Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
2023 kam der Mähroboter Ecovacs Goat G1 mit Navigationsbaken auf den Markt, ein Jahr später folgt nun der Goat G1 800. Wir klären im Test, was sich beim neuen Modell verändert hat.
Der Rasenroboter Ecovacs Goat G1 (Testbericht) aus dem vergangenen Jahr hat absolut seine Qualitäten. Er mäht ohne lästiges Verlegen von Begrenzungsdraht, lässt sich als mobile Überwachungskamera einsetzen und schlägt bei Erkennen einer Person Alarm. Außerdem sorgte seine Navigation per Signalbaken dafür, dass er auch dort mähen kann, wo GPS-Mäher Probleme bekommen. Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis benötigen Gärten, in denen schlechter GPS-Empfang aufgrund von Bäumen oder Gebäuden herrscht, eine recht hohe Anzahl dieser Signalbaken. Das geht schnell ins Geld. Zudem störte uns, dass es in der App zum Mähroboter keine Möglichkeit gab, eine einmal eingerichtete Mähzone später erneut anzupassen.
Rund ein Jahr später bringt der Hersteller neue Modelle auf den Markt, nämlich Goat G1 800 und Goat G1 2000. Später folgt noch einmal ein Modell (GX 600), das mit besonders einfacher Einrichtung und Handhabung punkten soll – ähnlich wie Worx Vision (Testbericht) und Einhell Freelexo Cam 500 (Testbericht). Wir wollten im Test wissen, wie sich das neue Modell G1 800 im Vergleich zum Vorgänger schlägt.
Die UVP des Herstellers für den Ecovacs Goat G1 800 liegt bei 1099 Euro, das ist auch der aktuelle Straßenpreis.
Machen wir es kurz: Der neue Goat G1 800 sieht genauso wie der „Vorgänger“ aus. Entsprechend gibt es wieder eine nach vorn gerichtete Weitwinkelkamera, vorn oben eine kugelförmige Rundumkamera, dahinter unter einer Abdeckung ein Bedienfeld, die obligatorische rote Stopptaste und eine Stummelantenne.
Neu ist die Farbe: Zwar gibt es das Modell auch wieder in Weiß, wahlweise aber in einem hellen Grauton. Bei der weißen Version ist Dunkelgrau statt Schwarz die Kontrastfarbe und im Gegensatz zum Modell aus 2023 sind die „Felgen“ der hinteren großen Antriebsräder nun in Weiß statt Schwarz gehalten. Der Rest ist gleich, auch an der ordentlichen Verarbeitung hat sich nichts geändert. Mehr Informationen zum Design verrät unser Test zum Ecovacs Goat G1 (Testbericht).
Die Einrichtung erfolgt genauso wie beim Vorjahresmodell, die App führt den Nutzer Schritt für Schritt durch Installation und Positionierung von Ladestation und Signalbaken. Tipps und Einschränkungen bei der Positionierung und Kopplung der Navigationssender haben wir im Test des Goat G1 (Testbericht) ausführlich gegeben, an denen hat sich nichts geändert. Das gilt auch für die App, die weiterhin mit einer für unseren Geschmack unnötigen Zweiteilung des Hauptmenüs daherkommt, wie wir an dieser Stelle des Testberichts ausführlich dargelegt haben.
Anschließend geht es ans Anlernen der Testfläche, an deren Anschluss auch beim 800er-Modell eine selbstständige Erkundungsfahrt des Mähroboters folgt. Wie das genau funktioniert, haben wir bereits hier detailliert erklärt. Unterschiede in der Funktion des Rasenroboters gibt es so gut wie gar nicht, außer dass er nun 800 m² statt 1600 m² in zwei Tagen mähen kann.
Während es in den meisten Punkten gut ist, dass sich so gut wie nichts verändert hat, stört uns das bei einem Punkt ganz enorm. Denn wie beim Vorgänger dürfen Nutzer auch beim neuen Modell nicht nachträglich die Mähkarte anpassen, sondern müssen sie stattdessen löschen und komplett neu anlernen. Das gilt auch für den Fall, dass jemand für besseren Empfang nachträglich weitere Navigationssignale anlernen möchte – das klappt ebenfalls nur mit Löschen und neu Anlernen. Was 2023 schon gestört hat, da es auch da einige Konkurrenten wie Mammotion Luba (Testbericht) oder Segway Navimow (Testbericht) beherrscht haben, ist 2024 erst recht nicht nachvollziehbar und einfach ärgerlich.
Das ändert aber nichts daran, dass Nutzer des G1 800 im Alltag zufrieden sein dürften. Denn dort zieht der Roboter wie der Vorgänger zuverlässig und exakt seine Bahnen, unterbricht bei Regen die Aufgabe und fährt nach Abschluss wieder zum Laden zurück zur Station. Hauptunterschied zum G1 aus dem Vorjahr ist hier wohl die Ladestation, die zwar (bis auf die Farbe) genauso aussieht, nun aber ohne die bewegliche Bürste auskommen muss, die beim ersten G1 vor jeder Fahrt durch mechanische Bewegung die obere 360-Grad-Kamera säuberte. Beim G1 800 ist die Bürste zwar noch da, aber unbeweglich.
Außerdem haben wir den Eindruck, dass das 800er-Modell insgesamt etwas lauter ist. Das betrifft mechanische Klappergeräusche, aber vor allem den Antriebsmotor bei Fahrt. Das Schneidwerk ist hingegen kaum hörbar. Ein großer Vorteil des Goat G1 800 ist nach wie vor der Umstand, dass er auch dort mähen kann, wo GPS-gesteuerte Modell entweder aufgeben oder ungenau werden. Sofern genügend Signalbaken aufgestellt sind, um eine gute Netzabdeckung zu gewährleisten, zieht der G1 auch in schwieriger Umgebung verlässlich seine Bahnen. Das kann aber teuer werden, schließlich kostet jede Bake knapp 100 Euro extra.
Weitere Informationen haben wir ausführlich im Test des Ecovacs Goat G1 (Testbericht) zusammengetragen.
Der Ecovacs Goat G1 800 ist ziemlich neu und daher ist der Preis zum Testzeitpunkt bisher nicht unter die UVP von 1099 Euro gefallen. Bei Amazon ist er schon jetzt ein Verkaufsschlager.
Der Ecovacs Goat G1 800 ist etwas seltsam. Denn letztlich handelt es sich um den G1 (Testbericht) aus dem Vorjahr mit abgespeckter Mähgröße, wodurch er nur noch für 800 m² Rasen gedacht ist. Das ist grundsätzlich nicht schlecht, denn schon der erste G1 hat im Test überzeugen können und nicht jeder hat eine Grünfläche jenseits der 1000 m². Außerdem machen andere Anbieter das ähnlich und bringen das gleiche Modell in verschiedenen Ausführungen für unterschiedliche Rasengrößen. Bei der Konkurrenz kommen die dann aber mehr oder weniger zeitgleich auf den Markt – bei Ecovacs erst nach einem Jahr.
Das weckt die Hoffnung, dass es eine Weiterentwicklung gibt, doch die fehlt leider. Besonders, dass nachträglich immer noch keine Anpassung der Mähkarte oder ein nachträgliches Hinzufügen von Signalbaken möglich ist, finden wir stark kritikwürdig. Und dann wäre da noch der Preis. Den „alten“ G1 gab es immer wieder für 1399 Euro – das sind „nur“ 300 Euro mehr für doppelte Mähleistung. Das ändert nichts daran, dass auch der G1 800 ein guter Rasenroboter ohne Begrenzungsdraht ist, der nicht auf ein oft zu schwaches GPS-Signal angewiesen ist. Aber hier müssen Nutzer genau hinschauen – oder gleich zur Konkurrenz greifen.
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