Das E-Klapprad Hitway BK6S mit Straßenzulassung überrascht im Test mit ansprechender Optik, tiefem Einstieg, guten Fahreigenschaften und einem günstigen Preis. Ob sich der Kauf lohnt, verraten wir im Testbericht.
Mit dem Hitway BK6S kommt nun ein weiteres E-Klapprad mit Straßenzulassung auf den Markt, das mit einer guten Ausstattung, soliden Fahreigenschaften und einem attraktiven Preis punkten will. Mit seinem schlanken, in verschiedenen Farben erhältlichen Rahmen und dem gepolsterten Gepäckträger fällt es optisch sofort auf. Doch nicht nur das Design, sondern vor allem die gute Ausstattung und die hohen Fahreigenschaften machen neugierig auf mehr. Ob sich der günstige Preis von nur 710 Euro bei Amazon lohnt, klären wir in diesem Testbericht.
Der Aufbau des Hitway BK6S gestaltet sich denkbar einfach und ist schneller erledigt als bei den meisten anderen E-Bikes. Tatsächlich müssen nur die Lenkstange eingesetzt, die Pedale angeschraubt und das vordere Schutzblech fixiert werden. Zum Schluss noch alle Schrauben festziehen, die Reifen aufpumpen – und schon kann die erste Fahrt beginnen. Zur Sicherheit empfehlen wir aber immer das Tragen eines Helms. Passende Modelle zeigen wir in unserer Bestenliste der smarten Fahrradhelme.
Praktisch: Hitway legt dem BK6S Reflektoren für die Reifen, ein Zahlenschloss und eine einfache Luftpumpe bei. Das erleichtert den Start.
Optisch macht das Hitway BK6S einiges her. Das liegt vor allem am schick lackierten Aluminiumrahmen, der in mattem Türkis, Schwarz, Silber oder Rot erhältlich ist. Der schlanke Rahmen steht dem kompakten E-Klapprad ausgesprochen gut, auch wenn er natürlich nicht ganz so elegant wirkt wie etwa ein City-E-Bike á la Utopia Carbon 1 (Testbericht).
Der Gepäckträger mit seiner Polsterung ist eigentlich eher ein Sitz. Für den Transport einer zweiten Person ist er aber nicht zugelassen. Ein klassischer Gepäckträger wäre hier praktischer gewesen. Immerhin gibt es am Lenkkopf eine Befestigungsmöglichkeit für einen Fahrradkorb.
Typisch für E-Klappräder sind die außen am Rahmen verlegten Kabel und Züge. Sie sind solide befestigt und stören nicht weiter. Gleiches gilt für die Schutzbleche: Sie wackeln nicht und bieten ausreichend Schutz bei Regen und Matsch – der gepolsterte Sattel saugt sich bei Nässe allerdings mit Wasser voll. Auch das Display beschlägt nach Niederschlag. Aufgrund dieser Erfahrungen und wegen einer fehlenden IPxx-Zertifizierung sollten Käufer das Hitway BK6S nicht dauerhaft im Regen stehen lassen.
Generell sollte man bedenken, dass bei einem E-Bike dieser Preisklasse überwiegend günstige Komponenten eingebaut werden. Diese sind tendenziell weniger langlebig als hochwertigere Teile.
Das Klappsystem des Hitway BK6S funktioniert tadellos: Der zentrale Sicherungshebel am Rahmen geht leichtgängig auf und zu. Auch die Pedale (leider aus Kunststoff) lassen sich einklappen, die Lenkstange dank Schnellverschluss umklappen und in der Höhe verstellen. So lässt sich das E-Bike kompakt zusammenfalten und passt auch in kleinere Kofferräume. Mit Maßen von 96 cm x 38 cm x 75 cm im gefalteten Zustand kann man es zudem in den meisten öffentlichen Verkehrsmitteln ohne Zusatzticket mitnehmen.
Die Gesamtlänge des E-Bikes liegt bei 168 cm, der Lenker ist von 115 cm bis 128 cm höhenverstellbar. Dabei gibt Hitway eine mögliche Fahrergröße von 165 bis 195 cm an. Unser 186 cm großer Tester fühlte sich beim Fahren wohl – das BK6S ist also auch für größere Personen geeignet. Die maximale Zuladung liegt bei ordentlichen 120 kg. Das E-Bike selbst wiegt knapp 26 kg.
Der 58 cm breite Lenker des Hitway BK6S ist für unser Empfinden etwas zu kurz. Allerdings sind diese Maße bei einem Klapprad durchaus normal. Auf der rechten Seite sitzt die solide 7-Gang-Schaltung von Shimano, die in unserem Test einwandfrei funktionierte. Die ergonomisch geformten Griffe ermöglichen auch bei längeren Trips ein ermüdungsfreies Fahren.
Auf der linken Lenkerseite befindet sich das hintergrundbeleuchtete Display, das sich auch bei direkter Sonne gut ablesen lässt. Es zeigt alle wichtigen Daten wie Geschwindigkeit, Unterstützungsmodus, Akkukapazität, Gesamtkilometer und Tageskilometer übersichtlich an. In den Einstellungen (langes Drücken der Plus- und Minus-Taste) lässt sich sogar die Maximalgeschwindigkeit hochsetzen – ohne Auswirkungen. Gut so, denn bei 25 km/h ist gemäß StVZO Schluss. Sonst wäre die Straßenzulassung futsch.
Praktische Details wie die in den Bremshebel integrierte Klingel, die helle, höhenverstellbare Frontleuchte und das gut sichtbare Rücklicht runden die solide Ausstattung des BK6S ab.
Die Fahrt mit dem Hitway BK6S gestaltet sich erstaunlich angenehm. Das liegt zum einen an der guten Ergonomie mit dem höhenverstellbaren Sattel und Lenker, die sich ergonomisch sinnvoll an den Fahrer anpassen lassen.
Zum anderen schlucken die 3 Zoll breiten Reifen auf den 20-Zoll-Felgen zusammen mit der einfachen, aber wirkungsvollen Sattel- und Frontfedergabel viele Unebenheiten souverän weg. Bordsteinkanten? Kopfsteinpflaster? Für das BK6S kein Problem!
Der 250-Watt-Heckmotor mit 45 Nm Drehmoment arbeitet zwar ohne feinfühligen Drehmomentsensor, setzt aber nach etwa einer Pedalumdrehung sanft und zügig ein. Die Kraftentfaltung erfolgt dabei angenehm gleichmäßig, was für entspanntes Anfahren sorgt.
Nicht optimal ist die Übersetzung der Gangschaltung bei höheren Geschwindigkeiten: Um auf dem höchsten Gang 25 km/h zu fahren, sind flotte 80 Kurbelumdrehungen pro Minute nötig. Hier hätte eine etwas längere Endübersetzung nicht geschadet. Tatsächlich kämpfen aber viele E-Klappräder mit diesem Problem.
Problematisch ist die schief eingebaute Bremsscheibe hinten, welche sich nach Rücksprache mit einem Fahrradhändler nicht reparieren, nur austauschen lässt. Allerdings gibt es nur schwer Ersatzteile. Wer mit dem Fahrrad ein ähnliches Problem hat, sollte es schnell wieder zurück zum Händler schicken.
Mit seinem 432 Wh starken Akku verspricht das Hitway BK6S laut Hersteller eine Reichweite zwischen 35 und 90 Kilometer. Im Test konnten wir die 35 Kilometer im Alltag problemlos bestätigen – ein ordentlicher Wert für ein günstiges Klapprad.
Die theoretisch möglichen 90 Kilometer gelten nur unter Idealbedingungen, also mit minimaler Zuladung, wenig Steigung, optimaler Witterung und defensiver Fahrweise. In der Praxis werden sie kaum zu erreichen sein.
Praktisch: Der Akku lässt sich mit einem Schlüssel einfach aus dem Rahmen entnehmen. So kann man ihn in der Wohnung laden, während das Bike im Keller bleibt.
Der Preis ist eine der großen Stärken des Hitway BK6S: Mit nur 710 Euro bei Amazon ist es ein echtes Schnäppchen unter den E-Klapprädern.
Das Hitway BK6S ist ein gelungenes E-Klapprad. Allem voran gefällt der leichte Aufbau, die komfortable Ausstattung mit gefedertem Sattel und 7-Gang-Schaltung sowie der stramme Heckmotor, der flott auf Touren bringt. Allerdings war bei unserem Modell die hintere Scheibenbremse kaputt.
Auch die einfache Bedienung über das gut ablesbare Display, die helle Lichtanlage und die ordentliche Reichweite von 35 Kilometern sprechen für das Hitway. Lediglich die recht kurz übersetzte Gangschaltung könnte bei hohen Geschwindigkeiten etwas länger übersetzt sein. Auch die offenbar fehlende Wasserfestigkeit ist ein Minuspunkt. Zudem muss man sich bei einem sehr günstigen E-Bike-Klapprad wie dem BK6S darüber im Klaren sein, dass hier einfache Komponenten zum Einsatz kommen, die tendenziell schneller kaputtgehen können.
Für 710 Euro bekommt man mit dem BK6S jedoch ein rundum stimmiges Gesamtpaket. Wer nur wenig Geld für sein E-Klapprad ausgeben möchte und dafür bereit ist, Kompromisse einzugehen, darf beim Hitway BK6S zuschlagen.
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