Trotz ihrer im wahrsten Sinne des Wortes klassischen Ausbildung (Studium Geschichte/Latein) ist Sara (Jahrgang 1987) seit früher Jugend begeisterte und technikaffine Gamerin. Gleichzeitig liebt sie die Natur und verbringt viel Zeit mit Crossfit und Laufen in allen möglichen Varianten. Das Schreiben aber ist ihre größte Leidenschaft, weshalb sie bei Heise Bestenlisten begeistert ihr Hobby zum Beruf macht.
Mit dem BW-V5 Max hat Blitzwolf einen günstigen Full-HD-Beamer mit Autofokus und angeblichen 9000 Lumen im Angebot. Wir klären im Test, ob sich der Kauf lohnt.
Beamer mit Full-HD-Auflösung kosten längst kein Vermögen mehr: Wer bereit ist, gewisse Abstriche bei der Ausstattung in Kauf zu nehmen, kann mit Geräten chinesischer Hersteller bereits für um die 200 Euro einen brauchbaren Projektor bekommen. Der BW-V5 Max von Blitzwolf, der Hausmarke des Online-Händlers Banggood, fällt in diese Kategorie und bietet auf dem Papier eine Full-HD-Auflösung mit 9000 Lumen (das wären etwa 900 bis 1000 ANSI-Lumen) und Android 9.0. Außerdem bekommen Käufer mit der Max-Version des Beamers ein Autofokus-Feature für 193 Euro bei Banggood.
Wer einen mobilen Beamer mit integriertem Akku sucht, der sollte sich unsere Bestenliste Akku-Beamer anschauen. Die Nummer Eins ist der Xgimi Halo+ (Testbericht).
Wer schon einmal ein Gerät von Blitzwolf in der Hand gehabt hat, weiß, dass die Produkte des chinesischen Herstellers ordentlich verarbeitet daherkommen. Das ist auch beim BW-V5 Max der Fall. Alle Teile wirken stabil und für den aufgerufenen Preis des Geräts wertig. Einzig leicht ungenaue Kanten am Gehäuse trüben den ansonsten positiven Gesamteindruck. Direkt beim ersten Hands-On nach dem Auspacken fällt zudem das schicke Design des weißen Beamers auf. An der Frontseite befindet sich die Linse, während an der Rück- sowie der rechten Seite des Gehäuses jeweils Belüftungsschlitze angebracht sind.
Neben dem Lüfter auf der Rückseite befindet sich zudem ein kleiner Lautsprecher, allerdings verfügt der Beamer auch über zwei HDMI-Anschlüsse, einen AV-Port und einen Steckplatz für ein Audiokabel (Klinke 3,5 mm). Weil der BW-V5 Max neben Wi-Fi 6.0 zusätzlich Bluetooth 5.0 unterstützt, lässt er sich auch mit einer Soundbar oder vergleichbaren Audio-Geräten koppeln. Zu guter Letzt besitzt der Beamer auch noch zwei USB-Anschlüsse, über die sich zusätzliche Hardware und Speichermedien anschließen lassen.
Der BW-V5 Max lässt sich sowohl über das Bedienpanel am Gehäuse als auch über die beiliegende Fernbedienung steuern. Am Gehäuse selbst sind verschiedene Tasten angebracht, mit denen wir durch die Menüs des Beamers navigieren und die Bildquelle wechseln können. Die Buttons sind sinnvoll angeordnet, allerdings nicht beleuchtet, sodass man im Dunkeln die Markierung der einzelnen Tasten nicht erkennen kann. Zusätzlich gibt es noch ein Drehrad über der Linse, mit der wir den Fokus bei Bedarf manuell verändern können.
Die beliegende Fernbedienung fällt rudimentär aus: Zusätzlich zu den Menü-Tasten, die sich auch am Gehäuse befinden, gibt es eine Play/Pause-Taste, einen Lautstärke-Button und die Möglichkeit, den Fokus zu regulieren. Tasten für Netflix oder ähnliche Streaming-Dienste, wie es sie etwa auf der Fernbedienung von Amazons Fire TV Stick gibt, suchen wir vergebens.
Der BW-V5 Max läuft mit Android 9.0, also nicht mehr der neuesten Version von Googles mobilem Betriebssystem. Eine Update-Möglichkeit gibt es zwar abgesehen von Sicherheitsupdates des Herstellers nicht, aber trotzdem zeigt der Beamer alle wichtigen Apps wie Netflix, Youtube und Co. im Hauptmenü an. Teilweise muss die Software allerdings noch installiert werden. Wer möchte, kann übrigens auch eine deutsche Menüsprache einstellen, was wir aber nicht empfehlen; die Übersetzung ist nämlich teilweise ziemlich seltsam und teils auch schwer verständlich. Die englische Version kann da eher überzeugen.
Bei der Bedienbarkeit der Software macht der Beamer grundsätzlich einen guten Eindruck. Die Menüführung ist logisch aufgebaut und lässt sich sowohl über die Tasten am Beamer als auch die Fernbedienung problemlos und ohne Verzögerungen steuern. Allerdings kam es in unserem Test zu einem ärgerlichen Problem mit Youtube: Als der Beamer aufgrund schlechter Signalstärke die Verbindung zum WLAN-Netzwerk verlor, zeigte Youtube einen Netzwerkfehler an. Kurz darauf wechselte die Beamer-Software in den Browser und zeigte ebenfalls einen Netzwerkfehler an. Das wäre alles nicht weiter schlimm und auch kein Manko des Beamers, allerdings konnten wir den Bildschirm weder über die Fernbedienung noch über die Steuerung am Beamer selbst wieder verlassen. Es blieb nur der komplette Neustart des Geräts.
Ferner sind uns beim Auspacken des BW-V5 Max ein paar Dinge negativ aufgefallen: Der Packung liegt kein HDMI-Kabel bei. Lediglich das Netz- sowie ein AV-Kabel sind im Lieferumfang enthalten. Wer also insbesondere eine Spielekonsole an den Beamer anschließen möchte, benötigt ein separates HDMI-Kabel. Auch Batterien für die beiliegende Fernbedienung fehlen. Beim Blick auf den Preis des Beamers ist das zwar grundsätzlich kein Beinbruch, könnte aber dennoch für Enttäuschung sorgen, wenn man auspackt und gleich loslegen will.
Einen guten Eindruck hinterlässt derweil die gebotene Bilddiagonale. Der Mindestabstand des Beamers zur Projektionsfläche beträgt 1,5 Meter, wobei der Projektor dann ein Bild mit einer Größe von 50 Zoll (1,27 m) an die Wand wirft. Maximal möglich ist ein Abstand von 4,8 Metern mit einer Bildgröße von 200 Zoll (ca. 5 m). Als Zubehör empfiehlt Blitzwolf etwa den Ständer BW-VF3 für 17 Euro, auf dem sich der Beamer bequem montieren lässt. Aber aufgrund der mittleren Größe des Gehäuses und der relativ geringen Standfläche kann man das Gerät auch leicht auf einem kleinen Tisch oder im Regal platzieren. Die Stellfläche sollte dabei mindestens 15 × 17 Zentimeter groß sein.
Auf dem Papier bietet der BW-V5 Max ein Bild mit Full-HD-Auflösung (1920 × 1080p). Unser Sehtest konnte diese Angabe zumindest subjektiv bestätigen. Das Bild ist auch bei größerer Projektionsdiagonale noch scharf und auch Schrift bleibt sauber lesbar. Eine manuelle Trapezkorrektur ist ebenfalls möglich. Wer trotz Autofokus, der in unserem Test zuverlässig funktioniert, den Fokus manuell nachregeln möchte, kann das am Beamer selbst oder über die Fernbedienung tun.
Leider entpuppte sich die Einstellung des Bildes in der Praxis als ziemliche Fummelarbeit. Denn der Beamer verfügt zwar über ein Autofokus-Feature, wer aber die Trapezkorrektur nutzt, bekommt mitunter unscharfe Bildränder zu sehen. Das Bild so einzustellen, dass es keine verschwommenen Kanten mehr gibt, kann einige Minuten dauern – oder man scheitert gleich ganz. Fairerweise muss dazu gesagt werden, dass kaum ein günstiger Beamer mit einfacher aktivierter Trapezkorrektur das gesamte Bild scharf bekommt, da die Ecken der Projektion verschiedene Entfernungen zur Linse haben.
Blitzwolf gibt die Helligkeit des LED-Beamers mit 9000 Lumen an, was ungefähr einem Wert zwischen 900 und 1000 ANSI-Lumen entspricht. Das ist gemessen am Preis, den der Hersteller für den BW-V5 Max aufruft, ein überragender Wert. Allerdings neigen chinesische Hersteller hier gerne zur Übertreibung. In unserem Test konnte die Helligkeit des Beamers trotzdem überzeugen. Das Bild war auch bei eingeschalteter Beleuchtung und Tageslicht noch gut erkennbar, sodass man nicht zwangsläufig über einen abgedunkelten Raum verfügen muss, um den BW-V5 Max einsetzen zu können. Trotzdem: je dunkler der Raum, desto besser das Bild.
Wo das Bild überzeugt, verhagelt der Lüfter ein wenig den positiven Eindruck. Dessen Lautstärke liegt laut Hersteller bei eigentlich noch erträglichen 44dB, in unserem Test betrug der Wert direkt neben dem Beamer aber bereits 50dB. Entfernt man sich etwa einen halben Meter, sinkt die Lautstärke auf 40dB, in anderthalb Metern Entfernung sind es noch 35dB. Damit ist der Lüfter deutlich hörbar, wenn man direkt neben dem Beamer sitzt. Geräuschempfindliche Personen dürften auch bei größerem Abstand das Lüftergeräusch noch als störend empfinden, für alle anderen Nutzer ist die Lautstärke hinnehmbar.
Banggood verkauft den Blitzwolf BW-V5 Max für 193 Euro.
Gemessen an der Ausstattung und der Bildqualität ist das ein sehr fairer Preis. Zwar gibt es Full-HD-Beamer chinesischer Hersteller, die wenige kosten, allerdings verfügen diese Geräte dann über eine geringere Helligkeit und weniger Features.
Wer sich einen günstigen China-Beamer kauft, sollte sich von vornherein darauf einstellen, mit ein paar Mankos leben zu müssen. Im Fall des BW-V5 Max gehören dazu die umständliche Kalibrierung des Bildes, wenn man auf die Trapezkorrektur angewiesen ist, sowie der relativ laute Lüfter. Auf der Haben-Seite bietet der BW-V5 Max aber ein gutes und erstaunlich helles Bild, dank Android eine ordentliche Bedienbarkeit und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer über die Probleme mit der Trapezkorrektur hinwegsehen kann und den Beamer im Idealfall noch mit einem Streaming-Stick (Bestenliste) betreibt, macht mit dem Kauf zum Preis von unter 130 Euro alles richtig.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.