Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Das Doogee V31GT bietet einen riesigen Akku, richtig flotten Prozessor und sogar 5G. Wie gut das Outdoor-Smartphone ist, zeigt der Test von TechStage
Outdoor-Smartphones sind besonders robust und widerstandsfähig sowie wasserdicht. Das macht sie zum idealen mobilen Begleiter in rauer Umgebung, etwa auf der Baustelle sowie in handwerklichen und industriellen Betrieben, oder aber beim Camping und Wandern in der Natur. Die robusten Gehäuse halten einiges aus, entsprechend klobig kommen die Outdoor-Handys daher. Viele Geräte bieten zudem spannende Zusatz-Features wie eine Nachtsicht- oder Wärmebildkamera.
Bezüglich der Hardware nutzen viele robuste Smartphones eher langsame Chips und 5G gehört nur selten zur Ausstattung. Das Doogee V31GT ist da eine erfreuliche Ausnahme. Die Performance kann mit guten Mittelklasse-Smartphones Schritt halten, der Akku ist richtig groß und das Display flimmert mit bis zu 120 Hertz. Auch der aktuelle Preis bei Banggood für 373 Euro ist fair, normalerweise kostet das Smartphone über 600 Euro. Wie gut sich das Outdoor-Handy im Vergleich mit anderen Geräten schlägt, zeigt dieser Test.
Das Doogee V31GT ist ein typisches Outdoor-Smartphone, was das martialische und klobige Design zeigt. Es ähnelt mit dem achteckigen Gehäuse den meisten anderen Geräten dieser Art. Die Rückseite und die Ecken sind gummiert, um das Mobiltelefon besser vor Stößen zu schützen. Elemente aus Metall im Rahmen und auf der Rückseite verleihen dem Doogee V31GT dabei eine edle Note. Die Kehrseite der Medaille: Das Doogee V31GT ist doppelt so dick und schwer wie ein gewöhnliches Smartphone. (Maße: 178,5 × 83,1 × 17,9 mm, Gewicht: 390 g).
Markant ist das runde Element mit den Kameras auf der Rückseite. Der USB-C-Anschluss ist von einem Gummipfropfen vor Feuchtigkeit geschützt. Die Tasten bieten einen äußerst soliden Druckpunkt. Das Doogee V31GT hält einiges aus: Ein Sturz aus 1,5 Meter Höhe auf harten Untergrund stellt kein Problem dar. Zudem ist es wasserdicht nach IP69K – der höchsten Schutzart. Damit übersteht es den Aufenthalt im Wasser in 1,5 Meter Tiefe für mindestens 30 Minuten, auch Heißwasser unter Hochdruck sollte dem Handy nichts anhaben.
Mit einer Diagonale von etwa 6,58 Zoll fällt das Display mit IPS-Panel im Vergleich zur Gehäusegröße etwas kleiner aus – was aber typisch ist für Outdoor-Handys. Die Frontkamera ragt in einer Waterdrop-Notch ins Display ein – das ist weniger schön als bei einem Smartphone mit Punch-Hole-Notch, dürfte aber insgesamt für eine größere Stabilität des Bildschirms sorgen.
Die Auflösung ist mit 2408 × 1080 Pixel (Full-HD+ mit 401 PPI) gestochen scharf, Bildqualität sowie Blickwinkelstabilität sind absolut überzeugend. Nur was Schwarzwerte angeht, kann das LCD bauartbedingt nicht mit OLED mithalten. Einziger Wermutstropfen bleibt die geringe Helligkeit von 500 cd/m² – auch mit automatischer Helligkeitsanpassung. Das schränkt die Ablesbarkeit der Anzeige bei Sonnenschein stark ein, wenigstens 600 cd/m² wären hier schön gewesen.
Als Hauptkamera kommt eine Linse mit 50 Megapixeln zum Einsatz. Einen Weitwinkel oder eine Makrolinse gibt es nicht. Dafür nutzt das Doogee V31GT sowohl eine Wärmebild- als auch eine Nachtsichtkamera. Auf der Vorderseite sitzt zudem eine Selfie-Kamera mit 32 Megapixeln.
Die Megapixelzahl klingt nach viel, das Ergebnis enttäuscht dann aber doch etwas. Bei Tag gelingen zwar ordentliche Schnappschüsse, allerdings wirken Farben etwas kraftlos, zudem ist der Dynamikumfang nicht so ausgeprägt, was sich besonders bei starkem Wechsel zwischen Licht und Schatten zeigt. Einen optischen Bildstabilisator gibt es nicht.
Selfies sehen gut aus, weniger zu empfehlen sind aber der Beauty-Filter und der Porträtmodus. Videos bieten eine gute Bildqualität, allerdings wirken die Aufnahmen etwas wackelig, da hilft auch die elektronische Bildstabilisierung (EIS) wenig.
Der Nachtmodus hellt Aufnahmen bei Dunkelheit effektiv auf, allerdings sind diese dann von Bildrauschen geprägt und somit unscharf. Spätestens hier sollte man dann ohnehin zur Nachtsichtkamera in Schwarz-Weiß greifen. Die Wärmebildkamera wiederum wird über eine separate App angesteuert.
Ungewöhnlich für ein Outdoor-Smartphone: Mit dem Mediatek Dimensity 1080 kommt ein potenter Chip der gehobenen Mittelklasse zum Einsatz. Neben einem 5G-Modem bietet dieser eine mehr als ausreichende Leistung für alle Aufgaben im Alltag. Das zeigen auch die ordentlichen Benchmark-Ergebnisse (PCmark Work 3.0: 10.500 Punkte, 3Dmark Wild Life: 2.300 Punkte). Auch Zocken ist drin mit dem Doogee V31GT.
Neben 5G unterstützt das Doogee V31GT alle gängigen Netze mit 4G/LTE sowie 3G und GSM. Die übrige Ausstattung kann sich ebenfalls mit Wi-Fi 6, NFC, Bluetooth in Version 5.2 und einem Fingerabdruckscanner sowie üppigem Speicher (12/256 GByte, UFS 2.2) sehen lassen. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist zudem möglich. Zur Ortung nutzt das Gerät GPS, Glonass, Galileo und Beidou. Die Genauigkeit ist ordentlich.
Als Betriebssystem läuft Android 13, der Sicherheits-Patch ist zudem mit September 2023 noch hinreichend aktuell – beides ist keine Selbstverständlichkeit für chinesische Outdoor-Geräte. Wie regelmäßig Updates erscheinen, lässt sich schwer abschätzen. Der Hersteller macht dazu keine.
Die Bedienoberfläche ist etwas angepasst. So gibt es wie bei Honor keinen App-Drawer, sämtliche Apps landen auf dem Desktop. Die Einstellungen sehen mit farblichen Akzenten sehr erfrischend aus. Die Übersetzungen der Menüs klingen zuweilen etwas abenteuerlich. Mit Bloatware hält sich Doogee zurück, so kommen neben Tools und der Wärmebild-App kaum zusätzliche Apps aufs Gerät.
Das Doogee V31GT ist ein echtes Ausdauer-Monster. Der Akku fasst mit 10800 mAh mehr als das Doppelte im Vergleich zu einem gewöhnlichen Smartphone. Entsprechend lang ist die Akkulaufzeit: Beim Battery Test von PCmark erreichten wir mit 25 Stunden einen der besten Werte aus unsern Tests. Damit dürfte das Smartphone im Alltag locker vier bis fünf Tage nur mit einer Ladung auskommen. Wer beim Wandern viel GPS nutzt, was den Energieverbrauch deutlich erhöht, hat somit genügend Leistungsreserven.
Damit keine Ewigkeit beim Laden verstreicht, legt Doogee sogar ein Schnellladegerät mit 66 Watt bei. Damit ist das Outdoor-Handy von 20 auf 100 Prozent in rund 80 Minuten geladen. Kabelloses Laden gibt es nicht.
Normalerweise kostet das Doogee V31GT über 600 Euro. Bei Amazon bekommt man es ab 500 Euro. Bei Aliexpress kostet es nur 410 Euro – allerdings greifen hier keine Käuferschutzbestimmungen der EU.
Das Doogee V31GT überzeugt als Outdoor-Smartphone. Die Ausstattung ist gut, so bietet das Gerät eine gute Performance, viel Speicher sowie 5G und Wi-Fi 6. Die Software ist ausreichend aktuell. Das Gehäuse ist sehr robust und wasserdicht, dafür ist das Gerät alles andere als handlich. Richtig stark ist zudem die Akkulaufzeit, mit der das Gerät im Alltag mehrere Tage durchhalten sollte. Zu den Schwächen gehört das mäßig helle Display sowie die Hauptkamera, die nur durchschnittlich gut ist. Verglichen mit anderen Outdoor-Handys macht das Doogee V31GT aber eine gute Figur.
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