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DJI Mavic 2 Zoom im Test: konsequent besser

DJI Mavic 2 Zoom im Test: konsequent besser
VORTEILE
  • exzellente Flugeigenschaften
  • viele automatische-Flugmodi
  • hohe Bildqualität inkl. Zoom
NACHTEILE
  • hoher Preis
  • kleiner Bildsensor

Die neue Mavic 2 hat zum ersten mal einen zweifachen optischen Zoom, eine Hinderniserkennung auf allen Seiten und neue Assistenten, mit denen auch Anfänger kinoreife Videos einfangen. Wir haben sie getestet.

Design und Lieferumfang

Auf den ersten Blick sieht die Mavic 2 ihrem Vorgängermodell Mavic Pro sehr ähnlich. Nur bei genauer Betrachtung fallen die zahlreichen Unterschiede ins Auge: Der neue Multicopter ist um ein paar Zentimeter höher und länger und zudem spürbar schwerer. Statt 734 Gramm liegt das Gewicht nun bei 905 Gramm. Außerdem gibt es seitlich, hinten und oben zusätzliche Sensoren und die Statusanzeige des Akkus hat sich optisch verändert. Statt mehrerer Einzel-LEDs ist nun eine mehrstufige Ring-LED verbaut. Einen Vorteil bringt das nicht, es sieht nur etwas besser aus. Die Position des Speicherkarten-Einschubs und des USB-Anschlusses ist ebenfalls nicht identisch. Beim Aus- und Einklappen der Arme fällt auf, dass sich das Gehäuse des Multicopters insgesamt massiver und stabiler anfühlt, als beim Vorgänger.

Die alte Mavic Pro (links) ist kleiner und leichter.

Zum Lieferumfang gehören die Drohne selbst inklusive eines Akkus, der Handsender, ein Satz Propeller, ein Ladegerät für die Steckdose und ein Satz Kabel für die Verbindung zwischen Sender und Smartphone. Der Kunde kann direkt loslegen, egal ob sein Smartphone einen Micro-USB-, USB-C- oder Lightning-Anschluss hat. Das Ladegerät verfügt, anders als der Vorgänger, über ein fest integriertes Micro-USB-Kabel. Dies ermöglicht es, Akku und Sender gleichzeitig zu laden, ohne ein zusätzliches Kabel zu anzustecken.

Die Kamera der Mavic 2 Zoom ist an beiden Seiten mit dem Gimbal verbunden und deutlich größer als die des Vorgänger-Modells. Das Gimbal ist eine externe Kamerastabilisierung, wie sie auch für Actioncams erhältlich ist (Kaufberatung Gopro-Gimbals ). Die Konstruktion aus Gimbal und Kamera wirkt stabiler und weniger anfällig als bisher.

Der Handsender mit LCD-Anzeige sieht dem Vorgängermodell ebenfalls sehr ähnlich. Allerdings wurde der Farbton von schwarz auf grau verändert und es ist nun möglich, die Steuerhebel abzuschrauben. Die Fernsteuerung ist so ein bisschen flacher.

Technische Ausstattung

Die Mavic 2 ist die derzeit am besten ausgestattete Drohne für Privatanwender. Neben GPS und Glonass sind Barometer und zahlreiche optische Sensoren verbaut. Diese sitzen nun nicht mehr nur an Vorder- und Rückseite, sondern auch seitlich und auf der Ober- und der Rückseite. Die Ultraschall-Sensorik auf der Unterseite hat der Hersteller durch genauere optische Sensoren und zusätzlich unterstützende LEDs ersetzt. Die Mavic 2 hält so nicht nur selbstständig ihre Position, sie hat die komplette Umgebung im Blick und ermöglicht so extrem sichere Flüge. Das ist vor allem für ungeübte Piloten eine gute Sache: Erkennt die Mavic 2 ein Hindernis, umfliegt sie dieses oder bleibt zumindest davor stehen. In der Praxis funktioniert das allerdings nicht in allen verfügbaren Flugmodi. Wenn das der Fall ist, wie beispielsweise im Sportmodus, bekommt der Pilot einen Warn-Hinweis per App.

Die Mavic-2-Zoom-Kamera (rechts) ist deutlich größer und stabiler.

Die Kamera der Mavic 2 Zoom nutzt einen 12-Megapixel-1/2,3-Zoll-CMOS-Sensor mit einer festen Blende von f/2,8. Der zweifache optische Zoom funktioniert stufenlos und hat eine Brennweite von 24 bis 48 Millimeter. Zusammen mit dem zweifachen Digitalzoom verspricht DJI verlustfreie, vierfache Vergrößerung bei Videos in Full-HD-Auflösung, bei 4K ist verlustfrei nur der zweifache optische Zoom möglich.

Der Hybrid-Autofokus, bestehend aus Phasen- und Kontrastautofokus, arbeitet im Vergleich zum erfahrungsgemäß langsamen Fokus der DJI Mavic Pro schneller und genauer. Die Bitrate der Aufnahmen beträgt ordentliche 100 MBit/s. Der H.265-Codec (HEVC) wird unterstützt. Die maximale Bildrate bei 4K-Aufnahmen liegt bei 30 fps. Bei 2,7K sind 60 fps und bei Full-HD-Aufnahmen sogar 120 fps möglich. Fotos landen wahlweise als JPEG oder im RAW-Format (DNG) auf der bis zu 128 GByte großen Micro-SD-Speicherkarte.

Zur Übertragung des Live-Bilds nutzt DJI das hauseigene System OcuSync 2.0. Die maximale Reichweite mit den in Deutschland zulässigen CE-Einstellungen liegt bei fünf Kilometern. In der Praxis fliegt die Mavic 2 also deutlich weiter, als es die Drohnenverordnung zulässt; diese erlaubt nur Flüge in Sichtweite. In den USA beträgt die Reichweite sogar bis zu acht Kilometer (mit den FCC-Einstellungen). Das Livebild auf dem Smartphone hat eine Auflösung von 1080p. Bei den Testflügen mit einem Huawei Mate 10 Pro war die Bildübertragung stets flüssig und stabil. Aus der Erfahrung anderer Piloten wissen wir, dass dies auch bei über einem Kilometer Entfernung der Fall ist.

Der 4-Zellen-Lipo-Akku hat eine Nennkapazität von 3850 mAH (59,29 Wh) und eine Nennspannung von 15,4 Volt. Die maximale Flugdauer liegt laut Hersteller bei 31 Minuten. In der Praxis – mit Wind – haben wir gute 28 Minuten Flugzeit erreicht. Der Akkustand wird während des gesamten Fluges überwacht und die Restflugzeit auf dem Smartphone angezeigt.

Zur Steuerung von Flug und Foto- sowie Videoaufnahmen kommt die kostenlose App DJI Go 4 zum Einsatz. Die Software kennen wir schon von anderen DJI-Drohnen und ist trotz zahlreicher Funktionen einfach zu bedienen und insgesamt sehr verständlich. Lediglich einige Einstellungsmöglichkeiten sind etwas versteckt. Das zwingt auch geübte DJI-Piloten immer wieder nach der etwas umständlichen Suche nach dem richtigen Untermenü.

Flug-Charakteristik und Flug-Modi

Gleich vorweg: Die Mavic 2 fliegt sich extrem gut. Reaktionsgeschwindigkeit, Flug-, Steig- und Sinkgeschwindigkeit sind höher als beim Vorgängermodell. Die Spitzengeschwindigkeit im Sportmodus liegt beispielsweise bei satten 72 km/h, die Mavic Pro erreicht maximal 65 km/h. Auch in den anderen, etwas zahmeren Modi macht das Steuern der Mavic 2 richtig viel Spaß. Je nach Bedarf steht die Drohne entweder wie angewurzelt in der Luft oder reagiert umgehend auf jeden Steuerbefehl. Die Sensoren arbeiten zuverlässig. Fliegt die Drohne in Richtung eines Hindernisses, gibt es zuerst einen Alarm in der App. Reagiert der Pilot nicht darauf, bremst die Drohne selbstständig und bleibt in der Luft stehen.

Die Mavic 2 (rechts) hat, dank vieler Sensoren, das komplette Umfeld im Blick.

Die automatische Rückkehr bei leerem Akku (oder auf Befehl des Piloten) klappt im Test zuverlässig und präzise. Die Bedienung der automatisierten Flugmodi wie POI (Point of Interest) funktioniert einfacher, als es bei der Mavic Pro der Fall ist. Der Pilot wählt den Flugmodus aus und markiert auf dem Smartphone das zu zu umkreisende Objekt. Dann zählt ein Drei-Sekunden-Countdown herunter und die Mavic 2 beginnt mit dem Rundumflug. Bei der alten Mavic muss der Pilot die Drohne erst über dem abzufilmenden Objekt platzieren, diesen Standort speichern und manuell zu einer gewünschten Position fliegen, von der aus der Rundumflug starten soll.

Auch die automatische Verfolgung von Personen klappt während der Testflüge deutlich besser und präziser als bei der älteren Mavic Pro (Testvideo 4:10 ). Zudem stehen bei der Mavic 2 mehr automatisierte Flugmanöver zur Verfügung. DJI nennt sie Quickshots. Die vorprogrammierten Szenen mit den Namen Boomerang (Testvideo 2:02 ), Rocket (Testvideo 2:37 ) oder Asteroid (Testvideo 2:19 ) sehen klasse aus und ermöglichen auch Anfängern die Aufnahme von beeindruckenden Videos. Die neu hinzugekommenen Hyperlapse-Videos (Aufnahmen im Zeitraffer-Modus, Testvideo 2:34 ) und HDR-Fotos bieten weitere kreative Gestaltungsmöglichkeiten. Der sogenannte Dolly-Zoom war bisher nur durch aufwendige Nachbearbeitung umsetzbar. Durch das Zoomobjektiv und den entsprechenden Quickshot-Mode bedarf es für diesen Effekt bei der Mavic 2 Zoom nur einen Fingerzeig (Testvideo 2:28 ).

Selbst bei starkem Wind reagiert die Drohne stets zuverlässig und präzise. Je nach Kamerawinkel kann es bei extremer Schräglage durch Gegen- oder Seitenwind allerdings passieren, dass die Propeller im Bild zu sehen sind (Testvideo 1:40 ).

Bildqualität

Die Bildqualität der Mavic 2 Zoom mit dem 1/2,3-Zoll-Sensor kann sich sehen lassen und muss sich nicht vor der Mavic 2 Pro mit dem großen 1-Zoll-Sensor verstecken. Selbst ohne Nachbearbeitung und bei Nutzung der automatischen Belichtung entstehen beeindruckende Foto- und Videoaufnahmen.

Wem die Qualität nicht ausreicht, sollte die Aufnahmeparameter manuell einstellen und für Fotos unbedingt das RAW-Format wählen. Das macht zwar mehr Arbeit, die Ergebnisse sind allerdings umso überzeugender.

Varianten

Neben der Mavic 2 Zoom ist das Modell Mavic 2 Pro verfügbar. Deren Hasselblad-Kamera hat einen 1-Zoll-Bildsensor und eine dementsprechend bessere Bildqualität. Eine Zoomfunktion ist allerdings nicht integriert. Für Profis und ambitionierte Hobby-Fotografen mit hohen Ansprüchen ist das die bessere Alternative zum etwas günstigeren Zoom-Modell, aber das bietet eben die höhere Flexibilität.

Wer möchte, kann die Mavic-2-Serie auch zusammen mit der Videobrille Goggles von DJI betreiben und erwerben.

Zubehör

Neben dem optional erhältlichen Fly-More-Kit (im Lieferumfang sind zusätzlich KFZ-Ladegerät, Tasche und Ersatzakku enthalten) stehen zahlreiche weitere Zubehörartikel zur Wahl. Neben passenden Aufbewahrungsmöglichkeiten, Ersatzpropellern oder Tablet-Halterungen sind vor allem Graufilter und Ladematte lohnenswerte Anschaffungen.

Zwingend notwendig ist die Anbringung einer Namensplakette inklusive der Anschrift des Piloten. Eine Drohnen-Versicherung ist ebenfalls Pflicht.

Fazit

Dank der einfachen Bedienung, der ausgeklügelten Sensorik und der fantastischen Bildqualität ist die DJI Mavic 2 Zoom sowohl für Profis als auch für Einsteiger geeignet. Den hohen Preis von über 1000 Euro ist die Drohne angesichts der erstklassigen Ausstattung, der tollen Bildqualität und der einfachen Bedienung auf jeden Fall wert. Wer das Budget übrig hat, sollte zuschlagen. Die neuen Mavic-2-Modelle sind der älteren Mavic Pro in allen Belangen überlegen – nicht haushoch, aber spürbar.

Die Frage, ob sich ein Wechsel von Mavic Pro auf eine der neuen Mavic-2-Varianten lohnt, ist schwierig zu beantworten. Der Wechsel auf die Mavic 2 Zoom bietet hauptsächlich mehr automatische Flugmodi und neue Möglichkeiten dank der variablen Brennweite. Die Bildqualität und die eigentliche Flug-Charakteristik sind allerdings nicht signifikant besser. Wer hohe Qualitätsansprüche hat und seine Aufnahmen sowieso nachbearbeitet, sollte sich stattdessen die Mavic 2 Pro (Testbericht) ansehen.

Wer ganz auf den Zoom und die diversen Automatiken sowie die Rundum-Sensorik verzichten kann, sollte sich alternativ die Kaufberatung zu den günstigeren, älteren Mavic-Modellen ansehen.