Bereits im zarten Alter von fünf Jahren hatte Jonas seinen ersten PC und hat glücklicherweise noch die Zeit von Kassetten, CDs und Disketten miterlebt. Seitdem hat ihn Technik und der Spaß an Gadgets nicht mehr losgelassen. Angefangen hat er 2023 als Volontär bei TechStage, das 2024 in heise bestenlisten übergegangen ist. Seit 2025 ist er dort nun fest als Redakteur im Team tätig und allen voran Experte für Mini-PCs. Weiterhin testet er für allerlei PC-Zubehör, Saugroboter, Ladegeräte und Powerbanks. Privat ist er Vielleser, Bahn-Nerd und Musikliebhaber, wobei sein Musikgeschmack so vielfältig ist wie er selbst.
Technik, die andere Marken nur deutlich teurer anbieten: Der KTC M27P20 Pro hat ein 27-Zoll-Display mit Mini-LEDs, 4K, 160 Hz und USB-C-Passthrough – und das für 799 Euro. Was das Modell aus China sonst noch alles kann, zeigt unser Test.
OLED-Displays finden sich neben Fernsehern (Ratgeber) vorwiegend bei Smartphones (Themenwelt) und zunehmend auch Laptops (Themenwelt). Oftmals sind diese Geräte aber deutlich teurer, profitieren allerdings von der guten Farbwiedergabe und tiefen Schwarzwerten des OLED-Panels. Das 27-Zoll große Display des KTC M27P20 Pro setzt hingegen auf Mini-LEDs. Die Technologie soll ähnlich sattes Schwarz bieten wie OLED. TechStage hat sich den M27P20 Pro mal genauer angesehen und zeigt, ob es sich lohnt zuzuschlagen.
Dieser Test gehört zu unserer Themenwelt Monitore. Das Testgerät hat uns Geekmaxi zur Verfügung gestellt. Dort kostet der Monitor mit dem Coupon-Code KTCM27PRO derzeit 780 Euro. Weitere Monitore von 24 bis 49 Zoll finden sich in unserer Top 10: Die besten Gaming-Monitore – 24 Zoll bis 49 Zoll.
KTC ist uns dabei kein Unbekannter in der Redaktion, wir hatten etwa den G42P5 im Test – ein 42-Zoll-Bildschirm mit OLED-Panel. Dieser konnte uns damals in vielen Punkten überzeugen, war allerdings mit 1200 Euro auch schon recht teuer. Nun haben wir mit dem M27P20 Pro einen weiteren Monitor der Chinesen im Test, dieses Mal mit Mini-LED. Solche Paneele setzen auf die gleiche Technik wie klassische IPS-Monitore, die hintergrundbeleuchtet sind. Die Beleuchtung verläuft bei IPS normalerweise hinter dem gesamten Bildschirm. Bestimmte Bereiche können also nicht an- und ausgeschaltet werden.
Bei OLED handelt es sich um eine Folie mit winzigen, einzeln ansteuerbaren Pixeln, die man gezielt abschalten kann. Mini-LED-Panels versuchen das zu adaptieren und haben eine Vielzahl an kleinen LEDs verbaut, statt einer großen Lichtquelle. So können die einzelnen Leuchtpunkte viel differenzierter angesteuert werden, als bei einem normalen IPS-Panel. Soll schwarz angezeigt werden, wird wie bei OLED der entsprechende Bereich einfach abgeschaltet. Das führt dazu, dass schwarz wirklich schwarz ist und nicht bloß ein dunkles Grau, was der Grund für das gute Kontrastverhältnis von OLED-Panels ist.
Mini-LED ist gerade auch deshalb sinnvoll, weil OLED zwar ein schönes Bild erzeugt, aber bei allen Vorteilen auch Nachteile bringt. So verbrauchen OLED-Display bei der Farbdarstellung deutlich mehr Strom – nur bei Schwarz sinkt der Verbrauch merklich. Weiterhin schalten sich OLED-Displays zur Helligkeitsregulierung per PWM (Pulsweitenmodulation) periodisch ab und wieder ein, flackern also mit einer bestimmten Frequenz, was im Zweifel zu Kopfschmerzen führen kann. Allen voran ist OLED aber wesentlich teurer. Monitore mit 4K, 27 Zoll und 160 Hz beginnen meist erst über 1000 Euro.
Als in dem Punkt preislich deutlich günstigere Alternative stellt sich der M27P20 Pro auf. Der 27-Zöller wiegt mit Standfuß etwa 7,4 kg und kommt in klassisch schwarzem Farbkleid. Die Maße betragen ohne Standfuß 617,8 × 364,2 × 64,8 mm.
Am unteren Bildschirmrand ist ein breiteres Kinn mit dem KTC-Logo zu finden. Rechtsseitig ist dort auch die Status-LED eingefasst. Die Bildschirmränder könnten aber etwas geringer sein, stören allerdings auch nicht wahnsinnig. Rückseitig finden sich drei leuchtende Bereiche, einer davon ist um die Montagevorrichtung für das V-förmige Tischstativ nach der Norm Vesa 100x100 angebracht. Wiederum rechts unten findet sich der Joystick zur Steuerung der Bedienoberfläche, links das Kensington-Lock.
Insgesamt ist die Verarbeitung in Ordnung. An den Seiten empfinden wir so manche Kante aber als etwas scharf und unsauber. Auch haben wir bei Übergängen geringfügige Spalten festgestellt, was zwar nach unserem Eindruck nicht zu verminderter Stabilität führte, aber bei einem Monitor für knapp 800 Euro unschön ist. Bildschirm und Standfuß bestehen fast vollständig aus Kunststoff. Für den tagtäglichen Gebrauch macht das allerdings meist keinen Unterschied, da man die Rückseite des Monitors ohnehin nie zu Gesicht bekommt und der vorderseitige Rahmen vieler Monitore ebenfalls aus Kunststoff besteht.
Der M27P20 Pro liefert zwei HDMI 2.1-Ports und einen Displayport-Anschluss nach Version 1.4. Ansonsten ist ein USB-C-Anschluss integriert, über den Geräte bei einer Auflösung von maximal 3840 × 2160 Pixel bei 144Hz mit dem Display verbunden und mit 90 Watt (PD) geladen werden können. Zudem sind darüber die USB-A-Ports angebunden, womit man bis zu drei Geräte anschließen kann. Die Anbindung der Ports funktioniert aber auch mithilfe eines USB-B auf USB-A Kabels, das allerdings nicht beiliegt. Zur Verarbeitung der Anschlüsse verfügt der Monitor auch über einen KVM-Switch.
Außerdem sind im M27P20 Pro zwei Lautsprecher mit jeweils 2 Watt verbaut, die den Zweck erfüllen, Dinge hörbar zu machen. Mehr aber auch nicht, denn Audio-Genuss ist hier nicht eingepreist – sie klingen nach unserem Eindruck schlechter als Laptop-Lautsprecher. Von integrierten Lautsprechern erwarten wir keine Wunder. Um besseren Sound zu bekommen, empfiehlt es sich die ebenfalls verbaute Klinkenbuchse (3,5 mm) zu nutzen und externe Lautsprecher (Ratgeber) einzusetzen.
Für den Netzanschluss wird ein eigenes 240-Watt-Netzteil mitgegeben, das über einen Rundstecker am Monitor angeschlossen wird. Es ist deutlich größer als klassische Laptop-Netzteile, was aber kein Problem darstellen sollte, da es nach der Ersteinrichtung wohl nicht mehr bewegt wird, sondern hinter dem Schreibtisch verschwindet.
Die Steuerung des Monitors ist recht einfach gehalten. Zur Bedienung der uns bereits bekannten KTC-Benutzeroberfläche gibt es lediglich einen rückseitig verbauten Joystick, mit dem sich Einstellungen und Verbindung verändern lassen. Hier kann man zwischen USB-C, HDMI und Displayport wechseln, sowie Korrekturen an den Farbeigenschaften der Anzeige vornehmen. Dazu gehört auch ein Modus, der blaues Licht herausfiltern soll, um die Augen zu schonen sowie eine optionale RGB-Beleuchtung der Rückseite des Monitors.
Zusätzlich lassen sich Sprache, Auflösung und Zusatzanzeigen einstellen. Letztere können Statusinformationen über die normale Bildausgabe legen, was gerade in Spielen hilfreich sein kann. Insgesamt halten wir die Oberfläche für verständlich, die Steuerung mit dem Joystick ist allerdings gewöhnungsbedürftig. Denn Klicks in unterschiedliche Richtungen führen bestimmte Aktionen aus, beispielsweise um die gerade getroffene Änderung zu übernehmen. Ein Klick in die falsche Richtung und das ganze Menü ist ohne Anwendung der Änderung verschwunden. Auch die Übersetzung der Beschreibungen innerhalb der Oberfläche sind nicht immer optimal, sodass man manche Option erst nach längerer Suche erkennt.
Bei der Bildqualität überzeugt das Mini-LED-Display mit über 2300 LEDs und über 500 lokalen Dimmzonen. Die Technologie führt zu einem satten Schwarz. Bei aktiviertem Darkmode wirkte das Bild auf uns etwas zu dunkel. Nach einer kurzen Messung konnten wir aber eine ordentliche Helligkeit von 465 cd/m² (ohne HDR) feststellen.
Im Vergleich zu einem daneben stehenden Laptop-Display mit IPS-Technik war ein glasklarer Unterschied von wirklichem Schwarz zu einem Grauschleier zu sehen. Das Kontrastverhältnis liegt bei hervorragenden 1000000:1 (HDR). Der vom Panel darstellbare Farbraumbereich liegt laut KTC bei 160 Prozent sRGB, sowie 118 Prozent nach Adobe RGB und DCI-P3-Standard.
Die Farbkraft weiß in den Tests zu gefallen. Bei Videos punktet der KTC-Monitor gerade in Szenen, wo normale IPS-Bildschirme Farben verwaschen. Die Auflösung des Geräts ist mit 4K (3840 × 2160 Pixel) schön scharf und auch die 160 Hz machen Spaß bei Bewegtbild (über Displayport nativ). Alles flutscht angenehm schnell über das 8-Bit-Panel (je nach Einstellung bis zu 10-Bit), das auch HDR1000 unterstützt. Das Format ist klassisches 16:9-Breitbild. Freesync und G-Sync sind ebenfalls an Bord, was hauptsächlich für Gaming hilfreich ist.
Auflösung und Farbqualität hinterlassen einen guten Eindruck. Unsere Test attestieren dem M27P20 Pro ein Farbraumvolumen von 140 Prozent nach sRGB-Farbraum, 96,5 Prozent nach Adobe RGB und 99 Prozent nach DCI-P3-Standard. Mit unserem Messgerät sind die Farbraum und Helligkeitsangaben von KTC damit leicht verfehlt. Dennoch sind die Werte sehr ordentlich.
Auffällig war bei unserem Testgerät leider das Backlight-Bleeding, vor allem oben links. Das heißt, dass diese Bereiche des Bildes ungleich heller waren als andere. Leicht zu sehen ist das bei einem komplett schwarzen Bild, wobei betroffene Zonen mit weißlichem Schimmer hervortreten. Ganz vermeidbar ist dieses Phänomen nicht, weil das IPS-Panel von Mini-LEDs aus mehreren übereinander gelegten Schichten bestehen. Verrutscht eine der Schichten minimal, führt das zu einem veränderten Druck innerhalb des Panels, wodurch sich die enthaltenen Flüssigkristalle bereits verschieben. Der betroffene Bereich wird dadurch lichtdurchlässiger, was dann als Backlight-Bleeding sichtbar ist. Die Ausprägung hängt allerdings davon ab, wie sauber das Gerät verarbeitet ist. In diesem Fall ist die Ausprägung recht deutlich erkennbar, aber nicht furchtbar störend. Schade bei einem 800 Euro Monitor ist das allerdings.
Der KTC M27P20 Pro kostet mit dem Coupon-Code KTCM27PRO aktuell 780 Euro bei Geekmaxi, was ihn zum günstigsten 27-Zöller mit 4K, 165 Hz und Mini-LED-Technik macht.
Wer Geld sparen möchte und mit geringerer Auflösung klarkommt, kann zum etwas schwächer ausgestatteten Schwestermodell M27T20 greifen, das aktuell bei Geekmaxi für 500 Euro zu haben ist. Hier bekommt man mit 2K (2560 × 1440 Pixel) eine immer noch recht hohe Auflösung, 165 Hz Bildwiederholfrequenz und ebenfalls ein Mini-LED-Panel. Gehäuse und sonstige Ausstattung ähneln der des M27P20 Pro.
Vergleichbare Modelle von Herstellern, wie Samsung oder AOC mit 27 Zoll, 4K und Mini-LED kosten hingegen oft weit mehr als 1000 Euro. Hier folgt eine Auswahl an weiteren Geräten mit ähnlichen Spezifikationen:
KTC hat mit dem M27P20 Pro einen Monitor im Angebot, der über die Mini-LED-Technik die tollen Schwarzwerte von OLED-Displays jetzt auch günstiger verfügbar macht. Und die überzeugen auch hier, was zu einem hervorragenden Kontrastverhältnis führt. 160 Hz und 4K-Auflösung machen Spaß bei der Nutzung des Monitors.
Und auch die restliche Ausstattung weiß zu überzeugen mit USB-C mit Displayport und Ladefunktion, KVM-Switch, G-Sync und Freesync, sowie HDR 1000. Einzig die leicht verfehlten Herstellerangaben zur Farbraumabdeckung sind schade und die Verarbeitung enttäuscht stellenweise mit erkennbaren Spalten und unsauberen Kanten. Leider war Backlight-Bleeding beim Testgerät gerade oben links bei der Nutzung wahrnehmbar. Die verbauten Lautsprecher sind erwartbar nicht zu gebrauchen.
Alles in allem überzeugt uns aber das gute Gesamtpaket, das dieser Monitor bietet. Gerade mit Blick auf den Preis von 780 Euro können wir den Monitor empfehlen, denn vergleichbare Geräte sind meist erst über 1000 Euro zu bekommen.
Weitere Geräte finden sich in unserer Top 10: Die besten Gaming-Monitore – 24 Zoll bis 49 Zoll. Wer sich weiter informieren möchte, dem hilft unser Ratgeber Schnell, knackig, scharf: Gaming-Monitore für Spiele & Homeoffice weiter.
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