Stefan schrieb bereits während des Studiums Spieletests für ein Printmagazin im Ruhrgebiet. Durch einen glücklichen Zufall landete er in Berlin und arbeitete fast 15 Jahre bei Areamobile, zuletzt als leitender Testredakteur. Für Heise Bestenlisten testet er Smartphones, Saug- und Mähroboter, Lautsprecher, Modellflugzeuge und andere Technik-Gadgets.
Das Yuma Basic (1980+) Bifazial verspricht dank bifazialer Technologie bis zu 30 Prozent mehr Stromertrag als herkömmliche Solarmodule – über die erlaubten 2000 Watt hinaus. Im Test klären wir, was das bringt.
Die Firma Yuma ist bekannt für ihre hochwertigen Balkonkraftwerke. Mit dem Yuma Basic (1980+) Bifazial bringt der Hersteller ein PV-Set auf den Markt, das durch beidseitige Lichtaufnahme glänzt. Im Gegensatz zu klassischen Solarmodulen können die Glas-Glas-Paneele des 1980+ Bifazial auch von der Rückseite Sonnenlicht einfangen und daraus Strom erzeugen. Das soll laut Yuma den Ertrag um bis zu 30 Prozent steigern und damit kommen Nutzer auch über die gesetzlich inzwischen erlaubten 2000 Wp hinaus. Legal, illegal, scheißegal? Wir haben uns das bifaziale BKW genauer angeschaut.
Das Yuma Basic (1980+) Bifazial kostet inklusive Zubehör und Versand 813 Euro.
Das Yuma Basic (1980+) Bifazial bietet verschiedene Sets für unterschiedliche Aufstellorte. Wir haben die Version für Flachdächer (Flat) getestet. Im Lieferumfang sind neben den vier bifazialen 495-Watt-Modulen (All Black) ein 800-Watt-Wechselrichter von Hoymiles (HMS 800 W-2T, keine DTU nötig), Y-Stecker, Verlängerungskabel sowie 4 beschichtete und stufenlos von 18 bis 22 Grad neigbare Halterungen enthalten. Optional gibt es ein längeres Anschlusskabel und eine smarte Mess-Steckdose von Mystrom dazu. Die Module sind etwas länger (fast 2 Meter statt etwa 1,7 Meter) und damit rund 2,2 m² groß. Das ist aber selbst auf dem Dach kein Problem, da seit 2024 die 2-m²-Grenze gefallen ist.
Der Zusammenbau des BKWs gestaltet sich dank der guten Anleitung auch für Laien sehr einfach. Da die umständliche Einrichtung der DTU entfällt, gibt es hier keine Probleme. Nach etwa einer Stunde steht das Kraftwerk, zu zweit geht es schneller. Die Halterung hält die Glas-Glas-Module sicher, ohne den empfindlichen Rahmen zu verbiegen. Achtung: Gegen Wind muss die Aufständerung mit Gewicht (etwa Gehwegplatten) beschwert werden. Für die höchste Windzone an der Nordsee ist die Aufständerung lt. Hersteller nicht geeignet.
Dank bifazialer Technologie soll laut Hersteller rund 30 Prozent Mehrertrag gegenüber üblichen PV-Paneelen sorgen. Der Effekt ist aber stark vom Aufstellort abhängig. Je heller der Untergrund, desto mehr Licht wird auf die Modulrückseite reflektiert. Rasen bringt etwa nur 8-10 Prozent Mehrertrag, Kies oder weißer Sand dagegen bis zu 25 Prozent. Das Yuma Basic (1980+) Bifazial leistet also theoretisch bis zu 2572 Wp, fest stehen aber nur die im Namen enthaltenen 1800 Watt. Das ist auch der Grund, warum man das BKW trotz theoretischer Leistung jenseits der 2000 Watt legal betreiben darf.
Beim Testaufbau hatten die Module wenig Abstand zum Boden, wodurch zusätzliches Streulicht nur eingeschränkt einfallen konnte. Das schlechte, an Herbst erinnernde Wetter an der Nordsee ließ zudem kaum Rückschlüsse auf den Mehrertrag bei indirektem Sonnenlicht zu. Dennoch konnten wir im Vergleich zu einem nominell stärkeren monofazialen BKW ca. 5 % Vorsprung bei trübem Wetter messen. Bei den wenigen Sonnenstunden während des Tests waren es auch schon mal mehr als 15 Prozent Plus.
Mit rund 830 Euro plus Anschlusskabel, optionaler Strommesssteckdose und Versand ist das Yuma Basic (1980+) Bifazial kaum teurer als monofaziale System bei der Konkurrenz. Yuma ist sogar so überzeugt von der bifazialen Technologie, dass der Anbieter gar keine anderen Module mehr im Sortiment hat. Rechnet man 30 Prozent Mehrertrag an, amortisiert sich das BKW bereits nach 2,5 Jahren. Selbst ohne Zugewinn durch Bifazialität gleichen die langlebigen und degradationsärmeren Glas-Glas-Module mit 40 Jahren Garantie den Aufpreis mehr als aus. Monofaziale Sets bieten oft nur 12 Jahre auf das Produkt und 20 oder 25 Jahre auf die Leistung.
Berechnet mit dem Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin ergibt sich eine Amortisationszeit von rund 4 Jahren. Zugrunde gelegt sind dabei Südausrichtung, ein Strompreis von moderaten 30 Cent bei 5 Prozent Steigerung pro Jahr und nur 1980 Wp, da mehr als die erlaubten 2000 Wp nicht angegeben werden können. Rein rechnerisch sinkt die tatsächliche Amortisationszeit bei entsprechender Aufstellung durch die Bifazialität weiter. Die Ersparnis pro Jahr liegt theoretisch bei 485 Euro bei optimaler Ausbeute.
Das Yuma Basic (1980+) Bifazial kostet 813 Euro als Komplettpaket – inklusive Lieferung und 5-Meter-Schucko-Kabel.
Das durchwachsene Testwetter ließ die Vorteile des bifazialen Yuma-BKWs nicht voll zur Geltung kommen. Doch selbst bei trüben Bedingungen zeigte es noch einen Ertragsvorteil von rund 5 Prozent, kurzzeitig waren es sogar rund 20 Prozent. Vor allem überzeugt das 1980+ Bifazial aber mit enormer Langlebigkeit und Leistungsgarantie dank der Glas-Glas-Module. Der geringe Aufpreis im Vergleich zu monofazialen Modellen bei der Konkurrenz lohnt sich so auf jeden Fall – erst recht bei zusätzlichem Ertrag durch die beidseitige Lichtaufnahme. Wie das am besten gelingt, haben wir in unserem Ratgeber zu bifaziale PV-Modulen beleuchtet.
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