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Cat S62 Pro im Test: Robustes Outdoor-Smartphone mit Wärmebildkamera

Cat S62 Pro
VORTEILE
  • sehr robust und wasserdicht
  • Wärmebildkamera
  • hohe Displayauflösung
NACHTEILE
  • Akkulaufzeit niedrig für Outdoor-Gerät
  • Bildschirm bei Sonnenlicht nicht gut ablesbar

Das Cat S62 Pro kann sehr viel einstecken und verspricht Features eines modernen Android-Smartphones. Der Star des Geräts ist aber die integrierte Wärmebildkamera.

Notorische Tollpatsche, Outdoor-Fans sowie Garten- und Heimwerker aufgepasst: Dieses Smartphone ist wirklich hart im Nehmen. Das Cat S62 Pro übersteht kleinere Stürze und hat keine Wasserscheu. Beim Nachfolger des Cat S61 (Testbericht) handelt es sich um das aktuelle Spitzenmodell der Outdoor-Smartphones von Caterpillar.

Das Cat S62 Pro verspricht sehr viel Smartphone im Gewand eines unverwüstlichen Outdoor-Handys. Eine Wärmebildkamera ist wieder mit an Bord – zudem ist das Display größer und die Hardware-Ausstattung deutlich besser. Den Laserentfernungsmesser des Vorgängers gibt es allerdings nicht mehr. TechStage prüft, was das Cat S62 Pro alles zu bieten hat.

Design

Hält man das Cat S62 Pro das erste Mal in der Hand, muss man schon sagen: Das ist ein ordentlicher Klotz. Es wiegt mit 250 Gramm ein Drittel mehr als ein Samsung Galaxy A51 (Testbericht) und fast doppelt so viel wie ein iPhone 12 Mini. Das Smartphone liegt dennoch gut und fest in der Hand und macht einen rundum stabilen und hochwertigen Eindruck. Das Cat S62 Pro ähnelt dem Vorgänger, verzichtet aber auf eine Ausbuchtung über der Infrarotkamera. Es reiht sich damit in die Designsprache der Mobilgeräte von Caterpillar ein.

Ein dicker Metallrahmen mit großen Sechskantschrauben ziert das Gerät, das Display ist durch Gorilla Glas 6 geschützt, die Rückseite besteht aus relativ weichem Kunststoff. Der Ein/Aus-Schalter, die Lautstärketasten sowie ein auffälliger programmierbarer Button in Orange haben einen soliden Druckpunkt. Mechanische Systembuttons gibt es nicht mehr, die von Android bekannten Icons finden sich am unteren Rand des Displays. Der USB-Type-C-Anschluss samt Lautsprecher befindet sich auf der unteren Seite des Geräts. Einen 3,5-Millimeter-Kopfhörerausgang gibt es nicht mehr. Auf der Rückseite findet sich mittig der Fingerabdrucksensor und auf der oberen linken Seite eine Ausbuchtung mit Kamera und Wärmebildsensor. Der LED-Blitz ist darunter angebracht.

Die Breite von 76 Millimetern entspricht in etwa einem Xiaomi Mi 10T Pro (Testbericht), das allerdings ein deutlich größeres Display hat. Die Länge von 159 Millimeter ist vergleichbar mit dem Samsung Galaxy A51 (Testbericht). Besonders auffällig ist die Dicke von 12 Millimeter. Immerhin kann man sich beim Cat S62 Pro aber eine zusätzliche Schutzhülle sparen. Denn das Gerät ist äußerst robust und nach IP69 gegen Wasser sowie Staub geschützt. Das Cat S62 Pro übersteht laut Herstellerangaben den Sturz auf harten Untergrund aus 1,8 Meter Höhe sowie einen längeren Aufenthalt in der Tiefkühltruhe. Wir haben das Gerät im Büro herunterfallen lassen, unter der Erde vergraben und danach zum Säubern in eine Schüssel mit Wasser gelegt – das Smartphone hat die Prozedur problemlos überstanden.

Display

Das IPS-Display misst 5,7 Zoll im 18:9-Format und ist in einen relativ großen Rand eingefasst. Der fängt bei Stürzen einen Großteil der Energie auf, damit das Smartphone sie unbeschadet übersteht. Verglichen mit der Größe des Cat S62 Pro wirkt es deshalb klein und entspricht nicht mehr ganz dem Zeitgeist neuer Smartphones. Bei Outdoor-Smartphones ist das aber normal. Die FHD+-Auflösung von 2160 × 1080 Pixeln ist für ein Outdoor-Smartphone wirklich ausgezeichnet. Das sorgt für eine hohe Bildschärfe von 420 ppi mit gut lesbaren Texten.

Das Display ist aus allen Winkeln gut ablesbar, Farbverfälschungen sind kaum zu sehen und die Abdunkelung bei flachen Betrachtungswinkeln ist überschaubar. Ärgerlich für ein Outdoor-Gerät: Das Gorilla Glass spiegelt stark, die Helligkeit könnte auch besser sein: 470 cd/m² sind nun wirklich kein Topwert – bei direkter Sonneneinstrahlung ist das Smartphone deshalb nicht gut ablesbar. Der nicht sehr hohe Kontrast trägt zusätzlich dazu bei. Die Darstellung des Farbraums des Displays ist aber solide.

Eine der großen Stärken des Displays sind die Toucheingaben: Diese klappen sogar mit nassen Fingern und Handschuhen. Bei sehr dicken Winterhandschuhen klappt das nicht immer, aber besser als bei anderen Smartphones. Deswegen eignet sich das Cat S62 Pro hervorragend für den Einsatz bei der Gartenarbeit, in der Werkstatt oder auf der Baustelle.

Kamera

Das spannendste Feature beim Cat S62 Pro ist eindeutig die Wärmebildkamera mit Flir-Lepton-3.5-Sensor. Diese aktiviert man über die separate App My Flir Pro. Die Wärmebildkamera startet rasant und gibt die Umgebung farblich gestaffelt nach Temperaturen wieder – in der Voreinstellung dunkelblau und violett für kühlere Regionen, orange bis hellgelb für wärmere Gefilde. Daneben gibt es weitere acht Farbvarianten – insbesondere ein Nachtmodus in Grüntönen oder jeweils ein Farbspektrum in Regenbogenfarben, Rot- und Blautönen sowie eine schwarz-weiße Darstellung. Die Wärmebildkamera bietet viele Vorteile: So kann man beispielsweise erkennen, wo die eigenen vier Wände schlecht gedämmt sind. Bei Arbeiten an den Wasserleitungen identifiziert man damit schnell die jeweilige Leitung für Warmwasser.

Standardmäßig kommt zur Darstellung des Infrarotspektrums die multispektrale dynamische Bildgebung (MSX) von Flir zum Tragen. Die patentierte Bildoptimierungstechnologie legt strukturelle Details des visuellen Bilds über das Wärmebild. Das sorgt dafür, dass man die Struktur der Umgebung auf dem Wärmebild besser erkennt. Man kann MSX aber auch ausblenden. Zusätzlich fügt man dem Bild auf Wunsch ein oder mehrere Fadenkreuze oder Vierecke zu, die jeweils die Temperatur an einer bestimmten Stelle im Raum anzeigen. Es ist zudem möglich, das normale Kamerabild über die Infrarotaufnahme zu legen. Per Schieberegler bestimmt man die Intensität des Verlaufs zwischen der normalen Kamera und der Wärmebildkamera.

Die Standardkamera des Cat S62 Pro ist dagegen weniger speziell. Diese löst auf mit 12 Megapixeln und nutzt dafür eine f/​1.8-Blende. Einen optischen Bildstabilisator gibt es nicht, genauso wenig einen Weitwinkelmodus oder eine Funktion für Makroaufnahmen. Bei Tageslicht gelingen damit trotzdem gute Bilder mit kräftigen Farben. Bei Dämmerlicht lässt die Qualität der Aufnahmen aber rasch nach. Videoaufnahmen sind mit 30 Bildern in der Sekunde in Full-HD möglich. Für ein Selfie greift man zur Frontkamera mit 8 Megapixeln. Insgesamt entspricht die Kamera des rund 500 Euro teuren Smartphones eher der eines Einsteigergerätes. Das ist selbst für ein Outdoor-Smartphone etwas wenig.

Ausstattung

Das Cat S62 Pro treibt ein Qualcomm-Snapdragon-660-Prozessor mit acht Rechenkernen bei einer Taktrate von bis zu 2,2 Gigahertz an. Die CPU gehört nicht zu den schnellsten auf dem Markt und stammt noch aus dem Jahr 2017, sie gehörte damals zur oberen Mittelklasse. Im Benchmark-Test von PCmark Work 2.0 erreichten wir etwa 5900 Punkte. Das ist kein Spitzenwert und vergleichbar mit der Leistung eines Nokia 5.4 (Testbericht). Für ein Outdoor-Smartphone ist das aber mehr als ausreichend. Das System läuft im Alltag sehr flüssig und dank 6 GB RAM stellt auch Multitasking kein Problem dar. Der Speicherplatz mit 128 GB ist zudem recht üppig. Der interne Speicher kann über einen Slot für microSD-Karten zusätzlich erweitert werden – im selben Steckplatz kann alternativ auch eine zweite SIM-Karte genutzt werden. Beides gleichzeitig – also zwei SIM-Karten und eine microSD – geht nicht.

Wie schon bei den Vorgängern verfügt das Cat S62 Pro über einen programmierbaren Button auf der linken Seite. Diesen kann man mit jeweils zwei Funktionen oder Apps des Smartphones belegen, die man mit doppeltem oder längerem Drücken aktiviert. Der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite macht einen guten und flotten Job. Das Gerät verfügt zudem über NFC, Bluetooth 5, ein UKW-Radio und unterstützt die WLAN-Standards 802.11a/​b/​g/​n/​ac. Mobilfunk ist bis LTE möglich (4G). Zwar verfügt es auch über einen USB-Type-C-Anschluss, der bietet aber nur maximal USB 2.0 für die Datenübertragung.

Ausgeliefert wird das Cat S62 Pro mit Android 10. Caterpillar war hier bei der Umgestaltung der Bedienoberfläche sehr zurückhaltend. Lediglich die aus früheren Android-Versionen bekannten drei Systemicons finden sich am gewohnten unteren Ende des Bildschirms. Das Android-Sicherheitspatch stammt vom 1. Januar 2021. Vorinstalliert ist etwa die App Onguard Solo. Über den Dienst kann man den Standort des Smartphones mit jeweils anderen Gruppenmitgliedern teilen und bei Notsituationen über einen Panikknopf alarmieren. Zusätzlich richtet man einen Timer ein, der nach einer bestimmten Zeit automatisch eine Warnung an die ganze Gruppe schickt, wenn eines der Mitglieder zu lange nicht das Smartphone genutzt hat – zum Beispiel, wenn die Person ohnmächtig geworden sein sollte.

Die Garantiebedingungen von Caterpilar für das Cat S62 Pro sollten erwähnt werden. Der Hersteller bietet eine Gewährleistung von 24 Monaten auf das Gerät, diese enthalten auch versehentliche Beschädigungen, Wasserschäden oder Displaybrüche – sofern das Gerät in Übereinstimmung mit der Bedienungsanleitung genutzt wurde.

Akku

Der Akku des Cat S62 Pro hat eine Kapazität von 4000 mAh. Das ist an sich ein ordentlicher Wert – man kommt mit dem Cat S62 Pro gut über den Tag. Bei einem Outdoor-Smartphone wäre aber mehr Luft nach oben wünschenswert, zumal der Vorgänger Cat S61 (Testbericht) einen Akku mit einer Kapazität von 4500 mAh hat. Beim Batterietest von PCmark kamen wir lediglich auf eine Laufzeit von 11 Stunden. Zum Vergleich: Das Gigaset GX290 (Testbericht) schafft 16 Stunden. Der Ladevorgang ist trotz 18 Watt Netzteil zudem nicht allzu flott: Es vergehen etwa 3,5 Stunden, bis der Akku voll ist. Auch wenn das alles nicht schlecht ist: Ein Outdoor-Smartphone dürfte ruhig etwas ausdauernder sein.

Preis

Die UVP für das Cat S62 Pro beträgt 650 Euro, das ist günstiger als beim Vorgänger. Man bekommt das robuste Smartphone im Angebot aber schon für weniger als 500 Euro. Das ist ein guter Preis für ein Outdoor-Smartphone mit dieser Ausstattung. Allein eine professionelle Wärmebildkamera bewegt sich schon in diesem Preissegment. Das Ulefone Armor 9 bietet allerdings ähnliche Features zu einem vergleichbaren Preis. Betrachtet man nur die übrige Ausstattung, entspricht das Cat S62 Pro eher einem Smartphone der oberen Mittelklasse bis 300 Euro.

Wer zum Smartphone einen passenden Mobilfunktarif sucht, findet im Tarifrechner von heise vielleicht einen passenden Vertrag. Neben Netzanbieter und Datenvolumen kann man hier auch beispielsweise nach Vertragslaufzeit oder 5G filtern.

Fazit

Das Cat S62 Pro gehört dank IP69-Zertifizierung zu den robustesten Smartphones auf dem Markt. Das größte Highlight ist die Wärmebildkamera, die in ähnlicher Form nur von Herstellern wie Ulefone oder Blackview angeboten wird. Ferner liefert das Display eine hervorragende Auflösung. Das Cat S62 Pro bietet eine insgesamt gute Ausstattung für ein Outdoor-Smartphone – lediglich vom Akku hätten wir etwas mehr erwartet.

Dieses Smartphone ist wirklich anders als die meistens Geräte. Es richtet sich in erster Linie an Beschäftigte im Bauwesen, Handwerker, Gärtner und Outdoor-Fans sowie Feuerwehrleute und Polizeibeamte. Aber auch besonders schusselige Zeitgenossen können über die Anschaffung eines solchen robuste Smartphones ernsthaft nachdenken.

Eine preiswerte Alternative zum Cat S62 Pro ist das Gigaset GX290 (Testbericht). Bei der Ausstattung kann da Smartphone zwar nicht mithalten, aber es bietet ein robustes und wasserdichtes Gehäuse mit fantastischer Akkulaufzeit zum günstigen Preis. Noch mehr Outdoor-Smartphones: Handys für draußen stellen wir in unserem Ratgeber vor.