Das Fiido M1 Pro 2024 ist ein klappbares E-Bike mit fettem Design und einem kraftvollen Motor. Dank Gasgriff und leicht umgehbarer Geschwindigkeitsbegrenzung darf es jedoch nicht auf deutschen Straßen gefahren werden – mehr im Test.
Wir haben das Fiido M1 Pro bereits 2021 in einer älteren Version getestet. Nun zeigt Fiido eine Variante, in der unter anderem die Bremsen und der Motor verbessert wurden. Das Fiido M1 Pro 2024 ist ein auffälliges faltbares E-Bike mit breiten 4-Zoll-Reifen und einem kräftigen 50-Nm-Heckmotor für nur 899 Euro direkt vom Hersteller. Es lässt sich kompakt zusammenklappen und so auch in öffentlichen Verkehrsmitteln kostenfrei transportieren. Allerdings hat Fiido dem M1 Pro einen Gasgriff und eine leicht zu umgehende Geschwindigkeitsbegrenzung spendiert. Damit ist es nicht für deutsche Straßen zugelassen. Was es kann, zeigt unser Test des Fiido M1 Pro 2024.
Der Aufbau des Fiido M1 Pro 2024 geht einfach und schnell. Viele Teile wie Pedale und das hintere Schutzblech sind bereits vormontiert. Wir müssen nur noch das Vorderrad einsetzen, das vordere Schutzblech sowie das vordere Licht anschrauben sowie Lenker und Sattel werkzeugfrei montieren. Vor der ersten Fahrt sollte man noch alle Schrauben festziehen, die Reifen aufpumpen sowie einen Helm aufsetzen.
Die Verarbeitung des Fiido M1 Pro wirkt auf den ersten Blick ordentlich. Man muss sich aber im Klaren sein, dass der Hersteller viele günstige Teile einbaut, die tendenziell anfälliger sind. Beim Fahren bemerken wir ein Knacken und Knarzen der Frontfederung. Auch die anklappbaren Kunststoffpedale machen keinen sehr hochwertigen Eindruck. Das E-Bike ist für maximal 120 kg Zuladung ausgelegt und wiegt selbst 27 kg.
Optisch gefällt uns das klappbare Fiido M1 Pro. Die breite, flache Querstange mit integriertem Akku sieht schick aus, ebenso wie die fetten Reifen. Das Kabelmanagement ist vorbildlich gelöst. Die Kabel sind sauber gebündelt und verschwinden im Rahmen – besser als bei vielen Vergleichsrädern, die ebenfalls einen höhenverstellbaren Lenker besitzen. Der stabile Gepäckträger rundet die gelungene Optik ab.
Das Zusammenklappen geht leicht von der Hand. Hebel an der Querstange umlegen, Rad falten, Pedale anklappen, Lenker einfahren und umklappen – fertig. Zusammengefaltet ist das E-Bike deutlich kompakter und passt auch in die meisten öffentlichen Verkehrsmittel.
Die ergonomisch geformten Griffe des Lenkers fassen sich angenehm an, sitzen aber locker und verdrehen sich leicht. Links befindet sich der Fahrradcomputer mit vier Tasten. Er zeigt Geschwindigkeit mit einer Nachkommastelle, Akkustand in fünf Balken und Unterstützungsstufe. Per langem Tastendruck auf die M-Taste kann man einen Turbomodus aktivieren, der die 25 km/h Begrenzung aufhebt – das ist in Deutschland nicht erlaubt. Ebenso verboten ist der Gasgriff rechts am Lenker.
Die einfache 7-Gang-Shimano-Schaltung rechts funktioniert gut. Die hydraulischen Scheibenbremsen vorne und hinten funktionieren klassisch mit Bremsgriffen. Front- und Rücklicht werden über den Fahrradcomputer geschaltet. Das höhenverstellbare Frontlicht leuchtet ausreichend hell, das sehr helle Rücklicht leuchtet beim Bremsen zusätzlich auf.
Der starke Heckmotor mit 50 Nm beschleunigt das Fiido M1 Pro 2024 selbst mit schweren Fahrern mühelos auf die maximale Geschwindigkeit, auch bergauf. Leider gibt es nur einen einfachen Trittfrequenzsensor statt eines Drehmomentsensors. Der Motor springt dadurch erst nach einer halben Pedalumdrehung an und läuft ebenso lang nach.
Vorder- und Hinterradfederung sowie die 4 Zoll breiten 20-Zoll-Reifen sorgen auch abseits befestigter Wege für Komfort und guten Grip – obwohl die Reifen weniger Profil bieten als noch beim Vorgänger. Vergleichbare E-Bikes mit größeren Laufrädern sind im Gelände aber überlegen. Die hydraulischen Scheibenbremsen packen hervorragend zu. Breite Schutzbleche halten den meisten Schmutz fern – ein paar Schlammspritzer finden wir dennoch auf unseren Schuhen.
Der Akku des Fiido M1 Pro fasst beachtliche 614 Wh. Damit sollen laut Hersteller bis zu 88 km Reichweite möglich sein – eine Übertreibung. Realistisch sind je nach Wetter, Zuladung, Fahrweise und Topografie eher 50 km. Zum Laden kann der Akku entnommen werden.
Das Fiido M1 Pro 2024 kostet direkt beim Hersteller 899 Euro.
Das Fiido M1 Pro 2024 ist ein schickes faltbares E-Bike mit fettem Design und kraftvollem Antrieb. Es lässt sich kompakt zusammenklappen und auch in Öffis mitnehmen. Praktisch sind die gute Vollfederung, hydraulische Bremsen, helle Beleuchtung und der große Akku. Leider ist die Verarbeitungsqualität nicht durchgängig hoch.
Auch wegen des Gasgriffs und der zu leicht deaktivierbaren Geschwindigkeitsbegrenzung darf das Fiido M1 Pro 2024 nicht legal auf deutschen Straßen bewegt werden – ein großer Nachteil. Für den reinen Offroad-Einsatz gibt es zudem besser geeignete E-Bikes.
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