Philipp hat seinen beruflichen Werdegang als Praktikant in einer Werbeagentur begonnen und ist mit verantwortlich für das Design von Bierdeckeln, Werbetafeln und einem Fan-Bus eines großen Fußballvereins. Danach folgte der erste Schritt zum Journalismus: Ein Volontariat bei PC-Zeitschriften, die heute kaum noch jemand kennt - PC Direkt und PC Professionell. Dann folgte ein mehrjähriger Ausflug in die Welt des Marketings, PR-Arbeit und Qualitätsmanagement in einem mittelständischen Handelsunternehmen.
Seit 2015 ist Philipp bei Heise im Team von Bestenlisten aktiv. Hier bringt er auch seine privaten Interessen ein und deshalb für Drohnen, Laser, Balkonkraftwerke, Powerstations und zahlreiche China-Gadgets wie Handwärmer, USB-Lötkolben oder Mini-Taschenlampen zuständig.
Das Balkonkraftwerk vom Discounter lockt mit starken Solarpanels und WLAN-Steuerung. Wir haben das Paket aus Photovoltaikpanels und Wechselrichter getestet.
Update: Zum Zeitpunkt unseres Testberichts am 04.06.2023 lag der Preis im Onlineshop von Netto noch bei knapp 500 Euro. Der Preis ist mittlerweile auf 380 Euro gefallen. Zudem wird eine leicht abgewandelte Version des Sets für 300 Euro. Der Unterschied zwischen den beiden Sets ist, dass beim günstigeren Set ein Wechselrichter ohne Wi-Fi enthalten ist. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, da sich die Stromerträge auch bequem per smartem Zwischenstecker erfassen lassen. Mehr dazu erklären wir in unserem Ratgeber Die besten Strommessgeräte: Energie sparen & Ertrag von Balkonkraftwerken erfassen.
Das Set beinhaltet zwei 410-Watt-Solarpanels, einen Wechselrichter mit einer Ausgangsleistung von 600 Watt und ein Anschlusskabel für eine herkömmliche Schuko-Steckdose. Aufhängung oder Aufständerung gehören nicht zum Lieferumfang.
Dieser Einzeltest gehört zu unserer Themenwelt Balkonkraftwerk, wo wir einzelne Systeme testen oder etwa erklären, welche Befestigungssysteme es für Solarpanels gibt. Weitere empfehlenswerte Mini-PV-Anlagen zeigt unsere Top 10: Die besten Balkonkraftwerke.
Wer sich für ein Balkonkraftwerk beim Discounter Netto entscheidet, hat derzeit sechs unterschiedliche Pakete zur Wahl. Neben dem getesteten Set von Juskys stehen noch nahezu identische Sets von Tronitechnik, Vale und Veska zur Wahl. Alle Sets haben eine Gemeinsamkeit: Eine Halterung oder gar eine Aufständerung gehört nicht zum Lieferumfang. Entsprechende Halterungen für Dach oder Balkon gibt es im Onlineshop des Discounters ab 39 Euro je Panel. Ein fairer Preis! Andere Anbieter verlangen meist deutlich mehr.
Da es die entsprechende Lösung zum Bestellzeitpunkt bislang nicht gab, entscheiden wir uns für ein Set für zwei Panels auf Amazon. Dieses erlaubt die Montage an runden Geländern und ermöglicht Neigungswinkel bis 45 Grad. Der Preis ist in den vergangenen Wochen auf 100 Euro gestiegen – die Lösung von Netto gibt es schon für rund 80 Euro.
Das Balkonkraftwerk wurde in zwei Teillieferungen nach rund einer Woche zugestellt.
Der Lieferumfang enthält:
Unsere Halterung ist mit der von Netto identisch. Das Paket für die beiden Panels besteht aus unzähligen Einzelteilen, die teilmontiert und ordentlich verarbeitet sind. So einfach wie bei Ikea ist es aber nicht, Zange und Innensechskantschlüssel fehlen im Lieferumfang.
Die Gesamtkosten für unser Testpaket belaufen sich auf rund 370 bis 450 Euro. Der deutsche Anbieter Priwatt bietet ein Set für rund 389 Euro an. Das kommt zwar ohne Halterung, aber mit zwei 800-Watt-Panels. Bei Yuma bekommt man für 449 Euro sogar schon zwei bifaziale 800-Watt-Panels.
Nach dem Auspacken und Sortieren der Teile folgt die Montage der Rundhaken zum Einhängen am Balkongeländer. Dazu werden je zwei der Aufhängungen pro Panel angeschraubt. Die Standardbefestigungslöcher und die Teile aus dem Befestigungsset passen problemlos zueinander. Nun hängen wir das Panel am Geländer ein und sichern die Rundhaken mit je einer Schraube. Jetzt können wir auf der Unterseite der Panels je zwei Ausleger anschrauben. Auch das funktioniert problemlos. Nach dem Einstellen des gewünschten Aufstellwinkels fixieren wir die Länge der Ausleger und befestigen die Halterung am Balkon.
Statt direkt an eines der Panels hängen wir unseren Wechselrichter an die Innenseite des Balkongeländers. Nachdem alle Teile befestigt sind, werden die beiden Panels mit dem Wechselrichter und dieser mit dem Stromnetz verbunden.
Technisch gesehen gestaltet sich der Aufbau wie ein Kinderspiel – in der Praxis sollte man allerdings mindestens zu zweit, besser zu dritt sein! Zumindest, wenn die Mini-PV-Anlage auf das Dach oder den Balkon soll. Grund hierfür sind die enormen Ausmaße der Panels und deren Gewicht. Wer hier keinen Schaden an Material oder gar dem Montageteam riskieren will, sollte sehr gewissenhaft und überlegt arbeiten. Schon der Transport der 175 × 110 × 3 cm großen und rund 25 kg schweren Panels zum Balkon, kann sich je nach Gegebenheit schwierig gestalten. Bei Wind sollte man hier extrem vorsichtig sein! Wir haben die Panels per Flaschenzug in den ersten Stock gehoben. Ohne weitere Helfer wäre das nicht möglich gewesen. Wer seine Solarmodule nur im Garten aufstellen will, schafft das problemlos auch allein.
Zusätzlich entspricht die Höhe und Form unseres Balkongeländers anscheinend nicht der Standardgröße und so mussten wir etwas improvisieren, um die unteren Haltearme im gewünschten Winkel fixieren zu können. Letztlich war dies problemlos mit einem zusätzlichen Brett möglich – einfach Anschrauben und Aufhängen hat in diesem Fall aber nicht funktioniert.
Nach dem Aufhängen wurden alle Teile endgültig festgezogen und an einigen Stellen kleine Gummikeile zwischen geklemmt, damit auch bei starkem Wind nichts klappert oder wackelt. In der Praxis hat das zuverlässig funktioniert. Selbst bei starkem Wind sitzt alles fest und ohne sich aufzuschaukeln.
Für die Inbetriebnahme kommt nun der Schuko-Stecker in die nächstgelegene Steckdose – nicht in eine Mehrfachsteckdose! Ein Zwischenstecker mit Stromzähler kann zwar verwendet werden, ist dank WLAN-Anbindung und App allerdings unnötig. Jetzt geht es also an die Einrichtung der App Solarman Smart an unserem Android Smartphone – dachten wir zumindest. Damit die Kommunikation zwischen Wechselrichter und Handy funktioniert, muss allerdings erst Strom fließen. Da unsere Montage aber erst abends beendet war, musste die Einrichtung der Software bis zum nächsten Tag warten.
Als dann endlich die Sonne scheint, können wir uns problemlos mit dem Wechselrichter verbinden, diesen benennen und ins heimische WLAN einbinden. Fortan sollten die aktuelle Leistung und diverse Statistiken jederzeit per Smartphone einsehbar sein, sind sie aber zunächst nicht. Obwohl die App anzeigt, dass alle Komponenten online und betriebsbereit sind, fließt laut Anzeige kein Strom. Auch ein Neustart der App und das Trennen und erneute Verbinden des Wechselrichters bringen keine Abhilfe.
Hier ist schlicht etwas Geduld gefragt. Als wir eine Stunde später erneut auf die App sehen, wird endlich auch Leistung angezeigt. Wegen des schlechten Wetters nicht besonders viel, aber immerhin fließt der Strom. Von da an funktionieren die Verbindung und die Anzeige der Daten – wenn auch mit leichtem Zeitversatz.
Unser Testbalkon ist Richtung Süd bis Süd-Ost ausgerichtet und bekommt wegen umstehender Bäume und der Hanglage des Grundstücks täglich nur einige Stunden direktes Sonnenlicht. Im Mai ist nur die Ausbeute von kurz vor Mittag bis etwa sechzehn Uhr interessant, weshalb wir aktuell planen, das Balkonkraftwerk an einem anderen Ort zu platzieren.
Trotz des stark verregneten und bewölkten Frühlings in Bayern und den wenigen Stunden Lichteinfall beträgt der Tagesertrag zwischen 1,5 und 2,3 kWh (Stand: Mai 2023). Das sind bei unserem aktuellen Strompreis etwa 65 bis 90 Cent Ersparnis am Tag oder 192 Euro in den Monaten März bis Oktober bei durchschnittlich 2 kWh pro Tag und einem angenommenen Preis von 40 Cent je kWh. Sicherlich wird unser Ertrag in den Sommermonaten höher ausfallen, aber 2 kWh pro Tag dürften ein guter Durchschnittswert sein – zumindest bei der aktuellen Position der Panels. Das Umplatzieren könnte bis zu zwei Stunden längeren direkten Sonnenschein bedeuten, was sich in barer Münze auszahlen würde. Dann sollten wenigstens 3 kWh Tagesdurchschnittsertrag möglich sein. Aber selbst bei aktuellem Erlös wäre unsere Lösung in etwa drei Jahren abbezahlt.
Leider gibt es weder auf der Website von Netto, noch im Onlineshop von Juskys Informationen zur Produkt- und Leistungsgarantie des Balkonkraftwerks. Die meisten bekannten Balkonkraftwerk Anbieter bieten eine Leistungsgarantie von 25 bis 30 Jahren, sowie eine Produktgarantie auf den Wechselrichter von bis zu 12 Jahren. Sobald wir eine Antwort auf unsere Nachfrage bekommen, reichen wir das an dieser Stelle nach.
Wichtig bei der ganzen Rechnerei: Der Strom muss aktiv vom Nutzer umgesetzt werden. Alles, was als Überschuss produziert wird, schenkt man dem Netzbetreiber. Wer nichts verschenken will, sollte eine Powerstation als Zwischenspeicher nutzen. Eine Übersicht geben wir etwa in unserer Bestenliste Top 10: Leistungsstarke Powerstations oder in unserem Ratgeber zum Thema Notstromversorgung: Darum gehört eine Powerstation in jeden Haushalt. Besonders elegant sind Lösungen wie Ecoflow Powerstream (Testbericht), bei denen das Balkonkraftwerk die Powerstation nativ als Zwischenspeicher vorsieht.
Lediglich einmal in rund vier Wochen hatten wir Verbindungsprobleme und konnten keine Verbindung herstellen. Rund eine Stunde später waren die Daten aber wieder abrufbar.
Zum Zeitpunkt unseres Testberichts am 04.06.2023 lag der Preis im Onlineshop von Netto noch bei knapp 500 Euro. Der Preis ist mittlerweile auf 380 Euro gefallen. Zudem wird eine leicht abgewandelte Version des Sets für 300 Euro.
Achtung: Beim günstigeren Set ist ein Wechselrichter ohne Wi-Fi enthalten. Das ist weniger gravierend, da sich Stromerträge auch bequem per smartem Zwischenstecker erfassen lassen. Der Preis beider Sets ist gut, leider sind die Wechselrichter nicht auf 800 Watt updatefähig.
Wer seine Halterung bei Netto kauft, kommt günstiger weg als bei Amazon. Gerade bei Halterungen werden zum Teil Unsummen von den Verkäufern aufgerufen, wie unser Beitrag Solarpanels für Balkonkraftwerke aufstellen und befestigen zeigt.
Das Thema Anmeldung ist bei Balkonkraftwerken nicht tot zubekommen. Laut Handbuch soll man die Anlage im Marktstammdatenregister anmelden – das geht auch online. Laut Verbraucherzentrale ist das ein unnötiger bürokratischer Aufwand bei Anlagen unter 800 Watt für den Verbraucher (hier nachzulesen). Im schlimmsten Fall drohen aber Bußgelder bei Nichtanmeldung.
Eine ausreichende Anleitung, eine intuitive App und ordentlich verarbeitete, starke Komponenten: Das Juskys Balkonkraftwerk-Set von Netto überzeugt uns. Wer eine kleine Mini-PV-Anlage mit zweimal 410 Watt sucht, der bekommt hier einen fairen Preis und ordentliche Qualität.
Allerdings muss man die Halterungen für die Photovoltaikmodule einzeln erwerben, da sie nicht schon im Set enthalten sind. Wir empfehlen die passenden Kits aus dem Netto-Onlineshop. Diese sind etwa günstiger als vergleichbare Modelle auf Amazon.
Schade ist nur, dass der Wechselrichter im Falle einer Gesetzesänderung kein Update auf eine Einspeisung mit bis zu 800 Watt bekommen wird. Solche Geräte sind etwa bei Priwatt erhältlich.
Weitere Einzeltests und mobile Solargeneratoren zeigen wir in unserer Themenwelt Photovoltaik sowie der Top 6: Die besten Balkonkraftwerke – Fachhandel besser als Discounter. Schnäppchen rund um das Thema, zeigen wir im Artikel Die besten Photovoltaik-Deals: Powerstation, Solarpanel, Balkonkraftwerk & Co.
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