Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Der Mini-Beamer von Rotundity (Name kann variieren) nutzt LEDs als Lichtquelle, ist der günstigste Projektor aller Zeiten, unterstützt HD-Auflösung – und funktioniert wirklich. Geheimtipp oder unnötiger Elektroschrott? Das zeigt der Test.
Um am Markt für günstige China-Beamer mit HD-Auflösung die Konkurrenz auszustechen, greifen die einzelnen Hersteller teils zu kreativen Mitteln. Ein Beispiel für solchen Einfallsreichtum ist der Mini-LED-Beamer von Rotundity. Der Projektor ist nicht nur klein und kompakt, sondern auch ein echtes Leichtgewicht. Das absolute Highlight ist aber der Preis: Er kostet bei Amazon 40 Euro. Wir haben uns das Modell im Test genauer angeschaut und klären, ob die Hardware ihr Geld wert ist oder ob der Beamer selbst geschenkt noch zu teuer ist.
Wenn die Redaktion des Yps-Hefts einen Beamer bei Wish bestellt und in die nächste Ausgabe ihres Magazins gepackt hätte, könntet ihr den Mini Projector von Rotundity jetzt wohl am Zeitungskiosk bekommen. Denn optisch macht der Beamer wenig her. Schon beim Auspacken fällt das geringe Gewicht von 200 Gramm auf, und zwar nicht im positiven Sinne. Man muss sich direkt fragen, wie Hardware für einen brauchbaren Beamer in dem kleinen Plastikgehäuse Platz finden soll und noch dazu so leicht sein kann, wie es bei dem Modell von Rotundity der Fall ist.
Mit einem Durchmesser von 11,0 Zentimetern mal 4,7 Zentimetern in der Höhe erinnert er an einen Rauchmelder. Die Verarbeitung kann dabei nicht überzeugen. Der Regler für den Fokus ist schwergängig und klapprig, während die großen Spalten am Gehäuse unsaubere Kanten aufweisen.
Die Linse des Beamers ist in das Gehäuse eingelassen, allerdings gibt es keine Abdeckung oder einen sonstigen Schutzmechanismus für das empfindliche Bauteil. Andererseits wäre ein Schaden an der Linse bei dem günstigen Beamer vermutlich auch kein allzu großer Verlust.
An der Oberseite des Gehäuses befindet sich zusätzlich zu dem Ein- und Ausschaltknopf ein Bedienpanel, mit dem sich das Menü des Beamers bedienen lässt. Auch hier fällt wieder die schlechte Verarbeitung auf: Die Buttons sind ungleichmäßig in das Gehäuse eingelassen, während der Auslösewiderstand unangenehm hoch ist.
Zu guter Letzt verfügt der Mini Projector von Rotundity über einen 2-Watt-Lautsprecher an der Gehäuseseite. Auf der Unterseite befindet sich ein Gewinde, mit dem sich der Beamer auf einem Stativ befestigen lässt, allerdings ist das Gewinde nicht mittig platziert. Neben dem Stecker für das Netzteil gibt es einen USB-A-Port und einen Klinken-Anschluss für Kopfhörer, jedoch suchen wir vergebens nach einem HDMI-Anschluss.
Dem Beamer liegt nur ein USB-Kabel und kein richtiges Netzteil bei. Wir müssen also zunächst ein Netzteil für den USB-A-Anschluss besorgen, bevor wir den Beamer an eine Stromzufuhr respektive eine normale Steckdose anschließen können. Noch dazu ist das Kabel mit etwa 80 Zentimetern sehr kurz. Vorteil: Der Beamer lässt sich mit einer Powerbank betreiben.
Neben dem Bedienpanel an der Gehäuseoberseite lässt sich der Mini-Projector auch über die beiliegende Fernbedienung steuern. Wo das Bedienpanel nicht überzeugt, macht die Fernbedienung ebenfalls keinen Boden gut: Die Fernbedienung ist ähnlich wie der Beamer selbst winzig und erinnert an die Steuerungen, die häufig bei Kameras im Lieferumfang enthalten sind.
Qualitativ kann die Fernbedienung ebenso wenig überzeugen wie die Verarbeitung und das Design des Beamers selbst. Die Buttons fühlen sich schwammig an und reagieren nur bei großem Druck auf unsere Eingaben. Wenig überraschend müssen Nutzer bei der Fernbedienung auch auf Tasten für Netflix oder einen Zahlenblock verzichten.
Wer bei dem günstigen Preis des Rotundity-Beamers von unter 30 Euro noch ein Android-Betriebssystem oder eine Bedienoberfläche mit Support für Streaming-Dienste erwartet, wird im Fall des Mini-Projektors herbe enttäuscht. Denn nach dem Hochfahren des Beamers offenbart sich uns eine Anzeige, die uns zwischen vier Optionen wählen lässt: Movie, Music, Photo und E-Book. Ein Menü für Einstellungen an Bild oder Ton gibt es ebenso wenig wie Optionen zum Ändern der Sprache.
Dementsprechend müssen Nutzer des Mini-Beamers auch komplett auf Dienste wie Netflix, Youtube und Co. verzichten. Die einzige für uns funktionierende Möglichkeit, Inhalte mit dem Beamer wiederzugeben, besteht darin, ein Laufwerk über den USB-Port anzuschließen. Obwohl die Produktbilder des Beamers, die beispielsweise bei Aliexpress zu sehen sind, suggerieren, dass wir einfach unser Smartphone an den Beamer anschließen und wie einen Streaming-Stick nutzen können, funktioniert genau das nicht. Der Beamer kann nur Inhalte wiedergeben, die auf einem USB-Laufwerk als Video-, Bild-, Ton-Datei gespeichert sind. Selbst mit einem Streaming-Stick kommt man hier nicht weit.
Apropos: Wer auf der Suche nach einem guten Angebot für Video-Inhalte ist, sollte sich das aktuelle Angebot von Waipu.tv ansehen. Für einmalig 60 Euro gibt es aktuell einen Streaming-Stick und das Waipu-Perfect-Plus-Abo inklusive Paramount+ für 12 Monate.
Ähnlich klein wie der Beamer selbst ist wiederum auch das Bild, dass der Mini Projector ausgeben kann. Der Mindestabstand, den der Beamer zur Projektionsfläche benötigt, liegt bei 0,6 Metern, maximal kann das Gerät mit einer Distanz von 4 Metern zur Wand aufgebaut werden. Bei der Bildgröße sind Diagonalen zwischen 14 Zoll und 100 Zoll möglich.
Anders als bei den meisten von uns getesteten günstigen Beamern der Preiskategorie unter 250 Euro bietet der Mini Projector von Rotundity keine native Full-HD-Auflösung. Der Beamer unterstützt zwar die Wiedergabe von Inhalten in 1080p, verfügt selbst aber nur über eine native Auflösung von 320 × 180 Pixeln. Eine automatische Fokus- oder Trapezkorrektur gibt es nicht, stattdessen müssen wir den Fokus manuell über den Regler neben der Linse einstellen.
Mit welcher Helligkeit die LED-Einheit im Inneren des Projektors arbeitet, dazu macht der Hersteller keine Angaben. Fest steht: Allzu viel sollte man hier nicht erwarten. In einem abgedunkelten Raum reicht die Helligkeit, aber sobald etwas Tageslicht oder künstliche Beleuchtung dazukommt, wird das Bild schnell blass. Je größer die Diagonale wird, desto schwächer wird zugleich auch die Helligkeit, was bereits ab einer Bildgröße von etwa 40 Zoll deutlich spürbar ist.
Wegen der geringen Auflösung kann die Anzeige aber auch ansonsten nicht überzeugen. Das Bild bleibt durchweg grobkörnig, ein deutliches Pixelraster ist zu sehen. Für kinoreife Filmabende eignet sich der Mini Projektor keinesfalls – selbst dann nicht, wenn man nur geringe Ansprüche an die Bildqualität stellt.
Eine Sache ist uns dann aber doch positiv aufgefallen: der Lüfter. Der ist ausgesprochen leise und fast nicht hörbar. Im Test erreichte das Gerät in direkter Nähe eine Lautstärke von 39 dB – ein Wert, den wir uns sonst bei anderen Beamern wünschen würden.
Finger weg! Der Mini-Projektor von Rotundity ist China-Schrott, wie er im Buche steht. Ja, er funktioniert. Aber er ist so schlecht, dass man einfach einen Bogen drumherum machen sollte. Selbst den geringen Preis von 40 Euro bei Amazon ist der Beamer nicht wert. Die Verarbeitung ist billig, der Funktionsumfang arg begrenzt. Einzig das geringe Gewicht und die Möglichkeit, den Beamer per Powerbank zu betreiben, machen ihn vielleicht für begrenzte Anwendungszwecke unterwegs, auf Partys oder im Campingurlaub, interessant.
Wer sich insgesamt für Projektoren interessiert, findet eine Zusammenfassung der wichtigen Informationen und der Bandbreite der Produkte – von diesen günstigen Mini-Beamern über Kurzdistanzprojektoren hin zu Laser-Beamern fürs Profi-Heimkino – in unserem Ratgeber Den besten Heimkino-Beamer finden.
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