Tiefer Einstieg, Gepäckträger, optimal abgestimmter Motor & gute Federung: Das Pedelec Fafrees F26 Pro bietet alles, was ein gutes Citybike benötigt.
Wer ein elektrisches Fahrrad für die Stadt sucht, benötigt nicht unbedingt ein E-Mountainbike. Denn neben vielen Vorteilen wie einer allgemein besseren Haltbarkeit, schließlich sind E-Mountainbikes für stärkere Belastungen konzipiert, haben sie auch Nachteile. So bieten E-MTBs selten einen tiefen Einstieg, Schutzbleche oder einen Gepäckträger.
Ein City-E-Bike wie das Fafrees F26 Pro ist hingegen für Fahrten im urbanen Bereich optimiert. So bietet es einen praktischen tiefen Einstieg, 26-Zoll-Reifen, einen 374 Wh starken Akku (36 Volt, 10,4 Ah), einen robusten Gepäckträger und stabile Metall-Schutzbleche.
Wie üblich kommt auch das Fafrees F26 Pro teilmontiert in einem großen Karton direkt nach Hause. Mit dabei ist auch das für den Zusammenbau nötige Werkzeug. Zunächst will das Vorderrad montiert werden. Dieses hat erfreulicherweise einen Schnellspanner, was nicht nur die Montage, sondern auch das Entnehmen des Vorderrads erleichtert, sollte man mal in die Verlegenheit kommen, den Reifen nach einem Plattfuß zu flicken. Das vormontierte Hinterrad hat keinen Schnellspanner.
Danach geht an das Festschrauben des Lenkers und der Pedale. Außerdem muss der Käufer das vordere Schutzblech, das Licht vorn und hinten, den Fahrradcomputer sowie die Radreflektoren anbringen. Das ist etwas mehr Aufwand als etwa beim Himiway City Pedelec (Testbericht), bei dem diese Komponenten vorinstalliert sind. Insgesamt benötigen wir für die Montage und dem Nachziehen aller Schrauben sowie dem Aufpumpen der Reifen mit einer knappen Stunde deutlich länger als bei den meisten anderen von uns getesteten E-Bikes. Grundsätzlich sollte der Aufbau kein Problem darstellen, denn das Handbuch vermittelt auch in deutscher Sprache die einzelnen Schritte anhand zahlreicher Bilder gut. Wem das noch nicht ausreicht, kann den Aufbau auch anhand eines Youtube-Videos studieren.
Bevor man sich auf eine öffentliche Straße begibt, sollte man allerdings den vormontierten Gashebel abschrauben. Dieser beschleunigt das Rad bis zur voreingestellten und gesetzeskonformen Geschwindigkeit von 25 km/h und ist somit nicht erlaubt. Laut StVZO ist ein Gashebel bei einem Pedelec hierzulande nur als Anfahrtshilfe mit bis zu 6 km/h wie beim Himiway Escape Pro (Testbericht) zulässig. Apropos StVZO: Wer das Rad auf öffentlichen Straßen gesetzeskonform bewegen möchte, sollte zudem noch zwei gelbe Reflektoren anbringen, da Fafrees lediglich pro Rad einen mitliefert, gefordert sind aber zwei pro Rad.
Die Verarbeitung hinterlässt für ein E-Bike dieser Preisklasse einen guten Eindruck. Der Rahmen ist stabil und trägt Personen bis 120 Kilogramm. Er zeigt jedoch deutliche Schweißnähte. Das Rad selbst wiegt 23,2 Kilogramm, die Belastbarkeit des Gepäckträgers ist mit 25 Kilogramm angegeben. Das sollte für die allermeisten Fälle ausreichen. Die Pedale und Schutzbleche bestehen aus Metall. Beim Fahren wackelt oder klappert nichts.
Beim Kabelmanagement hat es sich Fafrees wie viele andere Hersteller von Pedelecs unter 1000 Euro etwas zu einfach gemacht. So führen alle sieben Kabel vom Lenker im weiten Bogen nach vorn weg, bevor sie im unteren Teil des Rahmens verschwinden. Das hätte man schicker lösen können. Immerhin legt der Hersteller zwei Spiralbinder bei, damit der Kabelsalat nicht ganz so lose ist.
Der Lenker wirkt angenehm aufgeräumt. In der Mitte prangt das große, hintergrundbeleuchtete Display. Darauf sieht der Fahrer unter anderem die aktuelle Geschwindigkeit, die gewählte Unterstützungsstufe, die Akkukapazität in fünf Balken, die gefahrene Zeit, die aktuelle Leistung des Motors in Watt sowie die gefahrenen Kilometer.
Praktischerweise stellt sich der Kilometerzähler wieder auf null, wenn der Computer ausgeschaltet wird. Bei anderen von uns getesteten Pedelecs muss man den Routenkilometerzähler hingegen manuell durch Drücken von zwei Tasten und der entsprechenden Auswahl des Kilometer-Menüs umständlich zurücksetzen. Wer nicht möchte, dass der Computer sich etwa beim Warten an einem Bahnübergang automatisch ausschaltet, kann die Zeit dafür anpassen. Das gelingt entweder über das Menü direkt am Fahrradcomputer oder per App (Bikewise Pro). Damit können Anwender außerdem die maximale Endgeschwindigkeit auf bis zu 42 km/h konfigurieren, erlaubt sind hierzulande aber nur 25 km/h.
Unterhalb der Anzeige sitzt hinter einer Gummiabdeckung geschützt ein USB-A-Port zum Laden von Smartphones oder ähnlichem. Auf der linken Seite kann der Fahrer über drei Knöpfe das E-Bike ein- und ausschalten sowie die Unterstützungsstufe wählen. Zudem regelt er dort das Licht. Dabei schaltet sich nicht nur das vordere, sondern auch das hintere Licht ein. Damit ist das Fafrees F26 Pro eines von wenigen China-E-Bikes, dessen Rücklicht am Stromkreislauf hängt. Die meisten Modelle verzichteten entweder komplett auf ein Rücklicht oder legen ein einfaches Rücklicht mit Batterien wie beim Accolmile E-Road (Testbericht) bei. Ein weiterer Vorteil, besonders beim Fahren im dichten Stadtverkehr: Das Rücklicht leuchtet beim Bremsen auf.
Das Fafrees F26 Pro hat eine einfache Glocke als Fahrradklingel. Das ist gut. Schließlich kommen viele andere E-Bikes aus China sonst mit einer elektrischen Hupe, die in Deutschland nicht erlaubt ist. Auf der rechten Seite des Lenkers sitzt die einfache 7-Gang-Schaltung von Shimano. Diese funktioniert auf Anhieb gut. Allerdings hätte der höchste Gang gerne eine etwas höhere Übersetzung haben dürfen. Denn bei 25 Kilometer pro Stunde ist es im höchsten Gang kaum möglich, noch so schnell zu treten, dass sich die Geschwindigkeit nennenswert erhöht.
Optisch weniger gut gefallen haben uns die braunen Handgriffe. Zumindest fühlen sie sich gut an und hinterlassen keinen unangenehmen Geruch nach Kunststoff an den Händen, wie das etwa beim Ado A26 (Testbericht) der Fall ist. Allerdings fühlen sie sich etwas rutschig an. Außerdem hätte uns eine andere Form, die für Handballen eine größere Stützfläche wie beim Himiway City Pedelec (Testbericht) bietet, besser gefallen.
Der Winkel und die Höhe des Vorbaus lassen sich über ein Gelenk anpassen, das ist hervorragend. Zusammen mit dem ausreichend höhenverstellbaren Sattel und dem tiefen Einstieg bietet das Fafrees F26 Pro damit eine gute Ergonomie. Das werden vor allem Rock-tragende Frauen sowie ältere Menschen zu schätzen wissen. Allerdings gilt das nur für Personen bis zu einer Körpergröße von etwa 185 Zentimeter. Wer größer gewachsen ist, sollte sich eine längere Sattelstütze besorgen.
Die Federgabel des Fafrees F26 Pro lässt sich in ihrer Stärke anpassen. Zudem kann man sie sperren. Die Reifen sind mit 26 Zoll relativ klein, dafür ist das Rad aber deutlich wendiger als Pedelecs mit größeren Reifen. Die Fahrstabilität ist aber vor allem in Kurven etwas niedriger als mit größeren Rädern. Im Zusammenspiel mit dem großen und weichen Selle-Royal-Sattel sowie der Vorderrad-Federung bietet das Fafrees F26 Pro einen guten Fahrkomfort. So ist es etwa kein Problem, mit dem Pedelec auch mal einen Bordstein in moderater Geschwindigkeit zu nehmen oder durch den Park auf Schotterwegen zu fahren.
Die einfachen Scheibenbremsen vorn und hinten greifen zunächst nicht perfekt. Zudem schleift das Vorderrad leicht. Hier mussten wir zunächst etwas nachjustieren. Danach sind die Bremsen besser, aber lange nicht perfekt. Eventuell schleifen sie sich mit der Zeit etwas ein.
Die Schutzbleche sehen nicht nur brauchbar aus, sie sind es auch. Bei der Fahrt durch Pfützen erfüllen sie ihre Pflicht und halten den Popo trocken. Auch der Gepäckträger muss an dieser Stelle lobend erwähnt werden. Er ist stabil und kommt mit einer Federklemme, um Gegenstände darauf zu fixieren. Wer will, kann etwa mit Kabelbindern einen Fahrradkorb befestigen. So bietet er sich zum Beispiel für den Transport von Einkäufen an. Schließlich sind dort schwere Dinge wie Getränke besser aufgehoben als in einem Rucksack.
Beim Start ist stets die Unterstützungsstufe 0 gewählt, in dem der Motor schlicht ausgeschaltet ist. Stufe 1 beschleunigt bis 15 Kilometer pro Stunde, Stufe 5 bis 25. Dabei ist die Motorkraft stets gleich, nur die Endgeschwindigkeit variiert.
Der 250-Watt-Motor mit seinen 50 Newtonmeter ist recht stark. Er beschleunigt angenehm flott bis zur gewählten Höchstgeschwindigkeit. Auch moderate Steigungen sind kein Problem. Für steilere Berge eignet sich das Fafrees F26 Pro jedoch weniger. Positiv ist die gute Abstimmung zwischen Drehzahlsensor und Motorsteuerung. Während man bei anderen E-Bikes mit dieser Technik oft mehrmals treten muss, damit der Motor seine Kraft entfaltet, greift die Motorunterstützung beim Fafrees bereits nach einer Viertelumdrehung. Auch während der Fahrt bleibt die Motorunterstützung konstant und setzt sofort ein, wenn die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h unterschritten wird. Ein ähnlich gutes Fahrverhalten haben wir auch beim Accolmile E-Road (Testbericht) und beim Himiway Escape Pro (Testbericht), sowie Pedelecs mit Drehmomentsensor wie dem Magmove CEH55M beobachtet.
Der Akku sitzt schick integriert im Rahmen und kann über einen Schlüssel zum Laden entnommen werden. Ein entsprechendes Netzteil liegt bei. Laut Hersteller kann man mit dem F26 Pro bis zu 80 Kilometer fahren, bevor der Akku wieder aufgeladen werden muss. Dieser Wert ist jedoch unter unrealistischen Vorgaben entstanden. So ist unter anderem der Fahrer leicht, die Höchstgeschwindigkeit gering, das Wetter warm, die Strecke eben, glatt und unterbrechungsfrei. Im Test zeigt der Akku nach knapp 40 Kilometer und einem 90 Kilogramm schweren Fahrer noch etwa 20 Prozent Restkapazität an. Wir gehen bei dieser Konstellation von einer Reichweite im Stadtverkehr ohne größere Steigungen von etwa 55 bis 60 Kilometer aus.
Das Fafrees F26 Pro kostet bei Geekbuying rund 942 Euro. Bei Amazon bekommt man es derzeit schon für 999 Euro.
Wer aktuell ein sehr günstiges E-Bike für die Stadt sucht, wird mit dem Fafrees F26 Pro bestens bedient. Denn das Pedelec gehört mit den gebotenen Leistungen und der Ausstattung zu einem der besten City-E-Bikes für unter 1000 Euro. So bietet es auch dank des tiefen Einstiegs und des variablen Vorbaus eine perfekte Ergonomie. Dazu kommen die wertigen Schutzbleche, der stabile Gepäckträger, der weiche Sattel, gute Federung, der gute Akku und der perfekt abgestimmte Motor. Positiv überrascht uns auch das Rücklicht, welches am Akku hängt und beim Bremsen aufleuchtet. Nicht perfekt sind die Bremsen. Auch der Gangschaltung hätten ein paar Stufen mehr gutgetan.
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