Anne arbeitet hauptberuflich in einem Berliner Entwicklerstudio als Game Design Director. Zuvor machte sie ihren Game Design Bachelor, bei der sich die Begeisterung für Videospiele, auch in eine Begeisterung für die Spielentwicklung verwandelte. Nebenbei schreibt sie als freie Journalistin gerne…
Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon führt Spieler zurück in die Vergangenheit der Umbra-Hexe Bayonetta, damals noch als Cereza bekannt. Wir haben uns im Test in das märchenhafte Action-Abenteuer mit einer voller Rätsel und feindlicher Feen begeben.
Das Bayonetta-Franchise ist bekannt für die Auftritte der namensgebenden, toughen Hexe Bayonetta. Gewappnet mit magischen Haaren, zwei Pistolen und Waffen-High Heels schießt sich die Protagonistin bereits seit 2009 durch allerlei Action-Adventure-Ableger. Nun, mit Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon, zeigt Entwicklerstudio Platinum Games eine gänzlich andere Seite der starken Heldin. Bevor diese als Bayonetta bekannt wurde, hörte die Hexe auf den Namen Cereza. Eine Reise in die Vergangenheit zeigt Spielern, wie alles anfing.
Die junge Hexenschülerin Cereza träumt davon, eines Tages eine große und mächtige Hexe zu werden. Doch was sich Cereza noch viel mehr wünscht, ist ihre in Gefangenschaft gehaltene Mutter Rosa zu befreien. Als Mitglied des Umbra-Clans verliebte sich Rosa in einen Lumen-Weisen und brachte Cereza zur Welt. Eine Tat, für die sie auf Lebenszeit eingesperrt wurde.
Genervt von ihrer Lehrmeisterin Morgana beschließt Cereza, sich alleine auf die Suche nach ihrer Mutter zu machen und betritt dabei den gefährlichen Wald von Avalon. Eine unerwartete Kooperation entsteht, als eines von Bayonettas Ritualen nach hinten losgeht. Statt einen Dämonen an ihre Seite zu beschwören, nimmt der Dämon plötzlich Besitz von ihrer kleinen Plüschkatze Cheshire ein. Wenig erfreut über die Situation versucht der Dämon die Hexe anzugreifen, doch schnell wird klar, dass die Schicksale der beiden durch das Ritual aneinander gebunden sind. Wenn Cheshire zurück zu seinem Heimatort Inferno möchte, muss er Cereza auf ihrer Reise durch den gefährlichen Wald begleiten.
Präsentiert wird die Reise durch den Wald in einer märchenhaften Aufmachung. Eine Erzählerstimme begleitet Spieler auf Cerezas Abenteuer und hält sämtliche Ereignisse in Bilderbuch-artigen Zwischensequenzen fest, auch der Soundtrack und die visuelle Gestaltung der Spielwelt vermittelt stets den Eindruck, als würden wir durch ein farbenfrohes Märchen spazieren.
Die ungewöhnliche Kombination der zwei verschiedenen Charaktere steht nicht nur narrativ, sondern auch spielerisch im Vordergrund. Während Cereza mit dem linken Joy-Con gesteuert wird, übernehmen Spieler die Rolle von Cheshire mit dem rechten Joy-Con. Die zweigeteilte Steuerung bedarf besonders mit der fixen Kameraführung einer gewissen Eingewöhnungszeit, die einige Frustmomente bereithält. Wer nicht aufpasst, der verliert schnell einen der beiden Charaktere aus dem Sichtfeld der Kamera, oder den Überblick über die vorgegebenen Wege der Spielwelt. Doch wer sich erst einmal in der quirlig bunten Welt zurechtfindet, der wird schon bald in der Erkundung des Waldes aufgehen.
Trotz der märchenhaften Aufmachung machen die Kämpfe zwischen den beiden ungewöhnlichen Kameraden und den boshaften Feen des Waldes einen Großteil der Spielzeit aus. Während Cheshire als Dämon den physischen Teil der Kämpfe übernimmt, unterstützt Cereza den Dämon mit Hilfe ihrer Magie. Mit der Dornenfessel hält Cereza Gegner für eine Weile gefangen, sodass Cheshire diese mit aufgeladenen Angriffen attackieren oder sogar direkt verspeisen kann.
Zwei separate Talentbäume sorgen dafür, dass sich Cerezas und Cheshires Fähigkeiten im Laufe des Spiels stetig ausbauen lassen. Dazu kommen die in der Spielwelt verteilten Elementarkerne, die Cheshire nicht nur ein visuell anderes Aussehen verleihen, sondern auch zusätzlichen Fähigkeiten verleihen. So kann der Dämon mit einer klebrigen Zunge Spielelemente aus der Ferne betätigen, Wasser oder auch Feuer speien.
Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon ist demnach nicht nur schick anzuschauen, sondern bietet auch spielerisch eine angemessene Herausforderung, mit der Spieler viele Stunden ihren Spaß haben. Positiv anzumerken ist hierbei auch die ungewöhnlich tiefgehende Auswahl an sogenannten Spielunterstützungseinstellungen, mit dessen Hilfe jeder Spieler seinen ganz eigenen Schwierigkeitsgrad festlegen kann. So lassen sich Elemente wie der erlittene Schaden, Magieverbrauch oder auch die Gegnerstärke schnell im Menü anpassen. Zusammen mit der fantastischen Aufmachung und dem Fakt, dass sich der Titel perfekt als Couch-Koop-Erfahrung genießen lässt, liegt Platinum Games’ Fokus ganz klar auf der Erschaffung eines familienfreundlichen Abenteuers für Groß und Klein.
Die Reise durch den geheimnisvollen Wald wird in verschiedene Regionen wie den Jadehügel, den Lichtbüschelhain oder auch den See Nimueh unterteilt. Während Cereza und Cheshires Kräfte stetig wachsen, so offenbaren sich auch immer mehr Erkundungsmöglichkeiten im Wald. Durch die zu entdeckenden Elementarkerne lassen sich neue Wege in alten Regionen freischalten, die zuvor verschlossene Geheimnisse aufdecken. Somit zeigt sich Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon nicht nur als Action-Adventure, sondern auch als Metroidvania-Titel.
Eine Schnellreisefähigkeit, die nach den ersten Spielstunden freigeschaltet wird, erleichtert die erneute Erkundung einzelner Regionen noch einmal wesentlich. Die freie Erkundung durch die Welt des Waldes entschleunigt das Spielgeschehen und gibt Spielern das Sagen darüber, ob der Fokus auf der Erkundung, oder doch lieber auf der Verfolgung der Narrative liegen soll.
Wie bereits erwähnt besteht Bayonetta Origins nicht nur aus Kampf-, sondern auch Rätsel-Sequenzen, die sich während der Reise durch den Wald von Avalon mit den sogenannten Tír na Nógs präsentieren. Ein Tír na Nóg ist ein Rätsel-Dungeon, in dem Cheshire und Cereza in Kämpfen oder auch Platformer-Sequenzen zusammenarbeiten müssen, um die Aufgaben zu bestehen. Spielerisch erinnern diese an die Schreine aus The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom (Testbericht), verlangen dabei jedoch weniger Grips. Stattdessen liegt der Fokus auf der Kooperation der beiden Charaktere, wodurch besonders die Koordinationsfähigkeiten der Spieler gefragt sind. So müssen Spieler mit der rechten Hand Cheshire auf einen Schalter navigieren, während Cereza mit der linken Hand durch ein Hindernis gelotst werden muss. Der Spaß beim Abschließen eines Tír na Nógs besteht nicht unbedingt in der geistigen, sondern vielmehr in der motorischen Herausforderung, welche eine sehr unterhaltsame Verschnaufpause von den Kämpfen gegen die Feen bietet.
Dass Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon ein besonders farbenfrohes Abenteuer ist, lässt sich bereits auf den ersten Blick erkennen. Nicht nur farbenfroh, sondern auch reich an visuellen Effekten bietet sich ein besonders dynamisches Bild, welches Nintendos Hybrid-Konsole meistern muss.
Interessierte Leser können hier jedoch aufatmen, denn während unserer Spielzeit gab es keine Framerate-Einbrüche oder sonstige Mängel zu bemerken. Auch während der Kampfsequenzen gegen mehrere Gegner, gefüllt mit allerlei visuellen Effekten von Cerezas und Cheshire’s Attacken, bleibt das Bild sowohl im TV- als auch im Handheld-Modus stets flüssig. Grafisch ist der Titel mit seiner knallbunten Aufmachung, die irgendwo zwischen Surrealismus und Aquarellmalerei lebt, ein wunderbares Erlebnis, welches sich mit kaum einem anderen Videospiel auf der Nintendo Switch vergleichen lässt.
Zum Marktstart kostete das Game noch mindestens 45 Euro. Heute können Käufer es bereits ab 28 Euro plus Versand bei Amazon erwerben.
Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon ist ein märchenhaftes Action-Adventure für Groß und Klein, welches bei Bedarf jederzeit zu einer lokalen Koop-Erfahrung werden kann. Mit seinem Zeichenstil und der charmanten Erzählung der Geschichte ist Bayonetta Origins besonders familienfreundlich, auch wenn die zweigeteilte Steuerung in Kombination mit den festgestellten Kameras an einigen Stellen ihre Tücken hat. Als Metroidvania-Titel verspricht der neueste Bayonetta-Ableger neben einer tollen Atmosphäre auch spielerische Abwechslung.
Eine Kombination aus Kampfsequenzen, Rätsel-Einlagen und der freien Erkundung des Waldes machen Bayonetta Origins: Cereza and the Lost Demon nicht nur zu einem Muss für Genre-Fans, sondern auch für Eltern, die auf der Suche nach einem familienfreundlichen Abenteuer sind. Wie auch für viele andere Nintendo-Titel, steht für Bayonetta Origins eine kostenlose Demo zur Verfügung, um sich einen ganz persönlichen Eindruck von dem zauberhaften Titel zu machen.
Die zehn besten Spiele zeigen wir in unserer regelmäßig aktualisierten Bestenliste Top 10: Die besten Spiele für Nintendo Switch.
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