Im Test zeigt der neue Stromspeicher Anker Solarbank 3 Pro, was möglich ist: Nulleinspeisung und Nutzung dynamischer Stromtarife für maximale Ersparnis.
Balkonkraftwerke mit Stromspeicher (Bestenliste) kosten zwar mehr, bieten aber langfristig mehr Ersparnis (Ratgeber). Mit der Solix Solarbank 3 Pro zeigt Anker, was moderne Stromspeicher für ein Balkonkraftwerk leisten können: Nulleinspeisung (Ratgeber) dank Unterstützung intelligenter Smart Meter wie Shelly Pro 3EM sowie Nutzung dynamischer Stromtarife, sodass man auch im Winter den Speicher sinnvoll nutzen kann.
Während ersteres bereits die Solarbank 2 Pro (Bestenliste) und andere Stromspeicher (Bestenliste) beherrscht, unterstützt letzteres die Solarbank 3 Pro. Im Grunde ist sie eine Kombination aus der Anker Solarbank 2 Pro AC, die ebenfalls bidirektional, also vom Stromnetz und von Solarmodulen, geladen werden kann, und der Solarbank 2 Pro – die im Unterschied zur AC-Variante, vier MPP-Tracker bietet, mit denen man vier Solarpanel unabhängig, etwa für einen höheren Ertrag durch eine Ost-West-Ausrichtung, ansteuern kann, aber kein bidirektionales Laden unterstützt.
Standardmäßig bietet die Solarbank 3 Pro eine Solareingangsleistung von bis zu 1800 Watt – mit Zusatzakku sind sogar 3600 Watt möglich. Um diese PV-Eingangsleistung zu erreichen, muss man allerdings acht Solarpanel parallel anschließen. In diesem Fall ist jedoch der Anschluss der Anlage über eine Fachkraft erforderlich, da Balkonkraftwerke, die man ohne Elektriker selbst anschließen darf, auf eine maximale Solarleistung von 2000 Watt beschränkt sind.
Wie die Anker Solarbank 3 Pro in der Praxis funktioniert, zeigt der folgende Testbericht.
Aufgrund der von 1,6 auf knapp 2,7 kWh gestiegenen Kapazität ist die Solarbank 3 Pro gegenüber dem Vorgänger nicht nur größer, sondern auch schwerer. Statt 460 × 249 × 254 mm (Solarbank 2) misst sie 460 × 254 × 279 mm. Und das Gewicht legt von knapp 22 kg auf gut 29 kg zu. Wie der Vorgänger bietet sie eine Notstromsteckdose mit einer Leistung von bis zu 1200 Watt. Die Gesamtkapazität kann mithilfe von Zusatzakkus (BP2700) auf knapp über 16 kWh ausgebaut werden. Anker bietet auf die Solarbank 3 10 Jahre Garantie. Bei der Lebensdauer geht der Hersteller von 15 Jahren aus. Nach 6000 Ladezyklen soll der Akku noch eine Restkapazität von 80 Prozent bieten.
Dank bidirektionaler Ladetechnik kann die Anker Solix Solarbank 3 Pro auch per Steckdose mit bis zu 1200 Watt geladen werden. Das ist natürlich nur sinnvoll, wenn ein dynamischer Stromtarif genutzt wird. Für diesen muss ein Stromzähler mit einem Smart Meter ausgestattet werden. Wer sich dafür interessiert, findet bei entsprechenden Stromanbietern wie Tibber und Rabot Energy weitere Informationen. Dazu später mehr.
Standardmäßig beträgt die maximale gesetzeskonforme Einspeiseleistung 800 Watt. Will man das volle Potenzial mit bis zu acht Panels und 3600 Watt ausschöpfen, muss die Anlage von einem Elektriker in Betrieb genommen werden. Dann kann eine Freischaltung der Einspeiseleistung auf maximal 1200 Watt erfolgen.
Die Einrichtung der Solarbank 3 Pro verläuft wie beim Vorgänger über den Anschluss der Panels, die per MC4-Kabel mit den Eingängen an der Batterie verbunden werden. Anschließend verbindet man die Solarbank 3 Pro mit dem mitgelieferten Anschlusskabel über eine Schuko-Steckdose mit dem Hausnetz. Die weitere Einrichtung erfolgt über die Anker-App, für die eine Registrierung erforderlich ist (siehe auch Bildergalerie).
Im Normalfall erfolgt die Einspeiseleistung eines Akkus anhand eines Zeitplans mit vorgegebenen Leistungswerten. Da der reale Strombedarf in der Regel entweder über- oder unterhalb dieser Werte liegt, verschenkt man den Strom oder bezieht unnötig Energie aus dem Netz des Stromanbieters. Mithilfe eines Smart Meters, der in der Stromverteilung montiert wird und die Anker Solarbank 3 Pro mit aktuellen Stromverbrauchsdaten versorgt, kann sie die Einspeiseleistung dynamisch anpassen. Das geschieht innerhalb weniger Sekunden. Im Test hat die Anpassung der Einspeisung mithilfe des Anker Smart Meters wie auch mit dem Shelly Pro 3EM problemlos funktioniert. Leider unterstützt Anker derzeit keine Smart Meter, die wie der Ever Home Eco Tracker per IR-Lesekopf die Stromverbrauchsdaten ermitteln. Diese können Anwender auch selbst installieren, ohne dass, wie im Fall der Smart Meter von Anker oder Shelly, ein Elektriker für die Montage nötig ist.
Die Anker-App stellt für die Solarbank 3 Pro verschiedene Einstellungen bezüglich der Einspeiseleistung zur Verfügung. Der „Smart Modus“ ist für Nutzer eines dynamischen Stromtarifs, etwa von Tibber oder Rabot Energy sinnvoll. Daten dazu bezieht die Anker-App über die Strombörse Nord Pool. Die integrierte KI sorgt in diesem Fall für ein Laden des Akkus, wenn voraussichtlich die PV-Leistung aufgrund schlechten Wetters oder während der Nacht nicht genügend Leistung zum Aufladen der Batterie ausreicht. Im Idealfall sorgt sie dafür, dass bei niedrigen Preisen der Speicher geladen wird, der die Leistung dann bei einem hohen Strompreis abgibt.
Der Modus „Eigenverbrauch“ steht nur in Verbindung mit einem Smart Meter (Anker oder Shelly) zur Verfügung. Damit orientiert sich die Leistungsabgabe am tatsächlichen Strombedarf, sodass eine Nulleinspeisung ermöglicht wird. Es wird in der Regel also kein Strom verschenkt. Ausnahme: Ist der Akku vollgeladen, wird die von den Solarpanels erzeugte Energie komplett ins Stromnetz eingespeist.
Bei der Einstellung „Benutzerdefinierter Modus“ handelt es sich um den bereits von der ersten Serie der Solarbank bekannten Terminmodus. Hier kann man die Leistungsabgabe nach Zeiträumen definieren. Das ist allerdings nur sinnvoll, wenn kein Smart Meter zum Einsatz kommt. Andernfalls wird, wie weiter oben beschrieben, entweder zu viel oder zu wenig Strom eingespeist und damit Geld verschenkt.
Wer kein Smart Meter installiert hat, dafür aber Smart Plugs von Anker oder Shelly (derzeit noch nicht kompatibel) verwendet, kann mithilfe der Option „Intelligenter Stecker-Modus“ eine dynamische Einspeisung anhand des realen Verbrauchs angeschlossener Geräte realisieren.
Mit dem „Zeitplan-Modus“ können Nutzer eines dynamischen Stromtarifs Lade- und Entladezeiten festlegen. Als Basis können sie hier Daten der in der App integrierten Strombörse Nord Pool verwenden oder eigene Zeiträume definieren.
Unter „Manuelle Notstromversorgung“ können Anwender die Solarbank 3 Pro sofort per Strom aus dem Netz aufladen.
Für den Test haben wir vier 445 Watt starke bifaziale Panels an die Solarbank 3 Pro angeschlossen. Dank des sonnigen Wetters haben wir mit der Anlage in den ersten zehn Tagen des Aprils insgesamt knapp 70 kWh erzeugt, mit einem Tagesmaximum von knapp 8 kWh. Während dieser Zeit wurde unser Testhaushalt vom Speicher zu etwa 28 Prozent mit Energie versorgt, der Solaranteil lag bei circa 58 Prozent und aus dem Netz haben wir circa 14 Prozent bezogen.
Der Stromspeicher Anker Solix Solarbank 3 Pro mit einer Kapazität von 2,69 kWh (effektiv nutzbar 2,4 kWh) kostete zur Vorstellung knapp 1200 Euro. Bei Ebay ist er aktuell für 822 Euro inklusive Versand erhältlich.
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Für die Wirtschaftlichkeitsrechnung verwenden wir den Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin. Dabei gehen wir von einem Haushalt mit einem jährlichen Strombedarf von 3000 kWh aus. Den Strompreis haben wir mit 40 ct pro kWh, mit einer jährlichen Preissteigerung von 2 Prozent, angesetzt. Bei der Simulation betrachten wir einen Zeitraum von 20 Jahren und haben außerdem die Ersatzkosten berücksichtigt. Zudem haben wir zwei unterschiedliche Balkonkraftwerke betrachtet, eines mit 1000 Watt Solarleistung und eines mit 2000 Watt.
Leider lässt der Stecker-Solar-Simulator bei der Akkukapazität nur eine Konfiguration in 500-Wh-Schritten zu. Der Anker bietet nominell aber eine Kapazität von knapp 2,7 kWh, wovon eine nutzbare Kapazität von 2,4 kWh zur Verfügung steht. Wir haben die Akkugröße im Stecker-Solar-Simulator daher mit 2,5 kWh angegeben. Bei den Preisen für die Balkonkraftwerke haben wir uns beim BKW‑Anbieter Kleines Kraftwerk bedient. Dort kostet die 1000 Watt starke Anlage knapp 500 Euro und die 2000-Watt-Variante etwa 800 Euro.
Laut Stecker-Solar-Simulator erzielen in beiden Fällen die Anlagen mit Anker-Speicher einen höheren Gewinn als die BKWs ohne Speicher. Die 2000-Watt-Anlage erzielt mit Anker Solarbank 3 Pro einen um fast 3000 Euro höheren Gewinn.
Für Home Assistant gibt es eine Integration, mit der man Anker-Solix-Geräte einbinden kann. Sie integriert die Daten aus der Anker-Cloud in das Smart-Home-System. Dank des in Home Assistant zur Verfügung stehenden Energy-Dashboard gewinnt man so einen schönen Überblick über die Betriebsdaten des BKW. Allerdings wird die Solarbank 3 Pro noch nicht unterstützt. Das könnte auch daran liegen, dass man sie derzeit nur über eine Beta-App ansteuern kann, die einen anderen Cloud-Server nutzt, sodass sie im normalen Konto des Anwenders für Home Assistant unsichtbar ist.
Die Integration hat ein Community-Mitglied erstellt. Wünschenswert wäre, wenn Anker eine offizielle Integration bereitstellen würde und eine lokale Ansteuerung der Solarbank möglich wäre, sodass man nicht abhängig von der Cloud ist.
Anker liefert mit der Solix Solarbank 3 Pro einen modernen Stromspeicher für Balkonkraftwerke, der sich an High-End-Nutzer richtet, die nicht nur mehr als zwei Solarpanels im Einsatz haben, sondern auch eine Nulleinspeisung wünschen und einen dynamischen Stromtarif nutzen. Erst mit letzterem schöpft die Anker Solarbank 3 Pro ihr volles Potenzial aus. Dann kann die integrierte KI dabei helfen, den Akku auch dann wirtschaftlich sinnvoll zu laden, wenn die Sonne nicht scheint – etwa bei schlechtem Wetter, während der Nacht oder der typischen Dunkelflaute während der Wintermonate. Für diesen Einsatzzweck können wir die Solarbank 3 Pro mit einem maximalen Ausbau der Speicherkapazität von bis zu 16 kWh uneingeschränkt empfehlen – auch wenn die Lösung nicht zu den günstigsten zählt. Wer hingegen einen normalen Stromtarif nutzt, kann auch zu Stromspeichern greifen, die kein bidirektionales Laden unterstützen, dafür aber deutlich günstiger sind und sich schneller amortisieren.
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