Das Aqara Radiator Thermostat E1 ist kompatibel zu Homekit, unterstützt Geofencing und liest externe Temperatursensoren aus. Wie gut es in der Praxis ist, zeigt der Test.
Das Aqara Radiator Thermostat E1 basiert auf dem für den Einsatz im Smart-Home-Bereich (Themenwelt) optimierten Funkstandard Zigbee 3.0. Die Kompatibilität zu Homekit (Ratgeber) bieten Aqara-Produkte grundsätzlich, damit ist das Radiator Thermostat E1 auch für Apple-User geeignet. Ferner können Nutzer das smarte Heizkörperthermostat per Sprache mit Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Google Assistant und Apple Siri steuern. Anschluss zu anderen Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) findet das Gerät über den Clouddienst IFTTT.
Wie viele andere Heizkörperthermostate, etwa das Homematic IP Evo und das Moes BRT-100 (Testbericht), benötigt das Aqara Radiator Thermostat E1 für den Betrieb ein sogenanntes Zigbee-Gateway.
Das Thermostat können Anwender in Kombination mit anderen Aqara-Produkten für Automatisierungen nutzen. Hierfür kommen etwa der Temperatursensor und der TVOC Air Quality Monitor (Ratgeber) von Aqara sowie die PTZ-Überwachungskamera Aqara G3 (Testbericht) infrage. Mit der Koppelung eines externen Temperatursensors lässt sich die Raumtemperatur exakter einstellen als mit dem im Gerät integrierten Temperaturfühler. Schließlich wird dessen Messgenauigkeit durch den Abstrahleffekt des Heizkörpers beeinflusst, sodass man das Heizkörperthermostat oft etwas höher einstellen muss, um die gewünschte Raumtemperatur an einer bestimmten Stelle zu erreichen.
Die Überwachungskamera G3 bietet eine Gesichtserkennung, sodass man etwa das Einstellen der Raumtemperatur an die Anwesenheit an eine von der KI erfassten Person abhängig machen kann.
Mit den Abmessungen 57 × 89 mm fällt das Aqara-Thermostat relativ kompakt aus. Standardmäßig passt es auf M30-Anschlüsse mit 1,5 mm Gewindeabstand. Im Lieferumfang befinden sich aber auch Adapter für Danfoss RA, RAV und RAVL. Das farbige LCD zeigt bei einer standardmäßigen horizontalen Montage zur Seite, sodass man sich immer etwas bücken muss, um es ablesen zu können. Hier bieten andere Modelle wie das Homematic IP Evo mit einer nach oben ausgerichteten Anzeige eine bessere Ergonomie.
Am vorderen Gehäuseende gibt es einen integrierten Drehregler, mit dem man die Temperatur manuell einstellen kann. Eine Programmierung von Heizplänen ist am Thermostat nicht möglich. Dafür und für andere Einstellungen dient die Aqara-App.
Für den Betrieb werden zwei AA-Batterien benötigt, die Aqara praktischerweise mitliefert. Sie sind bereits vorinstalliert. Nachdem man die aus dem Gehäuse herausragenden Isolierlasche herausgezogen hat, wird das Thermostat mit Energie versorgt. Laut Aqara sollen die Batterien ein Jahr lang den Betrieb des Geräts garantieren. Das ist natürlich abhängig von der Nutzung. Die einjährige Batterielebensdauer basiert auf der Annahme von acht Ansteuerungen pro Tag für eine Heizsaison von 165 Tagen und eine Betätigung alle zwei Wochen für die restlichen 200 Tage. Für einen Batteriewechsel muss man lediglich die runde Gehäuseabdeckung vom Gerät abdrehen. Eine Demontage des kompletten Thermostats ist also dafür nicht nötig (siehe auch Bildergalerie).
Die Inbetriebnahme des Aqara Radiator Thermostat E1 ist in wenigen Minuten erledigt. Altes Thermostat abschrauben, neues anbringen und die von einem Assistenten unterstützte und sehr einfache Koppelung mit der App und dem Aqara-Gateway durchführen. Fertig. Sollte es zu Problemen kommen, findet man im deutschsprachigen Handbuch Hilfe.
Mit der App kann man die Temperatur des Thermostats manuell einstellen. Das volle Potenzial entfaltet das Aqara E1 Radiator Thermostat E1 aber erst mit Automatisierungen und individuellen Heizplänen. Letztere konfigurieren Anwender unter Smart schedule. Hier lassen sich Heizpläne für jeden Tag, Wochenende, Montag bis Freitag oder für bestimmte Tage für drei Zeitzonen festlegen. Bei längerer Abwesenheit können Anwender den sogenannten Freeze-Mode aktivieren. Für diesen Modus kann man eine Temperatur zwischen 5 und 15 Grad Celsius voreinstellen. Damit spart man Energie und verringert gleichzeitig das Risiko des Einfrierens von Leitungen.
Automatisierungen erstellen Anwender nicht innerhalb der Benutzeroberfläche der Thermostatsteuerung, sondern im Hauptmenü der Aqara-App unter Automation. Hier können sie mit Wenn-Dann-Regeln die Steuerung des Thermostats automatisieren. Für jede Regel sind mehrere Bedingungen wie Werte eines Sensors, Wetterdaten, andere Wenn-Dann-Regeln, Zeitpunkte sowie die Anwesenheit einer Person möglich. Letztere kann man entweder per Geofencing oder per Gesichtserkennung über die Aqara-Überwachungskameras G3 steuern (siehe auch Bildergalerie).
Das Aqara-Thermostat kostet regulär 46 Euro. Aktuell ist für rund 37 Euro erhältlich. Zusätzlich muss man noch Kosten für das Gateway einplanen. Die günstigste Variante ist für etwa 27 Euro erhältlich.
Wer sich für die Überwachungskamera G3 (Testbericht) mit integriertem Aqara-Gateway entscheidet, muss etwa 86 Euro bezahlen. In diesem Fall können Anwender die integrierte Gesichtserkennungsfunktion für die Steuerung des Thermostats nutzen. Somit kann man die Temperatureinstellung mit der An- oder Abwesenheit einer bestimmten Person koppeln.
Sinnvoll ist ebenfalls, in einen Temperatursensor für etwa für gut 16 Euro zu investieren. Damit ist eine genauere Einstellung des Thermostats möglich, da durch den externen Sensor die Temperatur nicht durch Abstrahleffekte des Heizkörpers beeinflusst wird. Eine Koppelung mit dem etwa 35 Euro teuren Aqara TVOC Air Quality Monitor (Ratgeber) ist ebenfalls möglich. Und wer möchte, dass das Thermostat bei offenen Fenstern schneller abschaltet als mit der integrierten auf einen starken Temperaturabfall basierenden Erkennungsmethode, installiert den etwa 14 Euro teuren Aqara Tür- und Fenstersensor.
Das Aqara Radiator Thermostat E1 überzeugt im Test in mehrfacher Hinsicht. Dank der einfachen Montage und Inbetriebnahme können Anwender mit der intuitiven App das Thermostat schnell konfigurieren. Auch das Erstellen von Heizplänen und Automatisierungen ist schnell erledigt. Für das Aqara-Thermostat spricht auch die Kopplungsmöglichkeit mit anderen Sensoren aus dem Aqara-Kosmos, womit eine genauere Steuerung möglich wird.
Positiv ist zudem, dass das Gerät Geofencing unterstützt, sodass die Wohnung automatisch beheizt oder das Thermostat ausgeschaltet wird, sobald man sich ihr nähert oder entfernt. Praktisch ist auch die Möglichkeit zur Gruppierung, sodass im Fall von zwei Heizkörpern in einem Raum die Thermostate synchronisiert werden. Die seitlich ausgerichtete LCD-Anzeige ist zwar nicht so ergonomisch wie nach oben ausgerichtete Varianten. Doch die meisten Anwender dürften nach einer Programmierung des Thermostats mit der App ohnehin nur noch selten eine manuelle Anpassung am Gerät vornehmen.
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