Lukasz beschäftigt sich seit über 15 Jahren als Redakteur mit Smartphones, Apps, Gadgets und Content-Marketing. Seit 2021 arbeitet er für Heise Medien und ist derzeit leitender Redakteur bei Heise Bestenlisten. Der studierte Historiker aus Tübingen begeistert sich sonst für Fitness, Fußball, Fotografie sowie basslastige Musik.
Das DYU C6 ist ein preiswertes E-Bike mit Korb, Gepäckträger und Schutzblech. Als Antrieb dient ein starker Elektromotor. Wo der Haken ist, zeigt der Test.
Das DYU C6 ist ein Tiefeinsteiger mit Schutzblech. Diese Rahmenform ist bequem zu besteigen, ohne dass man ein Bein über den Rahmen heben muss. Früher nannte man solche Fahrräder einfach nur Damenrad oder Hollandrad. Diese Bauweise erleichtert das Aufsteigen auf das Rad und ist als Hollandbogen oder Wave-Rahmen bekannt. Sie kennzeichnet sich durch ein stark nach unten gebogenes Rahmenrohr.
Das Hollandrad bietet eine aufrechte Sitzposition, wobei der Lenker nahe am Fahrer oder der Fahrerin positioniert ist und einen flachen Lenkkopfwinkel aufweist. Mittlerweile ist dieser Bauform immer populärer – auch bei E-Bikes. Praktische Ausstattungsmerkmale wie ein Korb am Lenker sowie ein Gepäckträger und Schutzbleche runden die Ausstattung bei einem E-Citybike ab. Mit einem Preis von 609 Euro bei Geekmaxi mit dem Rabatt-Code UAuGq3Bx ist es sehr günstig.
Wie gut sich das DYU C6 fährt und welchen großen Haken es bei dem Zweirad aus China gibt, zeigt unser Test.
Zum Kunden kommt das E-Bike teilmontiert in einem großen Karton. Nach dem Auspacken fällt auf: Eine Anleitung liegt nicht bei. Allerdings macht uns der Aufkleber mit QR-Code am Lenker neugierig – dahinter verbirgt sich ein Video als Anleitung. Dieses handelt die einzelnen Schritte jedoch für unseren Geschmack zu schnell und nur oberflächlich ab. Nachdem man das Vorderrad befestigt und den Lenker eingesetzt hat, geht es an die Montage des Korbs sowie der Pedale. Nach rund 90 Minuten sind wir fertig.
Der nach unten gebogene Rahmen erleichtert den Zustieg deutlich und sorgt für eine aufrechte Sitzposition. Ein Gepäckträger ohne Klammer ist vorhanden. Dazu kommen noch Schutzbleche. Trotz des niedrigen Preises wirkt das Fahrrad insgesamt solide. Die Schweißnähte sehen sauber verarbeitet aus. Lediglich der Korb aus Kunststoff wirkt etwas zu billig, da hilft auch die braune Lackierung nicht.
Typisch für ein Citybike oder Hollandrad ist der Lenker, der stark nach hinten gebogen ist. Der Abstand zwischen Sattel und Lenkstange ist ebenfalls eher kurz, was zu einer aufrechten Sitzposition führt. Die Höhe des Lenkers kann man nur bei der Montage einstellen, nachträglich lässt sie sich nur mit Aufwand anpassen, da die Schraube zur Befestigung dafür gelöst werden muss. Diese befindet sich unter einer Kunststoffabdeckung.
Ein Display bietet das DYU 6C leider nicht – das ist schon etwas spartanisch. Zum Einschalten dient rechts am Lenker ein Power-Button, ein Balken aus kleinen LED-Lampen zeigt den ungefähren Akkustand. Ein Frontlicht ist vorhanden und wird direkt über den Akku mit Strom versorgt. Allerdings fehlt bedauerlicherweise ein Rücklicht. Wer dieses nachrüsten möchte, sollte einen Blick in die Ratgeber Fahrrad-Tuning mit Radar, Dashcam, Alarmanlage, Airbag & Co.: Sicher Radfahren sowie Hell, günstig, sicher: Das beste Fahrradlicht mit Akku oder Batterie ab 10 Euro werfen.
Eine Glocke gibt es nicht, dafür kommt eine elektrische Hupe mit einem lauten Ton zum Einsatz. Diese ist aber nach Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) nicht zulässig in Deutschland. Rechts im Haltegriff ist ein Gashebel integriert, mit dem man das DYU C6 ohne Treten wie einen E-Scooter fahren kann. Diesen kann man bedauerlicherweise nicht abmontieren. In diesem Fall ist das DYU C6 in Deutschland ein „E-Bike“ und kein Pedelec.
Damit ein Fahrrad in Deutschland als Pedelec gilt, darf der Motor nicht mehr als 250 Watt an Dauerleistung bieten, bis maximal 25 km/h unterstützen und abgesehen von einer Anschiebehilfe bis 6 km/h nicht ohne Treten beschleunigen. E-Bikes mit Gashebel bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h gelten dann als Mofa. Das setzt eine entsprechende Fahrerlaubnis sowie eine Zulassung als Kleinkrafträder und Versicherungskennzeichen voraus. Fraglich, ob das DYU C6 dafür eine Zulassung besitzt. Das Tragen eines geeigneten Helms für Krafträder ist dann Pflicht. Radwege kommen nur mit einer Kennzeichnung für „Mofas“ infrage. Auf privaten Grundstücken kann man damit hingegen fahren.
Im Ausland gelten mitunter andere Bestimmungen. Darauf sollte man achten, bevor man das Rad im Urlaub nutzt. Anders als in Deutschland, stellt der Gashebel etwa in Österreich keinen Hinderungsgrund dar, solange das E-Bike 25 km/h und der Motor eine Dauerleistung von 250 Watt nicht überschreitet. In der Schweiz beträgt die Höchstgeschwindigkeit ohne Tretunterstützung 20 km/h, mit Tretunterstützung sind es 25 km/h. Der Motor darf bei den Eidgenossen sogar bis zu 500 Watt Dauerleistung haben.
Die Schaltung von Shimano bietet sechs Gänge und schaltet zuverlässig über einen Hebel um. Zum Hochschalten gibt es eine zusätzlichen Knopf. Zwei Scheibenbremsen sorgen für die nötige Verzögerung, um mit dem Rad zu halten. Das ist für den Preis schon eine echt gute Ausstattung. Sie arbeiten zuverlässig, könnten für unseren Geschmack aber noch etwas fester zupacken.
Der Antrieb erfolgt über einen Hecknabenmotor. Dieser schiebt äußerst zugkräftig, wenn auch leicht verzögert an. Allerdings nimmt die Unterstützung bereits knapp über 21 km/h spürbar nach. Mit Gashebel hingegen schafft das Gefährt locker 25 km/h (laut GPS-Messung per Handy).
Der Anbieter gibt eine Leistung von 350 Watt an. Ob es sich dabei nur um die Spitzen- oder Dauerleistung handelt, ist leider nicht ersichtlich und konnte auf Rückfragen auch nicht geklärt werden. Handelt es sich dabei tatsächlich um die Dauerleistung, wären das für Deutschland und Österreich (nicht aber die Schweiz) 100 Watt mehr als erlaubt. Sowohl das CoC- als auch das ABE-Zertifikat fehlen ungünstigerweise. Zu einem etwas höheren Preis bekommt man das DYU C6 aber gelegentlich als Variante mit 250-Watt-Motor und Sieben-Gang-Schaltung, das als Pedelec in Deutschland zugelassen wäre.
Der Akku sitzt an der Stange unter dem Sattel und ist herausnehmbar. Ein Ladegerät gehört zum Lieferumfang, damit dauert ein vollständiger Ladevorgang etwa 8 Stunden. Die Kapazität liegt bei 12,5 Ah bei 36 Volt (450 Wh). Das ist ziemlich üppig und sorgt für eine mehr als ordentliche Reichweite. Die Akkulaufzeit variiert je nach Steigung, Wetter und Fahrergewicht. Bei einem Gewicht von 85 kg beim Fahrer halten wir etwa 50 km Reichweite in städtischen Gebieten für realistisch.
Das DYU C6 fährt sich richtig gut, auch wenn der Motor einige Umdrehungen benötigt, bevor er kraftvoll von hinten anschiebt. Das Lenkverhalten ist stabil, das Rad hält gut die Spur. Auch für eine Person von etwa 1,85 Meter ist das Fahren noch bequem.
Die Haltegriffe aus Gummi sind allerdings auf Dauer unangenehm für die Hände. Richtig Spaß macht das Fahren per Gashebel, was hierzulande aber nicht zulässig ist. Das zulässige Gesamtgewicht des DYU C6 liegt bei 120 kg. Zieht man das Gewicht von 25 kg für das E-Bike ab, bleiben noch etwa 95 kg für Fahrer oder Fahrerin.
Das DYU 6C kostet bei Geekmaxi mit dem Coupon-Code UAuGq3Bx aktuell nur 609 Euro.
Das DYU 6C ist ein sehr günstiges und dennoch ordentlich verarbeitetes E-Bike mit Licht, Korb, Gepäckträger und Schutzblech. Der elektrische Motor zeigt sich zugkräftig. Bedauerlicherweise ist er mit 350 Watt zu stark, um dafür eine Straßenzulassung als Pedelec in Deutschland zu bekommen. Dasselbe gilt für den integrierten Gashebel, der nur in Österreich zulässig wäre.
Eine deutlich hochwertige Alternative finden Interessenten beim Eleglide T1 Step-Thru (Testbericht). Das Pedelec erfüllt alle Vorgaben der StVZO und kostet rund 950 Euro. Preiswert und sportlich ist wiederum das Eleglide Citycrosser (Testbericht) für nur 720 Euro. Eine solide Wahl aus Deutschland ist zudem das Telefunken Multitalent RC822 (Testbericht).
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