Der Neo Human Motion Sensor Pro tastet den Überwachungsbereich mit 24-GHz-mmWave-Radar ab und will damit die Präsenz von Personen exakt erfassen. Wie gut das gelingt, zeigt der Testbericht.
Anders als bei klassischen Bewegungssensoren, die, wie der Name schon nahelegt, nur auf eine Bewegung reagieren, können mmWave-Radar-gestützte Präsenzmelder Personen nicht nur erfassen, wenn sie einen Raum betreten, sondern auch dann, wenn diese still sitzen. Damit ermöglichen sie eine präzise Steuerung der Beleuchtung.
Neo bietet mit dem Human Sensor Pro einen Präsenzmelder, der mithilfe von 24-GHz-mmWave-Radar die Präsenz von Personen erfassen will. Einen zusätzlichen Lichtsensor hat das Gerät nicht zu bieten. Dafür kostet er aber aktuell nur knapp 16 Euro (Aliexpress). Hierzulande wird er von Galaxus für knapp 27 Euro inklusive Versand angeboten. Damit ist das Gerät in preislicher Hinsicht im Vergleich zu anderen Tuya-Präsenzmeldern konkurrenzfähig. Und in Relation zu den Aqara-Varianten FP2 (Bestenliste) und FP1E (Testbericht), die knapp 70 Euro respektive 50 Euro kosten, ist der Neo Human Motion Sensor Pro sogar ein echtes Schnäppchen. Ob sich die Anschaffung lohnt, zeigt unser Test.
Der Lieferumfang enthält bis auf den Präsenzsensor noch ein Handbuch sowie zwei dünne Schräubchen samt Dübel zur Befestigung des Geräts an einer Wand. Die Gehäuseform erinnert an ein Reuleaux-Dreieck, mit einer Kantenlänge von etwa 9 cm und abgerundeten Ecken. Montiert an einer Wand, ragt der Präsenzmelder etwa sechs Zentimeter nach vorn. Er zählt damit zu den größeren Vertretern seiner Art (Bestenliste). Ein USB-Netzteil mit 5 Volt/1 A zur Stromversorgung ist im Lieferumfang nicht enthalten.
Öffnet man die rückseitige Abdeckung, kommen neben der Reset-Taste, mit der man das Gerät zurücksetzt und den Kopplungsmodus aktiviert, überraschenderweise noch zwei Fächer für AA-Batterie zum Vorschein. Doch im Test zeigt sich, dass die Energieversorgung durch Batterien nicht praxistauglich ist. Bereits nach wenigen Stunden sind sie entleert. Daher findet man im Handbuch oder auch in der Produktbeschreibung keinerlei Hinweise auf diese Betriebsart. Bislang gibt es nach unserer Kenntnis nur einen per Batterien betriebenen Präsenzmelder (Bestenliste), doch der verwendet besonders stromsparende Sensoren. Zur Stromversorgung ist man also auf ein USB-Netzteil oder Steckdosen respektive Zwischenstecker mit einem USB-A-Port (Ratgeber) angewiesen.
Der Neo Human Motion Sensor Pro zeigt Belegung, Distanz zu einer erkannten Person sowie die Zeit, die vergehen muss, bevor der Präsenzmelder wieder unbelegt meldet (Departure Delay). Überdies informiert er, mit welcher Empfindlichkeit die Radarmessung sowie Präsenzermittlung erfolgt. Diese Werte können wie auch das Departure Delay vom Anwender konfiguriert werden.
Eine Zonenaufteilung wie der Aqara FP2 hat der Neo Human Presence Motion Sensor Pro nicht zu bieten. Ebenso gibt es keinen Lichtsensor. Das ist schade. Schließlich möchte man das Einschalten von Licht nicht nur an die Anwesenheit von Personen koppeln, sondern auch die vorhandene, natürliche Beleuchtung, die typischerweise durch einen Lichtsensor erfasst wird, berücksichtigen. Für eine präzise Lichtsteuerung in Kombination mit dem Präsenzmelder muss man also auf einen externen Lichtsensor zurückgreifen.
Laut Handbuch ist der Neo Human Motion Sensor Pro zur Montage an der Decke sowie an einer Wand vorgesehen. Bei letzterer sollte die Montagehöhe 1,50 Meter betragen. An einer Wand montiert, liegt die Reichweite des Sensors bei sechs Metern. Der Abtastwinkel beträgt 120°, sodass durch eine Deckenmontage in drei Meter Höhe laut Handbuch eine Fläche mit einem Durchmesser von 7 Meter vom Präsenzmelder überwacht wird.
Eine Montage an einer Decke ist aber relativ praxisfern, da wohl in kaum einer Wohnung eine USB-Stromversorgung dort existiert. In Kombination mit einer an einer Decke gängigen 230-Volt-Stromversorgung kann man versuchen, sofern die Stromdrähte nicht direkt aus der Decke ragen, sondern in einer Unterputzdose stecken, dort mit einem Unterputznetzteil die Stromversorgung zu realisieren. Praktischer ist es aber, gleich auf einen Präsenzmelder mit 230-Volt-Anschluss wie dem MTG-275 (Bestenliste) zu setzen.
Die Steuerung des Neo Human Motion Sensor Pro erfolgt standardmäßig mit der Tuya-App in Kombination mit einem kompatiblen Zigbee-Hub, etwa dem 7links ZX-5299 (Testbericht). Die Koppelung wird in der App per Assistent begleitet und ist nach wenigen Minuten beendet (siehe Bildergalerie). Alternativ kann man ihn aber auch über Zigbee2MQTT direkt in Home Assistant (Testbericht) einbinden. Matter unterstützt das Gerät nicht, sodass andere Plattformen wie Apple Home oder Samsung Smartthings außen vor bleiben.
Der Sensor erkennt im überwachten Bereich eintretende Personen sofort. Nachdem die Person den überwachten Bereich verlassen hat, dauert es entsprechend der eingestellten Presence Time (Tuya) respektive Departure Delay (Home Assistant), bis der Bewegungsmelder den Raum als frei meldet.
Die Präsenzerkennung von Personen gelingt dem Sensor allerdings weniger gut. Egal, welche Empfindlichkeitsstufe (Tuya: Motionless Detection Sensitivity, Home Assistant: Presence sensitivity) eingestellt ist, im Test zeigt der Sensor nach wenigen Sekunden oder erst nach einigen Minuten, den überwachten Bereich als nicht belegt an, obwohl zwei Personen etwa 2,5 Meter entfernt vom Sensor auf einem Sofa still sitzen.
Kleinere Bewegungen führen nicht dazu, dass der Sensor den Raum wieder als belegt meldet. Erst wenn man näher an ihn rückt, funktioniert er, wie erwartet. Somit ist er allenfalls für kleine Räume geeignet, in denen der Abstand zum Sensor höchstens 1,5 bis 2 Meter beträgt.
Leider erfasst der Human Motion Sensor Pro auch die nächtlichen Aktivitäten unserer Katze. Darin unterscheidet er sich allerdings nicht von der Konkurrenz. Bis auf den Aqara FP2 erfassen die bislang von uns getesteten Präsenssensoren unseren Stubentiger und setzen den Status auf Belegt.
Das ist natürlich nicht wünschenswert. Wer sichergehen will, dass Hund oder Katze nicht für eine nächtliche Lightshow sorgen, schränkt die Ausführung einer Automatisierung zur Lichtsteuerung durch zusätzliche Bedingungen ein. So könnte man beispielsweise einstellen, dass die Präsenzerkennung nach etwa 24 Uhr die Beleuchtung nicht mehr einschaltet.
Positiv ist hingegen zu vermerken, dass der Neo Human Motion Sensor Pro das Zigbee-Netz nur sehr wenig belastet und anders als viele andere Tuya-Modelle, nicht pausenlos Statusmeldungen verschickt. Auch wenn das Problem in unserem Set-up bislang keine negativen Auswirkungen auf die Stabilität des Zigbee-Netzes gehabt hat, berichten einige Anwender von entsprechenden Problemen. Daher ist es grundsätzlich ratsam, auf die „Geschwätzigkeit“ von Smart-Home-Gadgets zu achten.
Am günstigsten ist der Tuya-Präsenzmelder Neo Human Motion Sensor Pro mit 24-GHz-mmWave-Radar, wenn man ihn bei Aliexpress kauft. Dort kostet er aktuell knapp 16 Euro inklusive Versand. Die Lieferzeit beträgt acht Tage. Hierzulande ist er bei Galaxus mit einer Lieferzeit zwischen sieben und neun Tagen für 27 Euro erhältlich.
Wenn die Kompatibilität zur Tuya-Plattform gewünscht ist, können Anwender auch zum Tuya ZY-M100 greifen, der bei Aliexpress mit 5,8 GHz ab 14 Euro und mit 24 GHz ab etwa 20 Euro erhältlich ist. Dieser bietet eine zuverlässigere Präsenzerkennung als der Neon Human Motion Sensor Pro und bietet sogar einen Lichtsensor. Wer eine Integration in Home Assistant plant, sollte zur Zigbee-Variante greifen, weil diese sich über Zigbee2MQTT leichter integrieren lässt. Eine empfehlenswerte Alternative ist außerdem der hierzulande für rund 22 Euro angebotene Sonoff SNZB-06P (Preisvergleich), der Sensoren für Bewegung, Präsenz und Licht bietet. Bei Aliexpress kostet er rund 17 Euro. Mehr Informationen dazu den Alternativen bietet unsere Bestenliste.
Der Neo Human Motion Sensor Pro hat im Test bislang den schwächsten Eindruck aller von uns getesteten Präsenssensoren hinterlassen. Zwar erzeugt das Gerät nur wenig Datenverkehr und belastet somit das Zigbee-Netz nicht über Gebühr, doch die Präsenzerkennung ist allenfalls in kleinen Räumen brauchbar. Sitzt man über zwei Meter vom Sensor entfernt auf der Couch, dauert es nicht lange, bis der Neo Human Motion Sensor Pro den Raum als unbelegt meldet und eine entsprechende Automatisierung das Licht ausschaltet. Für eine präzise Lichtsteuerung in einem durchschnittlich großen Wohnzimmer ist er also nicht empfehlenswert. Anders sieht es in kleinen Räumen aus, in denen Personen nicht weiter als 1,5 bis 2 Meter entfernt vom Neo Human Motion Sensor Pro. Dann funktioniert er wie gewünscht. Wer auf der Suche nach einem Präsenzmelder für eine präzise Lichtsteuerung ist, wird mit den Modellen aus unserer Bestenliste, besser bedient.
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