Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Mit dem Carpuride W903 rüsten Fahrzeughalter Android Auto oder Apple Carplay in älteren Autos nach. Ob sich der Car-Monitor mit eingebauter Dashcam bewährt, zeigt der Test.
Android Auto und Apple Carplay verbinden als Schnittstellen das Smartphone oder iPhone mit dem Infotainment-System eines Fahrzeugs. So stehen dann zum Navigieren Google Maps oder Spotify für die Musiksammlung zur Verfügung. Das setzt allerdings voraus, dass der PKW über diese Technologie verfügt. Wer ein älteres Gebrauchtfahrzeug besitzt, schaut hier leider in die Röhre.
Das Nachrüsten des Infotainment-Systems beim Hersteller ist kostspielig und nicht für jedes Automodell möglich. Es gibt jedoch eine preiswerte und einfache Alternative: Mit einem Car-Monitor rüsten Fahrzeugbesitzer Android Auto oder Apple Carplay ähnlich wie ein Navigationsgerät als Monitor für das Cockpit nach. Das W903 für 156 Euro (Code: Techstage) ist das neueste Modell des chinesischen Herstellers und bietet zusätzlich eine integrierte Dashcam. Wie das funktioniert, zeigt dieser Test.
Das Gehäuse des Bildschirms ist aus Kunststoff und wirkt dementsprechend etwas einfach verarbeitet. Die Dashcam ist in der Höhe verstell- und drehbar. Sie befindet sich auf der Rückseite des Monitors. Die Stromversorgung erfolgt über den Zigarettenanzünder (12-Volt), am Gerät selbst steht ein USB-C-Anschluss dafür parat. Ein Schacht mit einer microSD-Karte sowie ein AUX-In und AUX-Out befinden sich an der linken Seite. Eine microSD-Karte mit 64 GB für die Dashcam ist ebenfalls dabei sowie ein AUX-Kabel mit zwei Klinken.
Zur Befestigung auf dem Armaturenbrett dient eine Saugnapfhalterung. Dank des Kugelgelenks kann man so den Bildschirm wie gewünscht ausrichten, drehen oder neigen. Die Halterung hält fest, auch wenn das Display bei der Fahrt ein wenig wackelt. Alternativ kann dann das Auto-Display per Halterung auch festkleben.
Das Carpuride W903 bietet ein sehr breites Bildformat mit einem Verhältnis von 23:9. Die Bilddiagonale beträgt 9,3 Zoll – was auch die Bezeichnung des Modells erklärt. Das LCD mit IPS-Panel löst mit 1600 × 600 Pixel auf und liefert eine ausreichende Bildschärfe von 183 PPI (Pixel pro Zoll), bei der Pixel mit dem Auge nur leicht zu erkennen sind. Für ein Tablet wäre das wenig, aber für den Einsatz als Car-Display reicht das aus.
Die Blickwinkelstabilität ist gut, sodass man Inhalte aus allen Perspektiven gut sehen kann. Die Helligkeit wird automatisch geregelt, kann aber auch manuell eingestellt werden. Bei starkem Sonnenschein spiegelt die Oberfläche leider stark und die Anzeige leuchtet nicht hell genug, um das auszugleichen.
Neben Android Auto und Apple Carplay unterstützt das W903 auch Mirror Link. Um das Display mit dem Autoradio zu verbinden, gibt es drei Möglichkeiten: per Kabel über den AUX-Eingang, per Bluetooth über das Smartphone oder per integriertem FM-Transmitter mit Radiowellen. Das Smartphone selbst verbindet man mit dem Monitor per Bluetooth.
Die Option per Kabel ist die naheliegende Lösung, wenn das Autoradio etwa kein Bluetooth hat. Das funktionierte bei unseren Tests mit den anderen Displays von Carpuride einigermaßen gut. Bedauerlicherweise hatten wir mit dem W903 allerdings Probleme: So waren im Test Störgeräusche in Form von Knistern und Rauschen deutlich zu vernehmen, die Klangqualität wirkte zudem etwas blechern. Abhilfe bietet hier ein Adapter für zusätzliche Isolierung, den man bei Aliexpress für 5 Euro bekommt.
Die Variante per FM-Transmitter bietet sich für Autoradios an, die weder über Bluetooth noch einen AUX-In verfügen. Hierbei sendet das Gerät Audio-Signale als FM-Radiowelle über kurze Distanz, am Display stellt man eine gewünschte Frequenz ein und sucht diese dann im Radio aus. Dieses empfängt den Sound dann wie einen Radiosender. Normalerweise bietet diese Lösung die schlechteste Tonqualität – nicht so aber beim Carpuride W903. Der Klang ist kräftig und klar. Eine positive Überraschung, die über die Probleme mit der Kabelverbindung etwas hinwegtröstet.
Die beste Option ist allerdings Bluetooth – wenn das Radio mitspielt. Hierzu verbindet man das Smartphone mit dem Carpuride und dann zusätzlich mit dem Autoradio. Eine direkte Verbindung zwischen Radio und Monitor erfolgt also nicht. Das erlaubt etwa, die Lenkradfernsteuerung zu nutzen, um zum nächsten Titel zu springen. Bei den oberen Lösungen muss man das immer über das Display machen. Zusätzlich dienen Radio und Bildschirm dann als Freisprecheinrichtung beim Telefonieren und für Siri oder den Google Assistant.
Im Alltag funktionierte das aber nicht immer reibungslos. Einerseits dauert es etwas, bis das Handy mit dem Radio und dann dem Monitor verbunden ist. In der Praxis war letzteres oft die Schwachstelle – nicht immer kam auf Anhieb eine Verbindung zwischen Smartphone und Carpuride zustande. Dann ist eine erneute Verbindung über Bluetooth nötig oder man startet das Auto erneut.
Das Carpuride verfügt zudem über kleine Lautsprecher, falls kein Autoradio vorhanden ist. Die Tonqualität ist damit aber miserabel und zu leise, um während der Fahrt eine Option zu sein. Ein Mikrofon ist am Bildschirm eingebaut für Anrufe oder Sprachbefehle an Sprach-Assistenten.
Der Carpuride W903 bietet zudem eine integrierte Dashcam. Diese nimmt das Geschehen vor dem Fahrzeug in Full-HD auf. Die Bildqualität ist gut, auch wenn die Bildschärfe höher ausfallen könnte. Kennzeichen erkennt man auf bis zu 5 Meter Entfernung. Die Saugnapfhalterung ist allerdings eine Schwachstelle. So wackelt das Bild ganz schön während der Fahrt.
Standardmäßig nimmt die Kamera Video-Clips mit einer Länge von 1, 3 oder 5 Minuten Länge auf. Ist die microSD-Karte voll, überschreibt die Dashcam die ältesten Aufnahmen. Besser wäre hier die Möglichkeit, immer nur einen oder wenige Clips zu erstellen, die fortlaufend überschrieben werden. Denn der Einsatz in Deutschland ist rechtlich nach wie vor nicht ausreichend geklärt. Wer eine Dashcam nutzt, verletzt so möglicherweise die Persönlichkeitsrechte anderer Verkehrsteilnehmer. Anlasslos sollten solche Aufnahmen nicht erfolgen, zudem sollte man diese auch nicht im Netz veröffentlichen.
Die Autokamera bietet typischerweise einen Beschleunigungssensor. Wenn das Fahrzeug stark abbremst, speichert diese die Aufnahmen in einem geschützten Bereich ab. Mehr zum Einsatz von Autokameras erklären wir in der Top 10: Die besten Dashcams fürs Auto im Test – Nextbase, Garmin, Viofo & Co.
Der Preis für das Carpuride W903 liegt bei rund 223 Euro. Mit dem Gutschein-Code Techstage bekommen TechStage-Leser einen Rabatt von 30 Prozent. Damit sinkt der Preis auf rund 132 Euro – angesichts der Ausstattung inklusive Dashcam ein guter Preis.
Das Carpuride W903 ist eine preiswerte und einfache Möglichkeit, um ältere Fahrzeuge ohne Android Auto oder Apple Carplay mit diesen Schnittstellen nachzurüsten. Zusätzlich ist in dem Monitor eine Dashcam integriert. Die Verbindung erfolgt per Kabel über einen AUX-Eingang, per FM-Transmitter oder Bluetooth-Verbindung über das Smartphone mit dem Autoradio.
Allerdings enttäuschte die Tonqualität mit Kabelverbindung aufgrund von Störgeräuschen und blechernem Klang. Die bessere Wahl ist hier der FM-Transmitter oder Bluetooth – allerdings kommt es gelegentlich zu Problemen bei der Verbindung mit dem Smartphone.
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