Mit der neuen Smart-Home-Zentrale M3 von Aqara können Anwender nicht nur Aqara-Komponenten koppeln, sondern auch Geräte von Dritthersteller wie Philips Hue. Doch aller Anfang ist schwer.
Bislang konnten Anwender Aqara-Hubs wie den M2 oder die Variante mit integrierter Überwachungskamera G3 (Testbericht) nur zur Steuerung von Aqara-Komponenten (Ratgeber) verwenden. Mit dem neuen Smart-Home-System M3, das wie der Vorgänger M2 Wi-Fi, Zigbee und Bluetooth unterstützt und darüber hinaus auch mit Thread funkt, kann man nun auch Smart-Home-Komponenten anderer Hersteller steuern. Zum Marktstart unterstützt der Matter-kompatible M3 allerdings nur wenige Geräte. Immerhin ist mit Philips Hue der Branchenführer in puncto Beleuchtung (Ratgeber) mit von der Partie.
Doch das ist noch längst nicht alles, was die neue Smart-Home-Zentrale von Aqara zu bieten hat. Dank PoE-Support reicht bei Verwendung eines PoE-Switches ein Netzwerkkabel zur Stromversorgung aus. Alternativ sorgt ein USB-C-Kabel mit entsprechendem Netzteil für Energie. Der M3 kann aber auch ohne Ethernetkabel nur per Funk mit dem heimischen Router Kontakt aufnehmen. Hier unterstützt er Dual-Band-Wi-Fi, kommt also mit 2,4-GHz- und 5-GHz-Netzen gleichermaßen klar.
Anders als bisher beim M2 funktionieren Automatisierungen mit dem neuen Hub auch dann, wenn keine Verbindung zur Aqara-Cloud besteht. Mit insgesamt 8 GByte Speicher bietet der M3 genügend Platz für Automatisierungen, die auch dann noch funktionieren, wenn das Internet gerade mal nicht zur Verfügung steht. Das gilt auch für Automatisierungen, die auf andere Aqara-Hubs verteilt sind. Der M3 integriert diese und dient so gleichermaßen als Supervisor für die anderen Hubs. Anwender können so mit Aqara-Zentralen ein Smart-Home-System aufbauen, das einen sehr großen Bereich abdeckt. Direkt kann der M3 bis zu 64 Geräte steuern, im Verbund mit bis zu zehn anderen Aqara-Hubs sind es sogar bis zu 127 Geräte. Außerdem fungiert er als Thread-Border-Router und dient somit der Erweiterung des Thread-Netzwerks.
Sollte ein Aqara M3 ausfallen, funktionieren Automatisierungen bestimmter Aqara-Komponenten dennoch. Derzeit unterstützen die sogenannte Proxy-Hub-Funktion die Deckenleuchte T1M (Ratgeber), die LED-Leiste T1 (Ratgeber) und das Doppelrelaismodul T2 (Ratgeber).
Mit dem integrierten 360°-Infrarot-Blaster kann er entsprechende Fernbedienungen auslesen und zum Beispiel eine per Infrarot gesteuerte Klimaanlagen anlernen und per Matter auch an andere Smart-Home-Zentralen weiterreichen. Das funktioniert aber nur mir einer Klimaanlage. Integriert ist zudem ein Lautsprecher, der bis zu 95 dB bietet und als Sirene mit eigenen Tönen konfiguriert werden kann.
Für die Montage des M3 an Decke oder Wand befindet sich im Lieferumfang eine Halterung samt Schrauben und Dübeln. Ein USB-Netzteil ist hingegen nicht dabei (siehe auch Bildergalerie).
Die Leistungsaufnahme des M3 liegt bei unter 2 Watt. Damit kann der M3 nicht nur über ein USB-C-Netzteil mit Strom versorgt werden, sondern auch über eine USB-Steckdose (Ratgeber), wobei der M3 Power Delivery unterstützt und daher auch ein USB-C-auf-USB-C-Kabel als Stromlieferant dienen kann. Wie erwähnt, kann auch ein PoE-Ethernetkabel als Energiequelle fungieren, wenn es mit einem PoE-Switch verbunden ist. Das hat den Vorteil, dass man neben Stromversorgung auch gleich die Netzwerkverbindung darüber herstellt.
Neben einigen Zigbee- und Thread-Komponenten haben wir am M3 auch ein über die Hue-Bridge angeschlossenes Innr-Leuchtmittel mit dem M3 gekoppelt (siehe Bildergalerie). Nicht funktioniert hat hingegen das Anlernen diverser Matter-Zwischenstecker. Laut Aqara ist die Anbindung von Matter-Geräten von Dritthersteller aktuell auf die Hue-Bridge, sowie Steckdosen und Dimmer des hierzulande unbekannten Herstellers Leviton begrenzt. Außerdem sind auch Thermostate von Google Nest schon kompatibel zum M3. Umgekehrt konnten wir den M3 und daran angeschlossene Zigbee-Geräte über Matter auch von Home Assistant, Homey Pro und Apple Home steuern. Thread-Komponenten wie den Bewegungsmelder P2 und den Tür-/Fenster-Sensor P2 müssen hingegen einzeln per Matter weitergereicht werden, wenn man sie unter anderen Plattformen verwenden will.
Offenbar hat Aqara gegenüber dem M2 die Zigbee-Reichweite beim M3 verbessert. Im Test mit dem LED-Strip T1 und der Deckenleuchte T1M melden beide Komponenten einen verbesserten Zigbee-Empfang (siehe auch Bildergalerie).
Viele Zigbee-Komponenten von Aqara können Anwender auch direkt mit einer leistungsfähigen Smart-Home-Zentrale wie Homey Pro oder Home Assistant in Betrieb nehmen, sodass Nutzer dieser Plattformen einen Aqara-Hub nicht unbedingt benötigen. Allerdings stehen bei manchen Geräten nicht alle Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung. Das ist primär bei Aqara-Leuchtmitteln wie dem LED-Streifen T1 (Ratgeber) oder der Deckenleuchte T1M (Ratgeber) der Fall. Wer das wünscht, benötigt einen Aqara-Hub.
Für den Start in ein Smart Home ist die Aqara-Plattform (Ratgeber) grundsätzlich empfehlenswert. Der Hersteller deckt mit seinen Sensoren und anderen Geräten wie smarte Videotürklingen (Testbericht), Überwachungskameras (Testbericht), Heizkörperthermostat (Testbericht) und dem besten derzeit erhältlichen Präsenzsensor (Bestenliste), dem Aqara FP2, nicht nur einen großen Bereich ab, sondern überzeugt außerdem mit qualitativ hochwertigen Produkten, die zudem ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.
Wer lediglich Zigbee-Sensoren oder Matter-kompatible Sensoren von Aqara verwenden möchte, kann diese auch direkt mit einer Smart-Home-Zentrale wie Apple Home, Samsung Smartthings, Home Assistant oder Homey Pro koppeln. In diesem Fall wird ein Aqara-Hub nicht benötigt. Wer hingegen sämtliche Funktionen der LED-Leuchten von Aqara nutzen möchte, kommt um einen Aqara-Hub derzeit nicht herum. Die neuen Thread-basierten Sensoren wie Aqara Motion Sensor P2 oder Aqara Door Window Sensor können Anwender sogar nur mit dem M3 vollständig konfigurieren.
Alternativ können Anwender auch zum Aqara Camera Hub G5 Pro (Testbericht) greifen, der wie der M3 mit Zigbee und Thread funkt und ebenso das Matter-Protokoll unterstützt. Mit den neusten Updates bieten beide Aqara-Hubs eine erweiterte Matter-Bridge-Funktionalität, mit der sich daran angeschlossene Geräte sehr einfach in kompatible Smart-Home-Zentralen wie Home Assistant oder Apple Home integrieren lassen. Hierfür muss man ein Signal anlegen, etwa „Person erfasst“, das anschließend als Matter-Gerät in die verbundenen Smart-Home-Lösungen weiter gereicht wird. Mehr dazu im Testbericht zum Aqara Camera Hub G5 Pro.
Den Aqara Camera Hub G5 Pro gibt es als WLAN- und als PoE-Variante. Das wetterfeste Gerät dehnt ein bestehendes Thread-Netzwerk auf den Außenbereich aus.
Für seinen neuen Hub M3 verlangt Aqara regulär 130 Euro. Aktuell ist die Zentrale für 106 Euro erhältlich. Das ist gegenüber dem M2, der aktuell für 42 Euro den Besitzer wechselt, ein teurer Aufschlag.
Aqara bietet mit dem M3 eine Smart-Home-Zentrale, die mit Zigbee und Thread funkt und per Infrarot zum Beispiel eine alte und „dumme“ Klimaanlage einbinden und per Matter an andere Smart-Home-Zentralen weiterreichen kann. Gleichzeitig dient der M3 als Thread-Border-Router und hilft somit ein stabiles Thread-Netzwerk aufzubauen. Dank Matter-Kompatibilität unterstützt der M3 auch die Einbindung von entsprechenden Hubs oder Matter-kompatiblen Komponenten. Mit Philips Hue gehört aber der Marktführer in puncto Leuchtmittel dazu. Positiv ist auch, dass Automatisierungen auch dann funktionieren, wenn der M3 gerade mal nicht mit dem Internet verbunden ist und keinen Zugriff auf die Aqara-Cloud hat. Gegenüber dem M2 bietet er auch eine verbesserte Zigbee-Reichweite. Wer also gerne in seinem Smart Home Aqara-Komponenten verwenden und diese vollständig konfigurieren möchte, trifft mit dem M3 eine gute Wahl.
Die Kompatibilität zu Matter-kompatiblen Smart-Home-Komponenten wie Philips Hue ist sicher ein großer Fortschritt, doch die Vielseitigkeit von Home Assistant oder Homey Pro, die Tausende Smart-Home-Geräte vollständig unterstützen, erreicht der M3 bei Weitem nicht. Dennoch benötigen Anwender dieser Systeme den neuen M3, wenn sie die neuen Thread-basierten Aqara-Sensoren vollständig konfigurieren möchten.
Für Smart-Home-Anfänger, die lediglich ein paar Leuchtmittel, Bewegungsmelder und Sensoren steuern möchten, ist der Aqara M3 samt der Aqara-Plattform ein guter Einstieg. Dank Kompatibilität zu Homekit und Matter kann er nicht nur Leuchtmittel von Philips Hue steuern, sondern auch die angelernten Geräte an andere Smart-Home-Zentralen wie Home Assistant, Homey Pro und Apple Home weiterreichen. Summa summarum: Das bislang geschlossene Aqara-System öffnet sich und bietet mit dem M3 eine moderne Smart-Home-Zentrale.
Hinweis: Der Testbericht wurde am 8.5.24 veröffentlicht. Bei attraktiven Angeboten wird er aktualisiert.
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