oder über das mitgelieferte Netzteil. Und anschließend den Stick noch über WLAN mit dem Internet verbinden und ein Roku-Konto anlegen.
Da der für den Test verwendete Samsung-TV UE55KS9090 über eine externe Anschlussbox für HDMI-Verbindungen verfügt, lässt sich der 9,5 cm lange Stick trotz seiner Größe problemlos mit dem TV-Gerät verbinden. Ist der Platz um die HDMI-Buchsen jedoch begrenzt, könnte es Probleme beim Anschluss geben. Eventuell muss man sich in diesem Fall mit einer HDMI-Verlängerung oder einem Winkel-Adapter behelfen. Dabei ist zu beachten, dass die entsprechenden Lösungen eine problemlose Übertragung von 4K-Inhalten und die nötigen Kopierschutzstandards unterstützen – sprich, sie sollten mindestens HDMI 2.0, besser HDMI 2.1 können.
Mit der mitgelieferte Fernbedienung können Anwender nicht nur die Oberfläche des Streaming Sticks steuern, sondern mit den an der rechten Seite der Fernbedienung angebrachten Lautstärketasten auch die Lautstärke des TVs einstellen. Das funktioniert auch dann, wenn die Soundausgabe über einen Receiver erfolgt. Leider lässt sich der Stick nicht mit der Fernbedienung des Samsung-TVs steuern, was dieser aber in Verbindung mit einem Apple TV gelingt.
Über die Fernbedienung können Nutzer den Roku auch per Spracheingabe steuern. Das funktioniert auch mit den Sprachassistenten von Amazon, Apple und Google. Gut gelungen ist dabei die Suche, die Roku mit dem auf Linux basierenden Betriebssystems bietet. Anwender können damit zum Beispiel nach einem Filmtitel suchen, wobei sämtliche Streamingdienste auf dem Stick berücksichtigt werden. Das funktioniert selbst dann, wenn man innerhalb eines bestimmten Streaming-Angebots sucht, aber der Film in diesem nicht zu finden ist. Das Suchergebnis zeigt in diesem Fall das passende Angebot eines anderen Streamingdienstes, der den Film im Programm hat.
Alternativ können Anwender auch ihr Smartphone in Verbindung mit der Roku-App als Fernbedienung verwenden. Zudem ist damit das Abspielen von Medien auf dem Smartphone wie Musik und Fotos über den Streaming-Stick möglich. Dank der Unterstützung von Air Play funktioniert das nicht nur mit Android-Smartphones, sondern auch mit iPhones. Dabei ist auch ein gleichzeitiges Abspielen unterschiedlicher Medien möglich: So können Nutzer etwa Fotos automatisch abspielen lassen und die Bildershow mit Musik untermalen. Auf schöne Übergangseffekte, wie sie etwa Apple TV bei der Anzeige von Bildern bietet, muss man aber verzichten.
Leider ist die Steuerung über die Fernbedienung nicht ganz konsistent. So sorgt die Betätigung der Zurück-Taste für die Ansicht des zuvor angezeigten Bildschirminhalts: Drückt man beispielsweise mehrmals diese Taste, lassen sich einige Apps dadurch beenden, sodass man wieder auf dem Start-Bildschirm landet. Mit anderen Apps wie Netflix funktioniert das aber nicht. Um sie zu beenden, muss man entweder im Menü „Abmelden“ anwählen oder die Home-Taste auf der Fernbedienung betätigen.
Störend ist auch, dass aufgrund der geringen Kapazität des Arbeitsspeichers von nur einem Gigabyte einmal gestartete Apps nicht lange im RAM verbleiben. Somit müssen sie häufig neu gestartet werden, was mehr Zeit in Anspruch nimmt. Wer also öfter zwischen verschiedenen Streaming-Angeboten wechselt, muss mehr Wartezeit einkalkulieren als zum Beispiel mit einem Fire TV Stick 4K Max (Testbericht), der mit 2 GByte RAM über doppelt so viel Arbeitsspeicher verfügt wie der Roku-Stick. Ansonsten ist die Bedienung der aufgeräumten Oberfläche flüssig.
Aktuell hat der Stick mit 22 Euro einen neuen Tiefstpreis erreicht. Normalerweise kostet das Produkt etwa 30 Euro.
Der Roku Streaming Stick 4K überzeugt im Test mit einer übersichtlichen Oberfläche, über die Nutzer Inhalte der wichtigsten Streaming-Dienste abrufen können. Auf einige Angebote wie Magenta TV oder die Arte-Mediathek muss man aber verzichten. Im Hinblick auf Bildqualität ist dank Unterstützung von HDR10+ und Dolby Vision alles im grünen Bereich.
Die Steuerung über die mitgelieferte Fernbedienung geht in Ordnung. Und mit der App können Anwender den Stick auch über ein Android- oder iOS-Device steuern, inklusive der Möglichkeit, Bilder mit Musikuntermalung anzuzeigen.
Weniger gut hat uns hingegen gefallen, dass aufgrund des geringen Arbeitsspeichers ein Wechsel zwischen mehreren Anbietern nicht so schnell vonstattengeht wie auf mit einem Fire TV Stick 4K Max (Testbericht). Auch die Bedienung ist nicht immer konsistent. Doch bei dem günstigen Preis von nur 22 Euro kann man über diese leichten Mängel gnädig hinwegsehen.
Wer klassisches, lineares Fernsehen bevorzugt und dennoch nicht auf die Vorteile von Streaming verzichten will, ist mit dem Waipu.tv 4K Stick (Testbericht) gut bedient. Und Anwender, die tief im Apple-Kosmos verwurzelt sind, sollten einen Blick auf das Apple TV 4K HDR 2021 (Testbericht) werfen. Einen umfassenden Gesamtüberblick von Streaming-Lösungen liefert unsere Top 5: Die besten 4K-Streaming-Sticks- und Boxen ab 40 Euro.
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