Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Ein 27-Zoll-Gaming-Monitor mit WQHD, 170 Hz und zwei Displayport-Anschlüssen: Die Spezifikationen des AOC Agon AG275QX lassen auf eine adäquate Leistung und Bildqualität hoffen. Ob das Gerät tatsächlich überzeugen kann, klären wir in diesem Test.
Es muss nicht immer 4K sein. Gerade wenn man Hardware besitzt, die zwar für viele Spiele ausreicht, aber nicht das absolute Leistungsmaximum ist, kann 4K auch zu viel sein. Full-HD ist aber gerade auf größeren Monitoren einfach nicht mehr schön anzusehen. Hier kommt WQHD ins Spiel, das den perfekten Zwischenschritt darstellen kann. Eine scharfe Auflösung, die aber nicht zu leistungshungrig ist und damit auch mit schwächerer Hardware läuft. Es finden sich besonders viele Monitore mit einer Bildschirmdiagonale von 27 Zoll. Darunter ist der AOC Agon AG275QX – ein Gaming Monitor, der neben WQHD starke Bildwiederholfrequenz von 170 Hz und Reaktionszeit von 1 ms nach MPRT aufweist. TechStage hat sich das Gerät genauer angesehen und zeigt, was es so kann.
Dieser Einzeltest ist in der Themenwelt Monitore verortet. Unser Testgerät hat uns AOC zur Verfügung gestellt. Mehr über den technischen Hintergrund von spieltauglichen Bildschirmen erklären wir im Ratgeber Schnell, knackig, scharf: Gaming-Monitore für Spiele & Homeoffice.
Das Gehäuse besteht aus Kunststoff und misst ohne Standfuß 613,4 × 365,7 × 50,3 Millimeter. Die Vorderseite weist das mittlerweile typische Monitor-Gesicht auf, mit abgesetztem Kinn am unteren Bildschirmrand und einem Display, dessen Beschichtung bis zum Rand reicht und damit den Eindruck erweckt, als gäbe es gar keine Ränder. Gibt es aber doch, sie sind nur recht schmal, was gefällt. Die Kanten hat AOC ordentlich verarbeitet und ganz normal ist das Kinn dann doch nicht: Es ist wunderbar abgerundet, bis zum Rand gezogen und mit einer geriffelten Textur versehen – das macht optisch was her.
Auf der rechten Seite ist die Status-LED eingebettet, die jedoch recht klein und bei Tageslicht kaum wahrzunehmen ist. Des Nachts dürften Besitzer, die den Monitor im Schlafzimmer nutzen, jedoch dankbar sein, wenn die LED nicht den ganzen Raum erleuchtet.
Rückseitig sind einige rote Zierelemente angebracht, eine RGB-Ambient-Beleuchtung gibt es hier aber nicht. Weiterhin findet sich die Vorrichtung für den Standfuß oder für Monitorhalterungen nach dem Standard Vesa 100 × 100. Das Display können Nutzer neigen, schwenken, in der Höhe verstellen und sogar in den Pivot-Modus (Hochformat) drehen. Auch die Rückseite besteht aus schwarzem Kunststoff, der ordentlich verarbeitet ist und keine Spaltmaße aufweist.
Der AG275QX bietet zwei HDMI-2.0-Ports, einen Klinken-Anschluss (3,5 mm), vier USB-A-Ports (davon einer mit Schnellladefunktion) und einen USB-B-Port für den Upstream. USB-C mit Displayport und Powerdelivery finden wir nicht, dafür zwei Displayport 1.4-Anschlüsse – viele ähnliche bepreiste Monitore haben nur einen verbaut.
Positiv fällt das interne Netzteil auf, sodass kein klobiger Ziegelstein hinter dem Schreibtisch verschwinden muss, was Platz spart und ordentlicher aussieht. Lautsprecher sind nicht verbaut, was unserer Ansicht nach aber auch kein Verlust ist – meist taugen in Monitore integrierte Lautsprecher nichts und geben Ton sogar in schlechterer Qualität wieder, als Lautsprecher in Laptops (Themenwelt). Für die Audioausgabe empfehlen sich externe Lautsprecher (Ratgeber). Eine Auswahl an guten Produkten zeigt unsere Top 5: Lautsprecher – die besten 2.1-Systeme für PC, TV & Handy und Top 5: Die besten 2.0-Lautsprecher für den PC – von billig bis teuer.
Die Bedienung der Bedienoberfläche des Monitors erfolgt über einen roten, hervorstehenden Joystick auf der Rückseite rechts unten. Die Menüansicht wird über einen mittigen Druck aufgerufen. Ein Klick zu einer der vier Seiten ruft ein Shortcut auf, etwa die Option zum Eingangswechsel. In den Einstellungen lassen sich Farben, Helligkeit, HDR und weitere Dinge einstellen, um den Monitor an die eigenen Bedürfnisse und Einsatzzwecke anpassen zu können. Die Steuerung ist recht einfach und nach kurzer Umstellung wird das Menü unseres Testgeräts auch auf Deutsch angezeigt.
Zudem sind ein Blaulichtfilter zur Augenschonung, sowie Dynamic Contrast Ratio (DCR) verfügbar. Damit passt sich der Kontrast automatisch an den angezeigten Inhalt an. DCR verändert dazu die Helligkeit dunkler Bereiche, um eine bestmögliche Abstufung zwischen verschiedenen Farben zu erreichen.
In puncto Auflösung liefert der Monitor aus dem Hause AOC mit 2560 × 1440 Pixeln eine angemessene Qualität, die bei 27-Zoll-Bildschirmdiagonale ausreichend scharf ist. Die Bildwiederholfrequenz beträgt 170 Hz, was verglichen mit herkömmlichen Monitoren mit 60 Hz ein deutlich geschmeidigeres Bild bei Spielen bietet. Dazu werden 1 ms Reaktionszeit nach MPRT-Maßstab aufgeboten, was insbesondere für Gamer in Shootern relevant ist, weil man dafür eine möglichst latenzfreie Darstellung benötigt.
Das Paneel im AOC Agon AG275QX arbeitet nach der klassischen IPS-Technologie. Diese zeichnet sich zwar durch gute Farbwiedergabe aus, Schwarz ist aber nicht ihre Stärke, was in einem geringeren Kontrastverhältnis resultiert. Schwarz ist hier eher gräulich, da im Gegensatz zu den Technologien OLED und Mini-LED die Beleuchtung hinter dem gesamten Bildschirm verläuft und somit nicht gezielt angesteuert werden kann. OLED-Displays sind vermehrt in Smartphones (Themenwelt) und Fernsehern (Ratgeber) zu finden, vermehrt aber auch in Laptops (Themenwelt). Mini-LED-Paneele basieren auf der IPS-Technologie und sind aktuell noch eher selten. Man findet man sie eher nur in Fernsehern oder Monitoren und nur ganz vereinzelt in Laptops.
Außerdem liefert das Panel eine 10-Bit-Unterstützung, womit laut AOC 1,07 Milliarden Farben dargestellt werden könnten. Die Herstellerangaben zur Farbraumabdeckung liegen bei 98 Prozent sRGB. Das ist schade, weil bei einem Monitor für 380 Euro eigentlich 100 Prozent zu erwarten wären. Erfreulich sind hingegen die 94 Prozent Abdeckung des erweiterten DCI-P3-Farbraums. Zudem ist HDR 400 unterstützt. Das Display wird mit 400 cd/m² (ohne HDR) auch schön hell, die Blickwinkel sind gut und die Farben wirken sehr kräftig. Insgesamt ein tolles IPS-Panel, das seine Arbeit tadellos verrichtet und echt Spaß beim Anschauen macht.
Backlight-Bleeding ist uns bei unserem Test im für IPS-Panels typischen Rahmen nur ganz minimal aufgefallen. Das Phänomen beschreibt ungleich helle Bereiche des Bildes. Bei einem komplett schwarzen Screen sind einige Zonen durch einen weißlichen Schimmer deutlich zu erkennen. Es ist nicht ganz zu vermeiden, da IPS-Panels aus mehreren übereinander gelegten Schichten bestehen. Schon durch minimales Verrutschen einer der Schichten kann es zu einem veränderten Druck innerhalb des Panels kommen, wodurch sich die enthaltenen Flüssigkristalle bereits verschieben. Dadurch wird der betroffene Bereich lichtdurchlässiger, was man dann als Backlight-Bleeding sehen. Die Ausprägung hängt aber von der Verarbeitungsqualität des Geräts ab.
Aktuell wird der AOC AG275QX am günstigsten für rund 372 Euro bei Caseking verkauft. Das Gerät wurde aber laut Preishistorie zwischenzeitlich schon für 350 Euro angeboten.
Eine günstigere Alternative von AOC kann der Agon AG275QXN sein, der statt eines IPS-Panels VA-Technologie nutzt. Außerdem kann das WQHD-Panel hier nur 165 Hz und 8-Bit, was aber für viele kaum ins Gewicht fallen dürfte. Das Gerät wird für unter 300 Euro angeboten, beispielsweise bei Notebooksbilliger.
Ansonsten bieten Geräte anderer Marken eine ähnliche Ausstattung zu vergleichbaren Preisen, wie der Dell S2721DGFA, der LG Ultra Gear 27GP850 oder der Xiaomi Mi 2k Gaming Monitor. Diese und weitere Geräte mit 27 Zoll, WQHD und mehr als 160 Hz finden sich in unserer nachfolgenden Auswahl:
Mit dem AOC Agon AG275QX erhält man einen Gaming-Monitor, der eine gute Ausstattung liefert und für WQHD-Gaming wenig Wünsche offen lässt. Die Auflösung eignet sich gerade für Spieler, die ihr System und ihren Monitor preisbewusst aussuchen. Die Anzeige ist ausreichend scharf, aber noch nicht so viele Ressourcen fordert, wie 4K. Mit 170 Hz und 1 ms Reaktionszeit der AG275QX flott und bei niedriger Latenz unterwegs.
Eine günstigere Alternative mit IPS und WQHD ist der KTC H27T22 (Testbericht). Soll es unbedingt 4K sein, dann wäre der KTC M27P20 Pro (Testbericht) mit Mini-LED eine preiswerte Wahl. Wer es lieber kurvig mag, sollte sich den Curved-Monitor Huawei Mateview GT 27 (Testbericht) ansehen.
Weitere Modelle finden sich in unserer Top 10: Die besten Gaming-Monitore – 24 Zoll bis 49 Zoll. Wer sich zunächst einen allgemeinen Überblick über Gaming-Monitore verschaffen will, sollte einen Blick in unseren Ratgeber Schnell, knackig, scharf: Gaming-Monitore für Spiele & Homeoffice werfen.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.