Das Balkonkraftwerk Premium Flat 800 von Fachhändler Balkonstrom setzt auf zwei 390-Watt-Solarmodule von Meyer Burger und einen Hoymiles-Wechselrichter.
Der Fachhändler Balkonstrom verkauft ein Balkonkraftwerk, dessen Komponenten größtenteils aus einer regionalen Wertschöpfungskette stammen. Dazu zählen die in der Schweiz entwickelten und in Deutschland mit Solarstrom gefertigten 390-Watt-Solarmodule von Meyer Burger, sowie Verbindungskabel, die in Deutschland hergestellt werden. Als Wechselrichter kommt der bewährte Hoymiles HM-800 zum Einsatz.
Wer sich für eine Anlage aus dem Fachhandel entscheidet, zahlt in der Regel etwas mehr als für die Sets bei Discounter, Amazon oder chinesischen Shops. Dafür bekommen Käufer meistens den besseren Service und oft mehrere Wahlmöglichkeiten in puncto Ausstattung und Aufständerung. So ist das auch bei Balkonstrom. Der Händler bietet Balkonkraftwerke für Balkone, verschiedene Dachtypen, Garten und Fassade sowie auch ganz ohne Halterung. So viele Auswahlmöglichkeiten findet man selten.
Um den Ertrag des Balkonkraftwerks zu messen, liefert Balkonstrom kostenlos ein Strommessgerät von Revolt mit. Gegen Aufpreis gibt es auch eine smarte Steckdose mit Internetanbindung. Für 29 Euro Zuzahlung erhalten Anwender den Mystrom-Zwischenstecker (siehe auch Bestenliste Stromzähler), der zusammen per App und Browser zahlreiche Auswertungsstatistiken zur Stromproduktion des Balkonkraftwerks bietet.
Alternativ steht für 29 Euro auch die Hoymiles-DTU parat, die per USB-Netzteil, das allerdings nicht zum Lieferumfang gehört, in einer Steckdose platziert wird und die Verbrauchsdaten des Wechselrichters per Funk erfasst. Allerdings landen die Auswertungsdaten in einer chinesischen Cloud. Wer das nicht wünscht, wählt das Revolt-Messgerät, das ohne Internetanbindung die Solarproduktion lokal erfasst. Auch mit dem Mystrom-Zwischenstecker gelangen die erfassten Daten in die Cloud, mit dem Unterschied, dass der Schweizer Hersteller eidgenössischen Datenschutzbestimmungen unterliegt, die weitestgehend den Regeln der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) entsprechen.
Wem das nicht ausreicht, kann den Mystrom-Zwischenstecker auch lokal mit Smart-Home-Zentralen (Bestenliste) wie Home Assistant (Testbericht) oder Homey Pro (Testbericht) betreiben. Dann ist man standardmäßig allerdings auf die in diesen Lösungen implementierten Energiestatistiken angewiesen. Im Fall von Home Assistant kann man diese allerdings in Verbindung mit Grafana und einer Datenbank erweitern. Zum Schluss wählt der Kunde dann noch aus, wie lang das Verbindungskabel vom Wechselrichter zur Steckdose ausfallen soll. Vor der Bestellung sollte man daher die Entfernung des geplanten Aufstellorts zur nächstgelegenen Steckdose messen und dann die passende Kabellänge ordern.
Auf der Bestellseite informiert Balkonstrom detailliert über die einzelnen Komponenten. So erfährt man etwa Einzelheiten der in Deutschland hergestellten Module des Schweizer Herstellers Meyer Burger. Sie basieren auf der Heterojunction- und der Smart-Wire-Technologie, die Vorteile bei Abschattung sowie eine höhere Zellstabilität bieten. Auf die Solarmodule gewährt Meyer Burger eine Leistungs- und Produktgarantie von 25 Jahren. Zudem sind sämtliche Produktdatenblätter als Download hinterlegt.
Das Balkonkraftwerk von Balkonstrom kommt in mehreren Einzelkartons in einer Lieferung per Spedition bei uns an. Neben den beiden jeweils rund 20 Kilogramm schweren Meyer-Burger-Panels (Abmessungen 1767 × 1041 × 35 Millimeter) gehören zwei Kartons mit der gewählten Flachdach/Garten-Halterung des Herstellers Van der Valk sowie eine Kiste mit dem Wechselrichter und Zubehör zum Lieferumfang. In den Paketen befinden sich:
Die Komponenten unseres Testprodukts kamen ordentlich und ausreichend sicher verpackt an. Die für eine dauerhaft sichere Aufstellung benötigten Betonplatten, welche als Zusatzgewicht dienen und das für den Aufbau benötigte Werkzeug (10er- und 13er-Schraubenschlüssel), sind nicht im Paket enthalten. Ein Blick auf die MC-4-Verbindungskabel zeigt, dass diese vom TÜV-zertifiziert sind und in Deutschland gefertigt werden. Beim Schuko-Kabel sehen wir allerdings den Aufdruck „Made in Italy“. Nicht dass uns das besonders stören würde, schließlich gehört der Standort Mantova des italienischen Kabelhersteller Pecso auch noch zu einer regionalen Wertschöpfungskette. Die Nachfrage bei Balkonstrom ergibt, dass die Kabel der ersten Charge tatsächlich aus Italien stammen, die Konfektionierung aber in Deutschland erfolgt. Inzwischen bezieht Balkonstrom aber auch bei den Schuko-Kabeln Modelle, die komplett in Deutschland hergestellt werden.
Eine hohe Qualität der Kabelverbindungen ist für den zuverlässigen Betrieb eines Balkonkraftwerks von großer Bedeutung. Laut einer von der EU finanzierten Untersuchung gehen sechs der 20 größten Ursachen für einen Ertragsverlust von PV-Anlagen auf fehlerhafte Kabel- und Steckverbindungen zurück. Dabei sind die Ertragsverluste durch fehlerhafte Kabel fast zwei- bis dreimal höher als durch Wechselrichter-Fehler.
Eine Aufbaubauanleitung auf Papier finden wir nur im Karton mit der Aufständerung. Stattdessen versendet Balkonstrom nach Bestelleingang eine 34-seitige, sehr detaillierte Montageanleitung als PDF. Die ist mehr als ausreichend und vor allem umweltschonend. Und sie bietet nicht nur Informationen zum Aufbau des Balkonkraftwerks, sondern enthält auch sicherheitsrelevante Informationen zur Leistungsreserve und zur Ballastierung der auf dem Boden stehenden Solarmodulhalterung. Die Montageanleitung wirkt kompetent, ist informativ und hilfreich.
Nach dem Auspacken und Sortieren der Teile schrauben wir zunächst die zwei Halterungen an die zwei Solarmodule. Hierfür werden zunächst die Alustützen am Rand der Solarmodule an den dafür vorgesehenen Bohrungen auf dem Rahmen des Moduls befestigt. Die dafür nötigen Schritte sind im elektronischen Handbuch detailliert beschrieben, sodass das Montieren der Halterungen mit einem 10er-Schlüssel schnell abgeschlossen ist. Im nächsten Schritt werden dann die Bügel zur Aufständerung mit diesen Halterungen mit einem 13er-Schlüssel verschraubt. Die Bügel haben zunächst allerdings ein wenig Spiel. Ein Blick ins Handbuch verrät, dass man die Schrauben so fest anziehen soll, dass die Bügel kein Spiel mehr haben. Hier muss man ein wenig mehr Kraft aufwenden. Insgesamt stellt das aber kein Problem dar.
Nun erfolgt die Montage des Wechselrichters mit den mitgelieferten Halterungen am Rahmen eines der Module. Sind zwei Module wie bei uns im Einsatz, verschraubt man die Halterungen an einem Solarpanel auf eine Weise, dass der Wechselrichter nicht weit vom zweiten Modul entfernt ist. Die Befestigung der Halterungen erfolgt mit einem 13er-Schlüssel. Das Handbuch beschreibt auch hier wieder jeden einzelnen Schritt detailliert. Wer damit dennoch nicht klarkommt, findet auf offene Fragen Antworten im Installationsvideo des Herstellers.
Ist die Aufständerung angeschraubt und der Wechselrichter befestigt, werden die PV-Module am entsprechenden Ort aufgestellt. Für einen sicheren Stand sorgen insgesamt vier Gummi-Unterleger, auf der die Halterung aufliegt. Für eine dauerhafte Sicherung muss diese mit Zusatzgewichten in Form von Betonsteinen beschwert oder fest im Boden verankert werden. Das Handbuch informiert je nach Standort und Windzone, wie schwer diese ausfallen müssen. Pro Betonplatte zahlen wir im nahegelegenen Baumarkt zwei Euro.
Nachdem alle Teile befestigt sind, werden die beiden Panels mit dem Wechselrichter und dieser mit dem Stromnetz verbunden. Dank der mitgelieferten MC-4-Verlängerungen stellt der Anschluss der beiden Solarmodule auch dann kein Problem dar, wenn diese etwas weiter auseinanderstehen. Bei der Verkabelung der Solarmodule kann man im Prinzip keinen Fehler machen. Klar ist natürlich, dass man die beiden MC-4-Anschlüsse eines Moduls an demselben Anschlusspaar des Wechselrichter anschließt. Hierfür stehen jeweils zwei Anschlüsse an jeder Seite des Hoymiles HM-800 parat.
Technisch gesehen ist der Aufbau keine Herausforderung und die Montage auf Flachdach oder im Garten ist einfacher und schneller erledigt als die Befestigung am Balkongeländer. Bereits eine Person reicht für die Montage im Garten aus, während die Befestigung am Balkon mindestens zwei Personen erfordert. Näheres dazu enthalten die Testberichte zu den Balkonkraftwerken von Netto (Testbericht) und Ecoflow (Testbericht).
Für die Inbetriebnahme kommt nun der Schuko-Stecker direkt in die nächstgelegene Steckdose – nicht aber in eine Mehrfachsteckdose! Jetzt ist das Balkonkraftwerk in Betrieb. Sofern die Sonne genügend scheint, schaltet sich der Wechselrichter ein, was durch eine grün leuchtende LED an der Unterseite signalisiert wird, und speist Strom ins Hausnetz ein.
Wer wissen will, wie viel Strom aktuell produziert wird, verwendet entweder den Mystrom-Zwischenstecker oder die Hoymiles-DTU. Da unsere Außensteckdose weit überdacht ist, stellt für uns der Betrieb des Mystrom-Zwischensteckers kein Problem dar, auch wenn dieser nicht für den Außeneinsatz vorgesehen ist. Die Koppelung mit unserem WLAN klappt auf Anhieb, sodass der Zwischenstecker uns sofort über die aktuelle Stromproduktion informiert. Statt als Verbrauchsmesser konfigurieren wir das Modell des Schweizer Herstellers Mystrom während der Installation für die Erfassung der Stromproduktion. Wir kennen den Zwischenstecker schon länger und wissen, dass er manchmal Probleme bei der Koppelung des WLANs hat. Ist das der Fall, haben wir die WLAN-Anbindung in der Vergangenheit mit dem Trouble-Shooting-Tool des Herstellers hinbekommen.
Alternativ kann man auch die Hoymiles DTU mit dem Wechselrichter koppeln und den Ertrag erfassen. Hierfür muss man während der Installation mit der App S-Miles-Installer, die für Android und iOS erhältlich ist, die Seriennummern von DTU-Stick und Wechselrichter eingeben. Diese befinden sich jeweils in Form eines Aufklebers auf den jeweiligen Geräten. Insgesamt ist die Inbetriebnahme mit dem S-Miles-Installer nicht gerade intuitiv. Außerdem werden die Ertragsdaten nur alle paar Minuten aktualisiert, während die Leistungserfassung mit dem Mystrom-Zwischenstecker in Realzeit erfolgt. Mehr zur Inbetriebnahme der Hoymiles DTU bietet der Beitrag Balkonkraftwerk Yuma Flat Bifazial Pro im Test: Mehr Strom und 30 Jahre Garantie.
Leider war es während der Testphase nur selten sonnig, sodass pro Tag nur etwa knapp 300 Wh Strom erzeugt wurden. Laut PVSOL produziert das Balkonkraftwerk mit zwei 390-Wp-Solarmodulen von Meyer Burger pro Jahr knapp 900 kWh.
Damit diese möglichst selbst verbraucht werden und nicht zur Freude des Energieversorgers kostenlos in dessen Netz landen, ist ein hoher Eigenverbrauch wichtig. Wer also ein Balkonkraftwerk verwendet, sollte starke Verbraucher wie Spülmaschine, Herd, Heißluft-Fritteuse, Waschmaschine und Wasserkocher primär tagsüber nutzen. Andererseits sorgt die Grundlast durch Kühlgefrierkombination, Router und andere technische Geräte, die dauerhaft Energie dafür, dass nicht zu viel Energie kostenlos an den Versorger verloren geht. Weitere Tipps zur optimalen Verwendung eines Balkonkraftwerks geben wir im Beitrag Balkonkraftwerk optimieren: 6 Tipps, wie man noch mehr Geld spart.
Das Balkonkraftwerk Premium Flat 800 mit Solarpanels und Verbindungskabel „Made in Germany“ verkauft Balkonstrom exklusiv in seinem Online-Store für 748 Euro inklusive Versandkosten. Eine Abholung ist auch möglich. Zudem bietet der Fachhändler auch Balkon-Sets für 580 Euro an. Für unterschiedliche Dachtypen kostet das Balkonkraftwerk zwischen 315 und 1164 Euro. Balkonstrom gewährt eine 25-jährige Leistungsgarantie auf sein Balkonkraftwerk.
Balkonstrom liefert mit dem Balkonkraftwerk Premium Flat 800 eine Lösung, deren Komponenten bis zum Wechselrichter aus europäischer Produktion stammen. Verbindungskabel und die Solarpanels von Meyer Burger kommen aus Deutschland, die Halterung wird in Holland hergestellt. Das Set verursacht also deutlicher weniger CO₂ als Balkonkraftwerke, deren Einzelteile komplett aus China kommen. Zudem erfolgt die Herstellung der Meyer-Burger-Solarmodule mithilfe von PV-Energie, was noch einmal den CO₂-Fußabdruck senkt.
Anwender, die auch auf Umweltaspekte beim Kauf eines Balkonkraftwerks Wert legen, werden mit dem Modell Premium Flat 800 für 748 Euro oder einer anderen Premium-Variante von Balkonstrom bestens bedient. Dabei verlangt der Hersteller keine Mondpreise, wie die Kalkulation der Einzelkomponenten bestehend aus Solarmodul (Preisvergleich), Wechselrichter (Preisvergleich) und Aufständerung (Preisvergleich) zeigt. Der Gesamtpreis ist mit 950 Euro bereits teurer als das Angebot von Balkonstrom, das zudem Verbindungskabel und Energiemessgerät enthält.
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