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DJI Avata im Test: Beste FPV-Videodrohne für Action-Aufnahmen drinnen und draußen

DJI Avata
VORTEILE
  • sehr gute Flugeigenschaften und lange Flugzeit
  • hohe Videoqualität & HD-Livebild
  • agil und stabil
NACHTEILE
  • keine vollwertige Fernsteuerung im Set
  • nur Einachs-Gimbal
  • hoher Preis

Die Avata ist ein Hybrid aus Video-Drohne und FPV-Multicopter, was viel Spaß verspricht. Wir haben das kompakte Fluggerät in der Praxis getestet und erklären, für welche Käufer das Modell geeignet ist.

Drohnen sind längst kein außergewöhnliches Gadget mehr. Sie gehören mittlerweile zum festen Repertoire von Filmemachern und Hobby-Piloten. Neben fertig aufgebauten Video-Drohnen wie der Autel Evo Nano Plus (Testbericht) sind auch Multicopter für sportliche Flüge per Videobrille erhältlich, etwa die DJI FPV (Testbericht). Diese erlauben eine manuelle Kontrolle des Fluggerätes und damit waghalsige Manöver bei hoher Geschwindigkeit.

Zwar filmt auch die DJI Avata und überträgt in HD, trotzdem geht der Hersteller hier einen neuen Weg. Was uns an der Drohne sehr gut gefällt und was weniger, zeigt dieser Test.

Lieferumfang

Für diesen Test wurde uns vom Hersteller die Variante Avata Pro View Combo zur Verfügung gestellt. Das Set beinhaltet die Drohne samt Akku, USB-Ladegerät und Smart-Controller, einer Einhandfernsteuerung mit Bewegungserkennung. Zusätzlich ist die neue und nun deutlich kompaktere Videobrille DJI Goggles 2 im Lieferumfang enthalten. Außerdem hat uns DJI die optional erhältliche Fly More Combo für rund 250 Euro beigelegt. Dieses beinhaltet zwei zusätzliche Akkus und ein praktisches Vierfach-Ladegerät. Alternativ gibt das Set auch als Fly Smart Combo mit der größeren FPV-Goggles V2, welche so auch im Set der DJI FPV enthalten ist.

DJI Avata

Drohne

Die technische Ausstattung der rund 410 g schweren und 180 x 180 x 80 mm kleinen Avata kann sich sehen lassen. Los geht es mit den Flugeigenschaften. Steig und Sinkgeschwindigkeit betragen 6 m/s (21,6 km/h). Die Höchstgeschwindigkeit im Normal-Modus (N) beträgt 8 m/s (28,8 km/h), im Sport-Modus 14 m/s (50,4 km/h) und im manuellen Modus bis zu 27 m/s (97,2 km/h).

Der manuelle Modus steht allerdings nur in Kombination mit dem nicht im Set enthaltenen DJI FPV-Controller 2 zur Verfügung. Die Windwiderstandsfähigkeit liegt bei 10,7 m/s (38,5 km/h) – das ist Windstärke 5 und somit schon ganz ordentlich. Zum Vergleich, die Mini 3 schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 58 km/h, die DJI FPV 140 km/h.

Die maximale Reichweite liegt in Europa bei 2000 m, in den USA bei bis zu 10 km. Beides ist deutlich mehr als in Deutschland erlaubt. Zur genauen Standortbestimmung und für die automatische Rückkehrfunktion kommen die Satellitensysteme GPS, Galileo und Beidou zum Einsatz.

DJI Avata

Eine Sensorik zur Umgebungserkennung hat die Avata nur auf der Unterseite. Anders als bei DJI FPV oder Mini 3 gibt es somit keine Hinderniserkennung nach vorne, hinten, oben oder zu den Seiten. Wer die Avata bedient, muss also weitgehend selbst steuern – lediglich Crashes wegen zu geringer Höhe werden im N und S-Modus vermieden.

Im manuellen Steuermodus (mit der FPV-Fernsteuerung 2), der auch Loopings, Rollen oder Dives zulässt, sind die Sensoren ganz ausgeschaltet. Hier kommen der Avata der Propellerschutzkäfig und die stabile Rahmenkonstruktion zugute. Kleine Zusammenstöße und mittelharte Crashes übersteht die Drohne auch im Test unbeschadet. Sollte es bei Abstürzen auf etwa hartem Untergrund trotzdem zu Beschädigungen kommen, sind zumindest einige Teile, wie Propeller und der rundumlaufende Propellerschutz, auch als Ersatzteil erhältlich.

Der Li-Ion-Akku mit 17 V hat eine Kapazität von 2420 mAh und reicht laut DJI für bis zu 18 Minuten Flugzeit. In der Realität ist dies allerdings nur ein Anhaltspunkt, da die tatsächliche Flugdauer stark vom Flugstil abhängig ist. Während unserer Tests bei Außentemperaturen um 4 bis 15 Grad, bei denen wir es sportlich haben angehen lassen, kamen wir auf etwa 11 bis 16 Minuten pro Akku. Das klingt im Vergleich zu einer DJI Mavic Air 2 (Testbericht) oder Mini 2 (Testbericht) mit Flugzeiten von bis zu 30 Minuten nicht besonders viel – hinsichtlich der sportlichen Flugleistung ist dieses Ergebnis aber sehr ansehnlich.

Zum Vergleich: Unsere privat genutzten FPV-Drohnen bringen es auf Flugzeiten von lediglich 3 bis 5 Minuten. Der Akku der Avata wird auf der Rückseite eingeschoben und rastet dann ein. Um ihn zu entnehmen, muss der Nutzer zwei Sicherungshebel auf dem Akku drücken. Nach dem Einsetzen ist der Stromspeicher zwar fertig gesichert, aber noch nicht mit der Elektronik verbunden. Zum Anstecken ist also ein weiterer Handgriff notwendig. Den aktuellen Ladestand kann man per LED-Anzeige ablesen. Dazu ist ein kurzer Druck auf den Power-Button nötig. Das vollständige Aufladen der Flug-Akkus dauert 45 bis 50 Minuten.

Zwei für den klassischen FPV-Flug unübliche Funktion sind in allen Flugmodi der Avata verfügbar: der Not-Halt und die Return-to-Home-Funktion. Ein Tastendruck am Sender (egal ob Smart-Controller oder FPV-Controller 2) reicht aus und die Drohne geht in den Schwebeflug über oder kommt direkt zum Startpunkt zurück. Diese Features sind für viele „echte“ FPV-Piloten zwar nur überflüssiger Schnickschnack, in der Praxis sind die beiden Funktion aber praktisch und nicht zu unterschätzen. Muss ein Flug spontan gestoppt werden, braucht man nun nicht erst landen, sondern kann die Drohne bequem in der Luft parken. Sollte etwa die Funkverbindung abreißen oder der Akku der Videobrille ausgehen, kommt die Avata von allein zum Startpunkt zurück. Neben dem hohen Komfort ist das ein wichtiger zusätzlicher Sicherheitsaspekt.

Wie bei Profi-FPV-Drohnen ist es per Fernsteuerbefehl möglich, eine auf dem Kopf gelandete Avata um 180 Grad drehen, um dann wieder weiterfliegen zu können. Das funktioniert allerdings nur in passender Umgebung – liegt die Drohne einmal im hohen Gras, muss man sie trotzdem per Hand drehen.

Kamera

Um Videos und Fotos aufzunehmen, bieten sich zwei Möglichkeiten an. Die Aufzeichnung per Videobrille oder mit dem internen DVR der Drohne. Da die Auflösung niedriger und eventuell auftretende Übertragungsfehler bei der Aufzeichnung per Videobrille sichtbar wäre, speichern wir unsere Videos direkt in der Drohne. Lediglich ein paar Mitschnitte aus der Brille haben wir testweise direkt in der Videobrille angesehen. Das funktioniert gut, das Endresultat kann qualitativ aber nicht mit den 4K direkt aus der Drohne mithalten.

Für ein aufgezeichnetes Livebild ist die Qualität überraschend hoch (zumindest für all jene, die analoge FPV-Übertragungen gewohnt sind). Auf die neue DJI Goggles 2 wird das Livebild mit 1080p und 60 bis 100 fps übertragen. Die ältere FPV Goggles V2 empfängt das Bild aus Vogelperspektive mit 810p mit 60 bis 120 fps.

DJI Avata

Auf einem einachsigen Gimbal gelagert befindet sich die Kamera mit einem 1/1,7-Zoll-CMOS-Bildsensor mit effektiv 48 MP. Die Blendenöffnung von f/2,8 ist fix und nicht verstellbar. Fotos landen mit einer Auflösung von 4000 x 3000 Pixel auf der Speicherkarte oder dem 20 GByte großen internen Speicher. Der Speicherkartenslot versteckt sich allerdings hinter einer kleinen Klappe im Propellerschutzgehäuse und ist dementsprechend schwierig zugänglich. Hier hätten wir uns eine bequemere Zugangsmöglichkeit gewünscht. Videos in 1080p und 2,7K speichert die Drohne mit bis zu 120 fps und in 4K mit bis zu 60 fps. Die maximale Video-Bitrate liegt bei satten 150 Mbit/s.

Neben dem Standard-Farbprofil gibt es auch hier ein D-Cinelike-Profil, welches besser für die nachträgliche Bearbeitung geeignet ist. Ähnlich wie auch bei der Actionkamera DJI Action 3 (Testbericht) sind auch bei der Avata die digitalen Bildstabilisierungen Rocksteady und Horizonsteady an Bord. Während erstere Methode vor allem kleine Wackler stabilisiert, wirken die Flüge mit immer geradem Horizont, als wären sie mit einem fliegenden Stativ aufgenommen worden.

Das Sichtfeld ist mit satten 155 Grad ultraweitwinkelig und erinnert an die FOVs von klassischen Actionkameras. Zum Vergleich, die DJI FPV hat ein Sichtfeld von 149 Grad, die Mini 3 Pro nur 82,1 Grad. Die Kameraabdeckung für den Transport ist zwar praktisch, die Anbringung aber trotzdem ein Geduldsspiel.

Videobrille

Die neue Videobrille DJI Goggles 2 sieht dem Vorgängermodell DJI FPV Goggles V2 sehr ähnlich, ist aber nun deutlich kompakter und verfügt über nur zwei statt vier Antennen. Neben einer höheren Auflösung sind noch einige andere spannende Neuerungen an Bord. So ist es per integriertem Kopf-Tracker möglich, die Kamera auch per Kopfbewegung zu steuern. Außerdem sind die Gläser der Brille jetzt sowohl seitlich als auch in der Schärfe verstellbar. Brillenträger können die neue Videobrille also ebenfalls problemlos nutzen.

Statt mehrerer Funktionsknöpfe und kleinem Joystick kommt zur Steuerung ein intuitiv funktionierendes Touchpad auf der rechten Gehäuseseite zum Einsatz. Obwohl die Brille mit der Standardpolsterung nicht perfekt mit unserem Gesicht abschließt, haben wir keine Probleme mit störenden Reflexionen. Schade, die Brille ist aktuell weder einzeln erhältlich noch zu anderen DJI-Drohnen kompatibel. Hier bleibt aber die Hoffnung auf ein Update. Der Tragekomfort der kompakten Brille ist sehr hoch, allerdings fehlt aus unserer Sicht noch die Möglichkeit, den Akku am Kopf-Gurt der Brille zu befestigen.

DJI Goggles 2

Im Test hat der Akku der Brille mit fast 2 Stunden gut 30 Minuten länger gehalten als bei der älteren Videobrille FPV-Goggles V2. Neben dem Livebild aus Drohnen-Perspektive liefert das Sichtfeld der Brille noch allerlei sinnvolle Zusatzinformationen. So ist etwa die Akku-Kapazität der Brille oder Drohne ablesbar. Auch Entfernung und Höhe zum Startpunkt, Flugmodi und Geschwindigkeit werden dargestellt. Den Startpunkt blendet die Brille ebenfalls direkt im Livebild ein. Sich mit der Avata zu verirren, ist so praktisch unmöglich.

Fernsteuerung

Den im Set enthaltenen Smart-Controller kennen wir bereits von der DJI FPV, wo es die neuartige Steuerung als optionales Extra gibt. Statt mit zwei Händen wird die Drohne hier mit nur einer Hand gesteuert. Möglich wird das durch die integrierte Bewegungserkennung. Die Steuerung per Handbewegung und Tastendruck ist dabei tatsächlich sehr intuitiv – allerdings nur, wenn man bisher keinerlei Erfahrungen mit RC-Drohnen hat.

Wer klassische Handsender gewohnt ist, tut sich zunächst schwer mit der Umstellung. Nach einigen Minuten gelingen dann aber die ersten sauberen Manöver und zielgerichteten Flüge per Bewegungssteuerung. Für exakte und schnelle Flüge finden wir die klassische Steuerung mit dem FPV-Handsender trotzdem deutlich besser geeignet. Wer manuell fliegen will, kommt ohnehin nicht um den rund 150 Euro teuren Handsender herum. Schade, dass DJI die Avata nicht auch in Sets mit diesem, aus unserer Sicht besseren, Controller anbietet.

DJI Avata

App

Zur erstmaligen Registrierung der Drohne zum Aufspielen von neuer Firmware kommt die kostenlose App DJI Fly zum Einsatz. Um sie zu nutzen, muss das Smartphone mit der Videobrille verbunden und diese mit Controller und Drohne gekoppelt sein. Zum Fliegen selbst sind dann aber weder Smartphone noch App notwendig. Selbst für Einstellungen an Drohne, Controller oder Videobrille brauchen wir die Software nicht. Diese Dinge werden bequem im Menü der FPV-Brille eingestellt.

Trotzdem kann es sinnvoll sein, die App während des Fluges zu nutzen. Ein eventueller Absturzort wird dort etwa angezeigt, um die Suche des Copters zu erleichtern. Auch die Nutzung des Smartphones als Gast-Monitor ist möglich. Zuschauer können dann direkt am Smartphone beobachten, was der Pilot in seiner Brille sieht.

Wir steuern die DJI Avata lieber mit dem klassischen Handsender der DJI FPV.

Flug-Charakteristik

Obwohl der Redakteur seit mittlerweile über zehn Jahren selbst leidenschaftlich jede Form an Multicoptern fliegt, überrascht die Avata positiv. Spätestens als wir die Drohne mit unserem Handsender der DJI FPV gebunden haben und sie nun wie gewohnt steuern können, zaubert uns die Drohne ein fettes Grinsen ins Gesicht. Selbst mit den Grundeinstellungen und in den stabilisierten Flugmodi macht die kleine Avata richtig viel Spaß.

Wer bereits Erfahrungen mit Drohnen gesammelt hat, wird sich mit der Avata sofort vertraut fühlen. Aber selbst für Einsteiger ist die Avata mit den Standardeinstellungen des Normal-Modus gut zu steuern. Die Bedienung funktioniert wie von DJI gewohnt präzise und ohne Verzögerung. So muss das sein! Dank Propellerschutz trauen wir uns dann auch bald an die ersten Vorbeiflüge und Slaloms. Und genau hier ist die Avata in ihrem Element.

Flüge auf engem Raum machen dank Videobrille, toller Flugeigenschaften und stabilem Gehäuse endlich richtig Freude. Zwar kann die kompakte Drohne nicht mit der brachialen Geschwindigkeit der DJI FPV mithalten (140 km/h!) – das muss sie aber auch nicht. Dafür lässt sie sich wie kein anderes Modell des Herstellers zwischen Bäumen, Möbeln oder sonstigen Hindernissen hindurchlenken. Das ist zwar theoretisch auch mit den anderen Drohnen von DJI machbar, allerdings übersteht die Avata auch leichte Berührungen und Crashes unbeeindruckt. Das sieht bei Mavic oder DJI FPV ganz anders aus. Hier sorgen schon leichte Berührungen schnell zu teuren Schäden oder gar Totalausfällen.

Nachdem wir die ersten Runden im Normal- und Sport-Modus absolviert haben, muss die Avata im manuellen Modus zeigen, was sie kann. Hier gibt es keine Stabilisierung und so sind neben engeren Kurven und höheren Drehgeschwindigkeiten auch Manöver wie Dives, Rollen oder Loopings möglich. Diese macht die Avata in der Regel problemlos mit.

Bei schnellen Drehungen um die eigene Achse oder manuellen Flügen bei starkem Wind kommt es dann allerdings zu kleinen Problemen. Hier fehlt es der kleinen Drohne stellenweise an Leistung und so kommt sie dann ins Schlingern. Je nach Ausprägung kann dies zum Aufschwanken oder kurzzeitigen Kontrollverlust führen. Dieses Problem ist bei Cinewhoops allerdings häufiger anzutreffen – das hohe Gewicht gepaart mit kleinen Propellern und mittelstarken Motoren fordert hier seinen Tribut. Ein echter Racer ist die Avata nicht. Für Freestyle-Einlagen und Fliegen auf begrenztem Raum ist der kompakte Flitzer aber ideal geeignet.

Auch wenn wir uns aus rechtlichen Gründen nicht an die maximale Reichweite herangewagt haben, sind wir von der Zuverlässigkeit der Übertragung begeistert. Distanzen von mehr als 1000 m sind auch unter realen Bedingungen nach unserer Einschätzung problemlos möglich. Das Flugerlebnis ist dank des makellosen Livebildes sehr intensiv. Hindernisse sind einfacher und frühzeitiger erkennbar, als wir das etwa von FPV-Coptern mit analoger Übertragung oder der Steuerung ohne Videobrille gewohnt sind.

Persönliche Einschätzung

Wir sind zwar seit vielen Jahren Multikopter-Flüge aus Sicht der Brille gewohnt, anders fühlt sich das FPV-Fliegen mit DJI-Drohnen trotzdem an. Hauptgrund hierfür ist die einachsig stabilisierte Kamera. Bei klassischen Racing-Drohnen sind die Kameras fest montiert und so ist der Kamerawinkel immer direkt von der Fluglage anhängig. Bei der DJI-Drohne bleibt die Kamera im N- und S-Modus gerade. Egal, ob die Drohne gen Himmel steigt oder auf den Boden zurast, der Pilot sieht immer mittig den Horizont. Das ist dank Höhenanzeige, automatischer Höhe-Halten-Funktion und klarem Videobild zwar nicht weiter problematisch, aber zumindest gewöhnungsbedürftig.

DJI Avata

Anders als bei etwa der Mavic-Serie fehlen die zweite und die dritte Gimbal-Achse zur perfekten Bildstabilisierung. Seitliche Kippbewegungen oder Bewegungen, um die eigene Achse sind somit sowohl im Livebild als auch auf der Aufzeichnung zu sehen – trotz digitaler Stabilisierung, welche zwar zuverlässig arbeitet, aber ihre Grenzen hat. Wer hier ansehnliche Ergebnisse erzielen will, muss sein Fluggerät beherrschen und im M-Modus fliegen können. Dann sind mit der Avata großartige Videos möglich. Die Aufnahmen wirken deutlich dynamischer als die einer voll stabilisierten Mavic. Wer plant die Drohne primär, als Kamera-Drohne einzusetzen, sollte dementsprechend gut fliegen können.

Zwar ist die Avata ausreichend motorisiert, um sich nicht verstecken zu müssen, aber ein Racer oder Freestyle-Copter ist sie trotzdem nicht. Hier sind klassische Race-Copter mit leichten und sehr haltbaren Carbon-Rahmen und abgespeckter Ausstattung sicherlich flotter unterwegs. Die Avata ist eine gut geschützte, fliegende Actionkamera – ein Cinewhoop eben.

Preis

Für diesen Test wurde uns vom Hersteller die Avata in der Variante Pro View Combo für rund 1420 Euro zur Verfügung gestellt. Das Set beinhaltet die Drohne samt Akku, USB-Ladegerät und Smart-Controller, einer Einhandfernsteuerung mit Bewegungserkennung. Zusätzlich ist die neue und nun deutlich kompaktere Videobrille DJI Goggles V2 im Lieferumfang enthalten. Das Fly-More-Set für rund 250 Euro hat DJI ebenfalls beigelegt. Dieses beinhaltet zwei zusätzliche Akkus und ein praktisches Vierfach-Ladegerät. Einzeln kostet die Akkus etwa 130 Euro.

Alternativ gibt es für knapp 400 Euro weniger die Fly Smart Combo mit der etwas größeren DJI-FPV-Goggles V2, welche so auch beim Set der DJI FPV enthalten ist. Auch die bereits erhältliche klassische FPV-2-Fernsteuerung ist zur Avata kompatibel und so können Besitzer der DJI FPV auch zur Variante ohne Bundle greifen. Drohne, Akku und Ladegerät schlagen mit 574 Euro zu Buche.

Der optional erhältliche DJI FPV-Controller 2.

Die neue, kompakte Videobrille ist derzeit noch nicht einzeln erhältlich. Dies könnte sich aber mittelfristig ändern – auch von einem Update der Mavic-2 und Mavic-3-Serie ist die Rede. Diese könnten dann endlich problemlos per Videobrille gesteuert werden. Mittlerweile verdichten sich allerdings auch Gerüchte über eine abgespeckte Version der neuen Videobrille. Ob und was sich hier zukünftig noch tut, bleibt derzeit allerdings offen.

Fazit

Die Avata ist weder eine perfekte Video-Drohne noch ein echter Racing- oder Freestyle-Copter. Für gelungene Luftaufnahmen sind DJI Mini 3 Pro (Testbericht) oder Autel Evo Nano Plus (Testbericht) besser geeignet und auch einfacher in der Bedienung. Im Hinblick auf Maximalgeschwindigkeit und Beschleunigung ist die DJI FPV (Testbericht) die erste Wahl.

Trotzdem füllt die Avata die interessante Anwendungslücke der sogenannten Cinewhoops. Das sind kompakte FPV-Drohnen, welche die volle Kontrolle und Steuerung per Videobrille und gleichzeitig hochwertige Videoaufnahmen erlauben. Wer seine Drohnenvideos bei begrenztem Platzangebot oder Indoor machen möchte, oder sie mit spektakulären Manövern aufpeppen will, der ist hier bestens beraten.

Für einen einfachen Einstieg in die Welt des FPV-Fliegens ist die Avata zwar ebenfalls geeignet, das volle Potenzial schöpft die Drohne aber erst zusammen mit der klassischen Fernsteuerung im manuellen Modus aus. Dann eignet sie sich ideal zum sportlichen Cruisen, für enge Vorbeiflüge und Action-Videos im manuellen Flugmodi. Wem eine Mavic zu zahm erscheint und die große DJI FPV zu schnell und zu anfällig ist, der bekommt hier eine sehr interessante Alternative.

Größter Kritikpunkt ist die fehlende Vielfalt bei den Sets und fehlende Informationen über geplante Updates. Es stört uns, dass es keine Bundles mit dem vernünftigen FPV-Controller 2 gibt. Dieser ist aus unserer Sicht zwingend erforderlich, wenn man die Fähigkeiten der Avata gänzlich nutzen will. Zwar können Besitzer der DJI FPV ihre Brille und den Controller auch mit der Avata nutzen – umgekehrt ist die neue Brille aber noch nicht zur DJI FPV kompatibel.

Grundsätzliche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Drohnen und Preisklassen, zeigt unser Ratgeber Die beste Drohne für jeden Zweck: Spielzeug, FPV-Racer und Profi-Kamera.