CSL Computer liefert mit der Venom Box einen Mini-PC mit Ryzen 7 8845HS, der auch unter voller Belastung angenehm leise bleibt. Was er sonst noch zu bieten hat, zeigt der Test.
Unter der Modellbezeichnung Venom Box vermarktet CSL Computer seine leistungsfähigsten Mini-PCs (Bestenliste). Sie basieren auf AMDs Ryzen 7 8845HS und sind in der Standard-Ausstattung mit bis zu 96 GB RAM und maximal 4 TB SSD-Speicher erhältlich. Je nach Konfiguration kostet die Venom Box zwischen 700 und 1300 Euro. Damit zählt der Mini-PC von CSL nicht zu den günstigsten Geräten am Markt, bleibt aber dank einer effizienten Kühlung auch bei voller Belastung angenehm leise.
Die integrierte Grafikeinheit AMD Radeon 780M ist fast so schnell wie eine diskrete GPU vom Typ Nvidia GTX1650TI. Letztere macht den Unterschied zu vergleichbaren Mini-PCs mit Intel-Prozessoren aus, die zwar in puncto Rechenleistung mit den AMD-Pendants mithalten können, aber in puncto Grafikleistung auch mit dem neuen Core Ultra 7 155H (Testbericht) der AMD-Lösung unterlegen sind.
Wie eingangs erwähnt, kommt in der Venom Box AMDs Ryzen 7 8845HS mit integrierter Radeon-GPU 780M zum Einsatz. Der Achtkerner mit einem Basistakt von 3,8 GHz taktet bis zu 5,1 GHz schnell. Er entspricht damit dem Vorgängermodell Ryzen 7 7840HS, auch in puncto Grafikeinheit, die insgesamt 12 Kerne bietet.
Unser Testgerät hat CSL mit einer 1 TByte großen SSD und 32 GByte RAM ausgestattet. Wer eine andere Konfiguration wünscht, kann den Mini-PC auch nach seinen Vorlieben konfigurieren. Dabei bietet CSL Computer mehr Auswahlmöglichkeiten als andere Hersteller. Während viele Anbieter von Mini-PCs bei ihren Geräten, bis auf die Größe von RAM und SSD, keinerlei Optionen bieten, ist das bei CSL Computer bezüglich der Auswahl einer SSD anders. So können Interessierte nicht nur die Größe bestimmen, sondern auch zwischen verschiedenen Leistungsklassen auswählen. Wem etwa die Standard-SSD mit 3500/2800 MB/s Schreib-/Leserate nicht ausreicht, kann auch zu einem Modell greifen, das mit 7000/7000 MB/s deutlich mehr Performance bietet. Für Interessierte listet der Shop zu den jeweiligen Modellen auch die technischen Daten – vorbildlich.
Während man beim RAM nach dem Kauf eine Erweiterung, maximal sind 96 GB/DDR5-5600 möglich, nur durch Austausch der verbauten Module realisieren kann, sieht es beim SSD-Speicher anders aus. Dank eines zweiten M.2-Slots können Anwender den Datenspeicher auch nachträglich erweitern, ohne dass man die vorhandene SSD ausbauen muss. Insgesamt kann die Venom Box zwei SSDs mit jeweils 4 TB aufnehmen – bis zu 8 TB Datenspeicher kann nicht jeder Mini-PC bieten. Auch nicht dann, wenn er wie die Venom Box zwei M.2-Slots bietet, denn häufig liegt die maximale SSD-Größe pro M.2-Slot wie beim Geekom AE7 (Testbericht) nur bei 2 TB.
An Anschlüssen bietet die Venom Box an der Rückseite einen 2,5-GBit/s-Ethernet-Port sowie vier USB-A-Ports vom Typ 3.2 Gen2 mit 10 GB/s. Außerdem gibt es noch zwei HDMI-2.1-Buchsen, die 4K-Monitore mit maximal 144 Hz Wiederholrate ansteuern können sowie einen Stromanschluss für das 120-Watt-Netzteil (19V/6,3 A). Letzteres verhält sich in jeder Situation geräuschlos und fällt nicht durch unangenehmes Fiepen wie manch anderes Modell negativ auf.
An der Vorderseite gibt es zusätzlich noch zwei USB-C-Ports mit USB 4 und Thunderbolt/Display-Port-Funktion. Sie können 8K-Displays mit bis zu 60 Hz ansteuern und erlauben zusammen mit den HDMI-Ports an der Rückseite ein Multi-Display-Setup.
Links neben den USB-C-Ports an der Vorderseite befindet sich der Power-Button, daneben eine Betriebs-LED, die bei eingeschaltetem PC grün leuchtet. Rechts neben dem USB-C-Port gibt es noch einen kombinierten Mikrofon-/Kopfhöreranschluss und daneben eine Reset-Buchse, über die man mittels eines Sim-Pin oder Nadel den PC resetten kann. Wer sie 10 Sekunden lang drückt, setzt das BIOS auf die Standard-Werte zurück. Apropos BIOS: Das Bootmenü erscheint, wenn man die F7-Taste drückt und mit F2 gelangt man ins BIOS.
Drahtlos spricht der Mini-PC mit Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.3 erfreulicherweise über recht aktuelle Schnittstellen. Im Test kann die Venom Box über ein 5-GHz-WLAN-Verbindung unseren Glasfaseranschluss mit 100/50 Mbit/s voll auslasten. Mit einer 2,4-GHz-Verbindung sinkt die Leistung auf 62/23 Mbit/s. Das entspricht in etwa der Leistung, die auch andere Mini-PCs in unserem Set-up bieten.
Erwartungsgemäß liefert die Venom Box mit Ryzen 8845HS Top-Resultate bei den Benchmarks. Beim Benchmarktest von PCmark 10 erreicht der Mini-PC von CSL maximal 7404 Punkte, im Durchschnitt sind es bei drei Durchläufen 7349 Punkte. Die Ergebnisse fallen damit etwas niedriger aus als vergleichbare Mini-PCs mit identischer CPU. Der Aoostar Gem12 Pro (Testbericht) erreicht etwa 7611 Punkte im PCmark. Grund dafür dürfte seine leistungsfähigere SSD sein, die laut Crystaldiskmark 5185 MB/s beim Lesen und 4730 MB/s beim Schreiben erzielt, während die Kingston SNV2S1000G in der Venom Box „nur“ 3878 MB/s respektive 3485 MB/s erzielt. Wer also das Maximum aus der Venom Box herausholen möchte, sollte sie mit einer schnelleren SSD konfigurieren.
Beim 3Dmark Time Spy kommt die Venom Box dank Radeon 780M auf ausgezeichnete 3419 Punkte mit 3048 für die Grafik und 11051 für die CPU. Die sehr guten Performancewerte zeigen sich auch in der Praxis: Counter Strike kann man mit knapp 100 bis 115 FPS gut spielen, auch Anno 1800 macht mit über 70 FPS bei mittleren bis hohen Einstellungen und aktiviertem Fidelity FX Super Resolution Spaß. Bei Ressourcen-hungrigen Spielen wie Cities Skylines sinkt die Leistung zwar auf 60 FPS. Das ist aber noch immer ein guter Wert.
Im Geekbench erreicht die Venom Box eine Single-Core-Leistung von 2665 Punkten, im Multi-Core-Test sind es 13.393 Punkte. Damit erzielt der CSL-Mini-PC in etwa die Leistung des Geekom AE7 (Testbericht) mit Ryzen 9 7940HS, der auf 2694 und 13687 Punkte kommt.
Im alltäglichen Desktop-Betrieb liegt der Stromverbrauch zwischen 7 und 40 Watt, im Mittel meist 25 Watt. Bei maximaler Belastung mit Prime95 sind es etwa 92 Watt.
Im normalen Betrieb mit Office-Anwendungen und Browser arbeitet die Venom Box mit 30 dB direkt am Gehäuse nahezu geräuschlos. Bei stärkerer Beanspruchung durch 3D-Spiele und Benchmarks hört man den Lüfter zwar, die Geräuschkulisse bleibt mit 38 dB aber erfreulich leise.
Ausgeliefert wird der Mini-PC CSL Venom Box mit Windows 11 Home, Pro oder ohne Betriebssystem. Wer das System neu einrichtet, darf sich bei der Installation von Windows 11 24H2 darüber freuen, dass sämtlich verbaute Hardware erkannt wird. Im Gerätemanager ist daher auch kein gelbes Ausrufezeichen zu sehen.
Mit Linux kommt die Venom Box ebenfalls klar. Die Installation von Kubuntu 24.04 verläuft im Test problemlos. Allerdings erlaubt das BIOS unter Fixed Boot Order Priorities standardmäßig nicht die Auswahl der Linux-Partition als Boot-Option, wenn parallel Windows installiert ist. Erst wenn weiter unten diese unter der Option UEFI NVME Drive BBS Priorities auswählt, steht sie weiter oben ebenfalls zur Auswahl.
Die Verarbeitung der Venom Box ist ohne Fehl und Tadel. Das aus Aluminium gefertigte Gehäuse bietet an den Seiten, hinten und unten Luftauslässe, sodass die Wärme gut abtransportiert werden kann.
Das Netzteil fiept nicht und die Schnittstellen schließen sauber mit dem Gehäuse ab. Das anthrazitfarbene Aluminiumgehäuse misst 130 × 125 × 48 mm und fällt damit etwas kompakter aus als andere Mini-PCs, die wie der Aoostar Gem12 Pro (Testbericht) bei ähnlicher Grundfläche eine Höhe von 60 mm erreichen. So kompakt wie der Geekom AX8 Pro (Testbericht) mit einer Höhe von 36 mm ist die Venom Box aber nicht.
Dank der abschraubbaren Unterseite ist die Venom Box leicht zugänglich, falls man noch eine SSD einbauen oder den Speicher austauschen möchte.
Mit der mitgelieferten Vesa-Halterung kann man den Mini-PC leicht hinter einem Monitor anbringen, sofern der Monitorfuß dort nicht montiert ist.
Der Mini-PC Venom Box kostet beim Hersteller in unserer Ausstattungsvariante mit 32 GB RAM und 1 TB großer SSD ohne Betriebssystem 749 Euro. Mit Windows 11 Home sind es 879 Euro und mit Windows 11 Pro 929 Euro.
Bei Amazon ist er ebenfalls in verschiedenen Speichergrößen verfügbar, allerdings jeweils teurer. Mit 32/2000 GB sowie Windows 11 Home kostet er so etwa 979 Euro.
Die Venom Box von CSL ist ein leistungsfähiger Mini-PC, den Anwender entsprechend ihren Vorstellungen konfigurieren können. Diese Wahlmöglichkeiten bieten nicht viele Hersteller. Die Performance lässt dank Ryzen 7 8845HS, iGPU Radeon 780M, 32 GB RAM und NVMe-SSD kaum zu wünschen übrig. Klar, Hardcore-Gamer werden mit dem Gerät nicht glücklich, in Full-HD aber bringt der kleine Rechner selbst aktuelle Spiele auf den Bildschirm.
Abgesehen von diesem Einsatzzweck ist die Venom Box auch dank der Ausbaumöglichkeit mit einer zweiten SSD und einer RAM-Größe von bis zu 96 GB für die Zukunft mehr als gerüstet. Bei typischen Office-Anwendungen ist der Mini-PC von CSL die meiste Zeit praktisch nicht zu hören und selbst bei extremer Belastung bleibt der interne Lüfter äußerst leise. Im Vergleich zu Mini-PCs von asiatischen Herstellern ist die CSL Venom Box etwas teurer. Dafür kommt sie aber von einem renommierten deutschen PC-Hersteller mit einer zweijährigen Garantie.
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