Mit einem aktuellen Preis von knapp 50 Euro ist die Annke C800 eine der günstigsten 4K-Überwachungskameras. Ob sie in der Praxis überzeugen kann, zeigt unser Test.
Als OEM-Hersteller von Hikvision bietet Annke hochwertige Überwachungskameras zu verhältnismäßig günstigen Preisen. Die 4K-Überwachungskamera C800 zählt mit einem Preis von knapp 50 Euro zu einer der günstigsten 4K-Überwachungskameras. Sie bietet Personen- und Fahrzeugerkennung und wird über PoE (Power over Ethernet) angeschlossen und mit Strom versorgt. Zudem unterstützt sie dank Onvif-Support auch eine lokale Ansteuerung per Drittanbieter-Software wie Synology Surveillance Station (Ratgeber). Auch lässt sie sich besonders leicht in Smart-Home-Zentralen wie Homey Pro (Testbericht) und Home Assistant (Testbericht) einbinden.
Kann man bei diesem Preis etwas falsch machen? Der Testbericht zeigt, wie gut die Annke C800 in der Praxis funktioniert.
Mit Abmessungen von 171 × 70 × 68 mm fällt die Annke C800 sehr kompakt aus. Gehäuse und Halterung bestehen aus Metall und daher wiegt die PoE-Überwachungskamera inklusive Halterung und PoE-Anschlusskabel knapp 430 Gramm. Zum Vergleich: Die ähnlich große Annke AC500 bringt aufgrund ihres Plastikgehäuses nur knapp 300 Gramm auf die Waage.
Gegenüber Wettereinflüssen ist die Outdoor-Überwachungskamera nach IP67 geschützt und laut Hersteller im Temperaturbereich zwischen -30° und 60° Celsius einsetzbar. Das Objektiv mit einer Brennweite von 2,8 mm und einer Blende von F2.0 bietet ein horizontales Sichtfeld von 102°, vertikal sind es 53° und diagonal 123°. Eine farbige Nachtsicht bietet die Kamera mangels LED-Zusatzbeleuchtung nicht. Eine Nachtsicht in Schwarz/Weiß gewährleistet die C800 dank IR-LEDs, die den überwachten Bereich nachts bis zu 30 Meter ausleuchtet.
Im Lieferumfang ist neben einer englischsprachigen Kurzanleitung, einer Bohrschablone sowie drei Schrauben und Dübeln zur Befestigung noch ein wasserdichter Schutz für Ethernetkabelverbindungen enthalten.
Mit Strom wird die Kamera über Ethernet versorgt (PoE, 802.3af). Sie kann aber auch über ein optional erhältliches 12-Volt-Netzteil in Betrieb genommen werden. Dementsprechend verläuft aus dem Gehäuse ein etwa 25 cm langes Kabel mit einem PoE-Anschluss und einer 12-Volt-Buchse.
Bei der Inbetriebnahme zeigt sich die Annke C800 sehr flexibel. Anwender können sie mithilfe eines Browsers, eines Desktop-Clients oder mit einer App einrichten, und zwar ohne sich beim Hersteller registrieren zu müssen. Am einfachsten gelingt das Set-up mit der mobilen App Annke Vision.
Da die Annke C800 kompatibel zu Hikvision-Kameras ist, können Anwender auch das Tool SADP verwenden, um die Kamera am Desktop zu aktivieren. Das Tool identifiziert die Kamera samt IP-Adresse, wenn sie am selben Router wie der Rechner angeschlossen ist. Anschließend kann man für Inbetriebnahme und Konfiguration neben des Desktop-Clients Annke Vision (Windows) auch einen Browser oder die Hikvision-Anwendung IVMS 4200 (Windows, macOS) verwenden. Bei Annke wird allerdings eine ältere Variante zum Download angeboten, sodass man am besten die Software bei Hikvision herunterlädt. Insgesamt ist die Inbetriebnahme einfach und nach wenigen Sekunden abgeschlossen (siehe auch Bildergalerie).
Die in der Kamera integrierte Bewegungserkennung differenziert zwischen Menschen, Fahrzeugen und anderen sich bewegenden Objekten. Entsprechend sind Fehlalarme in der Praxis nahezu ausgeschlossen. Eine Alarmierung bei einer erkannten Bewegung erfolgt entweder über E-Mail oder Push. Eine akustische Warnung am Gerät entfällt, da die Annke C800 keinen Lautsprecher besitzt. Tonaufnahmen sind mit unserem Testmodell (I91BL) dank des integrierten Mikrofons möglich. Annke verkauft die Kamera aber auch ohne Mikrofon (I91BD).
Von teureren Annke-Modellen wie FCD600 (Testbericht) oder NCD800 (Testbericht) bekannte Einstellmöglichkeiten wie Linienüberquerungserkennung oder Bereichseingangs-/-ausgangserkennung bietet die C800 nicht. Aber über eine Sabotageüberwachung, wenn etwa das Objektiv verdeckt wird, verfügt die C800 genauso wie die teureren Varianten. Auch informiert sie über illegale Anmeldeversuche, wenn jemand versucht, sich über den Browser bei der Kamera anzumelden.
Zur Speicherung von Aufnahmen bietet die Kamera an der Unterseite einen microSD-Card-Slot, der Speicherkarten (Ratgeber) bis zu einer Größe 256 GByte unterstützt. Unter Storage – Schedule Settings können Anwender nach Tag und Zeit definieren, wie die Aufnahme (kontinuierlich oder bei erkannter Bewegung) erfolgen soll. Auch können Aufnahmen auf der microSD-Karte verschlüsselt werden. Neben Videos kann die C800 auch Bilder zu bestimmten Zeiten oder anlässlich eines Alarms aufzeichnen.
Neben der Möglichkeit, einen Aktivitätsbereich für die Bewegungserkennung festzulegen, können Anwender außerdem noch sogenannte Datenschutzzonen festlegen. Das ist insbesondere bei einer Ausrichtung der Kamera auf das Nachbargrundstück für einen DSGVO-konformen Betrieb nötig. Entsprechend konfigurierte Bereiche werden dabei geschwärzt (siehe auch Bildergalerie).
Zur Steigerung der Bildqualität bietet die Annke C800 zahlreiche Funktionen: Wide Dynamic Range (WDR), Backlight Compensation (BLC) und Highlight Compensation (HLC). Meistens kann man nur eine dieser Methoden verwenden, um Aufnahmen bei ungünstigen Lichtverhältnissen wie Gegenlicht zu verbessern.
Vorkonfigurierte Bildparameter stehen unter Szene parat. Hier können Anwender zwischen Normal (Standardeinstellung mit BLC oben und HLC mit Level 50), Hintergrundbeleuchtung (WDR ein mit Level 50), Frontbeleuchtung und Schwachlicht auswählen. Letztere passen zur Verbesserung der Bildqualität die Parameter Helligkeit, Kontrast, Sättigung und Schärfe an. Zudem stehen noch zwei Szenen für benutzerdefinierte Einstellungen zur Verfügung.
Die Funktionen zur Steigerung der Bildqualität stehen allerdings nur über den Zugriff per Browser oder Desktop-Anwendung zur Verfügung. Mit der Annke-App lassen sich nur einige wenige Parameter wie Auflösung, Videoqualität und Datenrate festlegen.
Die verschiedenen Funktionen zur Steigerung der Bildqualität sind in der Praxis relevant und erleichtern die Identifizierung erkannter Objekte bei schwierigen Lichtverhältnissen (siehe auch Bildergalerie). Praktisch ist auch, dass man die Bildeinstellungen für bestimmte Tageszeiten definieren kann, etwa von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Diese Daten muss man allerdings für den jeweiligen Standort manuell eingeben. Der Wechsel der vorgenommenen Bildeinstellungen erfolgt automatisch. So ist gewährleistet, dass immer die optimalen Einstellungen aktiv sind.
Grundsätzlich gibt es an der Aufnahmequalität nichts auszusetzen. Sie sind sehr detail- und kontrastreiche und bieten dank einer hohen Auflösung von 3840 × 2160 Pixel auch beim Zoom noch Reserven. Nach Einbruch der Dunkelheit zeichnet die C800 mithilfe der zwei IR-LEDs Aufnahmen in Schwarz-Weiß auf. Allerdings lässt die Qualität der Nachtaufnahmen zu Wünschen übrig. Sich bewegende Objekte werden unscharf dargestellt und zum Teil überbelichtet (siehe auch Bildergalerie).
Dank PoE-Anbindung per Ethernetkabel gibt es anders als bei WLAN-Kameras im Test keinerlei Verzögerung bei der Darstellung des Livestreams, wenn der Client wie ein PC oder Mac ebenfalls per Ethernet angebunden ist. Minimal länger muss man auf den Livestream warten, wenn man per Smartphone über WLAN oder Mobilfunk auf den Livestream zugreift.
Dank Onvif-Unterstützung können Anwender die Annke C800 unkompliziert in leistungsfähige Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Homey Pro (Testbericht) oder Home Assistant (Testbericht) einbinden und für Automatisierungen nutzen. In Verbindung mit anderen smarten Sensoren (Ratgeber) ist so der Aufbau eines smarten und leistungsfähigen Alarmsystems möglich. Mit Home Assistant ist über das Plug-in Frigate sogar der Aufbau eines leistungsfähigen Netzwerk-Video-Rekorders möglich. Alternativ kann man für letzteres aber auch Dritthersteller-Lösungen wie Synology Surveillance Station (Ratgeber) verwenden, in die sich die Annke C800 problemlos einbinden lässt (siehe Bildergalerie). Die Ausgabe des Livestreams auf einem Echo Show unterstützt die C800 allerdings nicht.
Aktuell ist die PoE-Überwachungskamera Annke C800 im deutschen Shop des Herstellers für knapp 50 Euro erhältlich – regulär kostet sie 99 Euro. Wer noch keinen PoE-Switch oder PoE-Injektor verwendet, muss dafür zusätzliche Kosten kalkulieren. Angebote zur Annke C800, zu weiteren Annke-Überwachungskameras und PoE-Switches findet man nachfolgend in unserem Preisvergleich.
Die Annke C800 gehört mit knapp 50 Euro zu den günstigsten 4K-Überwachungskameras. Die Aufnahmen bei Tag sind ohne Fehl und Tadel. Nachts werden sich bewegende Objekte allerdings unscharf dargestellt und teilweise überbelichtet. Fehlalarme sind dank der Bewegungserkennung, die zwischen Menschen, Fahrzeugen und anderen sich bewegenden Objekten differenziert, nahezu ausgeschlossen. Die Kamera kann per Browser, Desktop-Client oder mobiler App gesteuert und leicht in Smart-Home-Zentralen oder Dritthersteller-Lösungen integriert werden.
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