Beim Eleglide M1 Plus 29 Zoll sind Reifen und der Rahmen größer geworden. Damit eignet sich das E-MTB auch für schwere und große Fahrer. Ob das Konzept aufgeht, zeigt der Testbericht.
Das Eleglide M1 Plus Gen 2 mit 27,5-Zoll-Bereifung haben wir bereits getestet und für gut befunden. Auch der Nachfolger Eleglide M2 (Testbericht) an vielen Stellen nach. Inzwischen hat Eleglide nachgelegt und verkauft das E-Mountainbike (E-MTB) auch mit 29 Zoll großen Reifen. Zusammen mit dem größeren Rahmen steigt das zulässige Fahrergewicht von 100 auf 120 kg. Der Lenker ist im Vergleich zum Vorgänger zwei Zentimeter breiter. Das Mountainbike eignet sich auch für zwei Meter große Fahrer. Bislang lag die empfohlene Größe bei maximal 195 cm. Durch die Vergrößerungen erhöht sich aber auch das Gewicht des MTBs um 1,1 kg auf 22,8 kg.
| Eleglide M1 Plus Gen 2 | ||
|---|---|---|
| Radgröße | 27,5 Zoll | 29 Zoll |
| Abmessungen | 179 cm x 104 cm | 181 cm x 108 cm |
| Lenkerbreite | 68 cm | 70 cm |
| Sattelhöhe | 850 - 1050 mm | 870 - 1050 mm |
| Reifen | 27,5*2,1 | 29*2,1 |
| Zuladung | 100 kg | 120 kg |
| Gewicht | 21,7 kg | 22,8 kg |
| Fahrergröße | 165 - 195 cm | 165-200 cm |
Ansonsten ist die Ausstattung gleich geblieben. Für Vortrieb mit einer maximalen Geschwindigkeit von 25 km/h sorgt ein 250 Watt starker Motor von Xofor, der von einem 450 Wh großen Akku mit Energie versorgt wird. Das Schaltwerk besteht auch beim neuen Eleglide aus einer Shimano Tourney TZ mit 21 Gängen. Die Federgabel wird weiter hydraulisch gedämpft. Leider verzichtet Eleglide auch bei der 29-Zoll-Variante auf Schutzbleche. Diese lassen sich aber günstig nachrüsten. In jedem Fall muss man aber ein Rücklicht erwerben, um das Eleglide M1 Plus StVZO-konform bewegen zu können, denn mitgeliefert wird nur ein Reflektor. Wer sich für das Thema interessiert, dem empfehlen wir unseren großen Ratgeber: Das beste Fahrradlicht mit Akku oder Batterie ab 10 Euro. Ein vom Akku des Rads betriebenes Vorderlicht ist im Lieferumfang enthalten. Die neueste Version des 29-Zoll-Rads, die seit wenigen Tagen erhältlich ist, bietet auch eine App.
Mehr zum Thema Straßenzulassung, Montage, Antrieb und Akku günstiger E-MTBs zeigen wir im Ratgeber E-Mountainbikes unter 1000 Euro: Darauf gilt es bei billigen E-MTBs zu achten. Ein robuster Kompromiss für die Stadt ist der Eleglide Citycrosser (Testbericht). Wer sich für faltbare E-Bikes interessiert und dennoch gerne abseits der Straße fahren möchte, sollte einen Blick auf das Fiido M1 (Testbericht), Fiido M1 Pro (Testbericht) oder Mate X (Testbericht) werfen.
Das Rad wird vormontiert in einem großen Karton geliefert. Der Aufbau mit Montage des Vorderrads, Lenker, Pedale, Vorderlicht und Radreflektoren ist nach gut einer Dreiviertelstunde abgeschlossen. Das dafür nötige Werkzeug liegt bei. Vor der ersten Fahrt sollten Käufer alle Schrauben nachziehen. In unserem Fall mussten wir zudem die Bremsen justieren, gleiches gilt für die Schaltung.
Optisch gefällt uns das Eleglide M1 Plus auch mit 29-Zoll-Rädern gut. Der matt-schwarze Aluminium-Rahmen ist schmal. Darauf druckt der Hersteller viele kleine graue und gelbe Kreuzchen, zusammen mit dem auffällig gelben Eleglide-Logo. Dieses Muster setzt sich auch auf dem Akku fort, der auf dem Rahmen aufsitzt und nicht integriert wurde.
Gar nicht gefällt dagegen das Kabel-Management. Fahrer könnten sich schnell bei Fahrten durchs Unterholz am Kabelsalat vor dem Lenker verhaken und das E-Bike damit beschädigen. Hier sollten Käufer vor der ersten Fahrt mit Kabelbindern oder ähnlichem die Kabel bündeln.
Verbesserungsfähig ist auch das Display, das offenbar nicht ganz wasserdicht ist. Im Test ist es nach einer Regennacht etwas angelaufen (siehe auch Bildergalerie). Schaden hat das Display jedoch keinen genommen.
Der Lenker wirkt vergleichsweise aufgeräumt. Dass er mit der neuen 29-Zoll-Version etwas breiter geworden ist, wäre uns nicht aufgefallen. Wir kamen auch mit der kürzeren Variante gut zurecht. Es gibt die üblichen Bremsgriffe für die mechanischen Scheibenbremsen vorn und hinten. Ebenfalls auf beiden Seiten sitzen die Hebel zu Steuerung der 21-Gang-Shimano-Schaltung. Dort gibt es auch eine kleine Anzeige, die den eingelegten Gang verrät. Außerdem sitzt auf der rechten Seite eine Glocke.
Der Fahrradcomputer mit Display ist identisch zum Vorgängermodell und informiert den Fahrer, wie schnell er fährt und wie weit er bereits gefahren ist. Zudem gibt es eine Anzeige der Akkurestkapazität in Balken und der gewählten Assistenzstufe.
Das Frontlicht ist ausreichend hell, wenn auch nicht so hell wie das Frontlicht des Ado A26 (Testbericht).
Der Sattel ist ausreichend weich und wirkt dennoch nicht wie der eines Rentner-Bikes. Ein Schnellverschluss fixiert ihn in der gewünschten Höhe. Die Pedale sind aus Kunststoff, machen jedoch einen deutlich besseren Eindruck als die Pedale des Ado A26.
Mit der Eleglide-App können Anwender das M1 Plus 29 konfigurieren, aber auch Daten zu Akku und zur zurückgelegten Wegstrecke abrufen. Nach der ersten Verbindungsaufnahme über Bluetooth sollte man allerdings zuerst den Standard-Zugangscode 000000 ändern, sodass nicht jeder Zugriff auf den E-Bike-Computer hat. Der Zugriff lässt sich außerdem durch die Einrichtung eines dreistelligen Zugangs-Pin einschränken, den man anschließend zur Entsperrung eingibt. Hat man den Code nicht, kann man das Rad nur ohne Motorunterstützung bewegen. Auch können Anwender die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h auf bis zu 32 km/h einstellen. Wer auf öffentlichen Straßen oder Wegen unterwegs ist, für den ist diese Möglichkeit allerdings tabu, wenn er nicht bei einer Kontrolle eine Strafe kassieren möchte.
Das Eleglide M1 Plus mit seinen 29-Zoll-Reifen macht im Feldtest keine schlechte Figur. Für die harten Voraussetzungen einer rasanten Downhill-Fahrt sind seine Komponenten zwar nicht hochwertig genug. Um mit Schwung einen Bordstein in der Stadt zu nehmen, eignet es sich jedoch allemal.
Trotz der günstigen Komponenten ist es mit dem Eleglide M1 Plus im Gegensatz zu vielen anderen chinesischen E-Bikes möglich, einen technisch anspruchsvollen Wald-Trail zu fahren und auch gewisse Steigungen zu überwinden, ohne absteigen zu müssen. Das liegt vorwiegend an der ordentlichen 21-Gang-Schaltung. Auch dass der Motor ohne Mindestgeschwindigkeit anfängt mitzuschieben, hilft. Das ist alles andere als normal. So unterstützt der Motor in Ado Bikes wie dem E-MTB Ado A26 (Testbericht) etwa erst ab 7 Kilometer pro Stunde.
Die hydraulische Federung ist nicht nur abseits der Straßen sinnvoll, sondern auch auf Radwegen, deren Fahrbahn von Wurzeln umstehender Bäume „aufgefaltet“ wurde. Wer will, kann sie fixieren. Dann holpert es zwar etwas mehr, aber immerhin sorgen die breiten und großen Reifen noch für ein halbwegs angenehmes Fahren.
Während das 27,5-Zoll-Modell bei einer Körpergröße von 186 cm schon fast zu klein ist, fühlt sich unser Testfahrer auf dem 28-Zoll-Eleglide mehr als wohl. Dass das Rad laut Herstellerangaben aber auch für Personen für bis zu einer Größe von zwei Metern optimal geeignet sein soll, glauben wir nicht. Dafür ist das Sattelrohr einfach zu klein. Viel größer als 190/195 cm sollte man nicht sein, um mit dem Eleglide optimal zurechtzukommen. Wer will, kann ein längeres Sattelrohr im gut sortierten Fachhandel nachkaufen.
Die Elektronik des E-Mountainbikes ist simpel. Einen Drehmomentsensor besitzt es nicht. Das heißt, dass der Motor erst nach etwa einer halben Umdrehung anfängt zu schieben und etwa genauso lange nachläuft. Der Nachlauf kann durch das Betätigen der Bremse gestoppt werden. Auch wenn das verspätete Anspringen des Motors zunächst nervt, etwa beim Anfahren nach einer roten Ampel, gewöhnt man sich unserer Erfahrung nach schnell daran. Noch schneller gewöhnt man sich an die feine manuelle Motorsteuerung über den Gasring, der dem E-Bike zur optionalen Montage beiliegt. Auf öffentlichen Straßen ist dieser allerdings tabu, da er anders als beim Himiway Escape Pro (Testbericht) nicht als eine auf 6 km/h beschränkte und zulässige Anfahrtshilfe fungiert, sondern als normaler Gasgriff bis zu Höchstgeschwindigkeit beschleunigt.
Die montierten Gummigriffe am Lenker fühlen sich nach einiger Zeit unangenehm an. Die geriffelten Vertiefungen, die zwar mit Handschuhen einen guten Grip bieten, hinterlassen auf der Handinnenfläche nicht nur ein unschönes Muster, sondern sorgen bei unserem Testfahrer auch für leicht eingeschlafene Hände.
Eleglide verwendet für das M1 Plus 29 Zoll einen großen 450-Wattstunden-Akku. Das ist mehr, als die meisten anderen E-Bikes dieser Preiskategorie bieten. Getoppt wird es vom Eleglide M2 (Testbericht), welches kaum teurer ist und einen 540-Wh-Akku bietet. Bei einem 75 Kilogramm schweren Fahrer und einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von 15 km/h hat Eleglide für das M1 Plus eine Reichweite von 100 Kilometern ermittelt. Realistisch sind das bei ebener Strecke, gutem Wetter, etwa 90 Kilogramm Zuladung und gemischter Motornutzung etwa 50 Kilometer.
Der Akku lässt sich über den mitgelieferten Schlüssel einfach entnehmen und zum Laden mit in die Wohnung nehmen, während das E-Mountainbike etwa im Keller bleibt. Alternativ kann der Akku zum Laden auch am Fahrrad bleiben. Dem Eleglide M1 Plus liegt ein 84-Watt-Netzteil mit 2 Ampere bei. Für eine volle Ladung benötigt es knapp fünf Stunden.
Das Eleglide M1 Plus 29 Zoll kostet bei Geekbuying derzeit 669 Euro. Die Lieferung erfolgt aus einem europäischen Warenlager. Zollgebühren fallen keine an.
Wer lieber bei einem deutschen Händler bestellt, für den verlinken wir hier die günstigen Angebote:
Wer für ein E-Mountainbike deutlich unter 1000 Euro ausgibt, braucht nicht mit hochwertigen Komponenten zu rechnen. Das ist auch beim Eleglide M1 Plus 29 Zoll der Fall. Doch das E-Bike macht auf Trails und auch im Straßenverkehr trotzdem richtig Spaß. Das liegt auch an der ordentlichen Gangschaltung und der direkten Motorunterstützung in fünf Stufen. Das Eleglide M1 Plus 29 Zoll ist für seinen günstigen Preis ein vernünftiges E-Mountainbike und besser als teurere Modelle wie das Ado A26 (Testbericht). Größer als 190/195 Zentimeter sollte man dabei aber auch beim 29-Zoll nicht sein. Wer auch mit 27,5-Zoll-Rädern leben kann, sollte sich dringend das Eleglide M2 (Testbericht) anschauen, welches dem M1 Plus 29 Zoll in fast allen Belangen überlegen ist.
Mehr zum Thema Straßenzulassung, Montage, Antrieb und Akku günstiger E-MTBs zeigen wir im Ratgeber E-Mountainbikes unter 1000 Euro: Darauf gilt es bei billigen E-MTBs zu achten. Wer sich für faltbare E-Bikes interessiert, sollte einen Blick in unsere Klapprad-Top-10: Die besten E-Bikes zum Klappen von 600 bis 1200 Euro werfen.
Affiliate-Information
Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.