Thomas Joos ist Autor von mehr als 100 Fachbüchern und tausenden Texten. Er ist erfolgreicher Autor zahlreicher IT-Bücher für Microsoft Press, Addison Wesley, Markt und Technik, Data Becker, Springer-Vieweg und außerdem freiberuflicher Journalist für die Deutsche Presseagentur (dpa) sowie zahlreiche Zeitschriften und Portale. Thomas ist zudem Online-Trainer bei LinkedIn Learning. Mehr Informationen finden sich auf seinem Blog unter thomas-joos.com
Der Mini-PC SEi12 von Beelink zeichnet sich durch eine schnelle CPU vom Typ Intel i7-12650H und starke 32 GByte Arbeitsspeicher aus. Alle Details zeigen wir in diesem Testbericht.
Im Beelink SEi12 werkelt ein Intel Core i7 der 12. Generation. Für rasante Schreib- und Lesevorgänge sorgt eine schnelle NVMe-SSD, die über PCIe 4.0 angebunden ist. Zusätzlich verfügt das kleine Kraftpaket über 32 GB Arbeitsspeicher (RAM), sodass auch leistungshungrige Anwendungen betrieben werden können. Kurzum: Der Beelink SEi12 bietet viel Leistung auf kleinem Raum.
Abgerundet wird das Ganze durch die Möglichkeit, über HDMI und Display Port bis zu zwei Monitore mit einer Auflösung von 4K anzuschließen. Wir zeigen im ausführlichen Testbericht nun die Stärken und Schwächen des Systems. Das Testgerät haben wir vom Hersteller zur Verfügung gestellt bekommen.
Der Beelink SEi12 setzt auf einen Intel i7-12650H der 12. Generation mit 10 Kernen und 16 Threads bei einem maximalen CPU-Takt von 4,7 GHz. Dazu gesellen sich 32 GByte an DDR4-Arbeitsspeicher mit 3.200 MHz. Aktueller DDR5-Speicher wäre hier noch schneller, würde aber auch den Preis in die Höhe treiben.
Mit 32 GByte RAM ist der Mini-PC jedoch ordentlich und zeitgemäß ausgestattet. Wer mehr benötigt, kann auf 64 GByte aufrüsten, muss dann aber die vorhandenen Riegel ersetzen, da Beelink zwei Sticks mit jeweils 16 GByte einsetzt. Die M.2-NVMe (Crucial P3 Plus) setzt auf PCIe-4.0, ist aber mit 500 GByte etwas unterdimensioniert — mittlerweile sind 1 TByte eher Standard. Dafür lässt sich das Gerät auch hier erweitern. Mit etwas Vorsicht kann man das Gehäuse öffnen und NVMe und auch RAM austauschen. Zusätzlich kann man eine Festplatte (HDD oder SDD) im 2,5-Zoll-Format einbauen.
Als Grafikadapter kommt, wie bei vielen Mini-PCs, ein Onboard-Grafikchip zum Einsatz – wobei die Chips von Intel traditionell weniger leistungsstark sind, als die AMD-Pendants. Insgesamt liefert er ausreichend Leistung für Office-Anwendungen, Streaming und Spiele der Einsteigerklasse, kann aber keine Grafikwunder vollbringen.
Mit Wifi 6 und Bluetooth 5.2 sind moderne Drahtlosstandards an Bord. Internet per Kabel gibt es über den Ethernet-LAN-Anschluss – allerdings nur mit einer Geschwindigkeit von 1 Gbyte/s. Inzwischen bauen viele Hersteller schnellere Adapter mit 2,5 Gbyte/s ein. Immerhin ist Wake-On-LAN unterstützt. Immerhin sind die USB-A-Schnittstellen schön flott, denn hier kommt der Standard USB 3.2 Gen2 zum Einsatz.
An der Vorderseite befindet sich außerdem ein USB-C-Port, der jedoch nur für die Datenübertragung genutzt werden kann. Für die Bildübertragung stehen somit nur zwei Anschlüsse zur Verfügung, womit man mit dem starken Mini-PC auch nur zwei Monitore ansteuern kann. Angesichts der hohen Leistung eines i7 halten wir das für verschenkt – andere Hersteller bieten bei ähnlicher Hardware teils sogar vier Video-Ausgänge.
Der Windows-Produktschlüssel ist im BIOS hinterlegt. Leider installiert Beelink die ältere Version Windows 11 21H2, sodass man erst die langwierige Aktualisierung auf Windows 11 23H2 vornehmen muss. Außer Windows sind keine anderen Programme installiert, Windows Defender hat bei unseren Scans keine Malware auf dem Gerät gefunden.
Der Mini-PC ist in wenigen Minuten eingerichtet und läuft sehr flüssig. Diesen Eindruck bestätigt auch ein Durchlauf des Benchmarks PCMark 10 – beim Beelink SEi12 kommen wir hier auf eine ordentliche Punktzahl von 5.160 Punkten, wobei diese hauptsächlich durch den Grafikadapter reduziert wird. In den Bereichen Essentials, also beim Verwenden von Anwendungen, Videokonferenzen und Web-Browsing hat der Mini-PC eine Punktzahl von 9.944 Punkten. Bei der Arbeit mit Word und Excel, kommt der SEi12 immerhin auf 6.853 Punkten.
Es bestätigt sich also erneut, dass der i7 grundsätzlich ein richtig potenter Prozessor ist, der aber durch seine schwache integrierte Grafikkarte unter seinen Möglichkeiten bleibt. Das schränkt dann auch die Einsatzmöglichkeiten deutlich ein und so fallen aufwendigere Anwendungen wie Rendering, komplexer Effekt-Videoschnitt oder AAA-Spiele aus.
Das SEi12 verfügt über zwei Kühler, die dafür sorgen, dass die CPU und die anderen Komponenten trotz hoher Leistung nicht überhitzen. In unseren Tests funktioniert das sehr gut, der Lüfter war im Betrieb kaum zu hören und eine Messung mit dem Smartphone hat knapp unter 30 Dezibel ergeben. Gerade, wenn wir das System damit in den Vergleich zu ähnlich ausgestatteten Modellen von Geekom stellen, wird deutlich, wie wichtig und effektiv ein gutes Lüftermanagement ist. Gut gekühlt galoppiert auch ein starker i7-Mini-PC nicht in die Lautstärke-Apokalypse.
Mit Abmessungen von 126 × 113 × 42 mm ist der Mini-PC recht klein und mit 469 Gramm auch nicht sonderlich schwer. Zudem gefällt uns die Verarbeitung und Optik. Die Oberseite ist mit schwarzem Stoff bezogen, sodass der Mini-PC auf den ersten Blick wie ein Bluetooth-Lautsprecher aussieht. Das wirkt wesentlich attraktiver als eine einfache Kunststoffoberfläche und ist insofern eine schöne Abwechslung im Design-Einerlei.
Das Netzteil des Mini-PCs ist erfreulich klein und am Stecker befestigt, sodass es nicht auf oder unter dem Schreibtisch im Weg herumsteht. Allerdings kann der Stecker dadurch eine benachbarte Steckdose verdecken.
Der Beelink SEi12 ist inzwischen nicht mehr verfügbar. Zuletzt war die Variante mit 500 GByte NVMe-SSD und 32 GByte RAM bei Amazon für 569 Euro (80-Euro-Coupon anwählen) zu haben.
Der Mini-PC SEi12 von Beelink ist ein attraktives Gesamtpaket und nicht nur als Büro-PC nutzbar. Für IT-Profis lässt sich der winzige PC auch als günstiges Testgerät für Virtualisierungsumgebungen nutzen. Neben Windows ist die Installation von Linux oder speziellen Lösungen wie Proxmox möglich – beispielsweise um Home Assistant auf dem System zu nutzen (Ratgeber). Hier wäre es natürlich besser, wenn zwei LAN-Adapter verbaut wären, denn ohne fällt das System als Firewall-Appliance aus – es sei denn, man nutzt einen Adapter (Ratgeber).
Was die Ausstattung angeht, gibt es einige ähnliche Geräte, die mitunter mehr Anschlüsse für Monitore bieten und dazu auch über einen USB-C-Port mit Bildübertragung verfügen. Die Leistung des Beelink SEi12 ist für alle vorgesehenen Einsatzgebiete optimal, für Büro-Anwendungen, Testumgebungen oder als PC für Büro und Homeoffice ist er hervorragend ausgestattet. Alles in allem ist der Mini-PC eine Kaufempfehlung wert, vor allem weil er angesichts der Leistung richtig leise ist. Hier haben Mini-PCs von Geekom mit gleicher Leistung deutlich mehr Probleme.
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