Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Cyberpunk-Fans aufgepasst: Der Aoostar God 78 bietet genug Power zum Zocken und sieht sehr nach Gaming aus. Was er kann, zeigt unser Test.
Mini-PCs kommen üblicherweise in der gleichen, langweiligen Kastenform und mit schwarzer oder silberner Gehäusefarbe. Der Aoostar God 78 oder auch Aoostar MN78 (Aoostar war vormals T-Bao/Tianbei) ist dabei eine willkommene Ausnahme. Er kommt im außergewöhnlichen Look des Spiels Cyberpunk. Das Design teilt er mit seinem schwächer ausgestatteten Bruder, dem Aoostar God 57 (Testbericht). Dieser arbeitet jedoch mit einem Ryzen der fünften Generation und damit der älteren, nicht Gaming-tauglichen Grafikeinheit. Mit dem Ryzen 7 7840HS ist der God 78 hingegen wirklich geeignet zum Zocken. Dazu gibt es mindestens 16 GB Arbeitsspeicher (RAM) und 512 GB an SSD-Speicher – und das zum Preis von 539 Euro bei Geekbuying (Code NNNFRMN16).
Diese Ausstattung lässt darauf hoffen, dass nicht nur das Gehäuse, sondern auch die inneren Werte für echtes Gaming sprechen. Ob dem so ist, zeigen wir im Testbericht.
Antreiber des Aoostar God 78 ist ein Ryzen 7 7840HS, der über acht Kerne und 16 Threads (maximal 5,1 GHz) in der Zen-4-Architektur verfügt. Als Grafikeinheit kommt die bekannte und leistungsfähige iGPU Radeon 780M zum Einsatz. Diese darf den 16 GB oder 32 GB großen DDR5-5600-RAM nutzen, der von Crucial stammt und in zwei Modulen eingesetzt ist. Damit lässt er sich austauschen, wobei der Hersteller keine Angaben zur maximalen Größe macht. Auch die PCIe-4.0-SSD im M.2-2280-Format ist austauschbar, wobei ab Werk entweder 512 GB oder 1 TB auswählbar sind. Die verwendete Crucial P3 Plus schreibt ausweislich unseres Tests mit dem Speicher-Benchmark Crystaldiskmark mit 4761 MB/s und liest mit 5214 MB/s.
Der Mini-PC verfügt überdies über alle notwendigen, modernen Anschlüsse. So steht neben USB-C-4.0 auf der Rückseite auch Displayport 2.1 und HDMI 2.1 bereit. Ein zweiter USB-C-Port ist für die Stromversorgung des Rechners zuständig, wobei Power Delivery mit 100 Watt (20 Volt, 5 Ampere) zum Einsatz kommt. Das ist lobenswert, denn so ist man nicht auf das eine mitgelieferte Netzteil angewiesen – was bei Verlust teuer wäre. Von den zwei Ethernet-Ports arbeitet einer mit 2,5 Gbit/s und einer mit 1,0 Gbit/s.
Die drahtlosen Schnittstellen setzen mit Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 auf recht aktuelle Standards, wobei es bereits Wi-Fi 6E oder gar Wi-Fi 7 sowie Bluetooth 5.4 gäbe.
Den Ryzen 7 7840HS haben wir inzwischen in zahlreichen Mini-PCs erlebt und haben insofern eine gewisse Vorahnung, was uns erwartet. Stichwort Erwartung: Die ist hier aufgrund des Gehäuses neben dem Chip natürlich noch größer, denn wer nach außen so sehr Gaming schreit, muss auch Gaming liefern. Und das tut der Aoostar God 78. Doch zunächst zu den synthetischen Werten. Beim Benchmark PCmark 10 kratzt der Aoostar God 78 mit 7828 Punkten in der Spitze, im Schnitt aus mehreren Durchläufen sind es 7746 Punkte. Der Gaming-Benchmark 3Dmark Time Spy attestiert dem System 3443 Punkte und damit weniger als bei der Top-CPU von Intel – dem Core Ultra 9 185H. Die Grafikpunkte sind bei 3076 Punkten und damit minimal unter dem Intel-Modell, die CPU-Punktzahl liegt 10.654. Geekbench attestiert dem Rechner 2631 Punkte im Single-Core und 13.182 Punkte im Muli-Core-Test.
Dafür punktet AMDs-Grafikeinheit nach wie vor im Bereich Gaming, wo der Intel-Prozessor ganz im Gegenteil zu Benchmarktests richtige Probleme hatte. Der Aoostar God 78 schafft in Full-HD Spiele, wie Counter Strike und Anno 1800 mit aktiviertem FSR (Fidelity FX Super Resolution) bei mittleren bis hohen Einstellungen problemfrei, wir kommen auf über 70 bis 90 FPS – im Zweifel reduziert man diese. Aufwändigeres, wie Cities Skylines 2, flimmert bei immerhin mittleren Einstellungen mit etwa 50 bis 70 fps über den Schirm. Seiner Gaming-Attitüde wird der Cyberpunk-Mini-PC also tatsächlich ausgesprochen gerecht.
Interessant war dabei der Stromverbrauch, welcher standardmäßig bei etwa 24 bis 30 Watt liegt. Setzen wir das System jedoch unter Last mittels Prime95 oder Spielen, verbraucht der God 78 zum Teil bis zu 86 Watt. Das ist schon vergleichsweise viel für einen Mini-PC, aber im Kontext Gaming noch gering – denkt man daran, was ein Desktop-PC verbraucht.
Auf dem System ist Windows 11 Pro vorinstalliert, das uns bei der Einrichtung nicht einmal nach einem Microsoft-Konto fragt, sondern direkt die lokale Einrichtung vorschlägt. Unser vollständiger Systemscan mit Windows Defender verlief ohne Virenfund.
Standardmäßig stehen die beiden Lüfter des Aoostar God 78 still. Im Desktopbetrieb mit einigen geöffneten Anwendungen liegt die Lautstärke dann bei aktivem Lüfter bei maximal 34 dB, aus einem Meter Entfernung sind es etwa 27 dB. Unter Last drehen sie aber zunächst schubweise auf, je weiter sich die Hardware erhitzt, desto länger sind die Schübe. Hier messen wir dann auch teils mehr als 45 dB am Gehäuse sowie 38 dB aus einem Meter Entfernung. Für einen Mini-PC ist das schon sehr viel, wobei die Temperatur ausweislich HWMonitor nicht über 84 °C geht und die CPU dauerhaft Taktraten über 4 GHz halten kann. Die Temperaturen außen am Gehäuse sind oben bei unter 40 °C, an den Seitenkanten sind es mit über 55 °C hingegen deutlich mehr.
Störend am Kühlsystem ist neben der puren Lüfterlautstärke auch ein Nebengeräusch des oberen Lüfters, der immer wieder aufjault. Durch dieses Geräusch wird der Lärmpegel deutlich aufdringlicher.
Das schicke Außengehäuse des God 78 ist im Cyberpunk-Look gehalten und besteht aus wertigem Kunststoff. Die RGB-Beleuchtung der Oberseite lässt sich per Knopf in festgelegten Farben oder Pattern verändern – oder komplett ausschalten. Das Gehäuse ist in zwei Teile aufgeteilt, die zusammengeschraubt sind. Der untere Teil kommt uns dabei sehr vom Awow HA7 (Testbericht) bekannt vor, namentlich die Aufteilung der Anschlüsse und das Design von Unterboden und Knöpfen.
Zum Austausch von RAM und SSD kann man das Gehäuse von der Unterseite öffnen. Nach dem Abnehmen der Gummifüße kann man die Schrauben lösen und den Unterboden abnehmen. Vorsicht ist dabei mit dem am Boden befestigten Lüfter geboten, dessen Kabel man ansonsten abreißt.
Die Maße sind mit 131,5 × 131,5 × 55 Millimeter absolut im Durchschnitt für einen Mini-PC. Gleiches gilt für das Gewicht von 550 Gramm, das üblich ist. Im Lieferumfang findet sich neben dem 100-Watt-PD-Netzteil und dem HDMI-Kabel eine Halterung für VESA, womit man den Aoostar God 78 auch hinter einem Monitor anbringen kann.
Den Aoostar God 78 gibt es in der Basisausstattung mit 16/512 GB ab 539 Euro bei Geekbuying (Code NNNFRMN16). In unserer Testvariante mit 32/1000 GB kostet er dort 599 Euro. Das ist für diesen Prozessor und die Speichermenge absolut angemessen.
Der Aoostar God 78 ist ein ungewöhnlicher Mini-PC: ausgefallenes Gehäusedesign, außergewöhnlicher Name. Der Ryzen 7 7840HS wird seinem Ruf wieder einmal gerecht und kann das optische Gaming-Versprechen des Rechners einlösen. In den Spielen in unserem Test zeigt sich, dass das System für Full-HD-Gaming wirklich potent genug ist. Dabei reden wir von aktuellen Spielen, nicht zehn Jahre alten Casual-Games. Dass das auf einer integrierten Grafik möglich ist, erstaunt uns auch nach dem xten Mini-PC-Test immer noch.
Zudem setzt der Hersteller auf austauschbaren RAM und Speicher, wie auch eine gute Kühlung. Gut heißt dabei aber nicht unbedingt leise. Und so kann der Aoostar God 78 bei Last auch ganz schön aufdrehen, was er aber im sonstigen Alltag vermeidet. Anschlussseitig bietet der Mini-PC mit HDMI 2.1 und Displayport 2.1 sowie USB-C-4.,0 das neueste vom Neuesten. Praktisch und lobenswert ist auch der Einsatz von USB-C mit Power Delivery zur Stromversorgung.
Das Gesamtpaket stimmt für uns und ebenso der Preis. Daher gibt es im Test mit der Lautstärke bei Last als einzigem Manko viereinhalb Sterne.
Wer bei einem chinesischen Händler kauft, bezahlt in vielen Fällen weniger. Allerdings besteht im Gewährleistungs- oder Garantiefall die Gefahr eines schlechteren Service. Außerdem ist das Einfordern von Verbraucherrechten (Rückgabe, Gewährleistung) mit Hürden versehen oder nicht möglich. Wir verlinken hier Händler, mit denen wir im Allgemeinen gute Erfahrungen gemacht haben.
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