Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Das Doogee Fire 6 ist sehr robust, bietet einen starken Akku und sogar eine Wärmebildkamera. Wie gut das Outdoor-Handy ist, zeigt der Test.
Outdoor-Smartphones sind meistens recht klobig und schwer. Das Doogee Fire 6 ist für ein Mobilgerät dieser Kategorie vergleichsweise dünn, bietet dennoch einen sehr starken Akku. Dazu kommt eine Wärmebildkamera, was für den günstigen Preis von 276 Euro (Code 46355GDN & 20-Euro-Coupon) nicht selbstverständlich ist. Dieses Feature ist interessant, um Lücken in der Wärmedämmung zu finden oder nachts Tiere im Wald aufzuspüren. Wie sich das Doogee Fire 6 in der Praxis schlägt, zeigt dieser Testbericht.
Verglichen mit einem gewöhnlichen Smartphone ist das Doogee Fire 6 mit Abmessungen von 174 × 81,2 × 15,8 mm schon ziemlich wuchtig. Aber verglichen mit anderen Outdoor-Handys wirkt es fast schon schlank und filigran. Das Gewicht von 350 g übertrifft zwar gewöhnliche Mobilgeräte um fast das Doppelte, hält sich für ein Rugged Phone aber ebenfalls noch im Rahmen.
Das achteckige Design ist typisch für Outdoor-Smartphones, mit gummiertem Schutz an den Ecken und der Rückseite. Trotz der Größe liegt es gut in der Hand. Die Frontkamera befindet sich in einer Punch-Hole-Notch – was für Outdoor-Smartphone nicht selbstverständlich ist, wo eine Waterdrop-Notch noch weitverbreitet ist.
Selbstverständlich ist das Doogee Fire 6 robust und bringt eine Zertifizierung für die US-Militärnorm MIL-STD-810H mit. Einen Sturz aus eineinhalb Metern Höhe auf hartem Untergrund übersteht es ohne Probleme. Laut Hersteller hält es sogar Temperaturen von –35 Grad Celsius bis 70 Grad Celsius stand. Wir haben es jeweils für 20 Minuten bei 60 Grad Celsius in den Backofen und anschließend in die Tiefkühltruhe gelegt – das Handy hat diese Prozedur überlebt. Das Fire 6 ist nach IP69K staub- und wasserdicht – also auch unter Hochdruck und mit heißem Wasser.
Das LCD mit IPS-Panel misst in der Diagonale 6,56 Zoll und löst mit 1612 × 720 Pixel auf. Angesichts der Display-Größe ist das schon eine niedrige Auflösung und ein leichter Dämpfer. Mittlerweile sollte auch bei Rugged Phones Full-HD in der Preisklasse Standard sein. Immerhin bietet das Fire 6 aber eine Aktualisierungsrate von 90 Hz, was für ein geschmeidiges Bild beim Scrollen oder bei Animationen sorgt. Die Bildqualität überzeugt, Pixel sind nur bei sehr genauem Hinschauen erkennbar.
Die maximale Helligkeit beträgt laut unseren Messungen knapp unter 500 Nits. Das ist nicht übermäßig viel. Bei bewölktem Wetter kann man im Freien das Smartphone ablesen, bei starkem Sonnenschein wird es schwieriger.
Als Hauptkamera dient eine Linse mit 50 Megapixeln, die standardmäßig vier Bildpunkte zu einem zusammenfasst. Auf Wunsch kann man auch die volle Auflösung abrufen. Dazu kommt eine Wärmebildkamera und eine 8-Megapixel-Fusion-Kamera, die das Bild mit der Infrarotansicht kombiniert. Die Frontkamera bietet 8 Megapixel.
Bei Tag gelingen mit dem Doogee Fire 6 ordentliche und scharfe Aufnahmen mit ausgeprägten Bilddetails. Lediglich beim Dynamikumfang ist viel Luft nach oben. So ergeben sich bei trübem Winterwetter oftmals recht dunkle Flächen auf den Aufnahmen. Die Farbgebung wirkt dabei nicht immer sehr natürlich. Für Schnappschüsse beim Wandern reicht das in jedem Fall aus. Bei Dunkelheit sind Fotos trotz Nachtmodus nur schwer zu erkennen ohne LED-Blitz.
Die Selfie-Kamera liefert ordentliche Aufnahmen, die etwas Luft nach oben bei der Schärfe und Details haben. Das Bokeh im Porträtmodus könnte etwas präziser abgegrenzt sein, ist aber weitgehend gelungen. Videos sind mit beiden Linsen mit maximal Full-HD bei 30 FPS möglich. Mangels optischen Stabilisierung wirken sie etwas verwackelt.
Die Wärmebildkamera ist der heimliche Star des Doogee Fire 6. Diese erfasst die von Objekten ausgestrahlte Infrarotstrahlung und wandelt sie in ein sichtbares Bild um. Dabei werden Temperaturunterschiede in Farben dargestellt. Sie eignet sich etwa zur Findung von Wärmebrücken, Fehlersuche in Maschinen oder elektrischen Anlagen und zur Suche von Personen oder Haustieren bei Dunkelheit. Auf Wunsch legt das Fire 6 eine Farbangabe über das Bild. Es stehen zudem verschiedene Farbprofile für die Darstellung zur Auswahl. Das Wärmebild wird auf Wunsch mit dem Bild der Kamera übereinandergelegt.
Als Antrieb dient ein einfacher Unisoc Tiger T606 Octa-Core-Prozessor. Viel Performance liefert der Chipsatz nicht, aber für alltägliche Aufgaben ist es ausreichend, ohne den Nutzer zu quälen. Wer anspruchsvollere Anwendungen oder Spiele mit aufwendiger Grafik nutzen möchte, kommt hier schnell als Limit. Das zeigen die Benchmarks von 8300 Punkten bei PCmark sowie 430 Punkten bei „Wild Life“ von 3Dmark, mit denen sich das Fire 6 eher im unteren Drittel unsres Testfelds befindet.
5G bietet das Fire 6 nicht, Nutzer müssen sich mit LTE begnügen. Der Dual-SIM-Betrieb ist möglich. Üppig ist dafür der interne Speicher mit 256 GB sowie stolzen 16 GB RAM. Die Speicherkapazität ist zudem erweiterbar per microSD-Karte – dafür gibt es sogar einen dritten freien Slot im Handy. NFC ist an Bord, die Ortung per GPS funktioniert mit einer Genauigkeit von rund drei bis vier Metern. Im Power-Button befindet sich ein Fingerabdrucksensor, der schnell und verlässlich funktioniert.
Das Fire 6 wird mit Android 14 ausgeliefert. Doogee verschont die Nutzer mit übermäßigen Anpassungen der Bedienoberfläche, Bloatware gibt es keine. Es gibt einen Splitscreen-Modus, um zwei Apps gleichzeitig anzuzeigen. Der Sicherheits-Patch ist nicht mehr ganz aktuell und stammt aus dem Oktober 2024. Wie lange und häufig es Updates geplant sind, gibt Doogee nicht an. Mit gelegentlichen Patches ist zu rechnen, mit einem größeren Update auf Android 15 eher nicht.
Eine große Stärke des Fire 6 ist der mächtige Akku mit einer Kapazität von rund 10.900 mAh. Das ist so viel wie bei einem großen Tablet! Beim Battery Test von PCmark erreichte das Gerät einen Wert von rund 23 Stunden im simulierten Dauerbetrieb mit verschiedensten Aufgaben bei einer Helligkeit von 200 Nits. Damit dürfte das Gerät im Alltag locker drei bis vier Tage durchhalten – je nachdem, wie intensiv man das Gerät nutzt. Zum Laden benötigt man dann aber Geduld – per Netzteil mit 18 Watt dauert ein Ladevorgang über vier Stunden.
Das Doogee Fire 6 hat eine UVP von 400 Euro. Derzeit kostet es regulär 300 Euro bei Amazon im Shop des Herstellers. Mit dem Code 46355GDN (gültig bis 31.01.2025) sinkt der Preis für unsere Leser um 8 Prozent. In Verbindung mit dem derzeit erhältlichen 20-Euro-Coupon beträgt der Preis dann schlanke 276 Euro.
Das Doogee Fire 6 punktet mit einer robusten Bauweise, einem ausdauernden Akku und einer integrierten Wärmebildkamera – ein Feature, das in dieser Preisklasse selten ist. Die großzügige Speicherausstattung und die einfache Software ohne unnötige Anpassungen sind weitere Pluspunkte. Allerdings gibt es Abstriche bei der niedrigen Auflösung des mäßig hellen Displays. Der Prozessor eignet sich nicht für anspruchsvolle Anwendungen, 5G fehlt. Die Kameraqualität ist ausreichend für Schnappschüsse.
Das Fire 6 von Doogee ist eine gute Wahl für Nutzer, die Robustheit und Funktionalität schätzen und es in herausfordernden Umgebungen oder bei Outdoor-Aktivitäten einsetzen, jedoch keine hohen Ansprüche an Leistung stellen. Wer für wenig Geld ein Smartphone mit Wärmebildkamera sucht – etwa, um nachts Tiere ausfindig zu machen oder um Schwächen in der Isolierung zu finden – wird hier fündig.
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