Jochen hat schon vor seinem Studium damit begonnen, technische Neuheiten für diverse Printobjekte unter die Lupe zu nehmen. Später setzte er alles, was digital ist, unter anderem auch für die 3sat-Sendung „Neues“ als Autor in Szene. Sein Spezialgebiet sind mittlerweile Flachbildfernseher, von denen…
Dank Front- und Rückkamera überwacht die Viofo A229 Duo beinahe den kompletten Straßenverkehr um den eigenen PKW herum. Mit 2K-Auflösung, GPS, großem Display, 5-GHz-WLAN und Sprachausgabe ist die Dashcam zudem richtig gut ausgestattet. Wie die aufgenommenen Videos tagsüber und nachts aussehen, das klärt und zeigt unser Test.
Gefahren lauern im Straßenverkehr von allen Seiten. Schert ein Fahrzeug aus dem Gegenverkehr aus, hat ein Fahrer an der Kreuzung nicht angehalten oder kracht ein PKW unkontrolliert von hinten gegen die eigene Stoßstange? Mit der Viofo A229 Duo hat man zwei kompakte Zeugen immer dabei, die kritische Situationen zuverlässig beobachten und aufzeichnen.
Der BGH hat mit einem Urteil vom 18. Mai 2018 Aufnahmen von Dashcams als Beweismittel zugelassen, um die Schuldfrage bei Verkehrsunfällen vor Gericht eindeutig zu klären. Aus Gründen des Datenschutzes sind permanente Aufnahmen allerdings nicht erlaubt, diese müssen in kurzen Abständen immer wieder überschrieben werden. Erst bei einer Kollision oder einer starken Verzögerung des Fahrzeugs dürfen Sequenzen dauerhaft als Beweismittel archiviert werden.
Natürlich erlaubt auch die Viofo A229 Duo die vom Gesetzgeber vorgegebenen Intervallaufnahmen. Ob sich die Dashcam als ständiger Begleiter an der Front- sowie an der Heckscheibe lohnt, das klärt unser Test.
Im Paket der Viofo A229 Duo findet man zwei Kameras: Eine große für die Frontscheibe sowie eine kleinere für den Heckbereich des Fahrzeugs. Das Display der Frontkamera fällt mit 2,4 Zoll angenehm groß aus, Schutzfolien werden mitgeliefert. Aus robustem Material besteht das Kunststoffgehäuse, dieses ist sehr stabil, schlagfest und sauber verarbeitet. Das Objektiv kann um rund 75 Grad nach oben und nach geneigt und somit optimal auf die Straße ausgerichtet werden.
Viofo verzichtet auf eine separate Halterung, vielmehr wird die Dashcam direkt auf die Windschutzscheibe geklebt. Für uns ist dies ein echter Nachteil: Denn das Display der A229 hat dadurch einen fixen Betrachtungswinkel. Ist das Gehäuse an die Scheibe geklebt, kann man nur noch das Objektiv ausrichten. Die Draufsicht auf den Bildschirm ist abhängig vom Neigungswinkel der Frontscheibe und der Sitzposition. Dies hat zur Folge, dass man wahrscheinlich praktisch nie frontal, sondern immer schräg von unten auf das Display schauen muss. Windschutzscheiben stehen von Natur aus eher steil. Im Test haben wir schnell festgestellt, dass die Sicht auf den Dashcam-Bildschirm nicht optimal ist.
Die Rückkamera wird ebenfalls festgeklebt. Zur optimalen Ausrichtung ist hier das Objektiv um 360 Grad drehbar. Das Kabel zwischen Front- und Heckkamera ist sechs Meter lang und fällt mit einem Durchmesser von 2,8 Millimeter recht dünn aus. So reicht es auch für große Limousinen und Vans. Mit etwas Geschick kann man die Strippe nahezu unsichtbar im Dachhimmel verlegen.
Den Strom zieht die Hauptkamera vom Zigarettenanzünder. Hierfür wird ein Adapter mitgeliefert, der über zwei USB-Ports verfügt. Autos mit eigenem USB-Anschluss können die Kameras auch auf diesem Weg mit Energie versorgen.
Beide Kameras mit Sony-Sensoren filmen mit einer maximalen Auflösung von 2.560 × 1.440 Pixeln und 30 Bildern pro Sekunde (FPS). Mit 24 FPS sind auch 2.592 × 1.944 Bildpunkte drin, wobei man den 30 Vollbildern den Vorzug geben sollte. Alternativ steht die Auflösung 1.920 × 1.080 mit 30 FPS zur Auswahl. Die vordere Kamera erfasst einen maximalen Betrachtungswinkel von 140 Grad, die hintere Kamera kommt auf 160 Grad.
Rechts am Gehäuse lassen sich microSD-Speicherkarten mit einer Kapazität von bis zu 256 GByte einsetzen. Es besteht die Möglichkeit, über einen Mini-Klinkenstecker ein externes Mikrofon anzuschließen.
Zur Ausstattung der Viofo A229 Duo gehören ein G-Sensor und automatische Bewegungserkennung, GPS, 2,4-GHz- und 5-GHz-WLAN, Loop-Aufnahme, Nachtmodus und Zeitraffermodus sowie Wide Dynamic Range (WDR), um Unschärfen auszugleichen, die beispielsweise durch starkes Gegenlicht und hohe Kontrastunterschiede entstehen können. Für beide Kameras lassen sich die Belichtungswerte manuell anpassen. In die Aufnahmen kann man Datum, Modellbezeichnung und Kennzeichen einstempeln, darüber hinaus die gefahrene Geschwindigkeit und GPS-Daten. Im Bild-im-Bild-Modus zeigt die Viofo die vordere und hintere Kamera gleichzeitig an, wer will, kann das Bild der rückseitigen Kamera auch drehen oder spiegeln.
Die Länge der einzelnen Clips ist einstellbar: Zur Auswahl stehen Längen von einer, zwei, drei, fünf oder zehn Minuten. Wichtige Aufnahmen lassen sich vor versehentlichem Löschen schützen. Der G-Sensor erkennt Erschütterungen etwa bei einem Unfall in Eigenregie und sichert die wichtige Datei dauerhaft. Registrieren die beiden Kameras im Parkmodus sich bewegende Objekte oder Erschütterungen, so nehmen diese 45 Sekunden lange Videos auf. Die Aufzeichnung beginnt 15 Sekunden vor und endet 30 Sekunden nach dem festgestellten Ereignis. Um den Parkmodus zu verwenden, muss man entweder ein separates Hardwire-Kit-Kabel für knapp 20 Euro erwerben, das mit der Autobatterie verdrahtet wird, oder die A229 per Powerbank mit Strom versorgen.
Die Viofo-Kameras werden über fünf Tasten an der Haupteinheit bedient, das Display reagiert weder auf Wisch- noch auf Touchgesten. Das Menü mit weißer Schrift, Symbolen und blauen Hinterlegungen ist übersichtlich und logisch gestaltet. Über welche der fünf Tasten man nach oben oder unten durch die Menüs navigiert, ergibt sich durch kleine weiße Pfeile am unteren Displayrand. Volle Punktzahl beim Bedienkomfort fährt die Viofo A229 trotzdem nicht ein, es gibt Mitbewerber, deren Handling noch intuitiver ist. Fünf kleine LEDs (PWR, REC, GPS, MIC, Wi-Fi) informieren über den jeweiligen Betriebszustand der Dashcam. Per Druck auf die mittlere Taste sperrt man das aktuelle Video vor dem Überschreiben. Für 20 Euro kann man eine extrem kompakte Bluetooth-Fernbedienung von Viofo kaufen, um Clips per Tastendruck ebenfalls zu schützen.
Praktisch ist die Sprachansage der A229, die beispielsweise darauf hinweist, wenn eine Aufnahme startet oder ein Video geschützt wurde. Dank 5-Gigahertz-Unterstützung lassen sich Videos per WLAN mit hohem Tempo über die Viofo-App auf Smartphones (Android und iOS) herunterladen. Die App gestattet zudem eine Live-Vorschau und Menü-Einstellungen via Mobiltelefon. Mittels entsprechender Software wie dem „Dashcam Viewer“ kann man die GPS-Daten der Videos auslesen und Routen auf Google Maps nachträglich noch einmal zum Leben erwecken.
Das 2K-Video mit 30 Vollbildern unserer Testfahrt bei Tag ist rauschfrei, sehr gut ausgeleuchtet und angenehm scharf. Teilweise gibt es leichte Komprimierungsartefakte, die aber nicht weiter auffallen. Straßenschilder und Kennzeichen lassen sich einwandfrei erkennen. Farben sind natürlich, nur mitunter etwas zu blass. Dies lässt sich allerdings später problemlos per Video-Editor anpassen. Auf sich ändernde Lichtverhältnisse reagieren beide Kameras flott. Nachts sind wir positiv überrascht: Die Videos bleiben super klar, die Aufhellung ist gut, auch jetzt lassen sich KFZ-Kennzeichen ablesen, wenn auch nicht mehr so unangestrengt wie am Tag. Schärfe, Plastizität, Rauschverhalten und Kontrast sind top, Nachtaufnahmen gelingen mit der Viofo A229 Duo vorzüglich.
Ohne Hardwire-Kit zur Festverkabelung an der Autobatterie, ohne Polfilter zum Reduzieren von Spiegelungen und ohne Speicherkarte werden für die Dashcam derzeit knapp 270 Euro bei Amazon fällig. Aktuell steht dort ein Coupon zur Verfügung, der den Preis um 35 Euro reduziert. Für eine 128 GByte große microSD-Speicherkarte (Bestenliste) von Sandisk sollte man noch mit knapp 17 Euro zusätzlich rechnen.
Viofo bietet die A229 Duo aktuell auf der eigenen Homepage stark reduziert an. Hier kostet die Dashcam nur 186 Euro. Der Versand nach Deutschland ist kostenlos.
Dank der Viofo A229 Duo weiß man jederzeit, was vor und hinter dem Auto passiert. Die Videoqualität ist tagsüber und nachts überzeugend, die Clips können sich sehen lassen. Die Ausstattung der beiden Dashcams ist super, auch der Bedienkomfort ist hoch, und die App-Steuerung und das Herunterladen einzelner Dateien klappte im Test vorzüglich. Leider lässt sich das Display der A229 nicht zum Fahrer hin ausrichten – einmal an die Frontscheibe geklebt, muss man mit dem starren Betrachtungswinkel leben, der oft nicht optimal ist. Abgesehen davon und einem fehlenden Touchscreen gibt es an der Viofo-Dashcam keine Kritikpunkte, die durch ihre Kraft der zwei Kameras glänzt.
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